Bayern - Thurn und Taxis

  • Liebe Sammlerfreunde,


    ich möchte folgenden Brief zeigen:
    Regierungssache aus Lindau nach Achberg (Hohenzollerische Exklave bei Lindau im Bodensee
    zwischen Bayern und Württemberg. Postsendungen aus - und nach Achberg wurden wahr-
    scheinlich durch einen Amts - oder privaten Boten in Lindau abgeholt, bzw. dort hingebracht.
    Der Brief ist vom 12. September 1850 ! ?. Der Brief verblieb daher bei der Auflieferung, bzw.
    nach der Abstempelung im Postamt Lindau, bis ihn der Amts - oder private Bote in die Hohen-
    zollerische Exklave mitnahm.



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    danke für die interessante Geschichte hinter dem sehr schönen Brief. Dieses postalische Konstrukt kannt ich bisher noch gar nicht - Danke für die Aufklärung. :)


    Das Datum 1850 kann m. E. nicht stimmen, weil diese rote Stempelfarbe typisch für die VMZ war. Ab Nov. 1849 wurde dort immer in schwarz gestempelt.


    Auch wenn das Datum nach 185? aussieht, halte ich eher 183? für wahrscheinlich. Ich muss morgen mal nachschauen, wie lange dieser Zweizeiler im Gebrauch war.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    hier muss ich bayern klassisch recht geben. Diesen Stempel in rot in der Markenzeit habe ich noch nie gesehen und ich habe weit über 100 Briefe mit diesem Stempel in meinem Archiv. Der mir späteste bekannte Abschlag ist der anhängende Brief nach Messina vom 14.5.1849. Wenn jemand einen späteren Abschlag hat, wäre es wünschenswert, wenn dieser hier eingestellt würde.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    ein ausgezeichneter Brief aus Lindau nach Messina zeigen Sie uns hier.
    Ich muß einmal auch mal bei Gelegenheit meine Lindauer Briefe durch-
    sehen, ob ein späterer roter Zweizeiler dabei ist.
    Bei dem Brief von Lindau nach Achberg denke ich auch, daß statt der "3"
    versehentlich eine "5" genommen wurde. Die "0" sieht man auch nicht deutlich.
    Wahrscheinlich ist der Brief von 1836.


    Mit den besten Grüßen von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden barfrankierten Brief (Siegelseite "15" Kreuzer) von Straubing über Ulm (Württemberg)
    nach Jungnau (Hohenzollern - Sigmaringen) vom 25. Oktober 1821 mit Vermerk "Sigmaringen
    restant". Der Brief wurde bezahlt bis Sigmaringen und von dort mit einen privaten - oder Amts-
    boten nach Jungnau befördert. Zuvor "2" angeschrieben, gestrichen und in "4" Kreuzer geändert,
    die der Empfänger bezahlte. Was links oben neben "franco" geschrieben steht, kann ich nicht lesen.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo liball,


    Traumbrief - danke fürs Zeigen (mit dem könntest du auch einen entsprechenden Thread aufmachen).


    Liebe VorphilaBayern,


    ich lese Möskirch - macht das Sinn?


    Schönes Stück übrigens.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    vielen Dank. Möskirch macht schon Sinn. Ist aber trotzdem ungewöhnlich.
    Möskirch, die damalige Schreibweise von Meßkirch, lag in Baden, 2 Meilen
    von Sigmaringen entfernt. Die 15 Kreuzer waren somit das Franko von
    Straubing bis Meßkirch. Von dort bis Sigmaringen kostete das Porto,
    oder der Botenlohn bis Sigmaringen zwei Kreuzer. Weitere 2 Kreuzer
    verlangte der Bote von Sigmaringen nach Jungnau. Die 2 Kr wurden
    abgestrichen und 4 Kreuzer vermerkt.


    Liebe Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    dann ist es so, wie beschrieben. Vielen Dank für das Zeigen und Beschreiben dieses seltenen Briefes.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    heute brachte mir die Post einen Dienstbrief (Königliche Dienst Sache) aus Augsburg vom 18.8.1839 nach Hechingen.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG0003bb341ccejpg.jpg]


    Hohenzollern - Hechingen hat eine bewegte Geschichte. Auf Grund der "Nähe" zu Napoleon und damit Frankreichs fiel dort die Mediatisierung aus. 1821 wurde das Bistum Freiburg gegründet, dem sich der Fürst anschloss. 1850 fiel es an Preußen, doch die Post war von Thurn und Taxis verwaltet worden, bis der Krieg von 1866 diesem ein Ende machte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Unfrankierter Brief aus Kaiserslautern nach Niederflörsheim
    (Großherzogtum Hessen / Thurn und Taxissches Postgebiet)
    vom 4. April 1843. Für Bayern fielen 4 Kreuzer -, für Thurn und
    Taxis 3 Kreuzer - sowie ein Landbestellgeld von 2 Kreuzer, an.
    Vorne unten links ein Vermerk des Postboten, daß er die 9 Kr.
    erhalten hat. Rücksete angeschrieben 7 +2 = 9 Kr.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    sehr schöner und nicht häufiger Brief - vor allem mit Tintenvermerk des Botenlohns!


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Eingeschriebener Brief aus Kasendorf (Bayern - ab 23.10.1810
    Postexpedition; ab 1.10.1811 aufgehoben und nach Thurnau
    verlegt; Postexpedition wiedereröffnet am 1.5.1834; ab 1.5.
    1847 erneut aufgehoben und nach Thurnau verlegt) nach Schlitz
    im Großherzogtum Hessen (Thurn und Taxissche Postexpedition
    ab 1820; ab 1840 Briefsammlung) vom 22.12.1843. Der Absender
    bezahlte zuerst die gesamte Frankogebühr (Rückseite 3 Kr. -
    bis zur Grenze und 12 Kr. - für Thurn und Taxis), änderte dies
    aber und bzahlte nur 3 Kr. bis zur Bayerisch Thurn und Taxisschen
    Grenze (vorne handschriftlich "fr. nur 3 Kr.). Der Empfänger be-
    zahlte 5 Kreuzer. Seltsam ist der Vermerk "1/4". Ich denke, das
    Ortsbestellgeld von 1/4 Silbergroschen. In Fulda, bzw. Schlitz
    war die Währung jedoch Kreuzer. Von Kasendorf findet man
    nicht viel Belege. Der Grund für die jeweilige Verlegung nach
    Thurnau war sicherlich das geringe Postaufkommen in Kasendorf.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein außergewöhnlicher Brief, der sich mir auch nicht so ganz erschließt.


    Es gab doch die Möglichkeit, unter 2 Laufwegen zu wählen:


    1. Wenig Strecke in Bayern Richtung Lichtenfels und Cronach und viel bei Taxis, oder


    2. viel Strecke in Bayern bis Thann / Rhön und wenig für Taxis.


    Die Frankonotierung zeigt auch die zu vermutenden Gebühren für die Strecke 2, denn im (bayerischen) Nenner standen 12 Kr., im (taxischen) Zähler 3 Kr. für TT.


    Man könnte auch statt 1/4 lesen 1 Kr. und 4 Kr., denn links könnte 54 stehen oder auch 5x für 5 Kreuzer.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    herzlichen Dank.



    Liebe Sammlerfreunde,


    ich möchte folgenden Brief zeigen:
    Barfrankierter Brief von Hilders (Bayern) in das nahe Kaltennordheim
    (Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach / Thurn und Taxissches
    Postgebiet) vom 7. September 1849. Es wurden zuerst 4 - und 4 Kr.
    angeschrieben (für Bayern und Thurn und Taxis), diese wieder ge-
    strichen und 3 Kreuzer vermerkt. Der Brief ging über Mellrichstadt
    (Bayern).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    nachdem der liebe VorphilaBayern seltene, aber teils krumme Hunde hier vorgestellt hat, will ich meinen auch nicht schuldig bleiben, den mir die Bucht heuer nach Hause gespült hat.


    Die Königliche Bayerische Forstey Fischbach bei Kaiserslautern sandte am 11.5.1839 einen übergroßen Faltbrief unter R. S. (Regierungssachen sollten immer portofrei sein) an das Großherzoglich Hessische Bürgermeisteramt in Niederflörsheim bei Worms. Eingeschrieben sollte es auch sein, denn es war sicher ein ganz wichtiger Brief. Bei einem Brief von ca. 50 km sollte man meinen, blieben die Gebühren im Rahmen, aber das war hier nicht so.


    Die Aufgabepost taxierte ihn (!) mit 18x für Bayern. Das war die 9. Gewichtsstufe (3x, 4x, 6x, 8x, 10x, 12x, 14x, 16x, 18x wie hier) und hat ihn jedenfalls als Dienstbrief er gar nicht anerkannt.


    Briefe an unter TT stehenden Behörden mussten franko Grenze gestellt werden, was man hier auch noch falsch machte.


    TT strich die bayer. Recommandationsnummer 206 durch und vermerkte die eigene mit 69 oben rechts. An eigenem Porto kamen 14x dazu und ein Bestellgeld von 2x für den Ort ohne eigene Post, so dass wir frontseitig die Summe von 34x sehen (und das für einen Brief in den näheren Bezirk).


    Siegelseitig wird es lustig, denn diese 32x Postporto wurden von der Abgabepost mit Rötel vermerkt, es kamen aber noch 2x für das Bestellgeld und 4x für die Einschreibung dazu, die nur der Absender, nicht aber der Empfänger zu tragen hatte. Die Summe von 38x ist also nach den Postvorschriften nicht zu erklären.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Lieber bayern klassisch,


    ein sehr schöner und interessanter Brief.
    Möchte dazu zwei Briefe nach Hohenzollern-Sigmaringen zeigen: Beide mit Aufgabestempel
    Pappenheim nach Sigmaringen. Unfrankierter Brief aus Pappenheim mit 6 Kr. für Bayern und
    4 Kr. für Thurn und Taxis vom 12.11.1846 und barfrankierter Brief aus Solnhofen mit Aufgabe-
    stempel Pappenheim 14.10.1845, ebenfalls mit 6 Kr. für Bayern und 4 Kr. für Thurn und Taxis
    ("4" mit "A " gekennzeichnet, wahrscheinlich für Auslandsanteil).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • ..... und noch zwei:


    Liebe Sammlerfreunde,


    weitere zwei Briefe möchte ich zeigen:
    Beide unfrankierte Briefe liefen von Memmingen nach Laucherthal
    (Hohenzollern-Sigmaringen). Brief vom 18. Juni 1842 mit 4 Kreuzer
    Porto und vom 8. Oktober 1846 mit 4 Kr. Porto für Bayern und 4 Kr.
    für Thurn und Taxis. Anscheinend genoß die Fürstliche Hüttenverwal-
    tung in Hohenzollern Portofreiheit, die Fürstliche Hüttenkasse jedoch
    nicht.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo bk,


    zu dem großen Brummer von Fischbach ins Rheinhessische sind für mich noch einige Fragen offen, ich komme da nicht ganz mit:


    1. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat die Aufgabepost aus einer RS einen Francobrief der höchsten Gewichtsstufe mit 18 Kr "kreiert", was mich bzgl. der Forstbehörde als Absender schon ein wenig wundert.


    2. Da es ein Einschreiben war, bei dem die 4 Kr bar am Schalter zu zahlen waren, hätte die aufgebende Forstbehörde sich ob der 18 Kr Franco doch dort beschweren können, oder nicht ?


    3. TT machte aus der Geschichte auf dem eigenen Hoheitsgebiet einen Portobrief mit 14 Kr + 2 Kr Bestellgeld. Ok, hätte ich auch verstanden, wenn man nicht noch das bayerische Beförderungsgeld dazu addiert hätte. Das verstehe ich nun nicht. Dann hätte es ja von Bayern aus ein Portobrief sein müssen.


    4. Da TT eine eigene Reco-Nummer kreiert hat, trat hierzu nicht auch noch eine Reco-Gebühr an ? Was hatte der Empfänger nun letztendlich zu zahlen ? Sorry, ich bin da jetzt doch ziemlich durcheinander gekomen. :wacko:


    + Gruß ;)


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    1. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat die Aufgabepost aus einer RS einen Francobrief der höchsten Gewichtsstufe mit 18 Kr "kreiert", was mich bzgl. der Forstbehörde als Absender schon ein wenig wundert.


    Richtig: Portobrief, denn KL setzte ja 18x Porto für Bayern an. Wundern wird das jeden. ;)


    2. Da es ein Einschreiben war, bei dem die 4 Kr bar am Schalter zu zahlen waren, hätte die aufgebende Forstbehörde sich ob der 18 Kr Franco doch dort beschweren können, oder nicht ?


    Richtig: Bis 30.6.1850 konnte man Chargébriefe porto oder franko schicken. In jedem Fall war die Chargégebühr vom Absender zu zahlen, weil der Annahmeexpeditor ein Anrecht auf diese 4x hatte. In das Porto, hier 18x, durfte die Chargégebühr nicht einbezogen werden, weil es ja sonst allein dem Empfänger belastet worden wäre.


    3. TT machte aus der Geschichte auf dem eigenen Hoheitsgebiet einen Portobrief mit 14 Kr + 2 Kr Bestellgeld. Ok, hätte ich auch verstanden, wenn man nicht noch das bayerische Beförderungsgeld dazu addiert hätte. Das verstehe ich nun nicht. Dann hätte es ja von Bayern aus ein Portobrief sein müssen.


    Ja, war es auch.


    4. Da TT eine eigene Reco-Nummer kreiert hat, trat hierzu nicht auch noch eine Reco-Gebühr an ? Was hatte der Empfänger nun letztendlich zu zahlen ? Sorry, ich bin da jetzt doch ziemlich durcheinander gekomen.


    Die Chargégebühr war immer nur einmal zu zahlen - hier von der Forstey. Der Empfänger musste aber tatsächlich die siegelseitig notierten 38x bezahlen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus