Österreich-Bayern 1819-1842

  • Hallo Freunde


    Ich verstehe nicht warum es noch kein Thread für diesen Periode der österreichisch-bayerische Postverkehr gibt. Also höchste Zeit.


    Ich zeige Heute ein Brief der 4. Gewichtsstufe die man nicht so oft sehen kann. Aber leider ist der Brief nicht datierbar.


    Von Linz ist der Brief wahrscheinlich über Salzburg nach Laufen geschickt. Die 4. Gewichtsstufe über 8 Poststationen kostet wie man rückseitig sehen kann 32 Kreuzer CM. In Bayern lag der Brief in erster Taxrayon und kostete daher 9 Kreuzer Rh.


    Es ist sicher möglich die Datierung etwas abzugrenzen. Ab 1838 sollte alle Stempeln von Staatliche Postexpeditionen ein Datumeinsatz haben. Der Brief war somit auf jeden Fall vor 1838 abgeschickt geworden. falls jemand einen Stempelkatalog besitzt - bitte nachschauen wann der Stempel benutzt war.


    Unten Links ist es Dringend vermerkt. Der Vermerk war nicht postalisch berücksichtigt.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo liball


    Danke für die Antwort. :)
    Dann ist der Brief wahrscheinlich zwischen 1831 und 1838 geschickt. Obwohl die Österreichern den Datumeinsatz nicht überall ab 1838 hatten. Wie es in Linz war, weiss ich nicht.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    damit dein Brief in diesem Thread nicht so alleine ist, hier ein Brief aus Schlanders vom 1.2.1820. Dieser Brief wurde noch vor der Eröffnung des Postkurses Meran-Landeck mittels der periodisch verkehrenden Boten über den Reschenpas nach Landeck spediert. Dort wurde er eingeschrieben aufgegeben und entsprechend gekennzeichnet. In Landeck wurde das Porto bis Bregenz mit 10 Kr. C.M. sowie die Rekommandantionsgebühr von 4 Kr. C.M. bezahlt. In Bayern wurde der Brief portofrei nach Regensburg befördert. Nach dem Eintreffen in Regensburg wurde der handschriftliche Ortsvermerk "v. Lindau" angebracht. Dies sollte belegen, dass der Brief mit dem Briefpaket aus Lindau spediert wurde.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball


    Schade dass es nicht zwei solche Briefe gibt. :(


    Aber danke fürs Zeigen. Jetzt habe ich auf jeden Fall ein gesehen :) :) :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    mit solchen Rosinen wie liball kann ich nicht aufwarten, aber einen kann ich zeigen, der von der Größé her alles schlägt, was ich bisher von der VMZ kannte:


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/ohnejahr7d0efdb1jpg.jpg]


    Wer weiß, was der Absender siegelseitig für diese Übergröße bezahlt hatte?


    Ab der Grenze kostete er schlappe 57 Kr. in München, eine Portorate, die ich noch nie gesehen habe (Portoreglement vom 1.12.1810).


    Liebe Grüsse von bayern klassisch, der dem lieben Magdeburger für seine tolle Puzzlearbeit dankt, denn ich hätte diesen Riesenbrief nicht "am Stück" zeigen können ... :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ein grosses Brief. :) :)


    Wenn ist der Brief geschickt?


    Unten ist es Franco Grenze dortigen RS? oder welche Franchise ist es?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    leider kein Datum zu erkennen - unten links steht franco Gränze und dass es eine bayerische Dienst - Sache war.


    Vom Duktus der Schrift und der Stempel bei fehlendem Ankunftsstempel würde ich den Brief auf die Zeit von 1835 - 1840 datieren.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ja, ds muss es sein.
    Und 1835-40 ist auch eine Relevante Zeit.


    Viele Grüsse
    NIls

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    oben rechts steht das Gewicht, welches in Österreich ermittelt wurde mit 8 1/2 Loth. Ahnst du, was die Absendebehörde für ihn bis zur Grenze zahlen musste?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Nach meine Berechnungen musste der Absender dann 3 Gulden 58 Kreuzer CM bezahlen
    Viiiiiiel Geld!!


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    da merkt man eben, wer seine Hausaufgaben gemacht hat. ^^:thumbup:


    Je 1/2 Loth eine Gewichtstufe mit 14 Kr. CM. Bei 8 1/2 Loth hatten wir dann 17 halbe Lothe, womit 17 mal 14 Kr. CM = 238 Kreuzer = 3 Gulden 58 Kr. CM das Grenzfranko war!


    Bayern zahlte 57 Kr. von der Grenze bis München - das war aber die 18. Gewichtsstufe (6x plus 3, plus 3 usw. usw).


    Ich kenne nicht viele Briefe zwischen Österreich und Bayern, die so schwer waren und unterschiedlich taxiert/frankiert abgerechnet wurden.


    Wenn man beide Beträge addiert und auf rheinische Kreuzer reduziert, dann kommt man auf 355 Kr. oder fast 6 Gulden. Das war das Wochengehalt von einem einfachen Beamten (Briefträger, Packer, verheiratet, 5 Kinder usw.). Vieeeel Geld für einen Brief mit einer (!) Beilage.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    Dein neuer lateinischer Spruch irritiert mich ein wenig. Es erscheint mir etwas sehr duster, dass Du auf unseren Todestag anspielst. Erwartest Du dann aus unserem Nachlass die besonderen Belege??


    Da biete ich Dir lieber die guten Stücke zu Lebzeiten an.


    Grüße aus Frankfurt
    der alte Latriener
    haselbert

  • Hallo hasselbert,


    man kann den Spruch, der im Original düster gesprochen wurde, auch positiv sehen. "Jeder hat mal seine Stunde", wenn es für einen guten Tag nicht reicht ... :thumbsup:


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo in die Runde,


    hier ein Brief zum „knobeln“.


    Aufgegeben beim Stadtpostbriefsammlung Nr. 85 in Wien (Stempel vorschriftsmäßig auf der Rückseite) und dann mit wunderbaren Taxzahlen und dem „C“ der österreichischen Portoüberprüfung nach Brackenheim.


    Schließlich noch der 1 Kr. Briefträgerlohn!


    Wer will die Erklärung dazu geben?


    Ein schönes Wochenende


    Ottakring ;)

  • Hallo ottakring,


    portofrei oder frankiert bis zur bayer. Grenze (leider keine Siegelseite zu sehen). Ab da setzte man 10 Kr. für Bayern an, die später auf 8 Kr. reduziert wurden. MIt dem württembergischen Porto von 6 Kr. ergaben sich so 14 Kr. am Zielort in Württemberg. Nebst einen Kr. Bothenlohn total 15 Kr. für den Empfänger.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo ottakring


    Ich sehe es wie bayern klassisch.


    Wenn man knobeln soll muss man die beiden Seiten sehen. Der Brief war wohl mit 14 Kr CM nach Grenze Bayern frankiert. Durch Bayern hat es 8 Kreuzer gekostet (war es nicht eine fixe Summe?).
    Den Rest hat bk beschrieben.
    Man kann sich verwirren lassen, weil es bayerischen Landgericht Brachenheim geschrieben ist. Aber ein Brachenheim in Bayern habe ich bisher nicht gefunden, sondern in Württemberg.
    Warum dieser Irrtümer von Absender gemacht war, kann sich sicher mal erklären.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    zwei Briefchen zu zeigen sei mir gestattet, die alle in den gleichen Zeitraum fallen, aber doch individuell sehr unterschiedlich waren.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG000946a5cfcfjpg.jpg]


    In Czaslau frankierte man 14 Kr. CM am 3.7.1828 für einen einfachen Brief an die Baronin Dalberg, geb. Baronin von Greyffenclau in Aschaffenburg (Sophie!). Hierfür brachte man das liegende X als Zeichen der Bezahlung an, die jedoch nur bis zur bayer. Grenze reichte. Ab da lief er nach Nürnberg, wo er mit 14 Kr. für Bayern taxiert wurde. Die Empfängerin genoss keine Portofreiheit, wie der Verkäufer mir einst Glauben machen wollte.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG0010133e108fjpg.jpg]


    Dass es auch richtig gemacht wurde, zeigt ein Brief aus Prag vom 21.12.1824 nach Frankfurt am Main. Auch er war "fro Gränze" gestellt worden, denn der Absender hatte 12 Kr. CM bezahlt. Hier erhielt er ein halbes liebendes X als Zeichen der Teilfrankatur. Nach dem PV zwischen Österreich und Taxis vom Mai 1817 war ab dem 1.5.1819 ein Kartenschluß Asch - Hof vereinbart worden, um die gegenseitigen Korrespondenzen auszutauschen. An diesem Tag trat auch der neue Bayerisch - Österreichische Postvertrag in Kraft, was kein Zufall war.


    Bayern erhielt für das österreichische Felleisen mit Briefe Richtung Taxis und darüber hinaus nichts (zuvor 14 Kr. je einfachen Brief). In Frankfurt am Main zahlte der Empfänger 6 Kr..


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Bayern erhielt für das österreichische Felleisen mit Briefe Richtung Taxis und darüber hinaus nichts (zuvor 14 Kr. je einfachen Brief). In Frankfurt am Main zahlte der Empfänger 6 Kr..

    Hallo bayern klassisch


    Interessant ist dass Bayern für Briefe aus Taxis nach Österreich 6 Kreuzer Transitgebühr bekommen hat. So ohne einkommen war der Verkehr durch Hof nicht ganz geworden. Warum man dieser Praxis gewählt hat, weiss ich nicht. Vielleicht weiss du es?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.