Preußen - Niederlande

  • Hallo zusammen,


    zwei interessante Briefe in die Niederlande möchte ich euch zeigen.


    Der 1.) aus Düren nach Amsterdam vom 02.12.1857
    Bemerkenswert die Mischfrankatur zwischen der 1 und 2 Ausgabe.


    Der 2.) aus Wesel nach Amsterdam vom 09.02.65
    Bemerkenswert hier die recht späte Verwendung einer 17b.
    (grade aus Potsdam bekommen)


    schönen Gruss


    Peter

  • Liebe Sammelfreunde


    vor einiger Zeit kaufte ich einen Brief vom 02.11.1861 von Magdeburg nach Arnheim. Er ist als Portobrief gelaufen - 3 Sgr für Preussen + (eigentlich sollte es ab Grenze bis Arnheim noch im ersten Taxrayon sein) + 5 Cents.
    Wie auch immer, der Empfänger zahlte am Folgetag 25 Cents.


    Es gehört nun hier nicht dazu, aber doch was am Rande dazu:
    Ich hatte den Brief schon "abgeschrieben", denn er wollte und wollte bei mir nicht einfliegen. Lustigerweise wurde er in Den Haag am 24.07.2013 verschickt und brauchte bis zum 10.08.2013 für den Weg nach Dessau, im Prinzip die umgekehrte Richtung. Leider gibt es heute keine Ankunftsstempel mehr, so dass sich dies nicht direkt nachweisen läßt. Es ist schon erstaunlich, wenn ich mir die Geschwindigkeit anschaue, wie schnell es damals und heute im Vergleich zugeht.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo Ulf,


    Die Taxe für den Portobrief passt schon. Nach Artikel 8 des Postvertrags mit den Niederlanden von 1851 wurden die Portosätze wie folgt reduziert.
    1 Sgr = 5 Cent
    2 Sgr.= 15 Cent
    3 Sgr.= 20 Cent


    umgekehrt waren 5 / 10 Cent = 1 bzw. 2 Sgr.
    Porto für deinen Brief 20 + 5 Cent = 25 Cent.
    Schönes Stück und als Portobrief in den 1 Niederländischen Rayon auch nicht so häufig.


    Wegen heutiger Laufzeiten. Ich habe auch schon einen Brief nach fast einem halben Jahr bekommen, nachdem der Kauf schon zurück abgewickelt wurde.


    schönen Gruss
    Peter

  • Liebe Freunde,


    hier ein Portobrief, der entsprechend §9 des Postvertrags von 1851 mit einem reduzierten Gesamtporto von 5 Cts. für den Briefverkehr zwischen festgelegten Grenzpostämtern galt.
    Peter hatte mal hier den entsprechenden Artikel gezeigt.


    Am 30.8.61 in der Zeit 10-11 Uhr wurde der Brief am Emmericher Bahnhof aufgegeben, die Zustellung in Arnheim erfolgte noch am selben Tag.



    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Erwin,


    ein mit 3 Sgr. voll bezahlter Frankobrief.

    1 Sgr. für Preußen und 2 Sgr. = 10 Cents Weiterfranko an die Niederlande.


    Gruß

    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Erwin,


    richtig, es wurde jeweils ein f(ranco) davor gesetzt.

    Es gab einen direkten Kartenschluss zwischen Wehr (heute zu Selfkant gehörig) und Sittard, der war von Randerath aus direkt um die Ecke sozusagen.

    Ansonsten könnte Aachen als Grenzpostamt fungiert haben.

    Ohne entsprechenden rückseitigen Stempel spekulativ.


    Gruß

    Preußen mit Transiten

  • Liebe Sammelfreunde


    am 24.10.1858 ging dieser nette Brief von Magdeburg nach Arnheim auf Reisen. Schon am Folgetag kam er auch dort an.

    Das ungewöhnliche hier ist, dass der Brief aus dem "Briefkasten" stammte und trotzdem als bar frankiert aufgegeben wurde. Die Firma F. Grabau JR wird dazu mit dem Postamt eine entsprechende Vereinbarung haben und bezahlte dies (hoffentlich) selbstverständlich später.

    Das Franco stezt sich aus 3 Sgr. für Preussen und 1 Sgr. = 5 Cents für den 1. Rayon in Holland zusammen.


    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

  • Lieber Ulf,


    sehr schön - vermutlich mit Franko - Vermerk eingeworfen, die Post durfte die Adresse nicht korrigieren, kannte den Absender, gab ihn zurück, der kam mit Geld (4 Sgr.) wieder, die Post strich den Briefkastenvermerk und ließ ihn auf seine Reise gehen.


    Ein Schmuckstück!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klassisch


    ich bin recht sicher, dass der Brief nicht an den Absender zurück ging. Der Aufgabestempel zeigt an, dass der Brief erstmalig zwischen 17 bis 18 Uhr bearbeitet wurde. Das Postamt schloss 19 Uhr, so dass es kaum möglich war alles innerhalb dieser Zeit zu erledigen. Er kam auch am Folgetag schon an.

    Auch ist bekannt, dass es einige solcher (unfrankierten) Belege (aus Magdeburg) gibt, welche in den Briefkasten eingeworfen worden sind und bar frei gemacht sind. Das Firmen Verträge mit den Postämter hatten, diese Briefe bar freizumachen und dann später bezahlten, soll es gegeben haben. Einen solchen Vertrag habe ich jedenfalls noch nicht gesehen. Es gibt jedoch auch nichts, was dem widersprechen könnte. Es war jedenfalls noch eine andere Zeit und ich denke auch ehrlicher, zu mindestens was solche Fälle an ging.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,


    da hast du Recht - wäre möglich, dass die Post "auf Rechnung" bei bekannten Kunden gearbeitet hatte. Ich hatte ein paar solcher Kostennachweise von Bayern - von Preussen habe ich auch noch keinen gesehen, aber es wird sie schon gegeben haben.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus