Hufeisenstempel von Coeln

  • In Coeln wurde ja der erste preußische Hufeisen verwendet. Es handelt sich dabei um den 4-1. Verwendungsdaten nach Spalink sind:

    14.4.1864 - 8.3.1866



    Hier ein relativ früher, sauberer Abschlag auf einer Portofreien Dienstsache vom 13.7.1864.



    Hier ein Beleg vom 8.6.1865 nach Reichenbach.




    Hier ein Brief nach Cannstadt vom 29.12.1864

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • liebe Sammlerfreunde,

    hier ein Brief mit dem Hufeisenstempel 4-6N1, der ab 30.8.1867 verwendet wurde. Der Umschlag ist nicht besonders schön, ich habe ihn aber genommen, weil ich diesen Stempel noch nicht auf einem Markenbrief/Umschlag hatte.



    Interessant ist die Rückseite. Anscheinend hatte der Briefschreiber gemeint, Fräullein Julie Jungblut würde jeder in Düren kennen. Aber es gab wohl drei in Frage kommende Jungbluths. Auf der Rückseite sind nämlich drei verschiedene Straßennamen vermerkt.


    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Sammlerfreunde ,

    Ich komme noch einmal auf diesen Brief zurück. Ich habe ihn insbesondere deshalb hier eingestellt, weil auf der Rückseite mehrere Straßennamen notiert sind. Das habe ich bisher so noch nicht gesehen. Meistens war eine Adresse ohne Straßenangabe, nur mit Ort, an Personen gerichtet, die in diesem Ort wohlbekannt waren. Ob das bei einem Fräulein Jungblut so war, kann ich nicht beurteilen.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    bis in die 60er Jahre hinein war die Angabe einer Strasse oftmals entbehrlich, da die Briefträger ihre Kunden kannten.
    Hier hat sich wohl der seltene Fall ergeben, dass mehrere Adressen in Frage kamen, vlt. durch einen Umzug des Fräuleins?
    Jedenfalls in der Form ein seltenes Stück.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo,

    Es gibt aus den 1870iger Jahren eine interessante Brochure der preußischen Post zur Anbringung von Adressen und Adresszusätzen. Hab sie in einem Antiquariat gefunden. Bei grösseren Städten war es zu diesem Zeitpunkt schon Pflicht einen Zusatz anzufügen, entweder Strasse oder Berufsbezeichnung ... da sonst eine Zustellung eventuell nicht möglich war. Ein besonderer Fall ist Johann Maria Farina auch in Köln der geradezu um diesen Zusatz kämpfen musste (gegenüber dem Jülichplatz) und es auch gerichtlich letztendlich zum Firmennamen hinzufügen konnte.

    LG Andreas

  • Hallo Andreas,


    hast du etwas Schriftliches zu dem Zusatz des Firmennamens? Ich habe im Internet lediglich gefunden, daß die Firma Farina einer der ersten Kämpfer für Markenschutz war. Das zog sich bis zum ersten Gesetz sehr lange hin.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo Dieter

    Ich hatte 2018 ausführlich darüber im Forum unter Korrespondenzen > Farina geschrieben. Nicht nur einer der ersten sondern der erste der deutschen Wortschaftsgeschichte.

    Viele Grüsse

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    habe ich gefunden und noch einmal durchgelesen. Bemerkenswert der Vermerk auf dem von Michael in #36 gezeigten Retourbrief mit der Angabe, daß es 37 Betriebe dieses Namens gibt. :(


    beste Grüße


    Dieter

  • liebe Sammlerfreunde,

    ich zeige hier einen Paketbegleitbrief, der am 10.8.1867 von GREFRATH nach COELN versandt wurde. Das Paket wog 20 Pfund 15 Loth, die Entfernung betrug 8 Meilen.

    Portoberechnung:

    21(Pfund) x 2(je 4 Meilen) x 1,5 Pfg. = 63 Pfg. = 5 1/4 Sgr. Diese in dunklem Blaustift ausgeworfen.

    Das Paket kam am 11.8. in Coeln an. Die Packkammer schlug auf der Rückseite den Hufeisenstempel 4-15 1 1/2 - 4N. als Ankunftsstempel ab.

    Dann schlug sie den roten Packkammerstempel (Bruns 13.2) ab.

    Das Paket wurde ausgeliefert, aber der Empfänger verweigerte die Annahme. Siehe Rückseite "Annahme verweigert". Außerdem steht da noch "Absender unbekannt"

    Es gibt außerdem noch zwei Stempel, die warscheinlich interene Lagerorte der Cölner Packkammer bezeichnen: 1A und A3.

    Vorderseitig vermerkte man nun retour 12/8 sowie in hellem Blau 5 1/4 und 10 1/2 und am 13.8. kam der Brief wieder in Grefrath an, siehe Ausgabestempel auf der Rückseite.

    Der Absender hatte nun die zweifache Paketgebühr zu bezahlen.

    Am 14.8. wurde das Paket dann abgeholt.



    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

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  • Lieber Erwin,


    ist der Brief aus der Preußenzeit?


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Mir ist ganz der rote Auslagenstempel entgangen. Der wurde vorderseitig aufgesetzt, weil die Post vom Absender des Briefes das Nachporto einziehen wollte.

    Können die Fahrpostspezialisten dazu etwas sagen? Sind meine Beschreibeungen so korrekt?

    Lieber Ulf Magdeburger, kannst du was zu dem Stempel A3 sagen?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

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  • Lieber Michael,

    ja von 1867. Ich hatte ein paar Schreibfehler im Text, unter anderem die Jahreszahl falsch. Dieter hat mich darauf aufmerksam gemacht, danke Dieter. Ich hab’s jetzt verbessert.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Michael,

    hast du etwas Besonderes an dem Beleg gesehen, weil du nach dem Jahr fragst?

    Etwas Besonderes ist auf jeden Fall der Hufeisenstempel 4-15. Obwohl er im Spalink nur mit 150 Punkten bewertet ist, habe ich bisher nur diesen Beleg gefunden.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    unter sem Stempel 1A ist noch ein Stempel 2A.

    Den Stempel A3 (oder ähnliche) kenne ich bisher nicht von der Kölner Packkammer. Frage mich, ob er wirklich von dort ist.

    Retournierte PBBs sind selten und dieser zeigt schön, dass hierbei die Rücksendung extra bezahlt werden musste.

    Interessantes Stück!


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte