Nicht der Vorschrift entsprechend gestempelt

  • Bei der Betrachtung der Beispiele unter dem Thema DOPPELENTWERTUNGEN stellt sich doch auch die Frage nach dem Warum 2 oder noch mehr Abschläge des MR erfolgte. Pflichtbewußtsein oder nur mal noch mal "darauf gehauen"?


    Für "Mühlradstempel-Sammler" sind Abstempelungen nach der Vorschrift


    "sorgfältigst darauf Bedacht zu nehmen, daß der Entwerthungsstempel auf jeder einzelnen Marke vollständig abgedruckt werde, un jdeder dieser Abdrücke möglichst rein, deutlich und mit Schwärze zureichend gesättigt sei" (VO Nr. 6,734 - 4.1.1862)


    unerlässich und sehr gesucht. Dagegen finden sich gerade auf Briefen doch auch nicht vorschriftsmäßig gestempelte Marken. Der Vorteil dieser "Missachtung der Bestimmung" ist, dass das Markenbild sehr schön zu sehen ist (was ja sonst nur bei ungestempelten Marken möglich ist).


    Hier ein Beispiel aus Rothenfels am Main (der Postexpeditor hat so noch öfter "danebengehauen" :(

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold ()

  • Auch Ortsstempel gingen mal daneben und nicht mittig auf die Marke,


    was bei den Würzburger-Poststemplern aber - nach Durchsicht der wenigen Belege - eine Ausnahme von der Regel war :?:

  • ... auf Quadratmarken hatten sie nichts zu suchen, weder auf Ortsbriefen, noch auf Fernbriefen, da wurde von der Vorschrift her nicht unterschieden.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Dieter,


    ja schon klar, aber das gezeigte Stück ist ja auch 1866, darauf bezog sich meine Antwort. Die Besonderheit, wenn man sie so nennen möchte, ist ja die Ortsstempelentwertung innerhalb der Mühlradstempelzeit, so wie die Besonderheit der Nachmühlradstempelzeit ist, wenn doch noch einer nach Mitte März 1869 mal zum Einsatz kam.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Mußten Ortsstempel in Bayern mittig abgeschlagen werden?


    Dieter

    Nachdem Verordnungen zu Stempelfragen äußerst rar sind, können wir nur den vorliegenden VO entnehmen, dass mit Einführung der heute sogenannten Mühlradstempel diese damals nur als "Entwerthungsstempel" bezeichnet wurden.


    Wenn ich mich nicht irre, ist die Frage der Entwertung der Frankomarken auf Ortsbriefen (Drucksachen) nicht abschließend geklärt worden. Es gibt diese sowohl mit Ortsstempel- wie auch mit Mühlradstempel-Entwertung.


    Ich bezog mich einfach auf die VO, wie Eingangs zitiert, also auf jeder einzelnen Marke vollständig abgedruckt. Und das bezieht sich nur auf den Entwertungsstempel, sprich Mühlradstempel.

    Dennoch gibt es diese Ortsstempel-Entwertungen, die aufgrund der Häufigkeit offenbar nicht beanstandet wurden.

    Jetzt kann man natürlich diskutieren, ob eine solche nicht vollständig auf der Marke erfolgte Ortsstempelentwertung in diesem Sinne eine doppelte Mißachtung der Vorschrift war. Aber wie gesagt, soweit ich weiß gibt es dazu keine offizielle Postverordnung.


    Beste Grüße von Luitpold und abschließend noch was für's Auge :)


    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Der Vorteil dieser "Missachtung der Bestimmung" ist, dass das Markenbild sehr schön zu sehen ist (was ja sonst nur bei ungestempelten Marken möglich ist).




    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).