Inlandsbriefe im 18. Jahrhundert

  • Hallo zusammen,


    ich habe vor ein paar Tagen einen wunderschönes Briefchen bekommen welches ich Euch nicht vorenthalten möchte.
    Er wurde im (Kloster) Langheim geschrieben und ging nach Burgkunstadt.
    Man beachte nur das schöne, sehr gut erhaltene Siegel.
    Leider klappt es bei mir mit dem Entziffern der Schrift nicht so wie gehofft; aber über Hilfe freue ich mich natürlich sehr.
    Den Inhalt werde ich Euch demnächst zeigen.


    Beste Grüße (aus dem heutigen Klosterlangheim)
    Roda127

  • ... ts, ts, ts - an meinem Geburtstag geschrieben, nur ein paar Jahre früher. ^^


    Denen WohlEhrn- Vest- Fürsichtig- Ehrsamb- und Wohlweisen VielGehrten Herren Bürgermeistern und Rath zu Burckhunstatt .p. Unseren besonders VielgeEhrten Herrn in Burckhunstatt

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... ui, mein Lieber, da hast du aber eine Aufgabe gestellt. Derzeit ist es mir nicht möglich, das zu schultern, aber vlt. gibt es hier noch den ein oder anderen, der sich daran versuchen will? Die Schrift ist ja nicht schlecht ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Abend Roda, Text..



    WohlEhrn Vest- Fürsichtig- Ehrsamb
    und Wohlweise besonders VielgeEhrte Herrn!



    Die unterm 24 negst abgewichenen Monats
    an uns gestelte addrehse, worinnen wir er-
    suchst werden, Heinrich Göhl und Hanns Hirsch-
    mann zu Maynkein zu besserer sicher stel-
    lung der anhero und nacher Burckhunstatt
    gehörig ; aber wegen des schlechten wasserbaus
    in gefahr schwebend; lesen anzufalten, und
    denen selben anzubestehlen, das die besser ein-
    bauen und weiden einsterhen mögten: weiles
    wir nun die desiderirte ordre an beyde un-
    terthanen ergehen lassen, im übrigen aber satt-
    samb bekandt seyn wird, das wir die dem H:
    Von Redwitz zu Mehlanger angehörige unter-
    thanen Verschieden H: Zur Concurrence anden
    haubt wassebau, welcher besonderlich Geörg Hoff-
    mann zu Maynklein und H: Bürgermeister
    Triebel zu Cronach Concerniret ermahnet, und
    derentwegen so wohl an besagten Herrn Vor Red-
    witz ls von Verwalter mehrmahlen geschrieben


    aber dato keine antwort Vermüthe: aus dieser
    abschrifft, weilen die aushütt denselben zuwächst
    erhalten haben, in zwischen aber ein Expedienz
    zu sicher stellung beyderley lehen, wo shender wo
    lieber ausfündig zumachen ist, als leben wir
    der Hoffnung Sie werden die Concert dahin
    antragen helffen, damit die Redliche untertha-
    nen als bey welchen das mehriste beruhot zur
    Concurrence angehalten werden mögen, Sie schri-
    nen zwar nicht ohngeneigt dar zu zu seyn wollen,
    aber das werdthoher Vorlaüffig erhaltene ordre mit
    keinen nachtrulh angreiffen, es sey dann sach,
    das mann Sie mit Viegens der Vorn H: Vor Red-
    witz einkommende ordre ohnere erttit, als wel-
    ches allem ansehen nach das bist unttel seyn
    wird, anhalten werden, womit wir ohnaus-
    setzb: beharren
    Unserer besonders VielgeEhrten Herrn
    Langheimb den 20te
    Juny ao 1722
    Freund- Dienstwillige
    President Consulent Leretariuss
    und Verwandeder Cantzley alda


    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Brief von Passau nach Amstetten. Datiert mit in unserer Fürstl. Residenzstadt Paßau den 13 Februar anno domine1779.

    Das Schreiben war gerichtet an :

    Dem andächtigen, unserem Vicario zu Zeillern lieben getreuen Leopold Donereider Pr. Amstetten

    Der Brief beginnt mit:

    Von Gottes Gnaden wir Leopold Ernest , der

    Heil: Römisch Kirchen Kardinal von Firmian, Exemte

    Bischof, und des Heil: Römisch Reichs Fürst zu Passau

    Unsere Gnad, und Gruß zuvor! Andächtiger

    lieber Getreuer!...…….


    Wenn ich den Inhalt richtig verstanden habe , hat der Bischof von Passau den Vikar von Zeillern und seinem Kaplan die Erlaubnis erteilt, während der Fastenzeit Fleisch zu essen. Ausgenommen waren Mittwoch, Freitag und Samstag in der Karwoche.


    Auf der Briefvorderseite ist eine rote 16 notiert.

    Der Brief war bis zur österreichischen Grenze gebührenfrei.

    Der Empfänger musste 16 Kreuzer C.M Inlandsporto bezahlen ????? (16 Kreuzer eventuell 2 Gewichtstufe bis 1 Loth)???

    Rechts oben ein Rötelvermerk, den ich nicht entziffern kann.

    Bitte um eure Korrektur.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    oben könnte "Auslag" stehen, also dass man die 16x CM bezahlen musste.


    Taxpatent: 20.9.1751 für einen schweren Brief.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Franz


    Oben ist es mit Rötel Abgb geschrieben.

    Es heisst hier dass der Empfänger die 16 Kreuzer zu zahlen hatte. Der Absender hat nichts bezahlt.

    Ich nehme an dass ein Zone 3 und 2 Loth Brief ist. Die dritte Zone heisst dass der Brief über 2 Hauptpostämter gelaufen war. Ich habe keine Übersicht über diese Hauptpostämter so dass es keine sichere Aussage ist.

    Alternativ ist Zone 2 und 3 Loth, es heisst dann über ein Hauptpostamt.

    Zone 1 war 5 Loth falls kein Hauptpostamt berührt war.


    Der Tarifperiode galt von 1. November 1751 bis 31. Dezember 1788.


    Viele Grüsse

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

    Einmal editiert, zuletzt von Nils ()

  • Hallo Nils,

    vielen Dank für Deine Antwort.:) Super:thumbup:

    Ich vermute, du meinst die Tarifperiode vom 1. November 1751 bis 31. Dezember 1788;)

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz

    Ja, natürlich 1751 :)


    VG

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Inlandsbrief datiert mit 24 Juli 1773

    Auf der Vorderseite ist folgende Anschrift zu lesen:

    Unseren liben Getreuen,

    Zurgeneigsten, und Rath, unser,

    Stadt Wembding (Wemding)

    Mit Bleistift notiert:

    6 Krz Porto

    eigenhändige Unterschrift

    des Herrn Max v Bay

    In der Briefmitte wurde ein 6 notiert. ??Empfängergebühr???

    Auf der Siegelseite sind keine Vermerke vorhanden.

    Dem Brieftext vorangestellt ist folgender Hoheitstitel:

    Von Gottes Gnaden Maximilian

    Joseph in ob(er): Und Nideren Bayern, auch der

    oberen Pfalz Herzog, Pfalzgraf bei Rhein

    des heyligen Römischen Reichs Erztruchsess und

    Churfürst Landtgraf zu Leuchtenberg

    Im Briefinhalt geht es um eine Resolution auf ??Debite??(vermutlich Schulden) , über welche die Stadt Wemding einen Bericht an den Hofrat Lorenz ?? gesandt hat.

    Welche Gebühr musste der Empfänger bezahlen ??6 Kreuzer??

    Weshalb verwendet eine Stadt im Briefkopf einen Adelstitel?

    Bitte um eure Hilfe

    Liebe Grüße

    Franz

  • Michael

    Hat den Titel des Themas von „Passau - Amstetten“ zu „Inlandsbriefe im 18. Jahrhundert“ geändert.
  • Lieber Franz,


    feines Stück - bei der Reichspost generell und in Bayern auch später stand das Porto im vorne, das Franko immer hinten (Österreich hat ja gewechselt, am Anfang vorne Franko und dann später hinten Franko). Hier also 6x für den Empfänger zu zahlen.


    Da der Brief von "oben nach unten" ging, aber die Herrschaft den Untergebenen schrieb, konnte es kein Franko geben, weil immer nur von unten nach oben zu frankieren war.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus