1 Kreuzer schwarz

  • Liebe Sammlerfreunde,


    weil es zwar nicht die erste Marke, sondern nur eine von drei Marken war, die am 1.11.1849 in deutschen Landen verausgabt wurde, möchte ich hier mal einen Thread eröffnen über unsere schwarzen Einsen.


    Sem unterschiedet 2 Platten, modernere Forschungen gehen von 3 Platten aus. Gerne können wir hier anhand geeigneter Belege oder Marken diese Theorien auf den Prüfstand stellen.


    Zuerst möchte ich 2 lose Stücke zeigen, von denen ich mich einfach nicht trennen kann (es sind auch die einzigen losen Marken, die ich überhaupt noch besitze).


    Eine nach Sem 1. Platte aus Oettingen 250 und eine nach Sem 2. Platte aus Neustadt an der Haardt 236 - teils vom Rand, teils als kleine Bogenecke.


    Dass ich als Postgeschichtler gegen die Ländersammler in diesem Thread keine Chance haben werde, ist mir klar. Weil diese Marke aber höchsten ästhetischen Ansprüchen genügt, wollen wir mal zeigen, wie toll das frühe Bayern war.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo zusammen,
    hallo bayern klassisch,


    schöne schwarze Einser hast Du uns gezeigt. Da kann ich mich einfach nicht mehr zurückhalten und will auch etwas zeigen. Zunächst einmal einige ungebrauchte. Mein erste Seite ist überschrieben mit "Die ersten drei", wie Ralph das schon richtig festgestellt hat. Aber an der schwarzen Eins hat man die ersten Druckversuche und Druckerfahrungen gemacht. Hier nun dreimal die Platte 1.


    Grüße aus Frankfurt
    hasselbert

  • Hallo hasselbert,


    vielen Dank für diesen Dreier. ;)


    Die linke Marke sieht fast wie ein Makulaturdruck aus - ich hatte vor vielen Jahren eine Marke, die noch 10% heller war, als deine, welche von Maria Brettl mit einem Attest versehen war, in dem stand, es wäre ein Druck, wie er nicht gewünscht worden war und daher hätte man den oder die Bögen in dieser Qualität zur Makulatur gelegt.


    Da deine Stücke praktisch alle attestiert sind, würde mich interessieren, ob ein BPP sich zu dieser sehr hellen Nuance geäußert hat.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch und hasselbert


    Sehr schöne Marken. :) :) :)


    Eine bitte, zeige mal die Platte 3. Habe ich nie gesehen.
    Wird Marken schon als Platte 3 geprüft?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo,
    hier eine 1Ia vom Rand, mit interessanter "lokaler" hellgrauer Stelle vor F von FRANCO (trockene Einfärbung der Platte). Offensichtlich gabs also nicht nur Marken, die komplett hellgrau gefärbt waren, sondern auch solche, bei denen ein kleiner Teil andersfarben wirkt.

  • Lieber mikrokern,


    weil wir seit neuestem einen weiteren, echten Experten hier im Forum haben, wird er uns sicher zu geeigneter Zeit, das ein oder andere Unterscheidungsmerkmal bzgl. der 3 Platten des Einsers erläutern können. Ich hoffe, er ist so nett. :)


    Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit simplen Drucksachen, wie dieser hier aus Marktbreit, die nach Sem eine klassische 1II darstellt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bayern klassisch


    Ein wunderschöner Beleg. :P :P :P
    Danke fürs Zeige.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Lieber bayern klassisch,
    wundert mich, dass ein so profaner Beleg, der keinerlei komplexen posthistorischen Anspruch in sich birgt, den Weg in Deine Sammlung gefunden hat. ;):thumbsup:
    Einfach nur traumhaft schön. :P

    Beste Grüsse vom
    µkern

    Einmal editiert, zuletzt von mikrokern ()

  • Hallo zusammen,
    hallo bayern klassisch,
    hallo mikrokern,


    schöne Sachen gibt es hier zu sehen. Da ich meine Sammlung derzeit nicht greifbar habe, kann ich erst in der nächsten Woche eine Andruckmarke, Probedruck und andere ungebraucht Marken zeigen.


    Auch ich habe eine schlichte innerbayrische Drucksache vom 6. Juni 1850 von Aschaffenburg nach Miltenberg. Aber sie hat auch einen postgeschichtlichen Aspekt, der nicht ohne ist. Die ein Kreuzer schwarz Platte 1 klebt auf einer Vertreteranzeige vom 3. Juni 1850 des Kaufmanns Marzell aus Frankfurt , derzeit T+T Postgebiet. Herr Marzell kannte offensichtlich die Gebührenverhälnisse in Bayern und nutzte ihre Vorteile. Er brachte seine Drucksache im Wege des Unterschleifes oder mit Boten in das benachtbarte Aschaffenburg und hatte so eine billige Inlandssendung an Stelle eines Auslandssendung aus Frankfurt. Laut J. Vogel gibt es noch einen weiteren Brief aus Frankfurt.


    Grüße aus Frankfurt
    hasselbert

  • Lieber mikrokern,


    manchmal ist man schon zufrieden, einen profanen Brief in guter Qualität zeigen zu können. Mich faszinierte die hervorragende Druckqualität der Marke, wie ich sie von der sog. Platte 1 nie gesehen habe.


    Hallo hasselbert,


    wenn nichts dazwischen kommt, habe ich in 2 Wochen auch so eine DS aus Frankfurt, die in Bayern aufgegeben wurde. Bis dahin ist deine schöne hier das einzige Stück. Aber es gibt noch ein paar mehr, als der liebe Jürgen Vogel damals aufgelistet hat.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Bayernfreunde,


    tolle lose Marken und auch sehr schöne Briefe mit dem schwarzen Einser wurden hier in den letzten Tagen gezeigt. Und es wird bestimmt noch das ein oder andere schöne Stück hinzkommen.


    Mein schwarzer Einser auf Brief lief am 19.8.1850 als Drucksache von Augsburg nach Mittenwald:


    Bei der Marke, einer Platte IIa, stimmt alles. Auch die beiden Stempel konnten besser kaum aufgesetzt werden. Und das bläuliche Briefpapier macht den Brief nicht schlechter.
    Was ihm fehlt, ist das nicht mehr vorhandene Streifband. - Aber man kann halt nicht alles haben. :D
    Aber ein wenig entschädigt werde ich dadurch, dass in der Drucksache (einer Vertreteranzeige) die Anschrift "Herrn J. A. Bader & C Mittenwald" und das Datum handschriftlich eingefügt wurden.


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Hallo Bayern-Kreuzer,


    Gratulation zu dieser herrlichen DS, die wunderbar kontrastreich ist. Einser auf DS mit Schleife sind mir keine 5 Stück bekannt - von daher kann man das sicher leicht verschmerzen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo hasselbert,


    die linke Marke stammt aus der Zeit, als man dachte, mit wenig Druck arbeiten zu können. Das Ergebnis kann man klar sehen - so ging es nicht.


    Die rechte Marke sieht mir aus wie eine Platte II, da sie links unten die 1 im Wertziffernquadrat ganz schraffiert hat. Was geht aus dem Attest (wenn es eines gibt) hervor?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    hallo Bayern-Nils,







    hier zunächst erst einmal einige grundsätzliche Bemerkungen
    zum schwarzen Einser. Ich verweise hierbei auf bekannte Literatur von
    Pfenninger , de Hessele, Doberer, Müller-Mark, Dr. Helbig/Vogel. Einzelheiten
    sind dort sehr gut nachzulesen, wobei das Werk „Schwarzer Einser“ von Dr.
    Joachim Helbig und Jürgen Vogel der letzte Stand ist. Das Buch ist 1999 zum 150.
    Jubiläum im Schwaneberger Verlag erschienen und absolut lesenswert. Ein „muß“
    nicht nur für jeden Bayern-Ländersammler.



    Franz Pfenninger und Joseph de Hesselle waren die ersten,
    die von der wenig überzeugenden Theorie der zwei Farben 1a und 1b Abstand
    genommen haben. Sie präsentierten die Zwei-Plattenthese, jeder auf eine andere
    Art. Diese Einteilung hat sich dann bei den Prüfern, Händlern und Sammlern
    durchgesetzt. Nach Pfenninger waren die Stöckel der Platte 1 aus Schriftmetall
    und die Platte 2 aus Messing. Diese Auffassung wurde erstmals im Michelspezial
    1964/65 abgedruckt. Die Katalogisierung von 1 I (Platte 1) und 1 II (Platte 2)
    war erstmals im Michelspezial 1976 zu lesen. Ab dem Michel 1998 ist man dann
    erstmals von der Messingplatte abgekommen und sagt nur „überarbeitete Platte“.



    Tatsache ist, dass der Schriftgießer Gustav Lorens 1849
    vierhundert Abgüsse fertiggestellt hat. Dies reichte für zwei Druckplatten von
    180 Stöckel und 40 Reservestöckel. Daraus folgern Jürgen Vogel und Dr. Joachim
    Helbig zu Recht, das es in der 1. Auflage zwei Platten gibt, die sie Platte 1
    und Platte 2 nennen. Die Platte zwei wurde nun für die 2. Auflage in der Oberfläche bearbeitet und
    galvanisch gehärtet und nicht in Messing geprägt. Die ist nun die „Vogelsche“
    Platte 3. Die meisten Marken dieser “Volgelschen“ Platten 1 und 2 lassen sich
    nur schwer bis gar nicht unterscheiden. Schließlich waren die Stöckel ja aus
    einem Guss. Die Prüfer, der Handel und die Sammler bleiben daher aus
    Vereinfachunsgründen weiter bei der Einteilung Platte 1 (Vogel Pl. 1 + 2)
    und Platte 2 (Vogel Pl. 3).



    Anhängend zeige ich je eine typische 1 I und 1 II






    Grüße aus Frankfurt


    hasselbert

  • Hallo hasselbert


    Danke für die Erklärung zu die drei Platten :)
    Dann hat es ja auch wenig Sinn mehr als 2 Platten zu bewerten, wenn man nicht feststellen können wo die Marken zuhört. Oder gibt es vielleicht Einzelmarken wo man es tatsächlich sehen kann?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo zusammen,
    hallo Bayern-Nils,


    anhand von Plattenfehlern kann Jürgen Vogel die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Platte nachweisen. Hat eine Marke keinen Plattenfehler oder einen noch nicht bekannten, ist die Bestimmung ob Platte 1 oder 2 nach Vogel kaum möglich. Leider, denn die Einteilung in drei Platten ist durchaus richtig aber in der Praxis nicht realisierbar und daher auch für den Markt nicht bewertbar.


    Hier zeige ich noch einen Ansatz des kleinen Zwischenstegs oben. Weiter einen Doppeldruck aus der Makulatur. Damit ist mein Vorat an Ungebrauchten auch schon erschöpft.


    Grüße aus Frankfurt
    hasselbert

  • Hallo hasselbert,


    wahrlich nicht übel! Chapeau. Jetzt fehlt nur noch der Probedruck mit Seidenfaden und die blaue Eins. Aber das bekommst du auch noch, da bin ich mir sicher.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus