Nr 2, 2 Kreuzer Schwarz

  • Hallo Freunde


    Ich möchte auch gern mal ein österreichischer Brief zeigen, nicht nur diejenige die etwas mit Bayern zu tun hat, aber auch.


    Dieser Brief sieht aus wie ein reiner Ortsbrief, ist aber in Regensburg geschrieben, und von dort nach Pest gebracht. Also was man ein Postumgehungsbrief nennen darf.
    Die Postumgehungsbriefe ist in Österreich nicht schwierig zu finden, aber diese Ortsbriefe die von Bayern stammen, gibt es nach meine Erfahrung nicht sehr viele.


    Der Brief ist in 1854 geschrieben und die Marke eine Type IIIa. Weil ich kein Katalog nicht habe, sagt die Typennummer mich nichts. (Und leider ist es mein einzige mit dieser Marke)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    toller Brief - hätte ich auch gerne.


    Interessant, dass man in Regensburg 9 Kr. an Porto ansetzte, obwohl man nur 2,4x rheinisch zu zahlen hatte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ja, es ist interessant, aber wir wissen nicht welchen Brief oder welche Briefe der Absender hier in Rechnung gestellt hatten.


    Andersseits kann man auch Frankokosten verlangen obwohl es gelungen war der Brief günstiger zu verschicken war.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    unter 9x geht von Regensburg nach Pesth (heute Budapest) nichts - wenn der Regensburger von Porto schreibt, das er bezahlt bekommen möchte, dann wird er kaum 4,5 Briefe à 2x meinen. :thumbsup:


    Nein, in die Rechnung wurden/werden die Auslagen geschrieben, die zu zahlen sind. Der Regensburger hat also gut an dem Brief verdient.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Nils,


    gratuliere zu diesem schönen Brief. Darf ich Dir aus Sicht eines Österreich-Sammlers folgende Informationen dazu geben: Relativ selten wurden (heute würde man sagen Massenauflieferungen) mehrere Briefe (Drucksachen oder Rechnungen), die in die gleiche Stadt adressiert waren, im Paket an einen Geschäftspartner geliefert. Dieser brachte sie dann als Lokalbriefe zur Post. Eigentlich Postbetrug, aber der blieb unentdeckt! Das ersparte dem Absender pro Brief 7 Kreuzer CM oder entsprechend rheinisch. Ich kenne solche Briefe nur von Wien, von anderen Städten sind sie extrem selten!!!


    Nun zu Deinem Brief:


    die Marke ist eine 2 Kreuzer Marke, nach meiner Beurteilung allseits breitrandig (Kabinett). Soweit ich aus dem scan erkennen, ist es Maschinenpapier. Die Type III, (siehe Wappenschild) bedeutet Nachgravour der Schild-Einfassungslinie.


    Stempel Pesth: Müller Handbuch Stempelform RhK-f, Nr. 2116 d, bewertet mit 2 Punkten (sehr häufig).


    Michel 2 Y, Michel Spezial 2010 bewertet diesen Brief mit € 300.-


    Noch der Hinweis: der Brief wurde von Dr. Ferchenbauer signiert, ein Zeichen, dass er nicht manipuliert wurde! :thumbsup:

  • Ich kenne solche Briefe nur von Wien, von anderen Städten sind sie extrem selten!!!

    Hallo Ottakring


    Danke für die Antwort. :)
    Ich meine dass auch Prag ganz viele solche Briefe zeigen kann. Kann es aber hier nicht zeigen.


    Der Brief ist von Ferchenbauer attestiert, so die Echtheit sollte ok sein ;)



    Hallo bayern klassisch


    Hier hast du wohl sicher recht, deswegen habe ich auch diese Möglichkeit erwähnt ;)
    Aber ich wollte nur erwähnen dass es auch möglich war anderen Briefe hierzu zu rechnen war. Musste ja nicht genau 9 Kreuzer sein. Solche Darstellungen gibt es Heute, gab es vielleicht auch damals?


    Oder vielleicht war es für einen Brief nach Ludwigsstadt?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    Zitat

    Oder vielleicht war es für einen Brief nach Ludwigsstadt?


    das kann man ausschließen - 1. hätte er 12 Kr. als Portobrief gekostet, die man dem Österreicher hätte in Rechnung stellen müssen (andernfalls als Frankobrief hätte der Österreicher ihn dem Bayern in Rechnung stellen müssen) und 2. hat man nur eigene Kosten dem anderen belastet.


    Wenn hier also frankiert versandt wurde (was zu der Zeit nicht immer üblich war), dann sandte auch der andere frankiert seine Briefe ab. Würde man in seine Rechnung die Portokosten für Briefe des anderen aufführen, müsste man das dezidiert anzeigen und klar machen (was ich auch kenne, was aber im Verhältnis 1 zu 1000 steht und fast nur Korrespondenzen betrifft, in denen auf der einen Seite Frankozwang herrschte, auf der anderen Seite aber nicht, wie z. B. Bayern - Türkei und Türkei - Bayern). Das können wir hier getrost vergessen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • das kann man ausschließen - 1. hätte er 12 Kr. als Portobrief gekostet

    Hallo bayern klassisch


    Sicher hast du hier recht, aber dein Satz als Zitat gezeigt, kann nicht Stimmen. Einen Portobrief von Regensburg nach Ludwigsstadt konnte man nicht Pesth fakturieren. Aber einen frankierter 9 Kreuzer frankierter Brief konnte man mit 9 Kreuzer frankieren.


    Der Absender in Regensburg hat wohl auch Ludwigsstadt bescheid gesagt, falls er kein Vermittler hatte. Dass können wir nicht wissen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    ich habe damit gemeint, dass man von Pesth nach Regensburg bzw. nach ganz Bayern 12 Kr. Porto hätte zahlen müssen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Aber du hast mein Satz zu Franko nach Ludwigsstadt zitiert.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo alle,


    ich habe auch etwas Interessantes:




    Kompletter Faltbrief von GRATZ nach WIEN. Vorderseitig rechts portogerecht frankiert mit insgesamt 6 Kreuzer. Links neben der Frankatur findet sich ein Signum Alberto Diena und in der Ecke links oben ein ovaler, blauer Firmenstempel. Durch den Beleg verläuft ein senkrechter Bug von dem die Frankatur nicht betroffen ist.


    Mehrfach-Frankatur mit insgesamt drei in Farbe bzw. Druck unterschiedlichen 2-Kreuzer Marken.
    - ANK Nr.2 M III, 2 Kreuzer, tiefschwarz - besonders farbtiefer FEINSTDRUCK, Maschinenpapier, Type IIIb, Platte A, rechts voll-sonst breitrandig.
    - ANK Nr.2 M III, 2 Kreuzer, tiefschwarz, Maschinenpapier, Type IIIb, Platte A, allseits gut- bis breitrandig.
    - ANK Nr.2 M III, 2 Kreuzer, schwarz - trockener Druck, Maschinenpapier, Type IIIb, Platte A, oben engvoll- und unten lupenrandig sonst gut- bis breitrandig.

  • Hallo PIETRO,


    das ist ja mal ein wirklich schöner UND seltener Brief in der Farb/Mischfrankatur der Type IIb der 2Kr CM, die du uns da zeigst.


    Dann alle drei Marken sowas von voll/breitrandig geschnitten, dass ist schon ein wirklich besonders toller Brief-Danke fürs zeigen :thumbsup::thumbsup:

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Ahoj nach Bratislava,
    mich persönlich freut es sehr das du ein Brief welches an Hr. Ziegler adressiert ist hast... :)
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Ahoj aus Südhessen,


    solche Briefe sieht man nicht jeden Tag - statt einer normalen 6x Marke drei Stück zu 2x, das hat schon etwas.


    Bitte mehr davon zeigen, diese Briefe machen süchtig (und an Ziegler haben wir schon viele schöne Briefe gezeigt in einem eigenen Thread über die böhmischen Glashütten, auch wenn der an die Niederlassung nach Wien ging). :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,
    mit Inhalt...schön, danke fürs zeigen. :)


    Ich fragte in Tschechischen Forum (wo wir uns kennenlernten) nach die Ziegler Korrespondenz, vielleicht hast du es nicht mitbekommen? Irgendwie wahr ich enttäuscht das die wo vor Ort sind drauf nicht reagieren...
    Grund werden vermutlich die Probleme der alte Deutsche Schrift zum lesen...
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt