Österreich-Bayern 1819-1842

  • Lieber Will,


    verzeihe mir mein sinnloses Gegendere - hatte gerade mal wieder einen Artikel über den Genderwahnsinn gelesen, der mich mehr beeindruckt haben muss, als mir lieb sein konnte ...

    Liebe Grüsse vom Ralph



    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.




  • Lieber Will und Ralph,


    herzlichen Dank. Ja, das 17. Seminar über europäische Postgeschichte in St. Pölten, das jedes Jahr immer an vier Tagen von Fronleichnam bis Sonntag stattfindet, war wiederum wunderbar. Besser geht es nicht und es gibt nichts vergleichbares. Freue mich schon auf das 18. Treffen im nächsten Jahr im wunderschönen Österreich.


    Liebe Grüße,

    Hermann

  • :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph



    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.




  • Liebe Sammlerfreunde, hierzu folgender Beleg:

    Eingeschriebener Teilfrankobrief aus Girsch (Böhmen – Österreich / jetzt: Krsy) vom 18. August 1837, aufgegeben im 25 km entfernten Mies (Böhmen - Österreich / jetzt: Stribro), über Pilsen (Böhmen - Österreich, jetzt Plzen) und Klattau (Böhmen – Österreich, jetzt: Klatovy), nach Frauenau bei Zwiesel (Bayern). Der Absender bezahlte bis zur österr. bayer. Grenze (Böhmisch Eisenstein / Bayerisch Eisenstein) 10 Kreuzer C.M. und 4 Kreuzer C.M. für die Einschreibung (siegelseitig vermerkt). Von Bayerisch Eisenstein bis zur Postexpedition Zwiesel fielen 6 Kreuzer rh. Porto an. Von Zwiesel aus erfolgte dann die Zustellung bis Frauenau mit dem Boten der Postexpedition, oder Poschinger ließ die Post in der Postexpedition Zwiesel selbst abholen.


    Liebe Grüße,

    Hermann

  • Liebe Freunde,


    ein Brief aus Triest nach Tittmoning in Bayern war ein Standardbrief. 14 Kreuzer Conventionsmünze hinten notiert hatte der Absender bis 1/2 Wiener Loth bezahlt und der bayer. Empfänger 3 Kreuzer rheinisch ab der österr.-bayer. Grenze bis zu sich nach Hause. Aber hier lief es anders ...

    Halten wir uns an die Chronologie, die außerordentlich gut nachvollziehbar ist:


    Verfasst und aufgegeben in Triest am 11.04.1842 an Firma Poschacher in Tittmoning.

    Aufgabestempel Triest Franco vom selben Tag und LI = Lettre Italienne. Diagonalstrich als Zeichen der Bezahlung der Gebühren (Grenzfrankozwang bis zur Schweizer Ausgangsgrenze).

    Laufweg dank Metternichs Gnaden über den Vorarlberg um Bayern herum und im geschlossenen Transit durch die Schweiz.

    Über Basel und Hüningen (Autriche par Hunique 2 Stempeldatum 19.04.1842 aus Paris) und Calais gelangte er nach London (roter Stempel hinten vom 21.04.1842).

    Dort taxierte man ihn für den gedachten Empfänger mit 1 Shilling 7 Pence mittig.

    Offenbar sah man nachdem man seine routinemäßigen Stempel und Taxen vermerkt hatte, dass dieser Brief rein gar nichts mit der Schweiz, Frankreich und GB zu tun hatte.

    Nun gibt es ein zeitliches Loch, denn das nächste, was wir sehen, ist ein Münchener Stempel vom 06.05.1842, also 15 Tage nach seiner Ankunft in London, jedoch keine Hinweise darauf, wie er von London nach München gekommen war.

    Ich vermute, dass nach der österr. Fehlkartierung Richtung London man den Brief postinern nach Feststellung des Zielorts Tittmoning über Frankreich (Paris) direkt nach München geleitet hat, weil diese beiden "Chefetagen" immer miteinander arbeiteten, wenn es um ganz besondere Probleme ging.

    Wäre der Brief von London aus wieder an den Aufgabeort Triest retourniert worden, um dann richtig geroutet zu werden, hätte es nie einen München-Stempel gegeben, denn München lag nicht auf der Strecke von Österreich nach Tittmoning.

    In München wurde der Schlamassel erkannt und München wußte auch, wie hoch das Porto von der österr. Grenze nach Tittmoning (3 Kr.) war, notierte es und sandte ihn so dem Empfänger zu.