Dänemark (ohne SHL)-Bayern

  • Hallo Freunde


    Ein Brief von Dänemark (ausser SHL) nach Bayern aus der Vormarkenzeit gibt es hier im Forum noch nicht. Es ist dann höchste Zeit :)


    Dieser Brief lief von Kopenhagen/Kjøbenhavn in November 1844 an Auditeur Linde in München. Ein Auditeur war hier wohl gleich Student. Es war ein privater Brief von dem Bruder, was immer interessant zu lesen ist. :)


    Die Taxierung: Der Absender hat für die Strecke Kopenhagen-Hamburg 29 Riksbankskilling bezahlt, was oben rechts zu sehen ist. In Hamburg ist der Brief Taxische Postamt überliefert geworden und mit Taxis nach Bayern weitergebracht. Von Hamburg nach München lief der Brief als Portobrief und diese Versendung hat 30 Kreuzer gekostet. Hier als volle Summe gezeigt, und nicht als 18 Kreuzer bis Bayern und 12 Kreuzer für Bayern vermerkt wie es bisher üblich war.


    Die Laufzeit war von Kopenhagen 12. nach München 19. November 7 Tagen wovon drei Tage nach Hamburg war.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    damit dein Brief nicht allein dastehen muss, schiebe ich zwei von meinen hinterher, beide an Herrn Bjerre aus Kopenhagen, derzeit in München weilend.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG00047cd40c27jpg.jpg]


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG00070901568bjpg.jpg]


    Kopenhagen 4.11.1847 über Hamburg und Frankfurt nach München. Nach dem PV Dänemarks mit TT vom 1.5.1843 waren reine Porto- und Frankobriefe zugelassen, hier ein Frankobrief.Der § 5 legte als alleiniges Austauschpostamt Hamburg fest (s. Siegelseite). Die dänische Taxe betrug hier wohl 29 RbSh, die oben rechts notiert wurden. Links sollten die 35 RbSh für TT als Weiterfranko notiert sein.


    In HH erhielt er auch den Stempel "DANEMARCK PAR HAMBOURG" am 6.11.. TT in HH rechnete die 35 RbSh in 11 Hamburgische Schilling Courant um (Siegelseite), wovon man 6 HShC für sich behielt und 5 HShC an Bayern = 12 Kr. abführte. Aus den taxischen 6 HShC waren jedoch noch die Transitkosten für Hannover (Braunschweig) zu befriedigen, die im geschlossenen Transit nur nach Gewicht, nicht nach Einzelbriefabrechnung ermittelt wurden.


    Die "4" neben München war die Briefzählnummer des Absenders - es war sein 4. Brief an Herrn Bjerre.


    Etwas anders verlief es bei diesem Brief aus derselben Korrespondenz.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG0005f1ed1b2djpg.jpg]


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG0008c9891780jpg.jpg]


    In Kopenhagen am 2.3.1848 geschrieben, sind die Taxen andere: Nur 19 Reichsbankschillinge oben rechts für Dänemark bis Hamburg und nur 32 RbSh Weiterfranko für TT und Bayern oben links.


    Nun bin ich mir nicht sicher und bitte um Aufklärung: Kann es sein, dass der Brief in DK einfach bis 3/4 Loth wog = 1/2 bayer. Loth wog, aber HH aber die Progression von Loth zu Loth ging?


    32 RbSh entsprachen 10 HShC, die wieder vorn und hinten notiert wurden. Nun erhielt TT nur 5 HShC für sich, also einen Schilling weniger, als zuvor, aber Bayern immer noch seine 12 Kr. = 5 HShC (rechts neben "franco directe in Rötel notiert). Dies war schon der 21. Brief dieser Korrespondenz, wie wir neben München lesen können.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Sehr interessante Briefe :)


    Ich bin eben todmüde heimgekommen und habe zu die Taxierung wenig zu sagen. Die unterschiedliche Behandlung lässt sich aber sicher erklären. Vielleicht liegt es im Vertrag gültig ab 1.1.1848. Sicher bin ich aber nicht.


    Das müssen wir aber später herausfinden.


    Danke fürs Zeigen :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Alle


    Ein Freund von mir haben dieser Brief aus Kopenhagen nach Frankfurt am Main, sendet am 7. Juli 1849. Er fragt zu den Portobetrag. Ich meine das der Porto bis Hamburg war 29 Schilling dänisch auf der Siegelseite geschrieben (im Mitte) rechts von dieser ein 9 = Kartierungs Nummer(?) Links auf der Siegelseite 7 - 6 ??? Auf der Voederseite 32 in blau Portobetrag vaon Hamburg nach Frankfurt a.M. in Kreuzer. Auch ein 6 in rot ??? und oben links al (Auslage?) 16 ???


    Der Leitweg war warscheinlich Kopenhagen - Lübeck - Hamburg, weil S & H war geschlossen in den 3 jährige Krieg.


    Viele Grüße von uns in Dänemark, Jørgen

  • Hallo Sammlerfreunde,


    die Eröffnung eines Dänemark-Semiklassik-threads wäre wohl noch ein wenig zu verfrüht, aber wenn man nicht damit anfängt, dann kommt ein solcher auch nicht zu Stande.


    Insofern soll mit dem nachstehenden Reco-Beleg aus der Hauptstadt Kopenhagen nun einmal ein Anfang gemacht sein.


    20 Öre waren seinerzeit für den Auslandsbrief der 1. Gewichtsstufe zu entrichten, weitere 16 Öre dann noch für die Reco-Gebühr.


    Schönes WE wünscht allseits


    der Pälzer

  • Liebe Freunde,


    nach den sehr schönen Belegen der Semi - Klassik nun wieder ein etwas älteres Semester - hier aus Kopenhagen nach Nürnberg. Frankiert wurden am 12.8.1869 8 Skilling, die m. W. 2 Silbergroschen bzw. 7 Kr. rheinisch entsprachen. Nach dem Postvertrag Dänemarks mit dem Norddeutschen Bund vom 1.5.1868 kosteten einfache Briefe bis 1 Loth 8 Skilling, von denen die Hälfte bei Dänemark verblieb und 4 Skilling an den NDP flossen. Bayern ging hier also leer aus.


    Siegelseitig sehe ich den Bahnpoststempel Kiel - Hamburg vom 13.8., zu dessen Häufig- bzw. Seltenheit ich nichts sagen kann.


    Viele Markenfrankierte Briefe von DK nach Bayern kenne ich nicht.

  • Hallo bayern klassisch,


    der Bahnpoststempel KIEL-HAMBURG ist zwar keine Massenware, aber auch keine Seltenheit.
    Denn der Großteil der Post aus Dänemark wurde über diese Strecke abgewickelt. Dein Brief lief von Kopenhagen mit der Eisenbahn nach Korsör, mit dem Schiff nach Kiel und von dort weiter mit der Eisenbahn nach Altona bzw. Hamburg. Die einzelnen Fahrpläne waren eng aufeinander abgestimmt, um eine schnellstmögliche Beförderung zu gewährleisten.


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo Nordlicht,


    vielen Dank für diese wertvollen Insiderinformationen - also über die Ostsee, das hätte ich jetzt nicht gedacht!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    war es überhaupt erlaubt in DK, Ganzsachenausschnitte zur Frankatur zu nutzen? Bin da leider überfragt und vlt. kann uns der liebe Jörgen hierzu etwas sagen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    des is so ne Frage, die man auch in der Klassikzeit immer wieder hört, aber so richtig knackig beantwortet anhand einer VO o.ä. hab ich das irgendwie noch nie gesehen. Meine bescheidene Meinung, die aber ohne Gewähr: Eigentlich unzulässig, da der Wertstempel m.E. nur im Verbund mit dem dazu bestimmten Poststück galt...aber von vielen Postlern geduldet bzw. nicht geahndet, da man ja alles bezahlt bekommen hat.


    Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer und Bayern Kalssisch


    Die Ganzsachen wurde eingeführt in Dänemark in 1865.
    Von 1.4.1871 war es erlaubt Ganzsachenausschnitte zur Frankatur zu benutzen. Es war möglich in Dänemark bis 31.12.1965 und nach dem Ausland bis 12.1.1914.


    Liebe Grüße
    Jørgen

  • Hallo zusammen,


    hier haben wir wieder einmal die für Auslandsversandzwecke auf 10 Oere auffrankierte Inlands-Ganzsache. Wenn auch sammerlisch bedingt, schon ein bischen interessant, dass man sich in Bayern von einem dänischen Händler mit amerikanischen Marken beliefern gelassen hat. Es scheint seinerzeit wohl nicht ganz so einfach gewesen zu sein, an derartiges Material heranzukommen.


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    das ist reiner und schöner Bedarf. Da es von Dänemark nur wenige Auswanderer in die USA gab, ganz im Gegensatz zu Deutschland und vor allem der Pfalz, machte es schon Sinn, bei einem Pfälzer Markenhändler bzw. Großsammler amerikanische Marken zu kaufen, denn die Sammler hatten damals ja fast nur das Material, das auf Briefen und (später) Postkarten von dort zurück lief und das war in Dänemark wohl weit weniger, als der Sammlermarkt es gerne gesehen hätte.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    von Neustadt gibt es im deutschsprachigen Raum ja doch einige, was dem Absender in Kopenhagen bei der Adressierung wohl nicht so ganz bewußt war. Was interessant ist, ist der Stempel den man auf der Poka in Neustadt a.d.Haardt vor der Weiterleitung nach Neustadt in Sachsen aufgesetzt hat: In Neustadt a.d.Haardt unbekannt. Wer hat hier wohl die Ermittlung der korrekten Adresse durchgeführt, die Post in Neustadt a.d.Haardt ?


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    die Frage ist eher, wer in Neustadt an der Haardt wusste, dass die Karte nach Sachsen gehörte? Der Stempel sieht schon postalisch aus - bei Firmen war es ja einfacher, als bei Personen. Hier war also eine Involvierung der Polizei, wie bei Personen, nicht von Nöten.


    Aber ob es ein Verzeichnis aller deutschen Firmen damals gab, ist höchst zweifelhaft. Vlt. nicht das erste Poststück mit dieser unvollständigen Adresse und man wusste/ahnte, dass es nach Sachsen soll?


    In jedem Fall ein toller Fund - Glückwunsch. Vielen wird es nicht geben ... :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hier ein barbezahlter Frankobrief vom 26.9.1858 von Vejle nach Erlangen
    frankiert mit 20 Skilling (16 Sk Ausg.1854 und 4 Sk Ausg.1858.)
    Das korrekte Porto für Bayern war 22 Skilling. (15.7.1854-31.7.1865)
    Davon waren 9 Skilling für Dänemark und 13
    Skilling = 3 Sgr für Preussen (in Rot vermerkt)
    Die dazu notwendigen 2 Sk Marken waren aber zu jener Zeit nur in grösseren Postämtern verfügbar. So wurde offensichtlich dieser Anteil in bar bezahlt. Der Vermerk franco hätte zur Folge gehabt dass der Empfänger die fehlende Taxe als Strafporto zu bezahlen hätte. Deshalb wurde die 4 Skilling Marke über den Vermerk franco geklebt.
    Rückseitig DG Stempel Hamburg dänisches Postamt, Hamburg Thurn und Taxis sowie Ankunft Erlangen.


    Meine Frage: Welchen Betrag erhielt Bayern aus dem Porto?