Briefaufgabe am Zug

  • Lieber Michael,
    Ein schönes Stück mit den zwei 2 Silbergroschenmarken. Briefe der zweiten Gewichtsklasse sind ja wohl auch nicht so häufig. Wo finde ich denn den Text der Postreform von 1854?
    Beste Grüße von

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    Wo finde ich denn den Text der Postreform von 1854?


    DEN Text gibt es (meinesWissens) so nicht, die Bestimmungen sind in den Dienst-Instructionen für Post-Expediteure von 1854 zu finden.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,
    Ich werde mal nachschauen, vielleicht werde ich fündig vielen Dank und viele Grüße von
    Erwin W.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Freunde,


    hier wieder ein Brief mit etwas von dem Normalfall abweichender Behandlung:



    Mit 2 Sgr. korrekt frankierter Brief aus Düren nach Dortmund.
    Dank der Zeitangaben kann man den Weg gut belegen. In Düren direkt am Zug aufgegeben, entwerte man dort die Marken mit Tintenkreuzen und notierte daneben Düren 10/6 7-8M
    Bei diesem aus Lüttich über Aachen laut Fahrplan um 08:09 Uhr in Düren ankommenden Zug fand man während der restlichen Fahrzeit von einer guten Stunde anscheinend nicht mehr die Zeit, einen Kursstempel abzuschlagen - wahrscheinlich war man mit der Bearbeitung der via Aachen hereinkommenden Auslandspost ausreichend beschäftigt.
    Der Zug erreichte laut Fahrplan um 09:15 Uhr Köln und hier bearbeitete man den Brief noch einmal nach. Die Marken wurden mit dem Nummernstempel 258 entwertet und ein Aufgabestempel mit der Uhrzeitangabe 8-9 danebengesetzt. Um 11 Uhr ging es dann ab (Köln-)Deutz weiter nach Dortmund, wo der Zug laut Fahrplan um 15:05 Uhr ankommen sollte. In Dortmund erfolgte dann noch am selben Tag mit dem 4. Bestellgang die Zustellung.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael, ein schöner Beleg.
    Weißt du, ob es eine Anweisung gab, mit Tinte entwertete Marken nochmal mit Ringstempel zu entwerten?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo Erwin,


    Ich habe irgendwie im Kopf, daß die Entwertung mit Tinte und vorschriftsmäßig beigesetztem Aufgabeort ausreichte.


    liebe Grüße


    Dieter

  • Lieber Michael,


    ein sehr schöner Brief - mit deiner umfänglichen Beschreibung perfekt. Klasse - immer wieder schön zu sehen, was man alles zusammen tragen kann, wenn man weiß, worauf man zu achten hat. ;)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    vielen Dank für eure Kommentare.


    Weißt du, ob es eine Anweisung gab, mit Tinte entwertete Marken nochmal mit Ringstempel zu entwerten?


    Die nochmalige Entwertung mit einem Nummernstempel sieht man sporadisch, sie war aber in keiner Weise von den Vorschriften her gefordert.
    Gemäß Dienst-Instruction wurde hingegen gefordert, dass - wenn ein Speditions-Büro im Zug vorhanden war, wovon hier wohl auszugehen ist - rückseitig ein Kursstempel abzuschlagen war.
    Während diese beiden Sachverhalte sicherlich in die Kategorie "kleinere Unzulässigkeiten" einzuordnen sind, finde ich den vorderseitigen Abdruck eines Kölner Aufgabestempels schon irreführend, denn Aufgabeort war ja Düren gewesen.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Liebe Freunde,


    hier eine sächsische 2 Gr.-Ganzsache (U22), in Leipzig direkt am Zug aufgegeben und nach Neustadt-Magdeburg (die Eingemeindung nach Magdeburg erfolgte erst 1886) adressiert.
    Anscheinend fand man in Sachsen keine Zeit mehr zur Entwertung, daher erfolgte die Entwertung mit einem preußischen Kursstempel.



    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Liebe Freunde,


    hier ein Einschreiben, dass 1856 porto in den Briefkasten geworfen wurde. Handschriftlich wurde der Aufgabeort Magdeburg notiert und rückseitig der Kursstempel MINDEN-BERLIN abgeschlagen. 2 Sgr. Briefporto + 2 Sgr. Reco-Gebühr. Die Zustellung in Berlin erfolgte am nächsten Morgen.



    Auf einen Einlieferungsschein musste der Absender so natürlich verzichten.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    das ist großes Kino - auch in Preussen, oder?


    Bei Bayern gibt es keine 5 Briefe, die genau dieses zeigen können. Chapeau - so einen hätte ich auch gerne in der Sammlung. :P:P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,
    nicht nur du hättest dieses Topstück gerne.
    Auch in meine Sammlung „Aus dem Briefkasten „ würde der Beleg gut passen. Glückwunsch Michael .

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Freunde,


    danke, solche Reco-Briefe sind auch bei Preußen selten, wenngleich wohl nicht solche Raritäten wie bei Bayern.
    Daher wünsche ich euch viel Erfolg bei der Suche danach, bei Bayern wird es aber vermutlich eine Ecke teurer sein als dieser es gewesen ist.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    vielen Dank - Preussen zu sammeln, ist und war schon immer ein Finanzprivileg. Von DEN Preisen kann man als Bayernsammler nur träumen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammelfreunde


    heute ein Brief der Zuckerfabrik Glauzig nach Schackenthal bey Bernburg.
    Die Bearbeitung erfolgte handschriftlich im Zug in Richtung Bernburg am 24.09.1862 um 20 1/2 Uhr in Cöthen.
    Eine Uhrzeitangabe war mir bisher komplett unbekannt. Siegelseitig nur der Ausgabestempel von Folgetag.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,


    ein schönes Stück!
    Solche (nicht geforderten) genaueren handschriftlichen Zeitangaben sieht man wirklich selten. Bisher habe ich sie nur auf Strecken ohne regulären Bahnpostbetrieb gefunden, wie hier auch.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten