Französische Post in der Reservierten Provinz Bayreuth (9.10.1806 bis 29.6.1810)

  • Hallo NEA,


    zwei hübsche und seltene Briefe, um die man dich nur beneiden kann.


    Eine Frage dazu hätte ich aber: Ohne einen Recommandationsvermerk zu sehen, tragen beide eine Chargérötel. Auch tragen beide oben rechts Manualnummer.


    Mangels Masse verfüge ich hier über keine Detailinformationen. War das üblich dort?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo bayern klassisch,


    ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich gehe davon aus dass sie in Bayreuth als Dienstpost aufgegeben und rekommandiert wurden (siehe Manualnummer und Charge-Kreuz). Lediglich der Aufgabestempel fehlt, warum auch immer. Ob das üblich war weiß ich mangels Masse nicht. Vielleicht hat einer der anderen Experten eine Idee.


    Im Anhang noch zwei Aushänge die ein bezeichnendes Licht auf die damalige Zeit werfen.


    NEA

  • Hallo NEA,


    vielen Dank für die beiden schönen Drucke. Es ist immer gut zu wissen, in welchem historischen Kontext unsere Briefe standen. Klasse!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:


    Teifrankobrief mit Vermerk „frei Gleußen“ (Kgr. Bayern) ) aus Meiningen
    (Herzogtum Sachsen-Meiningen / Thurn und Taxissches Postgebiet) nach
    Kulmbach (Französisch Reservierte Provinz Bayreuth) mit Vermerk „13 Kr.
    Porto und Austragelohn bezahlt den 15. Juni 1810“. Siegelseitig kein Franko-
    Vermerk. Wahrscheinlich hatte der Absender Portofreiheit. Von Gleußen
    (Bayern) bis Kulmbach fielen 12 Kreuzer Porto an, zuzüglich 1 Kr. Botenlohn.
    Bereits 15 Tage später, am 30. Juni 1810 wurde Kulmbach bayrisch.



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo VorphilaBayern


    Ein guter Brief :)
    Und eine interessante Geschichte du hier nach vorne ziehst. Besten Dank.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein tolles Stück - klasse. Ich muss auch im 35. Jahr meine Bayernsammelei immer noch stutzen, wenn ich eine preußische Stempelgebühr in rheinischen Kreuzern lese. Aber vlt. verdaue ich das auch noch irgendwann einmal ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    herzlichen Dank für die Kommentierung.
    Warum in der französischen Reservierten Provinz Bayreuth 1809
    noch preußisches Stempelpapier verwendet wurde, entzieht sich
    meiner Kenntnis. Gab es französisches Stempelpapier überhaupt ?


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ich denke, man hat das einfach weiter benutzt, denn die Leute dort, die diese Gebühren zahlen mussten, hatten ja keine französische Währung in der Tasche, nur rheinische Kreuzer. Von daher würde ich die Verwendung französischer Stempelpapiere (so es dergleichen dort überhaupt gab) auf dem späteren Territorium Bayerns ausschließen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Dienstbrief von Bayreuth (vom 9.10.1806 bis 29.6.1810 zur Reservierten Provinz Bayreuth -
    ab 30.6.1810 an Bayern) nach Windsheim(vom 9.10.1806 bis 29.6.1810 zur Reservierten
    Provinz Bayreuth - ab 30.6.1810 an Bayern). Am 11.7.1807 wurde durch Vertrag die Post des
    Bayreuther Unterlandes, zu dem auch Windsheim gehörte, an Bayern abgetreten. Der Brief ist
    vom 25. April 1808 mit Aufgabestempel vom 1. Mai 1808. Innen Stempelpapier mit 15 Kr.rh.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein vorzüglicher Brief, bei dessen Inhalt gut ersichtlich ist, dass man weiterhin preußische Stempelpapiere verwendete und keine französischen (falls es die überhaupt gab).


    Danke fürs zeigen!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Teilfrankobrief ("Fr. Nbg" = Franko Nürnberg) - Siegelseite Vermerk "6" Kreuzer, die der Absender
    bei der Briefaufgabe von Hof bis Nürnberg bezahlte. Aufgabevermerk "v.Hof" handschriftlich. Hof
    gehörte vom 9.10.1806 bis 26.8.1810 zur Reservierten Provinz Bayreuth (Oberland). Ab 27.8.1810
    kam Hof an Bayern. Der Brief ging nach Ulm (1803 bis 5.10.1810 an Bayern). Der Brief ist vom 3.
    Dezember 1806. Der Empfänger bezahlte von Nürnberg bis Ulm 6 Kreuzer Porto.
    In Hof bestand vom 9.10.1806 bis 27.8.1810 eine Französisch-Sächsische Grenzpostanstalt.
    Kam am 27.8.1810 zu Bayern, wurde dann eine Bayerisch-Sächsische Grenzpostanstalt.



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    wieder großes Kino von dir - man wird lange brauchen, einen vergleichbaren zu finden. Dazu noch sooo schön ... :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    vielen Dank.
    Kann hierzu noch einen Brief zeigen und zwar auch aus Hof vom 16. September 1809.
    Ebenfalls "Franko Nürnberg". Siegelseitig kein Frankobetrag vermerkt. Der Empfänger
    in Kempten bezahlte 8 Kreuzer Porto.
    Außerdem habe ich noch einen ähnlichen Brief in Abschnitt 11. eingestellt.




    Beste Grüße,


    Hermann

  • Lieber Hermann,


    unglaubliche Briefe - aber gäbe es die Zumstein - Korrespondenz nicht, müssten wir uns welche malen. ^^


    Es ist eine spannende Sache, all die vielen Varianten zusammen zu tragen, die es in diesen wilden Zeiten möglich waren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    wahrscheinlich habe ich mit diesem Brief in fremden Gefilden gewildert, aber der ausgeworfene Bestellkreuzer von Neustadt an der Aisch war gar zu verlockend.


    Weil es sich nur um eine Hülle handelt und der auffällige "Bareuth"-Stempel in einem Zeitraum von 1802–1809 verwendet wurde (lt. Vorphila-Handbuch von Friedrich Pietz), ist für mich zumindest die Festlegung schwer, wer hier die zweiten 4 Kreuzer Porto erhob, die französische Post im Unterland oder Bayern nach dem von Vorphila Bayern mehrfach zitierten Vertrag von 1807. Neustadt an der Aisch gehörte zu den wenigen Orten, in denen auch über den bayerischen Generaltarif von 1810 hinaus der Bestellkreuzer weiter legitim erhoben werden konnte.


    Viele Grüße aus Erding!

  • Lieber Dietmar,
    gratuliere recht herzlich zu den besonderen Brief innerhalb der reservierten Provinz Bayreuth
    mit zwei Taxierungen, einmal für die französische Post im Oberland und einmal für die bayrische
    Post im Unterland. Dazu noch den Bestellkreuzer in Neustadt an der Aisch. So, noch nicht gesehen.
    Beste Grüße,
    Hermann

  • Liebe Freunde,


    danke erst einmal an Hermann - wie kann man sicher festlegen, dass es die bayerische Post war? Hinten auf dem Brief steht zwar mit Bleistift "1808", aber wir wissen ja alle, dass solche Vermerke nicht stimmen müssen.


    Damit man sich ein Bild davon machen kann, was "Oberland" und "Unterland" eigentlich bedeuten, verlinke ich hier einmal auf eine Karte aus der Wikipedia, die den Zustand von 1791 wiedergibt.
    Man kann sehr gut die territoriale Zersplitterung sehen. Wenn hier zwei Postanstalten aktiv wurden, konnte es eigentlich nur teurer werden.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Lieber Dietmar,
    am 11. Juli 1807 wurde durch Vertrag die Post des Fürstentums Bayreuth im Unterland
    an Bayern abgetreten. Ab diesem Tag sind auf portopflichtigen Briefen vom Oberland
    in das Unterland und umgekehrt, zwei Taxierungen auf den Briefen. Dein Brief ist daher
    aus dem Zeitraum nach dem 11. Juli 1807 bis 29. Juni 1810, bzw. bis 1809, da nach
    Herrn Pietz dieser Stempel bis 1809 verwendet wurde.
    Beste Grüße,
    Hermann