Das Taxis´sche Postamt in Hamburg

  • Hallo senziger,


    wirklich ein nettes Briefchen - viele von Hamburg nach Bayern gibt es nicht, wohl auch, weil es keine (zumindest mir bekannten) bedeutenden Korrespondenzen mehr gibt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen: Dienstbrief als Herzogliche Dienst Sache (H.D.S.) vom Herogl. Sachsen. Coburg. Gothaischen Consulat zu Hamburg an das H. S. Staats-Ministerium zu Coburg vom 2. Januar 1854. Siegelseite Durchgangsstempel GOTHA vom 3.1. und Ankunftsstempel COBURG vom 4. Januar.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ich glaube es hieß H(errschafftliche) D(ienstes) S(ache), aber bei Taxis kann es natürlich auch anders geheißen haben (ich erinnere an die bayer. Partei - Sache und das gleiche hieß in Baden "Partie - Sache).


    Allein schon das Adjektiv "hochpreisliche" habe ich noch nie auf einem Brief gesehen - klasse!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    hier ein Porto-Brief vom Oktober 1814 nach Elberfeld, taxiert mit 12 (Stuiver).



    Der verwendete Rayonstempel war nach der französischen Zeit neu angefertigt worden und ist für die Jahre 1814-1818 auf Briefen nach Frankreich und in die deutschen Staaten bekannt.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Liebe Freunde,


    Briefe aus Hamburg / Taxispost nach Bayern sind hinsichtlich ihrer Datierbarkeit dankenswert - der hier porto gelaufen am 27.7.1851 sowieso. Aber warum ist das Datum, gerade im Jahr 1851, so wichtig?


    Nun - die Hansestädte waren mit dem Beitritt einiger Gebiete der thurn und taxischen Lehenspost mittelbar zum Postverein gekommen, so auch Hamburg. Da Thurn und Taxis zum 1.5.1851 mit Frankfurt am Main seine Zentralstelle dem Postverein anschloß, galten ab diesem Datum Briefe auch von und nach den Hansestädten mit Vermittlung taxischer Posten als Postvereinsbriefe. Offiziell wurden die Hansestädte aber erst zum 1.1.1852 als Mitglieder des DÖPV ausgeschrieben, so dass es eine halbjährliche Interimsphase gab, in die dieser Brief fiel.


    Er wurde daher korrekt wie ein gewöhnlicher Postvereinsportobrief mit 9 Kreuzern (über 20 Meilen Hamburg - Mittenwald an der Isar) und 3 Kreuzern Portozuschlag = 12 Kreuzer taxiert. Emfpänger war das bekannte Verlagshaus (mit eigener Instrumentenherstellung) Joh. A. Baader & Compagnie. Der Ankunftsstempel fehlt von dort, wie praktisch immer, so dass wir nicht wissen, wann er ankam. In Ermangelung anderer Stempel siegelseitig ist aber die Leitung (langsam!) über Nordhessen nach Frankfurt am Main und von dort via Aschaffenburg - Würzburg - München zu unterstellen.


    Vor dem 1.5.1851 hätte man einen kleinen Gebührenbaum gesehen, der das taxische Porto von Hamburg bis Aschaffenburg gezeigt hätte und das bayer. Inlandsporto nach dem Reglement vom 1.12.1810 (!) bei einer halblöthigen Einteilung (jetzt aber das alte Münchener Loth, statt des Zolllothes) und der Brief hätte ganz, ganz anders ausgesehen ...


    Aber für meine Mini - Sammlung "1851" ist er mir so gerade recht.