Die Postgeschichte von Rodenkirchen / (2024)

  • Die Postgeschichte von Rodenkirchen

    Rodenkirchen ist ein Ortsteil der Gemeinde Stadland im Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen. Mit rund 4.000 Einwohnern ist Rodenkirchen der größte Ort der Gemeinde und Sitz der Gemeindeverwaltung.

    Der Postbestellbezirk von Rodenkirchen hatte in den 1850er-Jahren 1.715 Einwohner. Damit entfiel auf Rodenkirchen zu dieser Zeit ein Prozentanteil von 0,57 % am Briefaufkommen in Oldenburg (Ohrt für 1855, S. 221)

    Die Geschichte der Poststempel von Rodenkirchen beginnt (wohl) im Jahr 1817. Zu dieser Zeit wurde in Rodenkirchen erstmals ein Langstempel "ROTHENKIRCHEN" verwendet. Ohrt hat diesen Stempel in der frühesten Verwendung auf einem Brief vom 04. Juli 1834 gesehen (Feuser 2981-1). Es gibt diesen Stempel aber - wie bereits angeführt - noch auf deutlich älteren Briefen. Die Schreibweise des ersten Poststempels mit "TH" statt "D" in "ROTHENKIRCHEN" ist etwas verwunderlich. Es gibt auf den alten Briefen - vor der Einführung des ersten Poststempels - handschriftliche Ortsaufgabevermerke in drei unterschiedlichen Schreibweisen "Rodenkirchen", "Rotenkirchen" und auch "Rothenkirchen".

    Mit einer Schreibweise mit "d" im Ortsnamen von Rodenkirchen: Vorphilabrief aus dem Jahr 1817 (noch ohne Stempel) mit einem handschriftlichen Ortsaufgabevermerk "Rodenkirchen" nach Oldenburg (Angebot Briefmarken Fischer. Nürnberg, Los-Nr. 0000423882)

    Der früheste (bekannte) Brief mit dem schwarzen Langstempel (L1) "ROTHENKIRCHEN" vom 7. September 1817 (siehe Briefinhalt) nach Ovelgönne (aus der Slg. Oldenburgpost) (Feuser 2981-1)

    Vorphilabrief mit dem ersten L1 "ROTHENKIRCHEN" in schwarz nach Oldenburg (aus einem ebay-Angebot) (Ohrt, S. 195, Nr. 49a.; Feuser 2981-1)

    Nach der Einführung der ersten Freimarkenausgabe von Oldenburg ab Januar 1852 wurde dieser Stempel im Jahr 1852 für kurze Zeit weiterverwendet. Stempelabschläge auf frankierten Briefen mit dem L1 "ROTHENKIRCHEN" sind allerdings sehr selten und wurden auch von Ohrt in seinem Buch "Die Poststempel von Oldenburg" aus dem Jahr 1911 noch nicht erfasst. Paul Ohrt hat diesen Stempel nur auf Vorphila-Briefen bis zum 25. Oktober 1851 gesehen und registriert (Ohrt, S. 195)

    Briefhülle aus dem Jahr 1852 mit einer Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler im helleren blau der Papierlieferung A (Marke ist durch Scanner aufgehellt) mit einer Federkreuzentwertung der Marke und dem schwarzen Ortsaufgabestempel "ROTHENKIRCHEN" (aus der Slg. Oldenburgpost)

  • Brief Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler im helleren blau der Papierlieferung A aus dem Jahr 1852 mit dem schwarzen L1 "ROTHENKIRCHEN" nach Oldenburg (Ohrt, S. 195, Nr. 49a.; Feuser 2981-1) (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 105; versteigert auf der 362. Heinrich-Köhler-Auktion vom 18.03.2016, Los-Nr. 7616)

    Die grossherzoglich oldenburgische Postverwaltung bestellte im Jahr 1852 beim Graveur Aug. Lüves einen zweizeiligen Rahmenstempel (Ra2) "RODENKIRCHEN", der auch bereits im Jahr 1852 ausgeliefert wurde (Ohrt, S. 126 f., 195, Nr. 49b.) Ohrt hat diesen Stempel erstmals mit einem Datum vom 18. Mai 1853 gesehen (Ohrt, S. 195).

    Brief Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler m.E. im hellen blau der Papierlieferung A mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 9/6" (wohl 1852) nach Golzwarden (87. Wohlfeil Auktion vom 14. Juni 2024, Los-Nr. 2436) Der Brief ist undatiert. Aufgrund der hellen Markenfarbe (Papierlieferung A) gehe ich hier von einer Verwendung im Jahr 1852 aus. Im Jahr 1853 wurde bereits die dunkelblaue Farbe der Papierlieferung B verwendet.

    Brief Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler (wahrscheinlich helleres blau (A), Farbe aber ungeklärt, da durch Scanner aufgehellt) mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 29/12" (1852) nach Ovelgönne (aus der Slg. Oldenburgpost)

    Brief mit einer Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung B) und einer Federkreuzentwertung mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 22/5" (1853) als Ortsaufgabestempel nach Sandfeld/ Kirchspiel Hammelwarden (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 163)

  • Sehr wahrscheinlich wurde auch in Rodenkirchen bereits im August 1853 die Stempelfarbe von schwarz auf blau umgestellt. Die Umstellung auf blaue Stempelfarbe ist jedenfalls spätestens auf einem Brief vom 22. Juli 1854 registriert.

    Brief mit einer Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung B) und dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 22/7" (1854) (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 163)

    Briefstücke Randstück Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in blau (Papierlieferung C) mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 5/4" und Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischfarben mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN 3/4" (aus meiner Slg.)

    Brief Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung D) mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 12/5" nach Ovelgönne (Aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 163)

    Brief Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in graublau (Papierlieferung E) (Marke durch Scanner aufgehellt) , zunächst mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 14/7" gestempelt, dann wurde der Ortsaufgabestempel mit der richtigen Datumsangabe "15/7" noch einmal übergestempelt (aus der Slg. Oldenburgpost)

  • Oldenburg Nr. 11b, 1/2 Groschen orangebraun mit dem Ra2 "(RODENK)IRCHEN .../5" (Auktion wurde von mir nicht notiert

    Ganzsache U1 A, 1/2 Groschen braun mit der Zusatzfrankatur einer Oldenburg Nr. 16Aa, 1/2 Groschen orange mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 16/5" nach Jever (6. Boker-Auktion vom 14.11.1987, Heinrich Köhler, Los.Nr. 298)

    Bf. Oldenburg Nr. 17A, 1 Groschen in rot mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 9/10" (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 164)

    Bfst. Oldenburg Nr. 18A in blassultramarinblau mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN 11/9" (aus meiner Slg.)

  • Bfst. Paar Oldenburg Nr. 16Aa, 1/2 Groschen lebhaft gelborange mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN 13/10" (144. Versteigerung Württemberisches Auktionshaus vom 28./29. Juni 2024, Los-Nr. 2926)

    Ganzsache U10, 1 Groschen rosa als Paketbegleitbrief für ein Paket mit "Kleidungsstücken" mit Klebezettel "Rodenkirchen" und dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 9/1" nach Schweiermühle (124. Veuskens-Auktion vom 30./31. Mai 2024, Los-Nr. 988)

    Ganzsache U10, 1 Groschen rosa mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 30/5" nach Abbehausen (aus der Slg. Heinrich Sanders. S. 164)

    Brief Oldenburg Nr. 17B, 1 Groschen rosa - weiter Durchstich 10 - mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 9/7" (1867) nach Bremen (196.-Auktion Dr. Reinhard Fischer vom 1.-3. Februar 2024, Los-Nr. 391)

  • Nach dem Ende der oldenburgischen Post wurde der Ra2 "RODENKIRCHEN" noch lange nachverwendet. Paul Ohrt hat eine Weiterverwendung dieses Stempels bis zum 9. März 1874 registriert (Ohrt, S. 195)

    Briefstück NDP Nr. 4, 1 Groschen mit dem dunkelblauen Ra2 "RODENKIRCHEN 7/4" (1868) (aus meiner Slg.)

    Brief NDP Nr. 4, 1 Groschen mit dem dunkelblauen Ra2 "RODENKIRCHEN 18/4" (1868) nach Golzwarden (aus der Slg. Oldenburgpost)

    Paul Ohrt hat für Rodenkirchen bis zum 14. Mai 1868 blaue und ab dem 2. November 1868 schwarze Stempelfarbe festgestellt (Ohrt, S. 242).

    Brief meiner NDP Nr. 4, 1 Groschen rosa mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 7/12" (1868) nach Varel (aus meiner Slg.)

    Brief NDP Nr. 16, 1 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 2/5" nach Ellwürden (225. Rauhut & Kruschel-Auktion vom 1. Juni 2024, Los-Nr. 699)

  • NDP Ganzsache U1, 1 Groschen rosa mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 27/6" nach Büppel bei Varel (aus meiner Slg.)

    Drucksache (Vertreterankündigung) mit einer Deutsches Reich Nr. 2a, 1/3 Groschen in hellgelblichgrün mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 15/6" (1872) nach Horsten bei Zetel (aus meiner Slg.)

    Brief Oldenburg Nr. 19, 1 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 4/3" nach Zwischenahn (aus meiner Slg.)

    Deutsches Reich Brustschilde Nr. 17a, 1/3 Groschen, Paar Nr. 18, 1/2 Groschen und Nr. 19, 1 Groschen jeweils mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN" (aus meiner Slg.)

    Brief Deutsches Reich Nr. 19, 1 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 1/5" (1873) nach Oldenburg (aus meiner Slg.)