Tauroggen - Berlin Paketbegleitbrief 1854

  • Liebe Freunde,
    Hier ist ein kleiner Brief, der mir große Probleme bereitet
    Abfahrt (Rückseite) : TAUROGGEN, ??-29 /18?? (probably 29.12.1854, Julianische Kal.)
    Transit : LAUGSZARGEN
    TILSIT, 14.1 (Gregorianisches Kal.)
    Ankuft : BERLIN, 17.1

    Paketbeglietbrief

    - Gewicht : 26 (Pfund) 25 (Loth), etwa 13,37 kg, in russischer und deutscher Sprache.
    - Behördliche Registrierungen : Anbei ??? ??? Sign HS
    - Paketwert : 150 Rubel Silber
    - Postgebühren :
    - (Rückseite) Porto 2 52 (2 Rubel 52 Kopeken)
    - (Unten rechts) 1 17 (1 Thaler 17 Groschen)

    Meine Fragen :

    Was ist der Betrag von 81 1/2, der auf der Vorderseite des Briefes blau geschrieben ist? Ist das der Betrag, der mit dem Wert des Pakets verbunden ist? In welcher Währung wird es ausgedrückt?

    Auf der Rückseite des Briefes steht Bote Bezahlt + Unterschrift. Wurde der Brief geliefert und ist die Unterschrift die des Zustellers?

    Der Betrag von 1 17 wird in Guten Groschen oder in Preußischen Groschen ausgedrückt?

    Ein großes Dankeschön für Ihre Antworten !

    René

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  • Hallo René,


    der Text lautet: "Anbei eine Kiste sign(iert) H S an Werth 150 Rubel Silber.

    Das Gewicht wurde nur für Preussen angegeben. Ein russisches Pfund entspricht ca. 405 Gramm, was somit deutlich leichter war als in Preussen.


    Ich versuche mal die Taxierung nach zu vollziehen.


    Unterstellt man, dass die Gewichtsangabe preussische ist, würden sich etwa 31 Pfund russisch ergeben, was ich favorisieren würde.

    Unterstellt man, dass die Gewichtsangabe russisch ist, ergeben sich in etwa 23 Pfund preussisch.


    Laut PV war der Grenzübergang u. a. für Russland Tauroggen, Laugszargen für Preussen.


    Jedenfalls kam der Beleg mit 81 1/2 Sgr. Porto belastet in Laugszargen an, was dann in Auslage genommen wurde.


    Für Preussen läßt die Taxe wie folgt berechnen:


    1,5 Pfennige * 27 Pfund * 18 (85-90 Meilen) = 729 Pfennige = 60 3/4 Sgr.

    150 Rubel entsprechen in etwa der notierten 160 Reichsthaler, woraus sich eine Assecuranzgebühr von 4 Sgr.


    in Summe würden sich somit 64 3/4 Sgr. für Preussen ergeben. Addiert man die 81 1/2 Sgr. dazu, ergeben sich 146 1/4 Sgr. und nicht 147 Sgr.


    Mir erschliessen sich die 81 1/2 Sgr. Auslage nicht, als russisches Paketporto ist es zu niedrig.

    81 1/2 Sgr. sind 252 (,65) Kopeken (1 Sgr. = 3,1 Kopeken), zieht man jetzt die 10 Kopeken für den Begleitbrief, die 150 Kopeken Assecuranzgebühr ab, verbleiben nur 92 Kopeken für die Gewichtstaxe übrig.


    Die niedrigste Angabe ist 5 Kopeken je Pfund, rechnerisch ergeben sich nur 3 Kopeken je Pfund und eine solche Angabe existiert nicht.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • ... ich sehe gerade noch auf der unten anhängenden PDF-Datei die Notierung von 2 Reichsthaler 52 Sgr. Diese entsprechen 82 Sgr., was der Auslage fast genau entspricht, warum nur 81 1/2 Sgr. erschließt sich mir nicht. Damit würden bei der obigen Berechnung nur noch 1/4 Sgr. Differenz bestehen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo Zusammen


    heute morgen beim aufstehen, fiel mir ein, dass die 2 r 52, wie oben angegeben, eine Angabe in russischer Währung und somit die 81 1/2 Sgr. die Reduzierung ist. Also bleibt alles wie in #4 beschrieben.


    Mit freundlichem Sammlergruiss


    Ulf

  • Hallo Zusammen

    (und insbesondere Ulf),


    Vielen Dank für Ihre Erklärung des Briefes Tauroggen - Berlin.


    Ich habe einen anderen ähnlichen Brief, der mir Probleme bereitet. Sie machte die Reise Kiew - Tauroggen - Laugszargen - Tilsit - Leipzig im Jahre 1861. Wenn der endgültige zu zahlende Port klar erscheint, fehlen die Elemente, um die Menge des russischen Teils zu berechnen:


    - das Gewicht (oben links) beträgt 6/ 10. Aber in welcher Maßeinheit?

    - der Wert des Pakets: 35 RSilber, aber wo erscheint der zu zahlende Preis?


    Un grand merci et bien cordialement.


    René

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  • Hallo René,


    ich bin mal so frei und hänge die Bilder am Schluß an.

    Der Wertbrief scheint im Gegensatz zum Wertpaketbegleitbrief grenzfrankiert gewesen zu sein. Siegelseitig ist "P26" notert worden, was einer Entfernung von 100 - 104 Meilen entspricht.

    Die Gewichtsgabe von 6/10 Zoll-Loth ist preussiscjher Natur. Unten auf der Vorderseite ist "37 Reichsthaler 10 Sgr." notiert worden, was der Reduzierung der 35 Silberrubel entsprechen. Die große blaue 8 ist das Porto in Neugroschen. Die Berechnung ist hier einfach, 6 Sgr. Mindestfahrposttarif + 2 Sgr. Assecuranzgebühr = 8 Sgr. bzw. Ngr.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf