Fahrpost in Preußen

  • Liebe Freunde,


    üblicherweise wurde bei der preußischen Fahrpost der Begleitbrief dem Empfänger zugestellt und mit diesem Brief wurde dann das Paket abgeholt. Dabei wurde dann der Packkammerstempel auf dem Brief abgeschlagen, um die Paket-Ausgabe zu dokumentieren.
    Folgend ein Brief, bei dem es mal anders lief:



    Versandt wurde im Jahre 1867 ein 1 Pfund schweres (leichtes) Päckchen von Elberfeld nach Rees am Niederrhein.
    Hierfür fiel nur die Mindesttaxe von 2 Sgr. an.
    Allerdings wurde das Päckchen nicht in der Packkammer deponiert, sondern ebenfalls mit zugestellt. Oben findet man die handschriftliche Angabe
    Porto und Bringerlohn drei Groschen.
    Daher auch mal ausnahmsweise kein Packkammerstempel auf dem Brief.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

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  • Lieber Michael


    ein wunderbarer Beleg, der auch zeigt, daß nicht alles "selbst" in der Packkammer, bzw. im Postamt abgeholt wurde.
    Falls Du dazu die "lokale" Vorschrift finden solltest - einfach perfekt! :)


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Sammelfreunde


    heute einen Paletbegleitbrief vom 27.10.1858 von Berlin in das ca. 33 Meilen entfernte Ranis.
    Ein Minipaket von nur 5 Loth ging an den Kreisrichter Zahn, welcher den Mindestfahrposttarif von 6 Sgr auch zu zahlen hatte.


    Hier ist hinter der Gewichtsangabe ein "B" notiert, was ich als "versendet im Briefbeutel" mittlerweile interpretiere.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf


    P.S. Brief ist 130 x 61 mm groß

  • Liebe Sammelfreude


    ich steuere noch einen weiteren PBB vom 15.02.1856 aus Dessau in das ca. 36 Meilen entfernte Greifswald bei.
    Ein Paket mit Schmuckstücken mit einem Gewicht von 2 Pfund 14 Loth ging auf die Reise und ist wie der anderen ebenfalls mit dem Mindestfahrpostgebühr von 6 Sgr taxiert. Auch hier bezahlte der Empfänger das Porto.


    Siegelseitig ist die Zustellung des Briefes mit dem Ausgabestempel vom 17.02 zu sehen.
    Die Paketausgabe ist vorderseitig mit dem Ortsstempel vom gleichen Tag bestätigt wurden.


    Vielleicht noch eine kleine Anmerkung zum vorherigen Beleg.
    Laut der "Erneute Dienst-Ordnung für die Unter-Beamten in der combinirten Annahme-Expedition für Fahrpost-Gegenstände und Packkammer-Expedition des Post-Amts zu Magdeburg“ vom 30. September 1851 steht im §5b zur Paketannahme steht dazu im letzten Absatz folgendes:


    Darauf, daß die kleineren unter 1 Pfund wiegenden Päckereien, sofern sie nach Form und Inhalt zur Versendung im Briefbeutel sich eignen, mit der Begleit-Adresse zugleich an den Annahme-Expedienten gelangen, hat der betr. Packbote sein Augenmerk mit zu richten und den Aufgebern diesfallsige Weisung zu ertheilen. Die zu diesen Poststücken gehörigen Begleit-Adressen werden mit dem Packet-Lagerraum-Stempel nicht bedruckt. Der Gewichts-Notiz der Gelder und Werthgegenstände fügt der betr. Packbote seinen Namen hinzu.


    Ich nehme daher an, dass genau solche "Belege" mit einem "B" bezeichnet wurden. Möglicherweise wird es nicht nur in MD so gewesen sein, sondern eventuell sogar im gesamten DÖPV. Ein Alleingang in MD kann ich mir nicht vorstellen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Sammelfreunde


    heute mal ein Beleg aus etwas früherer Zeit, vom 04.05.1833 aus Schwanebeck in das 5 1/2 Meilen entfernte Neuhaldensleben.


    "Hierin 5 Thaler" wurden unten links notiert und damit haben wir einen ganz normalen Wertbrief, welcher nach dem §31 zu taxieren ist. Danach ist für einen Wertbetrag über 1 bis 20 Thaler die doppelte Brieftaxe erforderlich. Bezahlt wurden somit richtig 4 Sgr vom Absender - hier sogar doppelt notiert worden, einmal neben Franco 4 Sgr in schwarz und wiederholt in roter Tinte.

    Der Brief hätte bis 8 Loth wiegen dürfen, so dass der annehmende Postbeamte eine Gewichtsnotierung wahrscheinlich "vergaß". Dies wurde in Magdeburg links oben mit 1 1/2 Loth magd(ebur)g nachgeholt.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Sammlerfreunde


    heute zur Thema eine Briefhülle, welche doch interessant ist. Rückseitig wurde das Jahr 1855 notiert, sicher feststellen kann ich es jedenfalls nicht, würde jedoch zeitlich passen. Jedenfalls ging die Reise von Magdeburg nach Neuhaldensleben - etwas über 3 Meilen.


    In Auslage wurden 8 Sgr genommen und der Brief wog 3 1/10 Loth.
    In Preussen wurden solche Briefe jedoch mit der Brieftaxe belegt und nicht mit der Fahrposttaxe, so dass für den Brief 4 Sgr, also das vierfache der normalen Taxe anfielen. Als Procura galt bis 15 Sgr einen Sgr, so dass in Summe insgesamt die 13 Sgr anfielen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Sammelfreunde


    heute mal einen Beleg vom 24.05.1860 aus Bernburg? nach Berlin.
    Laut diesem Einzahlungsschein ist er für eine baare Einzahlung von 4 Thaler 7 Sgr 6 Pfennige ausgestellt wurden.


    Leider ist kein Franco vermerkt worden.... wäre interessant geworden...


    Für den Betrag wäre je angefangenen Thaler 1/4 Sgr Gebühren - mindestens jedoch 1 Sgr zu zahlen, hierfür also 1 1/4 Sgr - dazu kam die normale Brieftaxe, hier wahrscheinlich 2 Sgr für einen einfachen Brief... bleibt jedoch Spekulation, da hierzu die Angaben fehlen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Freunde,


    zwar nicht exakt datierbar, aber dennoch meiner Meinung nach reizvoll (und nicht nur aus Sicht des Heimatsammlers):



    Ca. 1850 in Barmen aufgegeben und an den Rechnungsrath im Finanz-Ministerium Herrn Schlickeysen in Berlin adressiert.
    Es handelt sich um einen Paketbegleitbrief für ein Röllchen in ??eiß Papier, das anscheinend 14 Loth wog.
    Da das Röllchen so klein war und nur Platz für den kleinen Klebezettel bot, mußte der große Zettelabschnitt auf den Brief geklebt werden. ^^


    Alles lief portobefreit: Angelegenheit der numismatischen Gesellschaft in Berlin, frei, laut Ordre vom 10/9 45


    Die 2 Ausgabestempel von Berlin verdienen auch einen Blick: Der vorderseitige Fingerhutstempel war von 1839-51 im Einsatz, der rückseitige stammt vom Hofpostamt ("C" für Central)
    Das Päckchen wurde vom Empfänger selbst abgeholt, wie unter der Adresse vermerkt wurde.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

    Einmal editiert, zuletzt von Michael ()

  • Lieber Michael


    schöner Beleg - am besten finde ich tatsächlich die Notiz "wird abgeholt" - habe ich auch noch nicht gesehen.
    Deiner Beschreibung ist nichts hinzu zu fügen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Freunde,


    der folgende Beleg könnte auch in dem Faden zur Landfried-Korrespondenz oder unter Fahrpost im DÖPV gezeigt werden.
    Da hier aber eine Eigenheit der preußischen Post zu sehen ist, stelle ich ihn hier ein.



    10.3.1863 von Barmen nach Wiesloch, Baden
    Die Entfernung beträgt 33 Meilen, entspricht also Progressionsstufe 9 (32-36 Meilen).
    Das Gewicht des Pakets wurde mit 7 Pfd. berechnet. Wenngleich ich die Notierung zunächst als eine Bruchstrichzahl angesehen habe, aber dem scheint nicht so zu sein (oder der Postbeamte hat sich vertan).
    Berechnung: 7 (Pfd.) * 2 Pfg. * 9 (Progressionsstufe) = 126 Pfg. = 10 1/2 Sgr.


    Die Besonderheit ist nun der rückseitige Zahlenstempel 1.
    Über diese Stempel wurde wiederholt in den Preußen-Studien diskutiert und auch Prof. Bruns betrachtete sie in seinen Fahrpost-Abhandlungen.
    Gesicherte Erkenntnisse gibt es noch nicht, man meint nur bestimmte Funktionen, wie z.B. Kurs-Zuordnung, aufgrund der bisherigen Belege ausschließen zu können.
    Bekannt sind diese Stempel nur von den großen preußischen Packkammern; belegt sind bisher Berlin, Magdeburg, Köln, Breslau, Aachen, Düsseldorf, Erfurt, Halle, Königsberg, Merseburg und Münster.
    Da Barmen vermutlich nicht in diesen Kreis gehört, bleibt bei dem vorliegenden Brief nur die Erklärung, dass der Stempel bei einer Umspedierung in Düsseldorf oder Köln auf den Brief gelangte.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

    Einmal editiert, zuletzt von Michael ()

  • Lieber Michael,


    die Aufgabepost hat schon 7 Pfund notiert (s. rechts neben der 7) und dies dann unterstrichen.


    Welche Möglichkeiten werden denn angeboten, die "1" zu erklären?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Michael


    in denke, dass der siegelseitige Zahlenstempel zu Cöln gehört.
    Aus den mir vorliegenden Unterlagen zu Köln wird dort ein Zahlenstempel beschrieben 14 x 13 mm, der diesem sehr ähnlich sieht. Belegt ist diese Größentype dort laut Angabe ab 1843 bis 1870. Bekannt waren die Ziffern 1 bis 4.


    Mal was zu Zahlenstempel "Magdeburg":
    Bisher ist mir kein einziger untergekommen. Vieles spricht dafür, dass es Stempel aus Berlin und/oder Halle a. d. Saale sind.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,

    in denke, dass der siegelseitige Zahlenstempel zu Cöln gehört.
    Aus den mir vorliegenden Unterlagen zu Köln wird dort ein Zahlenstempel beschrieben 14 x 13 mm, der diesem sehr ähnlich sieht. Belegt ist diese Größentype dort laut Angabe ab 1843 bis 1870. Bekannt waren die Ziffern 1 bis 4.

    das ist gut möglich. Allerdings hatte Düsseldorf angeblich ähnlich große Zahlenstempel (Preußen-Studien 110-22).

    Mal was zu Zahlenstempel "Magdeburg":
    Bisher ist mir kein einziger untergekommen. Vieles spricht dafür, dass es Stempel aus Berlin und/oder Halle a. d. Saale sind.

    Das ist allerdings merkwürdig.



    Lieber bayern klassisch,

    die Aufgabepost hat schon 7 Pfund notiert (s. rechts neben der 7) und dies dann unterstrichen.

    danke für die Bestätigung. Verwirrend finde ich den kleineren Buchstaben oder Zahl zwischen Unterstrich und dem Herrn von der Anschrift.

    Welche Möglichkeiten werden denn angeboten, die "1" zu erklären?

    Zunächst einmal: ich kann hier nur Dritte zitieren, da ich dieses Thema nur am Rande verfolge. Diese Stempel an sich sind nicht häufig zu finden - die Masse der Fahrpostbelege auch der genannten Packkammern weist keine auf - und es wurde bis jetzt keine Dienstinstruktion für ihre Einführung/Gebrauch gefunden.
    Gemeint sind hier außerdem nur die reinen Zahlenstempel, umgeben von einem vier- oder achteckigen bzw. runden Rahmen. Nicht gemeint sind Packkammer-Hilfsstempel wie der Ra1 "M.1." von Minden.
    Für die im vorigen Posting genannten Packkammern wurden teilweise ganze Stempelreihen gefunden: Berlin 1-20, Köln 1-10, Magdeburg angebl. 1-11 mit Lücken, Breslau 1-9, für die anderen waren es nur einzelne Nummern.
    In aller Regel findet sich ein Zahlenstempel auf der Rückseite, manchmal auch 2 und sogar auch welche mit 3. Die Belege wurden umspediert bzw. zurückgeleitet, so dass hieraus die zusätzlichen Stempel herrühren können.
    Konsens herrscht in der Meinung, dass diese Stempel nichts mit der Paketausgabe am Zielort zu tun haben, sondern mit der Paketannahme bzw. Weiterleitung/Umspedierung.
    Ich führe dann mal die von den Hauptautoren Bruns / Bulang genannten Ausschluß-Kriterien an, welche Funktion die Stempel NICHT hatten:
    - Es sollen keine Kursnummern sein, da bei verschiedenen Destinationen die gleiche Nummer zu finden ist.
    - Gegen Lagerplatz- bzw. Regal-Nr. spricht, dass Belege mit gleicher Destination, aber unterschiedlicher Nummer gibt.
    - Gegen Beamten- oder Packmeisterstempel spricht z.B. die Häufigkeit der Berliner Stempel. Hier ist die Nr. "1" (man hat anscheinend 8 Typen der "1" identifiziert) häufiger als alle Belege mit den anderen Zahlen zusammen. Bulang vertritt allerdings genau diese These in einem Artikel als plausible Erklärung für manche Mehrfachstempelung.
    Offen diskutiert wird noch die These, dass es Schalterstempel waren.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    hab vielen Dank für deine Darstellungen zu den Stempeln - meine Frage ist immer: Warum hat man etwas gemacht (hier: Stempel angefordert, schneiden lassen und bezahlt)?


    Die Antwort, auch wenn wir sie hier nicht kennen, kann eigentlich nur in der Optimierung innerfahrpostalischer Angelegenheiten liegen.


    Wenn es von ganz großen Orten mehr Stempel gibt, als von mittleren, spielt die Anzahl der Bearbeiter und damit die Anzahl der von ihnen bedruckten Belege eine Rolle.


    Unterschiedliche Nummern dienten im allgemeinen der Unterscheidung. Da die Briefe auf der Adressseite mit Stempeln des üblichen Geschäftsgebrauchs bereits versehen waren, und die "Datenmenge" eines ein- oder zweistelligen Nummernstempels dürftig ist, würde ich als Preußenlaie zuerst einmal annehmen, dass es Kontrollstempel waren, die bei der Auf- oder Abgabe angebracht wurden.


    Kontrollieren hätte man die Parameter der Taxierung können und wenn es "Defecte" gab, so konnte man sie über die Nummer einem Beamten sicher zuordnen. Möglich wäre auch ein prophylaktische Vorgehensweise durch diese Individualisierung - da die Arbeit der Beamten durch die Nummernzuweisung leicht(er) überprüfbar und damit ahndbar waren, wurde ihre Arbeitsqualität vlt. weniger fehlerhaft, als ohne dieses Korrektivmittel.


    Möglich wäre auch die Einführung einer Statistik - Belege, die gestempelt waren, waren statistisch erfasst. Das schlösse auch eine Mehrfachstempelung nicht aus, denn damit könnte man z. B. belegen, wie viele Fahrpoststücke wie oft umkartiert wurden.


    In jedem Fall ein sehr interessantes Kapitel des hochinteressantes Sammelgebietes Preußen, von dem wir Bayernsammler leider ausgeschlossen sind.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    danke für deine sicherlich sehr bedenkswerten Überlegungen.


    Es handelt sich mit Sicherheit um einen internen Vorgang, da die Stempelnummern dem Postkunden nichts sagten.
    Allerdings ist aufgefallen, dass diese Stempel nie zusammen mit den eigentlichen Packkammerstempeln zu finden sind, sondern (fast) ausschließlich an Stelle dieser erscheinen. Man stempelte also entweder mit dem üblichen Annahmestempel oder mit dem Zahlenstempel.
    (NB: Hier ist eine Parallelität zu dem "R"-Stempel auf aus Russland nach Preußen kommenden Briefen zu erkennen. Auch bei diesem Stempel vermutet man eine Kontrollfunktion und er taucht nie neben den üblichen Grenzeingangsstempeln sondern immer statt deren auf.)


    Bei einer persönlichen Zuordnung der Zahlenstempel zu einzelnen Beamten werfen allerdings die Berliner Stempel Fragen auf. Sollte der Beamte mit dem Zahlenstempel "1" tatsächlich genau so oft wie alle seine Kollegen zusammen kontrolliert worden sein?
    Vorstellbarer wäre da evtl. schon zu eine Zuordnung zu den Kontrollbeamten selber, die dann die erfolgte Kontrolle so dokumentierten. Hier bliebe die Frage, wieso dann die Packkammerstempel fehlen, die ja bei der Annahme aufgesetzt wurden (so zumindest meine Vorstellung von dem Arbeitsablauf). Es sei denn, der Kontrollbeamte war quasi mit am Schalter und hat die Taxierung direkt bei der Annahme kontrolliert und die Stempelung mit übernommen.


    Eine Verwendung für Statistikzwecke wäre vorstellbar, aber bot dies einen wirklichen Nutzen? Die Anzahl der angenommenen Pakete wurde genau dokumentiert. Vielleicht eine Statistik des Paketaufkommens je Schalter? So richtig schlüssig kommt mir dies im Moment noch nicht vor, auch diese Zahlen lagen der Post über die Annahmebücher vor.


    Interssante Fragen zu einem an sich spannenden Gebiet.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    danke für deine Ausführungen, die sich ja zumindest teilweise mit den meinen decken.


    Es gab im Postverein auch Statistiken, deren Basis im Rahmen enger Zeitfenster geschaffen wurden. Wenn die Briefe mit diesen Stempeln nur innerpreußisch liefen, fiele dieser Punkt heraus. Wenn es sie auch oder bevorzugt in den Postverein gab, wäre die Sache wieder offen.


    Ich weiß nicht, ob es Statistiken über die Umkartierung von Fahrpoststücken gab - das war mein eigentlicher Gedanke bei diesen Stempeln, wenn man an sie als Teil der Statistik glaubt (die damals so wichtig war, wie heute).


    Man müsste alle Briefe chronologisch katalogisieren nach nach der Auf- und Abgabe, eventueller Umspeditionen (Anzahl, Ort derselben) und versuchen über die Arbeitsfälle anderer, großer preußischer Ämter eine Häufigkeitswahrscheinlichkeit zu entwickeln. Das wäre doch mal etwas für die ARGE Preußen. :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    diese Stempel gibt es auf rein preußischer Fahrpost, auf Belegen in den Postverein und ich meine sogar auf einem Transit-Beleg (lt. meiner Erinnerung mal in den Preußen-Studien gezeigt).
    Meines Wissens sind die meisten Belege rein preußisch.


    Eine konsequente Erfassung wäre ein guter erster Schritt, neben der Suche nach einer evtl. existierenden Primärquelle.
    Neben einer Arge könnte dies sicherlich auch sehr gut in einem Forum erfolgen, da hier die potentielle Reichweite noch eine ganz andere Dimension erreichen kann. Wobei natürlich auch die Erfassung / Diskussion in einem Forum von den entsprechenden Arge-Mitgliedern getragen werden kann ...


    Vielleicht sehen wir hier ja noch weitere Belege mit diesen Zahlenstempeln.
    Eine Zusammenfassung in einem eigenen Faden wäre schnell gemacht.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    das ist ein hervorragender Gedanke - hoffentlich spielen die Besitzer der jeweiligen Stücke mit und tragen sie hiermit erstmals komplett in die Öffentlichkeit.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammelfreunde


    ich war heute in Berlin zur dortigen Briefmarkenbörse. Aus MD habe ich leider nichts gefunden bzw. gekauft.
    Allerdings fiel mir der folgende Beleg in die Hände. Qualität ist sicher was anderes, aber die Ganzsache aus Stendal nach Neukirchen bei Seehausen (knapp 5 Meilen von einander getrennt) hat es in sich.
    Das mitgesendete Paket wog 8 Pfund 22 Loth.
    Nach Gewicht ergibt sich somit 9 Pfund * 1,5 Pfennige = 13,5 Pfennige < als der Mindestfahrposttarif von 2 Sgr., welcher somit zur Anwendung kam.
    Mit der Ganzsache wurde nur 1 Sgr. bezahlt - den Rest von einem weiteren Sgr. durfte somit Fräulein Auguste Seudke? bezahlen. Siegelseitig ist auch noch 1/2 Sgr. Bestellgeld notiert worden. Das Paket durfte zu aller "Freude" auch noch aus Seehausen abgeholt werden ( etwas über eine Meile entfernt).
    Für die Ausgabe des Paketes wurde der schöne Rahmenstempel mit A + Posthorn abgeschlagen. Deutlich ist auch ein Punkt hinter dem "A" zu erkennen. Unterstelle ich die etwa gleiche Zeit des Paketzettels wie in MD, dürfte dieser Beleg etwa aus 1862/3 stammen. Der Paketausgabestempel entspricht in etwa der Magdeburger Ausführung. Möglicherweise stammt er sogar aus MD... und wurde von dort weitergegeben. Eine Verwendung in MD ist mir bisher jedenfalls nicht bekannt.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf