Brustschild - Belege nach Uebersee (ohne USA)

  • Hallo

    ich habe hier einen Beleg von Dresden nach Calcutta aus der bekannten Korrespondenz an den Governeur von Bengalen, Sir George Campbell.

    Der Brief lief ueber Brindisi und war mit 6 3/4 Gr richtig frankiert. Er war in Dresden am 26.11.73 aufgegeben worden und kam nach handschr. Notiz genau einen Monat spaeter an.


    Wieso aus Dresden Briefe an den Governeur geschickt wurden, war fuer mich ein Raetsel, vielleicht erhoffte man sich Handelsbeziegungen. Bis ich in seiner Autobiografie fand, dass seine Frau sich in Dresden aufhielt um sich um die Erziehung der Kinder an Dresdner Schulen zu kuemmern! Tatsaechlich ist die Handschrift auch englisch und nicht deutsch.


    LG Andreas

  • Hallo!


    hier noch ein zweiter Brief nach Calcutta, dieses Mal an Oscar Trefftz des Leipziger Handelshauses Trefftz, welcher bei der Teehandelsfirma Schoene, Kilburn & Co in Calcutta arbeitet.

    Leider konnte ich nicht viel ueber die Handelsfirma Trefftz herausfinden, was eigentlich komisch ist nachdem eine Notiz immerhin von einem gutgehenden Geschaeft spricht. Dennoch interessant wie die Familiengeschichte weitergeht, der Sohn Oscar wendet sich vom Handel ab und wird Mathematiker (vom Opa muetterlicherseits sehr gepraegt) ....

    Der Brief ist vom 01.02.72, hier der Tarif ist 7 1/4, also noch einen halben Groschen hoeher als der vorgehende Brief, und entspricht dem Tarif bis 31.05.72. Blauer Taxvermerk, der aussieht wie 70, nehme ich an soll 7 1/4 sein.

    Leitweg: Brindisi, Alessandria und Bombay.... wurde der Brief durch das Innenland Indiens versendet? Kann ich mir nicht vorstellen. Nehme an es ging mit dem Schiff weiter um den Subkontinent.

    Die Beschreibung haette ich wahrscheinlich besser machen koennen, mit Einbeziehung der Rueckseite. Hat auch einen Stempel Sea Post Office, wahrscheinlich britisch...


    LG Andreas

  • Hallo Andreas,


    der Brief lief über Bombay und mit der Bahn bis Calcutta.

    Wenn ich mich richtig erinnere sind die Vermerke in rot und blau die Gutschriften an Italien.

    In der DBZ gab es mal einen Artikel dazu. Ist aber schon einige Jahre her.

    Der Bahnpoststempel auf dem ersten Brief ist nicht schlecht und findet sich meistens auf unterbezahlten Briefen.

    Einmal editiert, zuletzt von kibitz ()

  • Hallo kibitz

    das hoert sich sehr interessant an, vielen Dank fuer die Info.


    Der erste Brief ist nach meinen Wissen jedoch mit 6 3/4 richtig frankiert, ein doppelt schwerer Brief der gleichen Korrespondenz liegt bei 13 1/2 Gr.

    Nach Arge Brustschild Rundbrief war der Tarif VIA BRINDISI von 1.1.1872 - 31.10.1873 7 1/4 Gr oder 26 Kr, waehrend danach bis zum 31.10.1874 der Tarif auf 6 3/4 GR oder 24 Kr verringert.

    LG Andreas

  • Hallo Andres,


    wollte mit meistens nicht behaupten das dein Brief unterbezahlt war.

    Der Bahnpoststempel steht für Bombay Railway Express Carriage.