Rayonbriefe

  • Beginnen wir doch einmal damit, einen Rayonbrief zu präsentieren.....


    Hier zeige ich Euch einen ganz normalen Rayonbrief von St. Gallen vom 17. September 1854 nach Rorschach am Bodensee.

    Frankiert mit einem Paar 5 Rp. Rayon l hellblau Typ 15+16 C2 LU.

    Rückseitig der Ankunftsstempel von Rorschach vom 17. September 1854.


    Nun, wie schon bei den Strubelbriefen erwähnt, wurden ja die Strubelmarken per 15. September an den Poststellen verkauft.

    Die Rayonmarken hatten jedoch noch die Frankaturgültigkeit bis zum 30. September 1854.

    Hier handelt es sich also um einen Rayonbrief wo bereits die Strubelmarken im Gebrauch waren und die Rayonmarken nicht mehr verkauft wurden.

    Weiter interessant ist, dass der 17. September ein Sonntag war!!!

    Es wurde also in St. Gallen sowie in Rorschach gestempelt.

    Schon wird aus einem ganz normalen Rayonbrief etwas spezielles.


    Porto: 10 Rp. für einen Brief bis 1/2 Loth von 2-10 Wegstunden.

    Distanz 12 km


  • Lokalporto 2 1/2 Rp + Verdoppelung durch Charge, war nur bis 24.8.1851 möglich, da ab dem 25.8 der neue Tarif galt und dabei das 2 1/2 Rp Porto abgeschafft wurde.


    Suche sowas schon lange mit einer Dunkelblauen Rayon Marke.

    Lieber Gruss Rene

  • Hallo Rene,


    Ort- oder Nahbereichsbriefe unter Chargé sind überall selten und begehrt, nicht nur in der CH, oder ganz AD. Wenn dann die Frist, innerhalb deren so etwas existierte, eng war wie hier, ist man ein glücklicher Sammler. :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph, ja dem ist so. Der Robert ist seit gestern auch ein solch glücklicher Sammler. Hab gestern mit Ihm gesprochen, er war sehr aufgeregt, endlich auch Besitzer eines solchen Beleges zu sein.

    Ich hab meinen mal vor Jahren kaufen können, wusste damals noch nicht dass der 2 1/2 Rp Tarif noch galt, suchte daher immer eine Taxierung für den Charge, in der Annahme es sei eine Teilfrankatur im Inland. Erst als ich die Tarifbücher durchkämmte, wurde mir klar was ich da gefunden hatte. Es lohnt sich, nach Sonderbarem ausschau zu halten.

  • Es gibt vieles was nicht alltäglich ist, man muss es nur wissen.

    Aber wie schon Ralph sagte ,, man weiss nie alles,, und darum sollte man jeden respektieren der ein gewisses Gebiet genau kennt.

  • Kreisschreiben der Schw. Mobilliar Versicherung, als Drucksache von 1853 aus Bern nach Oberkulm, Aargau, mit Rayon

    War hinten verschlossen, gesigelt.. ? Galt damals die Regel noch ncit, das Drucksachen offen sein müssen...?


  • Apropos suchen,

    Ich suche seit Jahren einen Brief von St. Gallen nach St. Gallen aus dem Jahr 1850 vor dem 1. Oktober 1850

    Unauffindbar warum auch immer.....

  • ... vermutlich ist man da lieber ein paar Hundert Meter gelaufen, als der Post Geld in den Rachen zu werfen (oder es war vom eigenen Wohnort weiter zur Post zu laufen, als zum Empfänger).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • möglich...

    Aber warum wurde dann von der eidgenössischen Postverwaltung ein reduziertes Porto zu 2 1/2 Rappen eingeführt?

    Womit wir wieder beim Thema Frühverwendung sind.....

  • ... reduzierte (moderierte) Gebühren gab es nur, wenn man vermeiden wollte, dass die Leute auf kurze Distanz ihre Briefe selbst in die Hand nahmen, oder Leute dingen konnten, die das für ganz wenig Geld für sich machten (sogenannte "Gütige", Vermerk dann auf den Briefen "durch Güte", oder auch "par Bonté").


    Suche doch mal solche Briefe - ohne Marke, ohne Stempel sind sie auch äußerst sammelwürdig und immer komplementär zu unseren üblichen Briefen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Nun Ralph jetzt hast du mal etwas Unrecht. Dies hier aber alles genau zu erklären wäre wie ein Bestseller schreiben.

    Aber wie gesagt ich komme noch dazu beim Thema Frühverwendung.der Ortspost Marken.

    Bei diesem Thema kann mir momentan wahrscheinlich keiner das Wasser reichen.

  • Hier noch ein schönes Rayon Briefchen mit einer zu dieser Zeit üblichen Höflichkeitsformel.

    zHgHd = "zu Handen gütiger Herren derdo"


    Ich hab den Texthinweis von Hans Häfeli bekommen, der den Brief bei mir entdeckte und mich fragte ob ich wisse was das gekritzel da bedeute....


    Nachzulesen auch im Gnagi Zürcher Kantonalmarken von 1843 und im neuen Buch von JP Senn über die Zürcher Kantonalmarken, an welchem Hans Häfeli und andere Korifähen mitarbeitete.


    Lieber Gruss Rene

  • Ein hübsches Briefen.

    Apropos Koryphäen...

    Warum schreibt man nicht endlich einmal ein neues überarbeitetes Stempelwerk?

    Die Sammler, Forscher, Experten und Händler wären ja vorhanden.

    Aber es will wohl auch heute noch jeder sein eigen Gärtchen pflegen.....

    Schade eigentlich, denn bei jedem der mal stirbt geht Wissen verloren.

  • Wer macht den?

    Berücksichtigt man da die Sammler und Forscher?

    Denn wenn nicht, wird es wieder nur ein unvollständiges Werk wie schon so vieles zuvor.

    Einmal editiert, zuletzt von St.G ()

  • Mein Bruder und ich. Der Inhalt basiert dann auf einer community, jeder arbeitet mit, an der Katalog DB, an der Poststellen DB und an der Stempel DB.
    Der Katalog Kostet aber pro Jahr 36 Fr.

    Kann noch nicht sagen wann, aber die Stempel DB kommt.

    Wir sind derzeit daran philaworld.ch und philawiki.org /ch zu trennen.

    Philawiki bleibt was es derzeit ist. Meine Bastelstube. philaworld.ch wird eine neue News Plattform, ein Treffpunkt der Schweizer Philatelie (Die community). Auch geplant als Ersatz zur SBZ falls diese mal nicht mehr produziert wird, weil zu teuer.... Immer weniger Mitglieder im Verband machen der SBZ schwer zu schaffen. So hab ich ein Projekt aufgenommen, alles was die SBZ bietet ins Internet zu stellen.

    Da sind dann auch so kleine Helferlein wie Poststellendatenbank die wir publizieren wollen, nicht das pdf, sondern eine Datenbank mit Such und Sortiermöglichkeit. Sobald die Poststellendatenbank fertig ist werden wir die Stempeldatenbank projektieren, denn ein Stempel gehört immer irgendwie zu einer Poststelle und die hat wie der Stempel auch eine Geschichte. Dann müssen Bilder kommen von den Sammlern. Ich hoffe das das klappt.

    Zusammen mit dem Katalog rundet sich alles ab, denn jede entwertete Marke, auch Briefe ohne Marke haben einen Absender Stempel, welcher im Stempelkatalog erfasst sein muss. Im Stempelkatalog will ich aber irgendwann auch ausländische Stempel integrieren, denn Briefe haben auch Durchgangs und Ankunftsstempel...
    Wir arbeiten schon seit 4 Jahren am philkatalog.ch sind da in der 1. Abschlussphase. Danach kommen noch die Abarten. Jedes tüpfelchen wird erfasst und zugeordnet,a uch da sind wir auf die Sammler angewiesen.

    Du bist als Spezialsammler St Gallen in meinem Verteiler, wenn es was zu melden gibt wo man was erfassen kann, wirst Du von mir per Mail informiert.

    Gruss Rene

  • Hallo René,


    ich wünsche euch viel Erfolg mit diesem Projekt, das mit hohem Aufwand verbunden ist. Leider scheint bei vielen überalterten Werken heute keine Bereitschaft zu bestehen, sich für eine Neuausgabe zu engagieren.


    beste Grüße


    Dieter

  • Den Katalog kann man schon mal ansehen, sind noch nicht alle Schweizer Marken vertreten aber die Frei und Werbemarken sind schon da. Man muss sich nicht mal anmelden. geht auch ohne.
    Die news Plattform Philaworld ist im Teststadium, ich bin wie irre am Erfassen von Daten.

    Das Philawiki ist seit 2007 online und hat so 100'000 Besucher / Monat.


    Das wird schon !

    Lieber Gruss Rene