Ostsachsen (OPD Dresden) Poststellen II - Belege

  • In diesem neuen Thema möchte ich gerne Abstempelungen der Poststellen II zeigen.
    Diese Poststellen wurden in Orten an Landkraftpostlinien und Kraftpostlinien, vereinzelt auch an Eisenbahnstrecken eingerichtet und einem Leitpostamt zugeteilt. Bestimmte Dienststunden wurden nicht festgesetzt. Die Poststellen II mussten aber vor und nach Ankunft der Post eine angemessene Zeit geöffnet sein.
    Poststellen II führten, wenn sie durch ein Leitpostamt versorgt wurden, als amtliche Bezeichnung neben ihrem Namen den Namen ihres Leitpostamtes mit dem voranstehenden Zusatz „über“ (z. B. „Lohsdorf über Bad Schandau 2“). Die übrigen Poststellen II erhielten einen anderen Zusatz, durch den ihre Lage gekennzeichnet wurde.
    Mit dem Leitpostamt erfolgte eine taggenaue Abrechnung. Die Poststellen II gaben Wertzeichen und Formblätter ab, es erfolgte die Annahme von Sendungen aller Art, auch von Zeitungsbestellungen, die Briefkastenleerung, die Absendung der eingelieferten Postsendungen, die Zustellung der eingegangenen Sendungen im Ort und in dem der Poststelle II zugeteilten Landzustellbereich, die Aushändigung von Sendungen an Abholer, die Erhebung von Wechselprotesten, die Auszahlung von Renten, die Einziehung von Rundfunkgebühren, die Annahme von Fernsprechgebühren, Aufnahme und Zustellung von Telegrammen, die Bedienung der öffentlichen Sprechzelle und die Verrechnung der für die Postkasse erhobenen Beträge. Die Poststellen II Land nahmen ferner Anträge auf Teilnahme am Postsparkassendienst und Einlagen entgegen und leisten Rückzahlungen.


    Die Poststellen II führten Gummistempel mit ihrer amtlichen Bezeichnung zum Nachweis der Aufgabe der Sendungen und ihrer anderen Tätigkeiten, die jedoch nicht zum Entwerten von Postwertzeichen benutzt werden durften. Die Entwertung der Frankatur der in der Poststelle II aufgegebenen Sendungen erfolgte beim zuständigen Leitpostamt.


    Für die Dienstabwicklung galt die „Dienstanweisung für Poststellen II Land“. Der Posthalter hatte in der Regel den Dienst selbst zu versehen, er konnte sich aber unter eigener Verantwortlichkeit durch geeignete Personen vertreten lassen, sofern diese Personen vom zuständigen Leitpostamt als Vertreter zugelassen waren.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand en paar Belege zeigen könnte.


    Gruß
    Rüdiger

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Nur trockenen Text möchte ich Euch natürlich nicht zumuten, daher zeige ich als ersten Beleg einen Fernbrief nach Berlin, der in der Poststelle II "Lohsdorf über Bad Schandau 2" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Bad Schandau am 26.11.1945.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 60 a freigemacht.

  • Hallo Rüdiger


    Gern würde ich etwas zeigen, wenn etwas da wäre. Es ist sehr interessante Postbelege. Und danke dass du hier etwas zeigst und ich dass es mehr kommt.


    Zu Poststelle II habe ich eine Frage. War es nicht so dass es die Poststelle II über ganzen Deutschland gab? Unterscheidet sich die Poststellen II in Ostsachsen viel von anderen Gebiete in Deutschland? (Ausser andere Marken wo es diese gab, natürlich)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Rüdiger,
    vielen dank für dein „trockenen Text“ :) und gleich erstes Beleg welches du uns gezeigt hast.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • War es nicht so dass es die Poststelle II über ganzen Deutschland gab? Unterscheidet sich die Poststellen II in Ostsachsen viel von anderen Gebiete in Deutschland? (Ausser andere Marken wo es diese gab, natürlich)


    Viele Grüsse
    Nils

    Hallo Nils,


    die Belege der Poststellen II gab es in ganz Deutschland, völlig richtig. Die Vorschriften dafür waren sicher auch ähnlich, wenn nicht gleich. Es galten im Zweifel die alten Reichspostvorschriften in Ostsachsen, wie in der gesamten sowjetischen Zone. Auch in den Westzonen gab es diese Belege. Ich habe auch einen Beleg aus dem Badischen mit AM-Post-Frankatur und Landpostauflieferung....


    Beste Grüße
    Rüdiger

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Hallo Filigrana,


    danke für Deinen Zuspruch. Es freut mich, wenn diese Thematik auch andere Forenmitglieder interessiert :) .


    Beste Grüße
    Rüdiger

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Als zweiten Beleg zeige ich heute einen Fernbrief nach Meissen, der in der Poststelle II "Raußlitz über Lommatzsch (Bz. Dresden)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Lommatzsch am 22.08.1945.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 46 a freigemacht.


    Beste Grüße
    Rüdiger

  • Als dritten Beleg zeige ich einen Fernbrief nach Pirna, der in der Poststelle II "Reichstädt über Dippoldiswalde" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Dippoldiswalde am 30.01.1946.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 60 a freigemacht.


    Beste Grüße
    Rüdiger

  • Der vierte Beleg zeigt einen Fernbrief, der in der Poststelle II "Thonberg Fabrik über Kamenz (Sachsen)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Kamenz 1 am 28.09.1945.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 46 a freigemacht.


    Beste Grüße
    Rüdiger

  • Der fünfte Beleg zeigt einen Fernbrief, der in der Poststelle II "Doberschütz über Bautzen" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Bautzen 2 am 14.01.1946. Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 60 a freigemacht.


    Beste Grüße
    Rüdiger

  • Als sechsten Beleg stelle ich einen Fernbrief vor, der in der Poststelle II "Thürmsdorf über Königsstein (Kr. Pirna)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur
    erfolgte im zuständigen Leitpostamt Königsstein am 12.12.1945.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 60 a freigemacht.


    Beste Grüße
    Rüdiger

  • Als siebten Beleg zeige ich einen weiteren Fernbrief nach Hamburg-Altona, der ebenfalls in der Poststelle II "Lohsdorf über Bad Schandau 2" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Bad Schandau am 08.10.1946.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Mehrfachfrankatur der Nr. 920 a freigemacht.


    Beste Grüße
    Rüdiger

  • Als achten Beleg zeige ich eine Fernpostkarte nach Dresden, die in der Poststelle II "Weißig über Kamenz (Sachsen)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt (10) Kamenz (Sachs) 1 am 22.07.1946.


    Die Karte wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 46 a freigemacht.

  • Der neunte Beleg zeigt einen Fernbrief, der in der Poststelle II "Zockau über Neukirch (Lausitz)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Neukirch (Lausitz) am 20.03.1946.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Mehrfachfrankatur der Nr. 59 a freigemacht.

  • Als zehnten Beleg zeige ich eine Fernpostkarte nach Niederwürschnitz im Erzgebirge, die in der Poststelle II "Biensdorf über Heidenau (Sachs)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Heidenau (Sachs) am 04.01.1946.


    Die Karte wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 58 b freigemacht und ist geprüft Ströh BPP.

  • Der elfte Beleg zeigt einen Fernbrief, der in der Poststelle II "Ammelsdorf über Dippoldiswalde" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Dippoldiswalde am 12.12.1945.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 60 a freigemacht.

  • Als zwölften Beleg zeige ich einen Fernbrief nach Bautzen, der in der Poststelle II "Diehmen über Neukirch (Lausitz)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Neukirch (Lausitz) 1 am 04.12.1945.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 60 a freigemacht.

  • ... hätte eine Chance bei "Der perfekte Brief", oder?

    Hallo Ralph,


    der Brief ist nett aber perfekt ? Dazu fehlt noch ein wenig mehr, vielleicht eine Sonderleistung oder eine Auslandsverwendung, eine seltene Frankatur oder eine gute Portostufe. Aber man kann eben nicht alles haben.


    Beste Grüße
    Rüdiger

    Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
    vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)

  • Lieber Rüdiger,


    für das, was er damals sollte, ist er m. E. fast perfekt.


    Ein Brief nach Timbuktu wäre natürlich noch besser - aber sieht so einer dann so aus, wie der hier?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus