• Athen - Speyer 23.07.1903


    Hallo Sammlerfreunde,


    Kreta haben wir zwar schon im thread-Programm, Griechenland erstaunlicherweise noch nicht. Das soll mit dem nachstehenden Beleg nun erledigt werden. Mit dem rücks. Poka-Text komme ich allerdings nicht so ganz vollständig klar...sorry.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    schöne Karte, echter Bedarf - scheint sich um eine Munitionslieferung gehandelt zu haben. Was man damals wohl so in und um Athen jagte?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    so sieht Luxus aus - und Bedarf noch dazu - super!


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Griechen-Freunde (ja, auch solche soll es noch in deutschen Landen noch geben ;) )



    habe gerade gesehen, dass in einem anderen Thread jemand auf der Suche nach Briefen aus Griechenland in die Pfalz war.
    Dem kann geholfen werden:


    Noch vor der Installierung des Lloyd Austriaco, aber ein Jahr nach dem ersten österreichisch-griechischen Postvertrag, lief dieser Brief 1835 aus Athen via Triest nach Neustadt in der Pfalz.


    Der Absender zahlte 1 Drachme 8 Beförderung bis Triest und 10 Lepta Inland.
    Österreich verlangte für den Transit 20 KrCM, was 24 Kr rh. in Auslage genommen wurde. Dazu kamen 36 Kr rh. für bayern und in Summe war 1 Gulden zu berappen.


    Die Rötel-Zahlen besagen, dass für einen ganzen und 2 halbe Bögen beim Kontumazamt in Triest 6 KrCM zu bezahlen waren. Diese Räuchergebühren finden sich auf vielen Levante-Briefen. Wer sie schlußendlich zahlte, ist nicht ganz klar, da sie niemals weiterverrechnet wurden...


    Der griechische "Pleromenon"-Stempel belegt übrigens das Grenzfranco.


    Liebe Grüße
    Euer Ö-Transit

  • Lieber Ö-Transit,


    gut, dass ich mein Notebook nur im Sitzen bediene, sonst wäre ich jetzt glatt umgefallen. Mit der folgenden Schnappatmung sicher kein leichter Fall für den Ärztenotdienst ...


    Das ist ein echter Traum - IM - Briefe von Griechenland kennt der avencirte Bayern- und Pfalzsammler praktisch gar nicht.


    Wenn du den mal entsorgen möchtest, fahre ich persönlich in die Alpenrepublik und halte den Papierkorb. :D


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pfälzer,


    Du hast ein prima Sammelgebiet. Belege aus aller Welt aus und nach der Pfalz.


    Alles höchst attraktiv und interessant und muss nicht teuer sein.


    Ich schaue mir immer gerne die von Dir eingestellten schönen Belege aus aller Welt an.


    Gruss kilke

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

  • Hallo kilke,


    ja, die IM-Geschicht wächst und gedeiht, bin immer noch Feuer und Flamme wie am Anfang. Anregung dazu kam von unserem guten @bk, ich werde gerne weiter bemüht sein. So Brocken wie der obige von Ö-Transit sind natürlich dann die absolute Wucht, vor allem wenn man dazu die - sicherlich nicht einfach so hoppla-hopp zu bestimmenden - Details der Taxierung gleich mitliefern kann. Insofern: Respekt ! :thumbup:


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Liebe Freunde,


    ich mag die Griechenland-Briefe so, weil sie manchmal schön bunt sind - wie dieser kleine Brief aus 1845 von Athen nach Uffenheim, das leider ja nicht in der Pfalz liegt. Und die Würzburg-Korrespondenz ist ja bekannt.


    Auch dies ist ein Teilfranco-Brief. Die Gebühr bis Triest wurde bezahlt. Wie es weitergeht, sind eher Vermutungen. Ich habe bei diesem Brief noch nicht alle Verträge genauestens überprüft, denke aber, es könnte so sein:


    Triest schreibt irrtümlich 18 Kr Lloyd-Gebühr vorne an, erkennt den Irrtum aber, streicht diese und notiert die richtigen 12 Kr CM für die BOC. Diese werden mit Tinte nochmals bestätigt und in Augsburg mit 15 Kr rh. in Auslage genommen. Weitere 18 Kr rh. rechnet Bayern und addiert auf 33.


    Der Baron von Würzburg war aber schon nicht mehr in Uffen- sondern in Mergentheim und so kamen zu den 33 weitere 6 Kr rh dazu. Den Bruch 39/1 kann ich mir nur mit 1 Kr Zustellgebühr erklären.


    Ursprünglich dachte ich, dass die gestrichenen 18 und 12 rechts oben zu den 39/1 dazugehören. Aber es ist doch eine unterschiedliche Handschrift und vor allem 2 ganz verschiedene Rötel. Daher meine Theorie vom korrigierten Irrtum...


    Liebe Grüße
    Ö-Transit

  • Lieber Ö-Transit,


    darf ich eine andere Interpretation wagen?


    Der Absender zahlte nur das Inlandsfranko bis zum Lloyd in Griechenland. Ab da lief er porto und wurde mit 18x CM belastet bis Triest (oben rechts). Dazu kamen 12x CM als Gemeinschaftsporto nach dem PV Bayern - Österreich vom 1.10.1842 für einfache Briefe der weitesten Entfernungsstufe. Ob Bayern noch einen Portozuschlag anzusetzen gehabt hätte, weiß ich aus der Hüfte nicht und müsste ich nachprüfen.


    Augsburg hatte die 18x CM gar nicht gesehen - einer von vielen Fehlern dort. Dafür hat man wenigstens die 12x CM korrekt in 15x rheinisch reduziert. Die 18x CM für den Lloyd wurden zuerst vergessen (sie wären als 22x rheinisch anzusetzen gewesen), dann aber bemerkt und mit den 15x rheinisch zu 33x rheinisch addiert.


    Diese 33x konnten in Uffenheim nicht kassiert werden, weil der Brief nach Bad Mergentheim abzog. Mergentheim lag direkt an der Grenze, daher wurden nur 6x für Bayern fällig, womit wir eine Gesamtforderung von 39x haben. Mit einem Kreuzer Bestellgeld kostete er total 40x.


    Ein wundervoller Brief, der in jeder Beziehung vorzüglich ist und jede Sammlung optimiert, auch die meine ... ^^


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bk,


    mein Fehler! Sorry!


    Wenn man nur die Vorderseite zeigt, ist deine Interpretation absolut passend. Die Rückseite hätte ich auch zeigen müssen - hole dies hiermit nach: der Absender zahlte 105 Lepta = 90 Lepta (=18 KrCM) für den Lloyd und 15 Lepta Inland. Daher war der Portoansatz von 18 KrCM Lloyd unkorrekt und wurde gestrichen.


    Es ist aber auf jeden Fall ein Brief, der mich und ein paar Freunde etwas länger beschäftigte, bis wir die beschriebene Theorie beisammen hatten. Dies macht Briefe aus dieser Region so interessant. Leider ist mit den beiden mein Vorrat an Post von Griechenland nach Deutschland auch schon wieder erschöpft.


    Obwohl ihr den König gestellt habt, sind Briefe von Griechenland nach Österreich relativ (!) häufiger. Scheint, als hätten die Bayern (und Württemberger?) in den Regimentern nicht wirklich viel geschrieben :D Es zeigt wieder einmal, dass wirtschaftliche Beziehungen zwischen Ländern für das Postaufkommen wesentlich bedeutsamer sind als politische bzw. militärische.


    Liebe Grüße
    Ö-Transit

  • Lieber Ö-Transit,


    ui, so kann man eine ganz brauchbare Taxaufstellung über den Haufen werfen - ich hätte nicht gedacht, dass 105 Lepta frankiert worden waren. Jetzt passt es nicht mehr mit meiner Beschreibung.


    Auf der anderen Seite hatten die Beamten bei Briefen mit dieser Herkunft immer ihre Schwierigkeiten, von daher passt er wunderbar in das allgemeine Zeitgeschehen.


    Die Briefe nach Österreich und Württemberg scheinen häufiger erhalten geblieben zu sein, als die nach Bayern. Wenn man die Korrespondenz an den Baron won Würzburg von den bekannten Briefen subtrahiert, bleibt wirklich nicht mehr viel übrig, obwohl es doch Zehntausende Briefe gegeben haben müsste ... ?(


    Um so mehr erfreut mich, wenn ich solche Rosinen im Forum sehen darf und nur mit der intensiven Beschäftigung mit der Materie wird man meinungssicher.


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    nach längerer Abstinenz schau ich wieder einmal im Forum vorbei und finde lauter Wunderdinge von dir vor :P :P


    Ein wirklich toller Brief, den du hier zeigst. Weiterleitungen, Retoursendungen etc. machen diese Briefe nur noch interessanter!
    Danke fürs Zeigen!


    Liebe Grüße
    Ö-Transit

  • Hallo Pälzer,


    Griechenland - Pfalz ist immer etwas besonderes (aus der gesamten Vorpfennigzeit gibt es da praktisch gar nichts). Man fragt sich, wo die Fragekarte hingekommen ist, wenn der Grieche die Antwortkarte in die Pfalz geschickt hat?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    man hat hier offenbar familienintern wegen einer Verlobung in deutscher Sprache korrespondiert. Vermutlich wird ein Familienteil im Urlaub in Athen geweilt haben und den Normal-Postkartenteil nicht mit dem o.a. Antwortteil, sondern getrennt davon für eine weitere Sendung aus Griechenland benutzt haben. Vorpfenningzeit gar nix in die Pfalz ? Beim Zeus die Götter müssen herzlos sein ! :pinch:


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    so wird es gewesen sein - aus der Pfalz kenne ich einen Beleg in der Vorpfennigzeit nach GR, das ist in über 30 Jahren der vermutliche Weltbestand. ;(

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    bekanntlich fand im Sommer 1906 in Athen eine Zwischenolympiade statt. Dazu wurden - wie bei der ersten, ebenfalls in Athen im Jahre 1886 ausgerichteten Olympiade - von der griechischen Post Marken mit Motiven zu den Antiken Spielen verausgabt. Hier der 10-Lepta-Wert ( Mi-Nr. 148 ) mit der griech. Siegesgöttin Nike.


    + Gruß


    vom Pälzer