Österreich - Bayern O.B.C. 1842 - 1850

  • Hallo VorphilaBayern


    Weisst du zufällig welcher Grenzübergang es hier benutzt war, und vielleicht wer der OBC Stempel hatte?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Bayern-Nils,


    ich denke der Brief nahm den Umweg über Eger und Tirschenreuth
    nach Neustadt an der Waldnaab, denn dies war der einzige Paket-
    schluß, den ich vom Vertrag aus dem Jahr 1819 und 1842 kenne.
    Der O.B.C. Stempel wurde sicherlich in Eger abgeschlagen. Die
    kürzeste Verbindung wäre über Tachau, Bärnau, Plößberg, nach
    Neustadt an der Waldnaab gewesen. Hier ist mir jedoch kein
    Paketschluß zwischen Österreich und Bayern bekannt.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo VorphilaBayern


    Besten Dank für die Antwort. :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Unfrankierter Brief aus Gföhl (Österreich) mit Stempel O.B.C.
    nach München "Poste Restante" (Postlagernd) vom 3. Sept. 1846.
    In München hat er seinen neuen Aufenthalt (Augsburg) hinterlegt.
    Dort war der Empfänger jedoch wieder nach München abgereist.
    Die Post in Augsburg schrieb folgendes auf den Brief: "auf Verlan-
    gen nach München" und sandte den Brief wieder nach München
    zurück. Dort erfolgte die Zustellung. Beim Empfänger wurde das
    Porto von 15 Kreuzer kassiert, zuzüglich 4 Kreuzer Postlagerge-
    bühr, die beim Postexpeditor verblieben.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo VorphilaBayern


    Ein sehr interessanter Brief. Die Briefe mit Postlagergebühr muss eher selten sein. Glückspilz :)


    Eine alternative Erklärung für die 4 Kreuzer wäre ja die 10 Meilen von Augsburg nach München, aber der Brief war wohl nicht als ausgeliefert gerechnet vor der Brief zum Zweiten Mal erreicht hatten, und daher auch kein Postgebühr für die Weiterleitung.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Bayern-Nils,


    vielen Dank. Denke auch, daß die beiden Nachsendungen gebührenfrei waren.



    Liebe Sammlerfreunde,


    ab 1. Oktober 1848 gab es eine Gebührenermäßigung im Grenzverkehr bis 5 Meilen
    auf 3 Kr.C.M. oder 4 Kr. rhein. Aufgrund der kurzen Zeit (bis 30. Juni 1850) findet
    man nur wenige Briefe. Hier ein Brief aus Innsbruck (Österreich) nach Mittenwald
    (Bayern) vom 8. März 1850 mit Stempel O.B.C. Der Empfänger bezahlte 4 Kr. rhein.
    Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    ich hoffe, dass der Brief hier richtig eingestellt ist - wenn nicht, bitte gerne verschieben oder nach Bayern kopieren, denn er tangiert beide Postgebiete.


    Geschrieben wurde er am 4.3.1843 in Ried. http://de.wikipedia.org/wiki/Ried_im_Innkreis


    Wegen der Grenznähe zu Bayern brachte man ihn in das bayer. Neuhaus am Inn, wo er als Portobrief mit 4x taxiert wurde (7.3.1843). Der Absender schrieb innen zwar noch "in Eile", aber das darf man in Österreich wohl etwas relativ sehen. ^^


    Frage an die Knobler: Was sparte der Empfänger durch die Aufgabe in Bayern?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Lieber bayern klassisch,


    ein interessanter Brief.
    Der Empfänger sparte 3 Kreuzer, denn statt 7 Kr.rh. mußte er nur 4 Kr.rh. bezahlen.


    Liebe Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    das ist natürlich richtig - statt der halbscheidigen zu teilenden 7x erhielt nur Bayern auf diese Weise 4x und war der Gewinner. Klar, dass dieses Rätsel nicht lange Bestand haben würde.


    Danke fürs lösen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief brachte ich heute vom Tauschtag in Amberg mit:
    Barfrankierter eingeschriebener Brief (Siegelseite 36 Kreuzer Franko
    und 6 Kr. Charge Gebühr) von Wien nach Stadtamhof vom 14.4.1850.
    Siegelseite Ankunftsstempel Regensburg 16. April 1850. Ebenso Siegel-
    seitiger Stempel K.K.FIL.BRF.AUFG.AMT.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    aus den nördlichen Grenzübergängen gibt es sie ja vereinzelt: die OEBC im Rahmen. Aber aus dem Süden habe ich sie nicht gekannt, bis ich diesen Brief hier kaufen konnte.
    Er stammt aus Mittersill im Salzburgischen und geht über Reichenhall nach Miesbach. Weder vorne noch hinten trägt er als Dienstbrief in beiden Ländern Portovermerke.
    Für diesen Stempel dürfte das Jahr 1849, aus dem der Brief stammt, auch eher früh sein.


    Es zeigt sich wieder einmal, dass kleinere Ämter bzw. Grenzübertritte auch ausgefallenere Vertragsstempel verwendeten.


    Liebe Grüße von Ö-Transit

  • Lieber Ö-Transit,


    ein Traumbrief - Glückwunsch! Was man sich in Reichenhall dabei dachte, den Transitstempel auf der Vorderseite abzuschlagen, wird wohl ewig das Geheimnis des dortigen Postexpeditors bleiben.
    Macht ihn ja nur noch besser.


    Gibt es eigentlich eine vollständige Auflistung aller Grenzübergänge / Kartenschlüsse nach dem 1842er Vertrag?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ö-Transit


    Ein sehr interessanter Brief :)


    Und nicht nur wegen die Stempel. Für mich ist auch der Laufweg interessant. Warum war der Brief dieser Umweg über Bad Reichenhall geschickt, statt der geraderen über Kufstein?
    Vielleicht gibt es keine explizite Antworte hierzu, aber deine Meinung hierzu lese ich gern.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    Antwort auf deiner Frage ist wahrscheinlich das Datum: 30-te Dezember. Ich vermute war in Richtung Kufstein eine starke Scheefall.


    Liebe Grüsse aus


    Ungarn

  • Hallo Ungarn


    Ja, warum nicht, ist ja auch eine Möglichkeit :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Ö-Transit,


    herzlichen Glückwunsch zu diesen außergewöhnlichen Brief.
    Ich denke, daß der Stempel OEBC im Rahmen in Lofer abge-
    schlagen wurde.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo VorphilaBayern,


    das denke ich auch. Der Transport über Kufstein wäre komplizierter gewesen als jener über Lofer, da er dann noch einen zusätzlichen Pass überwinden müsste. Daher auch der Leitweg über Reichenhall. Dass es sich, wie Ungarn vermutet, um eine Winterleitung handelt, wäre auch möglich. In den Archiven finden sich auch bei innerösterreichischen Postwegen mitunter zwei verschiedene Leitwege: einer für den Sommer und einer für den Winter.


    Liebe Grüße, Ö-Transit

  • Hallo Freunde


    Heute kann ich auch ein interessanter Brief zeigen, oder wohl eigentlich zwei.


    Der Brief ist 15. Dezember in Trient abgegeben und an Tambosi in München geschickt wo der Brief 18. landete. Zuerst war der Brief als einfacher taxiert, aber das ist geändert geworden und der Brief ist dann mit 22 Kreuzer RH Porto taxiert statt die 15 bei einfache Briefe. Wen man der Brief öffnet sieht man dass hier liegt es ein anderen Brief drin.
    Kam der anderen Brief nach der erste Taxierung dazu? Eine Antwort hierzu ist Heute nicht möglich, aber man kann so spekulieren. Wie man sieht gibt es wenige Siegelreste der an eine zweimalige Versieglung deuten kann.


    Ich zeige hier die beiden Briefe.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    toller Fund! Manchmal kann man erkennen, ob der Brief später dazu kam, oder nur falsch antaxiert wurde, in dem man das Datum innen mit dem Aufgabedatum vergleicht. Liegt ein oder liegen 2 Tage dazwischen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er später untergepackt wurde.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus