Baden-Österreich

  • Hallo Freunde


    Dank balf_de habe ich dieser Brief kaufen können.


    Der Brief lief von Mannheim nach Schärding und hatte wohl die erste Gewichtsstufe. Dann wäre der Brief mit 9 Kreuzer zu frankieren. Dieser Brief ist aber mit 12 Kreuzer frankiert geworden (Nr 18 + 20). Warum?
    Ich bin nicht sicher ob man hier eine richtigen Antworten bekommen kann. Ich freue mich aber auf ein Überfrankierten Brief. :)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    bis 1852 sandte man von Baden aus Briefe nach Österreich über die Schweiz, welche hierfür 3 Kr. kassierte, so dass bei Briefen aus Baden über 20 Meilen 12 Kr. zu frankieren waren.


    Dein Brief ist aber aus Dez. 1866, hatte also schon lange mit dieser Regelung nichts mehr zu tun und eine Akzelleration hätte es auch keine mehr gegeben.


    Für mich ist die 12 Kr. Frankatur rätselhaft - 3 Kr. verschenkte man auch im wohlhabenden Mannheim nicht mal einfach so ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch (und an den lieben balf_de wegen seiner Nettigkeit :) )

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    habe die 10 mit der 14 vertauscht. Also beides 9 Kreuzerfrankaturen.


    Man sollte manchmal besser hinschauen :thumbup: :thumbup:


    schönen Gruss
    Peter

  • Hallo die Runde


    Balf_de hat auch ein Überfrankatur erwähnt, als die einzige Erklärung hier.


    @Peter
    Deine Ganzsache ist auch sehr begehrenswert obwohl es kein Überfrankatur war. ;)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo zusammen!


    Übrigens: in der Gegenrichtung kostete das Porto ebenfalls 9 Kr.:


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/WienHD1852d11bbf0dJPG.jpg]


    Das galt allerdings nur so lange, als man in Österreich für einen Gulden 60 Kreuzer bekam. Danach - Mit "Neukreuzern" - wurde es "teurer" ...


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IncomingMailsterreich1865f1acddd6JPG.jpg]


    Falls euch die Siegelseiten interessieren, reiche ich sie gerne nach.


    Viele Grüße von balf_de

  • Lieber balf_de,


    welch schöne Incoming-Briefe zu zeigen kannst. Glücklich der, der so clever ist, über den lokalen Tellerrand zu schauen und sich solch kalligraphisch schmucke Briefe zu angeln. :P


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Balf_de


    Falls es rückseitig ein oder zwei Leitwegsstempeln gibt, dann w¨rde die Sytempeln mich interessieren :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils!


    Gerne zeige ich die andere Seite der beiden Briefe aus Österreich:


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/Scannen0002da055356jpg.jpg]


    Allerdings sind sie hinsichtlich Durchgangsstempeln wenig ergiebig. Während der Brief aus Wien vom März 1852 (laut Inhalt) lediglich den Heidelberger Distributionsstempel als Ankunftstempel zeigt, sind auf dem Brief aus Klosterneuburg von 1865 außer einem Durchgangsstempel aus Wien und einem badischen Bahnpoststempel nur ein äußerst schlecht abgeschlagener Heidelberger Ankunftstempel zu erkennen. Kein bayerischer und/oder württembergischer Durchgangsstempel - sorry!


    Viele Grüße von balf_de

  • Lieber balf_de,


    bei dem Brief aus Klosterneuburg über Wien nach HD konnte es keinen bayerischen Stempel geben, weil Baden und Österreich prinzipiell immer in geschlossenen Briefbeuteln durch Bayern verschickten.
    Solltest du mal einen Brief mit bayer. Transitstempel finden, darfst du ihn mir gerne zuschicken. :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Balf_de


    Danke für die Rückseite. Die Rückseiten kann nicht nur Durchgangsstempel zeigen. Man kann auch wenn die Stempel gut sind (etwas besser als hier) ein Laufzeit zeigen. Schaue ich mich immer gern an :)


    Viele Grüsse
    Nils

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  • Hallo Freunde


    Dieser Brief habe ich jetzt in meine Sammlung gesteckt. Und es ist kein uninteressanter Brief :)


    Der Brief ist in Geisingen 6.1.1853 geschrieben und nach Tannheim bei Reutte, Österreich geschickt. Der Brief lief dann von Baden über Schweitz nach Feldkirch in Österreich, und dann Landeck und Reutte vor der Bote der Brief nach Tannheim brachte.


    Wenn es um die schweizer Gebühren bin ich etwas unsicher, kann kein Literatur hierzu finden, aber hier ist meine Deutung.


    Der Absender hat 9 Kreuzer Postvereinstaxe bezahlt, aber nichts für den Laufweg über Schweiz. Daher musste der Empfänger die 6 Kreuzer vermerkte schweizer Transit bezahlen, hier als 7 1/4 Kreuzer Rh umgerechnet. Von Baden aus wäre diese Gebühre eigentlich nur 6 Kreuzer Rh, aber weil Österreich 6 Kreuzer CM an Schweiz bezahlen musste und man in Tannheim immer noch Kreuzer Rh benutzt hatte, kam diese Ektrakosten mit 1 1/4 Kreuzer Rh dazu.
    Und noch dazu kam der Botenlohn mit 2 Kreuzer Rh so dass der Empfänger 9 1/4 Kreuzer Rh für diesen Postvereinsbrief bezahlen musste.



    Warum der Brief dieser Laufweg genommen hat, weiss ich nicht. Ein Vermerk auf den Brief finde ich nicht. Und ähnliche Briefe ohne dieser Leitweg habe ich auch gesehen, also den über Bayern. Vielleicht kann Balf_de etwas hierzu sagen?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ich bin zwar nicht der liebe balf_de, aber wenn ich für ihn antworten darf, mache ich das doch gerne. :)


    Zitat

    Daher musste der Empfänger die 6 Kreuzer vermerkte Schweizer Transit bezahlen, hier als 7 1/4 Kreuzer Rh umgerechnet.


    Der Schweizer Transit, wenn ich nicht irre, war nur 3x teuer, weil er im geschlossenen Briefbeutel lief (ab Efringen - Basel). Den Beweis tritt die Siegelseite an, auf der es keinen Schweizerischen Stempel gibt.


    Zitat

    weil Österreich 6 Kreuzer CM an Schweiz bezahlen musste


    Das stimmt so nicht - wegen des geschlossenen Transits stand das Grenzpostamt Feldkirch im Kartenschluss mit badischen Ämtern, nicht mit der Schweiz. Daher hatte auch in Österreich niemand 6x oder 7 1/2x an die Schweiz zu zahlen, weil die gar nicht wussten, wofür die gewesen wären.


    Weil er für diese Leitung, im Gegensatz zu der Leitung über Württemberg und Bayern, unterfrankiert war, kamen noch 3x Portozuschlag drauf, so dass die 6x erklärt sind.


    6 mal 1,2 = 7,2x rheinisch sind klar und es ist gut zu sehen, dass sowohl der Bote, als auch der Empfänger noch in rheinsichen Kreuzern rechneten.


    Aus heutiger Sicht ist es eher ein Beispiel schlechten Verhaltens, einen korrekt frankierten Postvereinsbrief durch den nicht ersichtlichen Wunsch nach einer Leitung über die CH 6x teurer zu machen. Ab Juli 1856 gab es das nicht mehr und jetzt wird einem klar, dass es nicht viele Briefe dieser Art geben wird. Gut gekauft, denn den hätte ich auch genommen. :P


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch ()

  • Hallo bayern klassisch


    Der Bitte an Balf_de war eine Erklärung zu den hier gewählten Laufweg - einfach weil es beides aus auch dieser Ort (Giesingen) vor 1856 gibt, also über Bayern oder Schweiz. Dieser Wissen habe ich nur von ein Badener erwartet.


    Ja, klar darfst du antworten. :)


    Der schweizer Transitgebühr war also nur 3 Kreuzer Rh/CM, ja dann macht ein 3 + 3 Kreuzer Porto eine besseren Erklärung als meine. Aber eine Sendung nach Kreuzer Rheinisch Gebiet macht es so wie so teuerer als für Briefe in die umgekehrte Richtung.


    Ob der Brief wirklich nach Basel geschickt war, finde ich etwas zweifelhaft. Hier gab es kein Bahn so dass ein kurzer Weg wohl gewählt wäre.




    Das stimmt so nicht - wegen des geschlossenen Transits stand das Grenzpostamt Bregenz im Kartenschluss mit badischen Ämtern, nicht mit der Schweiz. Daher hatte auch in Österreich niemand 6x oder 7 1/2x an die Schweiz zu zahlen, weil die gar nicht wussten, wofür die gewesen wären.

    Dieser Brief hat niemals Bregenz gesehen - der Eingang war Feldkirch. Aber du hast sicher recht wenn Österreich die 6 Kreuzer CM/ 7 Kreuzer Rh an Baden bezahlen musste, welche Baden teilweise weiter nach Schweiz schicken musste. Wenn nur 3 Kreuzer hat ja Baden hier 4 Kreuzer gewonnen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    sorry - hatte Bregenz geschrieben, aber Feldkirch gemeint. ;( Werde ich gleich korrigieren.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Nils,


    hatte noch etwas zu schreiben vergessen: Wichtig war hier Baden. Mit der Eisenbahn ging es sehr schnell - und die CH garantierte diesen Weg von Basel bis Feldkirch gemäß Altvertrag. Übrigens sandte auch Österreich seine Post nach Frankreich gem. Altvertrag über die gleiche Route, nur eben in anderer Richtung. Diese kam auch in Basel aus dem Paket (St. Louis) und lief dann nach Frankreich weiter. Noch ein "Alterfolg" des Fürsten Metternich gegen Bayern ... :cursing:


    Liebe Grüsse von bayern klassisch (der ja auch in der ARGE Baden ist) ;)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Mit der Eisenbahn ging es sehr schnell

    Hallo bayern klassisch


    Welcher Bahnverbindung gab es zwischen Basel und Feldkirch in 1853? War die ganze Strecke dann schon gebaut? Von Feldkirch weiter in Österreich, so der Gewinn (zeitlich) sollte nicht sehr gross gegenüber eine Postvereinsleitung sein.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    nein nein, ich meinte nur, dass Baden auf seine Nord - Süd - Eisenbahn vertraute, was die hohe Schnelligkeit anging. Ein Ortskenner sagte mir mal, dass der Weg um den Bodensee über die Schweiz auch heute noch viel zügiger zu bewältigen ist, als anders herum. Wann welche Eisenbahnen in der Schweiz verkehrten, kann ich nicht sagen, wüsste es aber gerne.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus