Auslandsverkehr

  • Hallo alle zusammen.


    ich möchte den etwas dünnen Ungarn-Teil bereichern und habe deshalb diese Rubrik eröffnet.
    Zu Beginn stelle ich ein "Muster ohne Wert" aus meiner Sammlung vor, denn die Frankaturen sind nicht spektakulär aber die Muster sind selten, vor allem wenn sie vor 1900 ins Ausland gingen.
    Nach Übersee scheint es nur diesen aus der Zeit vor 1900 geben.



    Schönes Wochende


    Martin

  • Hallo Martin,


    sehr schön und wie du schreibst ganz selten. Allgemein glaube ich sagen zu können, dass Muster ohne Wert (MoW) - Belege in die USA ausnahmslos selten sind. Von den meisten AD - Staaten kenne ich überhaupt keine (umgekehrt aber auch nicht).


    Danke fürs Zeigen dieser Rosine. :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend Ralph,


    ich erninner mich nur an 2 Belege Deutsches Reich aus der Sammlung von Klaus Peter Rühl, die 1872 und 1898 gen Westen gelaufen sind:




    Viele Grüße aus Frankreich


    Martin

  • Hallo Martin,


    das obere zählt nicht, weil das Fahrpost war und damit ja Mengen von Mustern mitkamen (die auch nicht immer ohne Wert waren!), das untere Stück ist natürlich eine Bombe, wie sie nur in dieser Sammlung vorkommen konnte (oder musste?). :D


    Mit haben Juroren mal im Rang 3 in Sifi vor vielen Jahren vorgeworfen, ich hätte bei meiner damaligen Sammlung "Von, nach und durch Bayern 1806-75" nicht einen einzigen Musterbrief nach Südamerika oder Afrika dabei und auch höhere Gewichtsstufen in diese Länder würde man sehr vermissen. Das hätte ich fast unkommentiert gelassen, aber den damaligen Kommentar von mir poste ich hier besser nicht.


    Es zeigt aber, wie wenig es wirklich im 19. Jahrhundert von diesen Sendungen gab und wenn man dann noch bedenkt, wie viele weggeworfen wurden, oder gewisser klimatischer Verhältnisse geschuldet einfach zerbröselten, dann weiß man, mit welchen Rosinen man es hier in jedem einzelnen Fall zu tun hat.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend,


    nachdem ich unter Bayern ein zu einem Brief zusammengeklebtes Streifband vorgestellt habe (siehe: http://altpostgeschichte.com/i…ad&postID=82373#post82373) , möchte ich nun etwas ähnliches aus Ungarn zeigen:
    Der Absender verwendete ein Bogenteil der Streifbänder wie den hier abgebildeten:



    ... und klebte aus einem 4er Streifen einen Drucksachenumschlag:



    das Ganze dann noch eingeschrieben sowie auffrankiert und schon war ein interessanter Beleg für Postgeschichtler und Ganzsachensammler geschaffen.


    Schöne Grüße aus Frankreich


    Martin

  • Hallo alle zusammen,
    diese Woche habe ich einen interessanten (neuen) Ungarnbrief nach Rußland gefunden. Außer der Tatsache , daß ich hatte ihn noch nicht in meiner Datei hatte, ist seine Zieladresse und der Leitweg interessant:


    Destinantion: Halbinsel Krim - Simferopol nördlich von Sebastopol.



    Geografisch gesehen scheint der Leitweg I über Galizien, wie in dem Brief-Posttarif von 1870 vorgegeben logisch, weshalb der Brief lief zunächst nach Wien (rote = Strassenverbindung - blau = Zugverbindung). Bis dahin läßt sich das noch anhand des Durchgangsstempels Wien belegen.



    Leider kann ich derzeit den russischen Stempel vom 22. auf der Vorderseite nicht identifizieren. Aber man kann jetzt schon sagen, daß der Brief ein Mehrfaches der Luftlinie zischen Reschitza im Südosten Ungarns und Simferopol auf der Krim zurückgelegt hat.



    Für alle Destinationsfans: es gibt aus der Zeit 1867-1875 24 Briefe nach Russland (inkl. Polen ...) aber auf die Krim kenne ich noch keinen aus diesem Zeitraum.


    Schönen Grüsse aus Frankreich


    Martin

  • Hallo Martin,


    interessantes Stück! Wäre es möglich, dass man wegen eines älteren Postvertrags Österreich - Russland noch nach dessen Vorgaben von Ungarn aus leiten musste? Sonst kann ich mir jedenfalls keinen anderen Reim darauf machen, dass er den dreifachen Weg gelaufen ist.


    Bitte, bitte unten rechts das Kuvert umknicken, damit der Brief nicht leidet, danke!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    mit den Postverträgen ist das so eine Sache wenn es um die Leitwege mit Rußland geht, denn "Für die Gegenseitige Zuführung der Postsendungen soll der Grundsatz entscheidend sein, daß die Sendungen stets auf demjenigen Wege befördert werden, welcher die meiste Beschleunigung gewährt. Bei gleicher Beschleunigung ist der für das Publikum billigere (...) Weg zu wählen." Ich denke, daß die Bahnverbindungen vielleicht über Wien und Preußen besser waren.


    Die Ecke habe ich schon gerichtet, ich habe den Scan vom Verkäufer benutzt (Faulheit :thumbup: )


    Schönen Tag


    Martin

  • Hallo Martin,


    danke fürs Zitieren des Vertragstextes - eigentlich wurde im Laufe der Geschichte alles transparenter, aber die Ausnahme der Regel finden wir hier, wenn ein nicht alltäglicher Brief nach seiner Interpretation schreit.


    Als Aussteller gebe ich dann immer die Möglichkeiten an die Hand und überlasse dem geneigten Sammler, welche er präferiert So hat man auch seine Ruhe vor endlosen Diskussionen vor seinen eigenen Rahmen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Martin,


    Zitat

    Leider kann ich derzeit den russischen Stempel vom 22. auf der Vorderseite nicht identifizieren.


    Der Stempel ist von Odessa. Es gab ja schon lange einen direkten Kartenschluß Wien-Odessa, der mehrmals die Woche bedient wurde. Die ganze Post von/nach diesen südrussischen Gebieten wurde meines Wissens über Odessa geleitet.



    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo alle zusammen,
    heute möchte ich einen zufälligen Ebay Kauf vorstellen:
    Ein Luftpostbrief von Budapest nach Bikaner, das im Norden des indischen Bundesstaates Rajasthan liegt (damals britisch Indien). Das Porto vom 180 filler setzt sich aus 40 filler Briefgebühr + 140 filler Luftpostzuschlag zusammen.




    Aber auch der der Gastgeber der Empfängerin ist sehr interessant, wie man bei Wikipedia erfahren kann:
    Sri Ganga Singh Bahadur war der dritte und jüngste Sohn von Sri Lal Singh (1831–1887). Er spielte eine wichtige Rolle in der Indischen Politik, nach dem seine militärische Karriere im 1 Weltkrieg ihren Höhepunkt erreicht hatte.



    Mehr unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Ganga_Singh


    Schönes Wochende


    Martin

  • Hallo Martin,


    schon ein toller Hecht, wenn man seine Vita bei Wikipedia so liest - klasse!


    Und der Brief ist auch sehr nett, weil es da wohl nicht viel Postverkehr gegeben haben dürfte, jedenfalls keinen, der so gut aussieht. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend,
    von einem Sammlerkollegen bekan ich einen interessanten Hinweis, daß die Schweizer Postverwaltung mit Fensterumschlägen so ihre Schwierigkeiten hatte. So heisst es angeblich in Verfügung Nr. 6 vom 15.02.1910 der Schweizer Postverwaltung alle Postbämter : "...Die Verarbeitung derartiger Sendungen, deren Adressen durch die oft ungenügend durchsichtigen Stellen nur schwer, haufig nur durch Glattlegen und Anpressen des Inhalts an dieselben und durch Zurechtrücken der Inlage entziffert werden können, bildet eine empfindliche Störung des Dienstes und bedingt einen Mehraufwand an. ..."
    In einem Artikel der ArGe Schweiz zu diesem Thema, gab es auch ein Beispiel eines Briefes aus Ungarn, der wegen eines unzulässigerweise "querverlaufenden Fensters" an den Absender zurückging.


    ..............


    Meine Frage: Gibt es irgendwo die Verfügungen / Verordnungen der schweizer Postverwaltung online ? Ich konnte nichts googeln....


    Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe


    Martin

  • Hallo Martin,


    du bekommst von mir gleich eine PN mit 2 E-Mail Adressen, die beide die CH - Vorschriften von 1849 (Beginn der Bundespost) bis ins frühe 20. Jahrhundert haben.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend ins Forum,


    heute bin ich beim Aufräumen meiner "Ungarn-Ablage" auf eine etwas lädierte Dienstbrief - Hülle von Buda - New York aus dem Jahr 1871 gestoßen.
    Wenn ich es richtig entziffert habe wurde er vom k. ungarischen Finanz - Ministerium aufgegeben.
    Er lief über Bremen. Über den Empfänger "Brimmelberg" konnte ich allerdihgs nichts in Erfahrung bringen.



    Schönen Abend


    Martin

  • Hallo Martin,


    solch eine Rosine liegt bei dir in der Kiste herum? :thumbsup:


    Es war aber wohl ein Portobrief, der 16 US - Cents gekostet hatte, wenn ich mir den amerikanischen Stempel ansehe. In Ungarn hatte man wohl die Taxe nicht zu notieren gewagt - den Amerikanern war das egal, sie haben ihn als gewöhnlichen Portobrief gesehen, der mit vergessener Taxe eingelaufen war ...


    In meinen Augen ein sehr seltenes Stück - so eines hätte ich mal gerne von Bayern gesehen. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus