Beiträge von Ungarn-1867

    Guten Abend,

    gibt es irgendwo Verordnungen des Hamburger Stadtpostamtes, in dem man die Postgebühren nachrecherschieren könnte. Ich suche eine Quelle zu den in der Postverordnung 16/1868 des NDP erwähnten Lokalgebühren für den Verkehr Hamburg- Helgoland. Es wird geschrieben: "In den Portosätzen für die Local-Correspondenz zwischen Hamburg resp. Bremen und Helgoland tritt eine Aenderung nicht ein."

    Danke im voraus

    Martin

    Liebe Sammlerfreunde,

    ein französischer Postgeschichtler hat mir die folgenden Scans mit der Bitte um Entzifferung geschickt:

    Oben steht in französischer Sprache:

    Der unterschreibende Bürgermeister von Mars-La-Tour bestätigt, dass Herr Evrard Charles, Mitglied des Stadtrates der genannten Ortschaft, mit guter und moralischer Lebensführung, und bitte die Behörden ihn uneingeschränkt geschäftlich mit Pferd und Kutsche reisen zu lassen.

    Mars La Tour 1 November 1870

    Der Bürgermeister

    Könnte ein Forumsmitglied den deutschen Text darunter entzifferen ?

    Das gleiche Dokument hat noch weitere Passierscheine für spätere Reisen, die ebenfalls für mich sehr schwer zu entziffern sind:

    Vielen Dank im voraus für die Hilfe.

    Martin

    Hallo Hiroyuki,

    schön einen neuen Sammlerfreund im Forum begrüßen zu können, der sich den Freuden der kuk Postgeschichte widmet. Wir sind uns auch schon einmal auf einer philatelistischen Veranstaltung begegnet, aber mir fällt gerade nicht ein wo ...

    Meine Zeit ist eher ab 1867, manchmal auf früher, aber nie Vorphila :)

    Viel Spaß im Forum

    Martin

    war das korrekte Franko für Ort- und Lokalbriefe im 2. Gewicht 5 Nkr., oder 6 Nkr.?

    Hallo Ralph,

    die Gebühr betrug in der Tat 6 Kreuzer und ich habe noch ein anderes Beispiel aus meiner Sammlung, diesmal mit Steindrucken aus dem Jahr 1871:

    Helyben = Lokal von Hely = Ort ben=in

    Schöne Grüße

    Martin

    Zum Ende des Tages noch ein kleines Schmankerl:

    Ortsbrief der 2. Gewichtsstufe 2 x 3Kr von Buda nach Pest

    Vielleich kann ein Mitleser die Anschrift entschlüsseln, um zu erfahren in welchem Ministerium der Empfänger arbeitete.

    Schönes Wochenende

    Martin

    Jetzt auch mal einen Brief aus Ungarn.

    Eingeschriebener Brief aus Tura (Komitat Pest M.) nach Buda Pest und dort in den 3. Bezirk der Ó Buda heißt. Die Endungen -en bzw. -n bedeuten "in". Die Gebühr betrug 5 Kr für einen Brief bis 1 Loth + 10 Kr Reco-Zuschlag.

    Der rückseitige Ankunftsstempel wurde vom Postamt Budapest 1 verwendet.

    Gruß aus Frankreich

    Martin

    Hallo Udo,

    ich habe nochmals das Amtsblatt des Königlichen preußischen Post-Departements von 1866 durchgeblättert aber keinen entsprechenden Hinweis gefunden. Auch bei Werner Stevens war nichts zu finden...

    Gruß

    Martin

    Hallo Martin,
    lt. Portoübersicht des Norddeutschen Bundes kostete ein Brief über Frankreich je 9/20 Loth (7,5g) 8 1/2 Silbergroschen. Meines Wissens wurde bei Auslandsbriefen in der Regel Franko wie Porto der gleiche Betrag fällig.
    Gruß
    Udo

    Hallo Udo,

    das Porto durch Frankreich wurde gesplittet, wie ich oben angegeben habe, d.h.:

    die 8 1/2 Silbergroschen galten nur für einen Brief bis 7,5 g von

    7,5g bis 15 g kostete er dann 3+5,5+5,5 = 14 Silbergroschen zwischen

    15 g und 16,6 g waren dann 3+5,5+5,5+5,5 = 19,5 Silbergroschen fällig usw...

    Schönen Abend

    Martin

    Guten Abend,
    Endlich mal eine gute Diskussion ....:)

    bayern klassisch : Im "Post- und Telegraphen-Handbuch" des Norddeutschen Bundes von 1868 wird dieser Zuschlag in Abteilung I § 11 beschrieben:

    Ich würde den Vermerk links oben als 24 / 4 lesen. So ähnlich kenne ich es von anderen Briefen nach Italien. Sprich 24 Gramm / 4. Gewichtsstufe.

    Dann passt die Berechnung des Portos auf jeden Fall ;)

    ich lese das als 2,20 (Lire?) Das würde 17,6 Sgr entsprechen.

    Das ist korrekt, da der Kurs zwischen Lire und Franc lt Posthandbuch jeweils 8 SGr = 1 Lire = 1 Fr entspricht und das zu den von mir angegeben 12,5 Cents/Centesimi pro 1 SGr passt.

    Auf die 320 bin ich gekommen, da der durchgestrichene Taxvermerk , mit einer 3 beginnt:

    Vielen Dank für die Reaktionen

    Martin

    Hallo Bayernjäger,

    laut Amtsblatt des Königlichen Post-Departements Preußens vom 1861 mussten nicht ausreichend frankierte Brief nach dem Kirchenstaat über Frankreich transportiert werden:

    Den nicht durchgestrichene Taxvermerk würde ich als 320 identifizieren

    Wenn ich nun wegen des handschriftlichen Vermerks oben Links davon ausgehe, dass es sich um einen Brief der 2 Gewichtsstufe dann wäre folgendes Porto fällig gewesen:

    2 x 3 SGr = 6 Sgr wobei der Brief bei 2 Loth 16,6 g bis 33,2 g schwer sein kann

    + 4 x 5,5 SGr = 22 Sgr – die Gewichtsprogression betrug 7,5 gr, d.h, der Brief wog zwischen 22,5g und 30 g

    + 1 SGr "Strafporto des NDP" da der Brief unterfrankiert war. Diese Gebühr war gewichtsunabhängig

    = 29 SGr da der Umrechnungskurs in die franz. Währung betrug 12,5 c pro 1 SGr, d.h. 29 SGr = 362,5 Cents

    Die frankierten 2 x 2 SGr wurden mit 48 Cents (wenn 12,5 auf 12 abgerundet) bzw 50 Cents angerechnet.

    Daraus würde sich ein Fehlbetrag von 312 Cents bzw. 314 Cents ergeben, der dann auf 320 aufgerundet wurde. Übrigens hatten italienische und französische Cents den gleichen Wechselkurs zum SGr.

    Nachfolgend die Quelle für die Berechnung des französischen Portos:

    Der durchgestrichene Taxvermerk scheint auch 320 zu zeigen, allerdings habe ich für die beiden 8 oben und in der Mitte keine Erklärung...

    Vielleicht hat aber ein anderer Mitleser hier im Forum eine andere Idee ...

    Schönen Sonntag

    Martin

    Hallo Bayernjäger,

    der Brief ist eine schwere Nuß und ich fange mal mit dem Grundsätzlichen an, um vielleicht eine neue Diskussion zu starten:

    • die Adresse ist widersprüchlich, denn Rom gehörte zu dieser Zeit noch nicht zu Italien. Da der Absender "Italy" angab, gehe ich mal davon aus, dass er eher aus dem englischen Sprachraum kam (vielleicht ein Mitarbeiter der in der Anschrift genannten amerikanischen Bank)
    • Es gab 3 Wege nach Rome:
      • Österreich seit Oktober 1867 3 Groschen pro Loth
      • Schweiz seit dem 1.9.1868 3 3/4 Groschen pro Loth

        Aber in diesen beiden Fällen gilt, dass bis bis zum Juni 1870 nur bis zur Grenze des Kirchenstaates vorausfrankiert werden konnte und dort wurden 25 Centesimi (pro Gewichtsstufe) taxiert.

      • über Frankreich, wobei dieser Tarif teurer war, denn in diesem Fall war es möglich bis Rom vorzufrankieren. Hier galten Vereinsporto + 5 1/2 Groschen (pro 7,5 gr) = 7 1/2 Groschen demnach würden 3 1/2 Groschen fehlen.
    • Die Durchgangsstempel zeigen eindeutig einen Transport über Frankreich, womit der Brief an sich schon sehr selten !!!

    Bleibt noch die französischen Portoberechnung nachzuvollziehen, aber da komm ich im Moment nicht zu Rande, es sei denn der Vermerk oben rechts bedeutet 2 Loth....

    Ich bleibe dran

    Schöne Woche

    Martin

    Liebe Bayernspezialisten,

    jetzt habe ich versucht meine Hausaufgaben zu machen und die Originalquellen studiert. Aber trotzdem leuchtet mir nicht ein, warum bei Zangerle auf S. 117 angeben wird, dass der Tarif am 17.06.1862 von 30 Kr auf 33 Kr angehoben wurde. In der Verordnung kann ich keinen Hinweis auf die Portoerhöhung finden:

    Habe ich irgendetwas übersehen ?

    Vielen Dank vorab für die Hilfe.

    Martin

    Liebe Bayernspezialisten,

    ein französischer Sammlerfreund bat mich um Hilfe bei folgendem Brief aus der kommenden Köhler-Auktion:

    383. Auktion | Auktionshaus Heinrich Köhler

    Für alle Fragen hatte ich eine Antwort nur bei der Frankatur bin ich mir nicht sicher. Gibt es irgendwo die Bayerischen Postverordnungen Digital, um die Angaben im Zangerle mit den Originalquellen zu prüfen. Dort werden nämlich 33 Kr bei Transport über Frankreich erwähnt.

    Danke

    Martin