Die Postgeschichte von Wildeshausen / (2024)

  • Die Postgeschichte von Wildeshausen

    Wildeshausen ist die Kreisstadt des niedersächsischen Landkreises Oldenburg mit 21.154 Einwohnern (Stand 31. Dez. 2022).

    Im Jahr 1855 hatte der Postbestellbezirk Wildeshausen 5.088 Einwohner und damit einen prozentualen Anteil von 1,43 % am Briefverkehr im Grossherzogtum Oldenburg (Ohrt, S. 222).

    Die ersten Poststempel von Wildeshausen wurden mit der französischen Besatzung durch die Truppen Napoleon Bonapartes bzw. kurz davor eingeführt. Vor dieser Zeit gab es aber auch bereits handschriftliche Ortsvermerke aus Wildeshausen auf Briefen.

    Vorphilabrief vom 2. März 1806 mit den handschriftl. Ortsaufgabevermerk "Wild" für Wildeshausen nach Mellendorf (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 21)

    Vorphilabrief an die gleiche Anschrift und offenbar vom gleichen Absender, jetzt mit dem Ortsaufgabevermerk "Wildesh" fr. Hannover nach Mellendorf (147. Felzmann-Auktion vom 5.11.2013, Sammellos Nr. 11127)

    Brief vom 22. April 1809 mit dem Ortsaufgabevermerk "de Wildeshausen" nach Diepholz (aus der Slg. Oldenburgpost)

    (Undatierter) Brief in französischer Adressierung mit dem Ortsaufgabevermerk "de Wildeshausen" nach Hardegsen (147. Felzmann-Auktion vom 5.11.2013, Sammellos Nr. 11127)

  • Der erste Poststempel von Wildeshausen war nach der Darstellung von Paul Ohrt ein zweizeiliger Langstempel "FR WILDESHAUSEN", der wohl schon im Jahr 1810 (so jedenfalls Paul Ohrt, S. 101 f., S. 205) durch die Franzosen eingeführt worden sein könnte. Ohrt hat diesen Stempel allerdings erstmals und frühestens auf einem Brief vom 13. Februar 1815 registriert (Ohrt, S. 205, daher ist es unklar, ob dies der 1. Stempel von Wildeshausen war. Es handelt sich bei diesem Stempel sehr wahrscheinlich um den "P.P. WILDESHAUSEN" (FEUSER 3907-3), der in den Buchstaben P.P. beschädigt wurde). Auch wäre die Bedeutung einer Abkürzung "FR" nach wie vor unbekannt. Ohrt vermutete, dass dies "Französisches Relais" bedeuten könnte, d.h. eine von den Franzosen zwischen HAMBURG-BREMEN-AMSTERDAM eingerichtete Postverbindung, für die dieser Stempel zumindest anfangs verwendet wurde. Denn solche Relais-Angaben enthielten auch schon die damals vom Großherzoglich Bergischen Ober-Postamt in Hamburg und Bremen eingeführte Poststempel , z.B. HAMBOURG R4 - Hamburg Relais 4 (vorgefunden auf Briefen vom 9. Januar 1807 bis 15. Januar 1808). ("FR WILDESHAUSEN" Ohrt, S. 205, Nr. 68a., S. 101, FEUSER unbekannt) Ohrt kannte zum damaligen Zeitpunkt, als er die Vermutung "FR" ="Französisches Relais" äußerte, die Département-Stempel von Wildeshausen nicht. Auch die nachgewiesen früheste Verwendung dieses Stempels ab dem Jahr 1815 deuten darauf hin, dass es sich um den Stempel "P.P. WILDESHAUSEN" handelt.

    Brief vom 26.08.1816 mit dem schwarzen L2 "FR WILDESHAUSEN" nach Oldenburg (147. Felzmann-Auktion vom 5.11.2013, Sammellos Nr. 11127). ("FR WILDESHAUSEN" Ohrt, S. 205, Nr. 68a., S. 101, FEUSER unbekannt)

    Brief vom 20.09.1823 mit dem schwarzen L2 "FR WILDESHAUSEN" nach Münster (aus der Slg. Oldenburgpost)

    Brief vom Februar 1815 mit dem Stempel "PR WILDESHAUSEN" nach Oldenburg (aus der Slg. Oldenburgpost) Dieser Stempelabschlag stützt die Annahme, dass es sich hierbei um den Stempel "P.P. WILDESHAUSEN" (FEUSER 3907-3) handelt, bei dem lediglich das "P.P." beschädigt wurde.

    Nach FEUSER wurde im Jahr 1811 durch die Franzosen als erster Poststempel ein zweizeiliger Departmentstempel (L2) "130 WILDESHAUSEN" eingeführt. (Ohrt unbekannt, FEUSER 3907-1) Dieser Stempel wurde für portofreie Dienstbriefe verwendet. Wildeshausen gehörte zum Département der oberen Ems - frz.: Département de l’Ems-Supérieur - mit Hauptsitz in Osnabrück.

    (Undatierter) Dienstbrief mit dem schwarzen L2 "130 WILDESHAUSEN" nach Oldenburg (aus der Slg. Oldenburgpost) (FEUSER 3907-1; Ohrt unbekannt) Dieser Stempel ist deutlich seltener als der Stempel "P. 130 P. WILDESHAUSEN".

  • Für portopflichtige Briefe wurde ab dem Jahr 1811 der L2 "P. 130 P. WILDESHAUSEN (Länge 54 mm) verwendet. In der Abbildung ein Brief vom 26.08.1813 mit dem schwarzen L2 "P. 129 P. WILDESHAUSEN" und dem Leitstempel "Par Walsr." (=Walsrode) nach Hannover (aus der Slg. Oldenburgpost) (FEUSER 3907-2; Ohrt unbekannt)

    Brief mit dem schwarzen L2 "P.130 P. WILDESHAUSEN" (Länge 54 mm) nach Quakenbrück (aus der Slg. Oldenburgpost) (FEUSER 3907-2)

    Die französische Besatzungszeit endete im Jahr 1813. Nach dem Abzug der Franzosen wurde in Wildeshausen die Département-Nummer 130 aus dem Stempel "P. 130 P. WILDESHAUSEN" (Länge 54 mm) entfernt (="aptiert"), so dass hier ein Stempel "P.P. WILDESHAUSEN" entstand. Feuser hat diesen Stempel erstmals im Jahr 1815 registriert (FEUSER 3907-3).

    (Undatierter) Brief mit dem schwarzen L2 "P.P. WILDESHAUSEN" nach Oldenburg (147. Felzmann-Auktion vom 5.11.2013, Sammellos Nr. 11127) (Länge 54 mm) (FEUSER 3907-3; Ohrt unbekannt)

    Es ist m.E. davon auszugehen, dass dies ein sehr früher Brief mit diesem aptierten Département-Stempel ist (möglicherweise sogar vor 1815) und dass dieser Stempel bereits Anfang des Jahres 1815 aufgrund eines mangelhaften Abdrucks bzw. aufgrund von Beschädigungen statt eines "P P" ein "F R" abbildete. Ohrt hat diesen Stempel "F R WILDESHAUSEN" letztmalig auf einem Brief vom 8. Februar 1824 gesehen (Ohrt, S. 205)

    Ab dem Jahr 1820 wurde ein einzeiliger Langstempel (L1) "WILDESHAUSEN" (Länge 48 mm) registriert (FEUSER, 3907-4, Ohrt, S. 205, Nr. 58b.) Ohrt hat diesen Stempel zuerst auf einem Brief vom 10. Juli 1824 erfasst (Ohrt, a.a.O.)

    Undatierter Brief mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" )(Länge 48 mm) nach Oldenburg (aus einem ebay-Angebot) (FEUSER, 3907-4, Ohrt, S. 205, Nr. 58b.)

    Vorphila- Brief aus dem Jahr 1830 mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" (48 mm) nach Oldenburg (aus einem ebay-Angebot)

  • Dieser L1 wurde ab dem Jahr 1852 nach der Einführung der oldenburgischen Freimarken zum Entwerten der Marken genutzt.

    Brief vom 24. Mai 1852 (2. Entfernungsstufe) mit einer Oldenburg Nr. 3 II, 1/15 Thaler in lebhaft rosa (Papierlieferung A) mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" (Länge 48 mm) nach Hameln (aus meiner Slg.)

    Brief Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler in blau mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" nach VERDEN (330. Schwanke-Auktion vom 14. Mai. 2011, Los-Nr. 810)

    Brief vom 11. Juli 1852 mit einer Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung B) mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" (Länge 48 mm) nach Brinkum (aus meiner Slg.)

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" nach Burg bei Magdeburg ( 330. Schwanke-Auktion vom 14. Mai. 2011, Los-Nr. 809, leider nur eine kleine Abbildung)

  • Brief aus "Hatten" (handschriftl. Ortsaufgabevermerk in rot) mit einer Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler, m.E.. in dem helleren blau der Papierlieferung A ( Bild durch Scanner farblich verändert) mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" nach Wildeshausen (aus der Slg. Oldenburgpost)

    Spätestens am 3. Dezember 1852 wurde in Wildeshausen ein zweizeiliger Rahmenstempel (Ra2) "WILDESHAUSEN" in Gebrauch genommen (vgl. Ohrt, S. 205, Nr. 68c.). Ohrt hat diesen Stempel erstmals auf einem Brief vom 15. Januar 1853 registriert (Ohrt, S. 205).

    Brief Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung B) mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 3/12" (1852) nach Ganderkesee (aus meiner Slg.) - frühester bekannter Brief mit diesem Stempel -

    Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler dunkelblau (B) mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN", Bfst. Oöldenburg Nr. 3 II, 1/15 Thaler im blasseren rosa (Papierlieferung B) und Oldenburg Nr. 4b, 1/10 Thaler in zitronengelb jeweils mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN" mit Stempeldaten aus Dez. 1852 (aus meiner Slg.)

    Brief Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler in dunkelblau (Farbe durch Scanner verändert) 2 x mit dem schwarzen L1 "WILDESHAUSEN" entwertet und zusätzlich dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 26/4" (1853) nach Bremen (aus der Slg. Oldenburgpost)

  • Brief Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler in dunkelblau (B) mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 18/6" nach Goldenstedt (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 181)

    Wohl ebenfalls im August des Jahres 1853 wurde auch in Wildeshausen von schwarzer auf blaue Stempelfarbe umgestellt. Dies Änderung bestand jedenfalls als eine Anweisung der grossherzoglich oldenburgischen Postverwaltung an die einzelnen Postspeditionen. Paul Ohrt hat in Wildeshausen bis zum 5. Juli 1853 schwarze und dem 4. Februar 1854 blaue Stempelfarbe vermerkt (Ohrt, S. 244).

    Brief mit einem Randstück der Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in blau (wahrscheinlich Papierlieferung C, Org.-Farbe wurde durch den Scan verändert) mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 12/7" nach Delmenhorst (aus der Slg. DSBerlin)

    Brief mit 3 x Oldenburg Nr. 1, 1/3 Sgr. in olivgrün mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 16/2" nach Oldenburg (330. Schwanke-Auktion vom 14. Mai 2011, Los-Nr. 315)

    Bfst. Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb (Papierlieferung D) mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 22/1" (aus meiner Slg.)

  • Drucksache mit einer Oldenburg Nr. 1, 1/3 Silbergroschen in olivgrün mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 19/10" nach Lingen, Kgr. Hannover (Auktion Till Neumann vom 1. März 2003, Los-Nr. 231)

    Brief Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in graublau (Papierlieferung E) mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 10/2"+ nach Oldenburg (3. Klüttermann-Auktion, Los-Nr. 1056)

    Brief der 2. Entfernungsstufe mit einer Oldenburg Nr. 3 III, 1/15 in blass-fleischrot mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 12/8" (1859) nach Stadthagen (Kgr. Hannover) (42. Christoph Gärtner-Auktion, Los-Nr. 14440)

    Fernbrief Oldenburg Nr. 3 III, 1/15 Thaler - Hermelin schattiert - in blass-fleischrot in Mischfrankatur mit einer Oldenburg Nr. 6a, 1 Groschen blau mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 26/5" (1860) nach Salzwedel (362. Heinrich-Köhler-Auktion, Los-Nr. 4062)

  • Drucksache mit einer Oldenburg Nr. 5, 1/3 Groschen in olivgrün mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 22/2" nach Apen (383. Heinrich Köhler-Auktion vom 23.03.2024, Los-Nr. 107)

    Brief der 2. Entfernungsstufe mit 2 x Oldenburg Nr. 6a, 1 Groschen in blau mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 9/5" nach Ebstorf (330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 389)

    Brief der 2. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 7, 2 Groschen in dem kräftigeren rosa der 1. Auflage mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 20/9" nach Oldenburg (224. Rauhut & Kruschel-Auktion vom 19.-20.4.2024, Los-Nr. 842)

    Fernbrief mit einer Oldenburg Nr. 8, 3 Groschen gelb mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 25/3" nach Salzwedel (330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 417)

  • Oldenburg Nr. 8, 3 Groschen gelb mit dem PF II "Fehlstelle im rechten Rand in Höhe der oberen Verzierung" und dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 5/9" (aus meiner Slg.)

    Dieser Plattenfehler wurde im Handbuch, Florian Berger, S. 30 erstmals abgebildet. Es handelt sich hier auch um die Marke, die als Teilausschnitt im Handbuch bei Berger zu sehen ist.

    Brief Oldenburg Nr. 12b, 1 Groschen in dunkelgrünlichblau und stark farbübersättigtem Druck mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 15/4" nach Oldenburg. (Abb. AAK Phila)

    Oldenburg Nr. 12b, 1 Groschen in hellblau im farbübersättigtem Druck mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN ..4/4" (aus einem aktuellen ebay-Angebot)

    Brief der 2. Entfernungsstufe mit einer Oldenburg Nr. 13, 2 Groschen zinnoberrot (2. Aufl.) mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 11/11" nach Geestendorf (330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 515)

  • Oldenburg Nr. 14, 3 Groschen in zitronengelb mit dem Ra2 "WILDESHAUSEN" (aus einem aktuellen ebay-Angebot)

    Vertreterkarte eines Braunschweiger Vertreters (mit Drucksachenporto) und einer Oldenburg Nr. 15A, 1/3 Groschen in hellgrün mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 30/10" nach Menslage/ Kgr. Hannover. Postkarten dieser Art wurden erst zum Ende der Oldenburgzeit eingeführt. (Auktion Till Neumann vom 1. März 2003, Los-Nr. 287)

    Drucksachenschleife mit 2 x Oldenburg Mr. 15A, 1/3 Groschen in hellgrün für eine doppeltschwere Drucksache mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 12/9" nach Diepholz. Eine sehr seltene Frankaturstufe! (8. Boker-Auktion vom 12. November 1988, Heinrich Köhler, Los-Nr. 343)

    Bfst. Oldenburg Nr. 17A, 1 Groschen in blassrosa mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 12/9" (aus einem aktuellen ebay-Angebot)

  • Brief Oldenburg Nr. 17A, 1 Groschen rosa mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 1../6" nach Oldenburg (leider nur eine kleine Abbildung: 330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 808)

    Brief mit einer Oldenburg Nr. 18A, 2 Groschen in dunkelultramarinblau mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 25/1" nach Bassum/ Kgr. Hannover (aus meiner Slg.)

    Die umfangreichste Überseekorrespondenz aus Oldenburg in die USA ist das Konvolut der "WILDESHAUSEN"-Briefe an Johann ("John") Ahlers. Diese Briefe werden auch als "Sander-Korrespondenz" bezeichnet, weil John Ahlers in Galena/ Illinois wohl bei einem A. F. E. Sander wohnte.

    John Ahlers

    Biographical Sketch - Richland Township

    JOHN AHLERS, farmer, Sec. 35; P. 0. Cottonville; born Jan. 10, 1841, in Hanover, Germany; in 1866, he moved to Milwaukee; thence to Jackson Co. He owns 320 acres of land. Married Caroline Lahmeyer in 1865; she was born in Germany; have five children--Charlotte E. H., Oswold J., Otto C., Clara E. and Lizzie A.

    [The History of Jackson County Iowa, Published November 1879]

    Link: http://genealogytrails.com/iowa/jackson/biosa1.htm

    So ganz korrekt ist diese Darstellung nicht. John (Johann) Ahlers, geboren am 10. Januar 1841, wanderte im Jahr 1866 (nach dem Sezessionskrieg) im Alter von 25 Jahren in die USA aus. Sein erstes Ziel war Galena in Illinois und nicht Milwaukee. Galena hatte zu damaliger Zeit ca. 14.000 Einwohner. Die meisten dieser Menschen arbeiteten hier in den Bleiminen. In Galena wurden 50% des Bleibedarfs der USA gefördert.

    John Ahlers war seit dem Jahr 1865 mit Caroline Lahmeyer verheiratet. Es ist zwar nicht nachgewiesen, aber naheliegend, dass die ganze nachfolgende Korrespondenz von seiner Ehefrau stammt.

    Die Briefe aus dieser Korrespondenz sind zum überwiegenden Teil durchnummeriert. Man kann daher aus den Briefdaten folgern, dass John Ahlers im Jahr 1866 in Galena eintraf.

    Der m.E. älteste Brief an J. Ahlers hat den Ra2 "Wildeshausen 16.08." (1866) und ist der einzige nicht numerierte Brief aus dieser Korrespondenz, den ich bisher gesehen habe. Er hat wie die Mehrzahl der Briefe eine Frankatur einer Nr. 16Aa, Nr. 18A und 19A. Von dieser 5 1/2 Groschen-Frankatur entfielen 4 1/2 Groschen auf das Auslandsporto (aus der Sammlung Heinrich Sanders, S. 83)

    Brief "Nr. 5" mit dem Ra2 "Wildeshausen 7/2" (1867) mit gleicher Frankatur (378 Heinrich Köhler-Auktion, Los-Nr. 8167)

  • Brief "Nr. 6" - Numerierung auf der Oldenburg Nr. 16Aa an "carry" J. Ahlers mit dem Ra2 "Wildeshausen 20/2" (1867) mit gleicher Frankatur Oldenburg Nrn. 16Aa, 18A und 19A (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 616)

    Brief "Nr. 7" mit dem Ra2 "Wildeshausen 21/3" (1867) mit gleicher Frankatur, die "7." ist dieses Mal auf der Nr. 19A angebracht (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 617)

    Brief "Nr. 8". Die gleiche Frankatur mit dem Ra2 "Wildeshausen 4.4." (1867) (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 618)

    Brief "Nr. 9", gleiche Frankatur, Ra2 "Wildeshausen 11.04. (1867) (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 619)

  • Brief "Nr. 16", mit der Frankatur Oldenburg Nrn. 16Aa, 18A und 19B, Ra2 "Wildeshausen 25.08. (1867) (Auktion nicht notiert)

    Brief "Nr. 17" mit dem Ra2 "Wildeshausen 13/09" (1867) mit der Frankatur Oldenburg Nrn. 16B, 18A und 19B (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 621)

    Brief Nr. "19" mit dem Ra2 "Wildeshausen 6/10" (1867) mit Frankaturen Oldenburg Nrn. 16B, 18A und 19B (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 620)

    Brief "Nr. 20", Ra2 "Wildeshausen 13/10" (1867) mit den Frankaturen Oldenburg Nrn. 16B, 18B und 19B (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 622)

    Brief "Nr. 22", Ra2 "Wildeshausen 27/10" (1867) gleiche Frankatur (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 623)

  • Brief "Nr. 23", recommandirter Brief mit 2 x Oldenburg Nr. 19B, Nr. 16B und Nr. 17B mit dem Ra2 "Wildeshausen 2/11" (1867) (Auktion Christoph Gärtner, Slg. Peter Zgonc, Los-Nr. 335)

    Brief "Nr. 24", recommandirter Brief mit 2 x Oldenburg Nr. 19B, Nr. 16B und Nr. 17B mit dem Ra2 "Wildeshausen 7/11" (1867) (330. Schwanke Auktion vom 14.11.2011, Los-Nr. 624)

    Aus dieser Korrepondenz gibt es weitere Briefe auch noch über die Oldenburgzeit hinaus.

    Wohl Anfang des Jahres 1868 verließ John Ahlers Galena/ Illinois und zog ins nahegelegene Cottonville, Jackson County/ Iowa. Cottonville war nur sehr dünn besiedelt.

    Brief Nr. 37, Einschreibbrief mit einer NDP Nr. 4, 1 Groschen und einer NDP Nr. 6, 5 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 1/5" (1868) an das Post Office Cottonville, Jackson County, Iowa. Dieser Brief wurde postlagernd versandt, weil es hier keinen Briefträger und auch keine sonstige Postzustellung gab (1. Klüttermann-Auktion, Los-Nr. 1120)

    Die Umstellung des Ra2 "WILDESHAUSEN" auf schwarze Stempelfarbe ist zwischen dem 11.02. und dem 01.05.1868 erfolgt (vgl. hierzu Paul Ohrt, S. 244).

    Brief Nr. 84, Brief mit 2 x NDP Nr. 17, 2 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 25/2" (1870), dem Bremer "FRANCO" und dem Durchgangsstempel von "CHICAGO" an das Post Office Cottonville, Jackson County, Iowa (378. Heinrich-Köhler-Auktion, Los-Nr. 8222)

  • Brief Nr. 86, Brief mit 2 x NDP Nr. 17, 2 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 8/4" (wohl 1870) und dem Durchgangsstempel von "CHICAGO 26 APR" an das Post Office Cottonville, Jackson County, Iowa (44. Gärtner-Auktion, Los-Nr. 21076)

    Brief Nr. 105, Brief mit NDP Nr. 16, 1 Groschen und NDP Nr. 17, 2 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 25/2" (wohl 1871), dem Bremer "FRANCO" und dem Durchgangsstempel von "CHICAGO" an das Post Office Cottonville, Jackson County, Iowa (378. Heinrich-Köhler-Auktion, Los-Nr. 8225)

    Brief Nr. 153, Brief Deutsches Reich Nr. 21b in lilabraun, mit dem Ra2 "WILDESHAUSEN 19/2" (1873), dem FRANCO von Bremen und einen etwas schwächeren roten Stpl. von CHICAGO an das Post Office Cottonville, Jackson County, Iowa (aus meiner Slg.)


    Es gibt von WILDESHAUSEN natürlich in den Nachverwendungen nicht nur die "Ahlers-Korrespondenz".

    NDP - Ganzsache U1, 1 Groschen rosa mit dem blauen Ra2 "WILDESHAUSEN 10/2" (1868) nach Elsfleth (aus der Slg. Oldenburgpost)

  • Frankierter Paketbegleitbrief aus Busch bei Dötlingen und einer NDP Nr. 5, 2 Groschen ultramarin mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 22/5" (1869) und einem Klebezettel "Wildeshausen" nach Damme (aus der Slg. Oldenburgpost)

    Brief NDP Nr. 16, 1 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 29/9" nach Oldenburg (aus meiner Slg.)

    Vertreterkarte mit einer Deutsches Reich Nr. 2b, 1/3 Groschen in dunkelgrün - kleiner Brustschild - mit dem schwarzen Ra2 "WILDESHAUSEN 16/6" (1872) nach Friesoythe (aus der 53. Auktion Christoph Gärtner)

    Bfst. Deutsches Reich Nr. 19, 1 Groschen mit dem Ra2 "WILDESHAUSEN 26/1" (aus meiner Slg.)

    Paul Ohrt hat die späteste Verwendung des Ra2 "WILDESHAUSEN" auf einem Brief vom 12. November 1871, also zu Zeiten des Norddeutschen Postbezirks, gesehen (Ohrt, S. 205). Es gibt aber noch wesentlich spätere Nachverwendungen dieses oldenburgischen Stempels.

    Brief mit einer Deutsches Reich Nr. 33, 10 Pfennige (Ausgabe 1875) mit dem Ra2 "WILDESHAUSEN 23/5" (1875) nach Oldenburg (aus Ludgers Sammlung)

    Dies ist die späteste Verwendung dieses Stempels, die mir bekannt ist.