USA - Deutschland WW1

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Freunde


    Eine interessante Karte habe ich hier gefunden.


    Ganz ehrlich kenne ich die Beförderungsgewohnheiten von Briefe zwischen Deutschland und USA unter der ersten Weltkrieg.
    Aber weil diese Karte über Norwegen gelaufen war, fand ich die Karte interessant.


    Die Karte ist 22.5.1915 in New York eingeliefert. Direkt am Schiff? Da es kein Stempel vor die norwegische Bergen Stempel war der Brief wohl direkt am Schiff eingeliefert, weiss aber nicht wie das Verfahren war. Bekannt ist aber dass es am Schiff keine Postbehandlung gab so dass der Paquebot Stempel von Bergen stammt.
    Weiter von Bergen lief die Karte quer durch Norwegen und Schweden nach Deutschland.


    Das Schiff "Christianiafjord" oder eigentlich "Kristianiafjord" richtig buchstabiert gehörte NAL (Den norske Amerikalinje). Kristianiafjord hat in Juni 1913 die erste Reise nach New York gemacht und verunglückte in 1917.


    Interessant ist ja irgendwie was hier geschrieben war.
    Und natürlich gehört ein Bild vom Schiff dazu.


    Viele Grüsse
    Nils

  • ...mein lieber Scholli ! 8|

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    Hier erst mal der Text der 15 Tage nach Versenkung der RMS Lusitania durch ein deutsches U-Boot vor der britischen Küste verfassten Poka...und der hat es ja nun wirklich in sich:

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    New York 15-05-22

    Meine liebe Ella.

    Inzwischen wirst Du wohl meinen Brief vom April erhalten haben. Was sagt Ihr zu der amerikanischen Note bezüglich Lusitania ? Die ganze Welt scheint vom Teufel besessen zu sein, den(n) sie wissen nicht mehr was recht und unrecht ist. Amerika fühlt sich ganz berechtigt Munition an unsere Feinde zu schicken, weil vielleicht einmal ein Gesetz gemacht worden ist, welches Waffenausfuhr erlaubt. Dass die gegenwärtige Situation eine unbedingte Ausnahme verlangt, wollen sie nicht begreifen...Gruß...

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    Der us-amerikanische Außenminister Bryan hatte noch am Abend der Versenkung eine Kommission beauftragt, die dem längst vorhandenen Verdacht nachgehen sollte, dass die Briten militärische Munition geladen hätten. Bereits am nächsten Tag stand nach Überprüfung der Ladepapiere fest, dass die RMS Lusitania 4.200 Kisten Munition und 1.250 Kisten Geschosshülsen an Bord gehabt hatte.

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    Präsident Wilson selbst verfügte, dass ein entsprechender Bericht im Geheimarchiv des US-Schatzamtes unter Verschluss zu nehmen sei, und ließ Protokolle mit Aussagen überlebender Seeleute und Passagiere beseitigen. In Hinblick auf die nachgewiesene Munitionsladung äußerte sich Bryan gegenüber Wilson, dass es das Recht der Deutschen sei, Konterbanden zu bekämpfen.

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    Als der US-Präsident in zwei Noten von Deutschland verlangte, die Versenkung als Verbrechen zu verurteilen, trat Bryan als amerikanischer Außenminister zurück, weil die Note Wilsons den Charakter eines Ultimatums hatte und die Vereinigten Staaten in einen Krieg mit Deutschland verwickeln konnte. Nach Bryans Meinung hatte Deutschland ein Recht zu verhindern, dass seinen Feinden Kriegsmaterial geliefert wird und es nicht angehen könne, Passagiere, Frauen und Kinder als Schutzschilde zu missbrauchen.

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    Was also der amerikanische Präsident als "CLASSIFIED" verfügte, stellt eine offenbar in den USA ansässige Bürgerin deutscher Herkunft indirekt als passiert in den Raum und plaudert dies auch noch in aller Selbstverständlichkeit ihrer Adressatin in Deutschland gegenüber aus.

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    Eine derartiger Hinweis wäre natürlich ideal für die Zwecke der deutschen Propaganda gewesen. Ob das überhaupt so ins Deutsche Reich weitervermittelt worden ist, kann man an dem Beleg nicht ablesen...aber wenn er nachweislich schon in Bergen war, was hat ihn dann noch auf seinen Weg nach Deutschland aufhalten können ?

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    Krass !


    + Gruß


    vom Pälzer.


    verwendete Quellen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/William_Jennings_Bryan
    https://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Lusitania

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

    Einmal editiert, zuletzt von Pälzer ()

    • Offizieller Beitrag

    ...aber wenn er nachweislich schon in Bergen war, was hat ihn dann noch auf seinen Weg nach Deutschland aufhalten können ?

    Hallo Pälzer


    Danke für die Antwort :)
    Die Sendung von Norwegen und Schweden nach Deutschland war unproblematisch. Die beiden Länder galten als neutral durch den ganzen Krieg. Deswegen waren die norwegische Staat und sehr viele Norweger im Laufe der Krieg sehr reich geworden. Durch die neutrale Schiffe konnte man Güter hin und her schicken ohne dass es grosse Probleme damit gab (ausser dass 828 norwegische Handelsschiffe im Atlantik verloren gegangen war und mehr als 2000 Schiffsleute gestorben war).
    So ich nehme auch an dass sehr viel Post dieser Weg geschickt waren, besonders wenn die USA in der Krieg eingetreten hatten.


    Leider kenne ich diesen Weltkrieg nicht besonders gut, so ausser die postalische Fragen wage ich mich nicht dran.


    Schönen Tag
    Nils

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Laurent


    Ich habe dein Artikkel übersehen.
    Danke, zeigt ja auch einige der Probleme die es gab wunderschön beschrieben. :)


    Viele Grüsse
    Nils