Über den Atlantik

  • Hallo bayern klassisch


    Du nennst ja einige interessante Möglichkeiten.


    Zu dein letzten Vorschlag habe ich mein Zweifel. Ganz einfach weil der Empfänger immer nachprüfen konnte ob es richtig taxiert war oder nicht.


    Ob man es nach der Dicke sehen konnte ist vielleicht möglich, aber die Papierqualitäten waren auch so unterschiedlich dass es wohl eher schwierig war was sicheres dazu zu sagen.


    Aber im ganzen kenne ich die englische Verhältnisse so wenig dass ich nicht das eine oder das andere Behaupten will.


    Danke für die Antwort


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Freunde


    Ich habe hier einen Brief wo ich eine Frage zu den Vermerk unten Links habe.


    Der Brief lief von London 18. Februar 1812 über New York 3. May und landete in Philadelphia 4. May. Der Empfänger musste für den Brief 14 1/2 Cents bezahlen (1. Gewichtsstufe) wovon 2 Cents an der Kapitän weitergegeben war.
    Was der Absender Baring Brother & Co bezahlt hat lässt sich nicht sehen. Es heisst dass der Brief nicht mit der Post abgeschickt war. Der Baring Brothers & Co waren in USA und Frankreich sehr beliebt weil der Bank den Kauf von Louisiana und der Finanzierung von englisch-amerikanischen unterstützt hat. Und dann in Grossbritannien weniger beliebt.


    Meine Frage geht über den Vermerk "Pr Amsterdam Packet".
    Was heisst hier der Vermerk?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo kibitz


    Danke für die Antwort. :)


    So habe ich es auch gedacht aber ich habe den Schiff nirgends gefunden.
    Deswegen war ich neugierig ob es auch was anderes heissen sollte.


    Wenn es einen Packet Schiff war, warum dann keine englische Gebühre? Und wenn es keinen Packet Schiff war, warum dieser Name? Hat mich neugierig gemacht.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Freunde


    Noch einen Brief für den Atlantik.


    Von Bordeaux 11. Februar 1804 abgeschickt und mit privatem Schiff nach Philadelphia geschickt. Die Adresse lautet aber New York und der Brief ist natürlich dorthin geschickt geworden. Der Empfänger musste 2 Cents für den Kapitän bezahlen pluss Inlandgebühr 25 Cents, hier lag dann der Brief in der 2. Gewichtsstufe.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Freunde


    Briefe von die Kolonien lässt sich auch sehen.
    Dieser Brief lief von den Insel Nevis in der Karibik 29.12.1805. Briefe von Nevis aus dieser Zeit gibt es nicht all zu viel so es freut mich dieser erwerben zu können. Im Übersicht von Borromeo und Friedland ist dieser der 13.registrierter Brief nach 1799. Vor 1816 gib es 25 registrierte Briefe. Die Menge damals waren natürlich viel viel höher.

    Der Brief brauchte 40 Tage mit "the Packet" über Falmouth nach London, genau die Durchschnittszeit Frankreich den Postweg. Der Empfänger musste 2 Shilling bezahlen.


    Die Kolonien hatte ab 1799 "alle" Ortsstempel mit Datum. Grundlage für diesen Massnahme von englischen Post war Klagen von die Versicherungsbüros (sic!). Warum? Wegen Schwindelversuche, sicher mehrere gelungene. Die Schwindelversuche waren durch Rücksetzung von Absenderdatum gemacht so dass die Güter erst nach Verlust versichert waren. So konnte man Versicherungsgeld sparen und trotzdem Verluste ersetzt wenn etwas verloren ging.
    Mit Datum im Poststempel konnte Versicherungsbüros einfach sehen wenn der Brief mit Ersatzverlangen abgeschickt war, durch das Datum von Poststempel und nicht der von Absender vermerkte Datum.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Und wenn ich gerade in der Karibik bin.
    Hier einen Brief der mit Handelsschiff geschickt war. Es war ein günstiger Lösung aber nicht so regulär. Das sieht man unter anderen auf die Laufzeit wie hier.


    Der Brief war in Grenada 20. April 1811 geschrieben und ist nach Edinburgh, Scotland geschickt. Der Brief kam 17. Juli an, also knappe 2 Monaten.
    Briefe mit Handelsschiffe waren in dieser Zeit eher selten gegenüber Briefe die mit the Packet geschickt waren. Man konnte das umgekehrte denken. Warum war es so? Sehr viele Handelsschiffe waren von die Marine engagiert. Es gab halt viel weniger Handelsschiffe die Güter hin und her brachten. Auf die andere Seite war es für London, also die Regierung, sehr wichtig Kontakt mit Kolonien bei zu behalten so dass die 14 Tägiger Abgänge beibehalten war. Sehr regelmäßig.
    Aber the Packet waren auch ein beliebtes Ziel für die Feinde und Piraten und waren deswegen auch oft angegriffen. Nicht wenige Schiffe sind verloren gegangen.


    Dieser Brief landete in Portsmouth, leider ein schwacher Stempel und ist weiter nach London geschickt. Von London ging es dann weiter nach Edinburgh wo der Empfänger 1 Shilling 5 Pence bezahlen musste.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Freunde

    Einige Briefe zeigen wichtige Aspekte der Kriege, ob nicht direkt so mit etwas extra Information schon. Dieser hier gezeigte Brief ist so einen.


    Aber zuerst der Brief, der in sich mehr als gut genug ist.

    Geschrieben war der Brief in Pointe a Pitre, Guadeloupe 8. Februar 1812. Der französische Kolonie Guadeloupe war schon in 1810 von der Briten okkupiert, hatte aber noch keinen direkten Anlauf von die Packets. Dieser Brief war deswegen nach St Thomas gebrachte, ein dänisches Insel der schon in Dezember 1807 von der okkupiert war. St Thomas war dann 1810 postalisch mit Grossbritannien verbunden.

    Der Empfänger in London musste für den Brief 2 Schillinge bezahlen nach der Tarif von März 1805.


    So die grosse Geschichte (so zu sagen): The British Navy hatten seit Nelsons grosse Schlacht bei Trafalgar 1805 die Herrschaft am Meer. Keine Länder waren in die Nähe die Briten zu drohen. Es heisst aber nicht dass die nach 1805 ohne Verluste waren. Es war ja immer Piraten die versucht und gelungen waren die Schiffe zu kapern, die Post Packets wann keine Ausnahme hier. Ganz im Gegenteil.

    Die Post mussten wegen sehr viele Verluste deswegen andere Schiffe holen um die Post und Leute zu die wichtigen Kolonien zu bringen. (Es Kolonien zu nennen ist geschichtlich falsch, aber so versteht die meisten Forum es geht).


    22. November 1811 hat Leeward Packet Nymph Falmouth verlassen um die Runde über Leeward zu machen, darunter die Inseln Barbados, Dominica, Antigua, Nevis und St Thomas. Zurück in Falmouth war Nymph 21. April 1812 und der Postbag war in London 24. April eingeliefert.

    Packet Nymph war aber nicht ein standard Post Packet, sonder ein Schiff der mehr oder weniger gezwungen war Dienste für die Post zu machen. Hier eine Übersicht wie Nymph gesegelt hatte:

    22.12.1811-21.4.1812 Leeward Packet

    2.5.1812-4-6-1812 Lisboa Packet og Cadiz Packet (begge destinasjoner her seilt på en tur)

    7.7.1812-25.10.1812 New York & Halifax Packet

    16.11.1812-22.3.1813 Leeward Packet

    4.4.1813-11.5.1813 Cadiz Packet

    11./22.5.1813-4.9.1813 Mediterranean Packet

    3.11.1813- Leeward Packet (nicht vollgebracht)


    Es waren die Briten sehr wichtig die Kontakte mit ihre Umwelt zu halten und deswegen waren die Post Packets ein Schlüssel für die britische Möglichkeit die Revolutions- und Napoleonische Kriege zu überleben. Ja nicht nur überleben, die Briten waren sogar reicher in 1815 als 1792 geworden. Die britische Markten waren nicht so viel in Europa als die Welt sonst.

    Deswegen waren Schiffe wie Nymph so ungeheuer wichtig, es war Schiffe die immer bereit waren wohin zu segeln wo es wichtig war.


    Viele Grüsse

    Nils

  • Hallo Freunde


    @Ralph: Hierzu konnte ich sicher viel, viel mehr schreiben....


    Ich habe eine wichtige Quelle zu nenne vergessen.

    Tabeart hat letztes Jahr ein wichtiges Buch geliefert:

    Britisch Long Distance Mail Packets 1793 - 1815.


    Man soll nicht "Long Distance" falsch verstehen - es war alle Packet Verbindungen ausser die Dover-Callais Verbindung, aber mit die Packets nach Hamburg, Holland, Spanien und so weiter.


    Viele Grüsse

    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.