Österreich - bayer. Tirol

  • Liebe Freunde,


    folgender Brief mit Fragen fiel mit gestern bei einem Tauschtag in die Hände.


    Geschrieben wurde er im nordböhmischen Reichenberg am 21.10.1807 und gerichtet an das bekannte Handelshaus J. G. Menz in Bozen. Ein Aufgabestempel mangelt, wie wohl man "Reichenberg" handschriftlich oben links notierte.


    Mittig lese ich 19x CM und hätte mal gerne gewusst, wie weit dieser reichten. Der Empfänger hat wohl 24x CM oder rheinisch bezahlt. Auch würde mich der Leitweg interessieren. Darüber hinaus wundert mich, dass der Absender das Abgangsdatum alternativ schreibt, wie man es aus dem Raum kennt, der noch mit dem julianischen Kalender rechnete: 21. / 31. Oktober 1807. Bisher dachte ich, dass auch in bayer. Tirol längst der gregorianische Kalender gegolten haben sollte, wie in ganz Österreich auch. Liege ich da falsch?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bayern klassisch


    Ein schöner Brief :)


    Der Brief lief in der so genannten stempellose Zeit, weil kein Ortsstempel nicht notwendig war. Der Brief kostet so wie so das gleiche für ganzen Österreich. Aber trotzdem war eine handschriftliche Ortsangabe üblich. Und der Brief kostete in Österreich 24 Kreuzer CM.
    Die 19 Kreuzer Rh war für jeder Empfänger in bayerischen Tirol zu bezahlen. Ob von Ost oder West.


    Der genaue Laufweg kenne ich nicht, aber die Briefübergabe war zwischen jetzt österreichischen Salzburg und Tirol. Den Ort habe ich nicht im Kopf.


    Zu Datum. Hier hat man Absender und Ankunftdatum so geschrieben. Sieht man hier bei Briefe an Menz öfters. Datum unten ist Beantwortngsdatum. Diese Vermerke ist vom Empfänger und hat nichts mit unterschiedlichen Kalender zu tun.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    man soll halt nach 2 Stunden Schlaf keine Altbriefe zeigen, die man selbst gekauft hat. :thumbsup:


    Grenzfrankozwang war klar, also 19x CM bis zur Tiroler Postgrenze. Dann 24x CM für Bayern innerhalb Tirols? Das war ja ein Vermögen, auch wenn die Währung schon etwas angefressen war.


    Danke für die Aufklärung - ja, der Empfänger hat das geschrieben, sehe ich jetzt auch. ;(


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Grenzfrankozwang war klar, also 19x CM bis zur Tiroler Postgrenze. Dann 24x CM für Bayern innerhalb Tirols? Das war ja ein Vermögen, auch wenn die Währung schon etwas angefressen war.

    Hallo bayern klassisch


    Nein, umgekehrt. 24 Kreuzer CM in Österreich und 19 Kreuzer Rh in bayerischen Tirol. In bayerischen Tirol hat man die Taxierungsstruktur von Österreich zwar übernommen, aber die Währung war jetzt in Kreuzer Rheinisch.


    Du kannst auch etwas über dieser Zeit hier erfahren. http://www.altpostgeschichte.c…hp?page=Board&boardID=185


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.