Niederlande - Sachsen

  • Mit Staunen habe ich festgestellt, daß ich für diesen Beleg ein neues Thema anfangen muß.

    Ich habe hier einen Brief aus Amsterdam vom 13.5.1858 nach Meerane, den ich für sehr wenig Geld bekam. In den Niederlanden wurden 10 Cent für den Porto-Brief angeschrieben, die von Preußen auf der Rückseite mit 2 Sgr angeschrieben wurden. Auf der Rückseite kann man Reste des Bahnpost-Stempels Emmerich-Oberhausen vom Tag der Aufgabe sehen. Am 14.5. war der Brief in Meerane, wo 3 Ngr Postvereinsporto hinzukamen, so daß der Empfänger insgesamt 5 Ngr bezahlen durfte.
    Bis weit in die 1860er Jahre wurden in den Niederlanden sehr viele Porto-Briefe verschickt, weil kein Zuschlag verlangt wurde.

  • Hallo zusammen,

    ich habe hier einen Porto-Brief aus Rotterdam vom 2.5.1862 an die Buchhandlung K.F. Köhler in Leipzig. Innen ist ungewöhnlicherweise ein Zettel eingeklebt, der auf eine beiliegende Abrechnung hinweist. Da der Zettel teilweise vorgedruckt ist, scheint eine intensive Geschäftsbeziehung bestanden zu haben.
    Das Gewicht ist links oben mit 32 Gr angegeben, also ein schwerer Brief mit etlichen Einlagen. Damit war der Brief im 3. Gewicht und wurde mit 30 Cent belastet an Preußen übergeben. Diese 30 Cent entsprachen 5 Sgr. Am Tag der Aufgabe war der Brief laut Stempel mit der Bahnpost Emmerich-Oberhausen unterwegs. Die preußische Taxierung auf der Rückseite wurde mit dem Siegel fast komplett entfernt.
    Auch im DÖPV war der Brief im 3. Gewicht, was 9 Sgr bzw Ngr ausmachte. Köhler in Leipzig durfte daher insgesamt 14 Ngr bezahlen, also fast ½ Taler.

  • Damit war der Brief im 3. Gewicht und wurde mit 30 Cent belastet an Preußen übergeben. Diese 30 Cent entsprachen 5 Sgr.

    Lieber Dieter,

    diese Umrechnung von Cents in Silbergroschen ist das Besondere am zugrundeliegenden Vertrag.

    Ursprünglich war noch eine "möglichst genaue" Umrechnung vereinbart. Preußen setzte dann aber eine Rundung auf volle Silbergroschen durch. Das führte dazu, daß die für den einfachen Brief anzusetzenden 10 Cents 2 Sgr., die für den doppelt schweren gültigen 20 Cents 4 Sgr., die hier anzusetzenden 30 Cents aber 5 Sgr. entsprachen.

    Ein früherer Sachsenprüfer hat es fertig gebracht, einen dreifach schweren, mit 14 Ngr. frankierten Brief als "unterfrankiert" einzustufen.

    Liebe Grüße

    Jürgen

  • Lieber Jürgen,

    vielen Dank für die Bestätigung und die Anekdote. Das liegt vermutlich daran, daß der Prüfer noch nicht solche Hilfsmittel wie die Umrechnungstabellen der Arge Hannover/Braunschweig hatte. ;)

    Der krumme Betrag kommt dadurch zustande, daß 100 Cent 17 Sgr bzw Ngr entsprachen.

    liebe Grüße
    Dieter