Einzelbriefe aus vielleicht größeren Korrespondenzen - Geschichte(n) aus dem Briefinhalt

  • Es sammeln sich manchmal Briefe an, die einfach nur als "schön" oder als "Beifang" erworben wurden. Und an die Adressaten, die Geschäftsleute waren, dürften sicherlich viele Briefe geschrieben worden sein.



    Stempel ERBENDORF 1870 - 20a - Rückseite Halbkreisstempel 12b/13



    Hier beginne ich mal mit einem Brief an F. C. Dilchert in Bayreuth. Bis vor ein paar Minuten wusste ich nicht, welche Persönlichkeit dies war.

    Er ist typisch für den wohlhabenden Bürger und Geschäftsmann Mitte des 19. Jahrhunderts und das beste ist, wir haben ein Bild von ihm (ein Bild sagt mehr als ...).



    Dilchert war von 1851 bis zu seinem Rücktritt im September 1862 Bayreuther Bürgermeister. Nach der Abdankung von Erhard Christian Hagen von Hagenfels, der wegen der Ereignisse im Revolutionsjahr 1848 zurückgetreten war, war es nicht leicht einen neuen Bürgermeister zu finden.

    Drei Jahre dauerte es, bis sich Friedrich Carl Dilchert dazu bereit erklärte. “Gegen meinen Willen”, so schreibt er selbst, “gegen meine Vorstellungen und Bitten wurde ich am 16. November 1848 als Vorstand des Armenpflegschaftsrates und bei der Gemeindeersatzwahl 1851 als Bürgermeister und Magistratsvorstand gewählt.”


    Als stadtbekannter “Spezereihändler” (für Gemischtwaren, Lebensmittel, Gewürze) war er für Handel und Industrie, den Eisenbahnbau sowie für Erziehung und Unterricht besonders aufgeschlossen.

    Er hatte wie damals oft üblich auch eine Versicherungsvertretung .


    Der Brief wurde an seine "Firmenadresse" geschickt,


          (Adressbuch Bayreuth 1866)




    da er auch auf Gut Grunau (nach Bayreuth) wohnte. In seiner heutigen Form wurde das Gut Grunau um 1820 von Georg von Bülow, einem Soldat in Hannoverschen Diensten, gebaut. Später war das Gut Grunau Eigentum von Bürgermeister Friedrich Carl Dilchert (bis 1879), der das Gebäude ebenso selbst bewohnte, wie der berühmte Physiker Emil Warburg und dessen Kinder Otto (Chemie-Nobelpreisträger 1931) und Charlotte (1884 bis 1948).


    Zum Absender ist leider nicht viel herauszubekommen (der Inhalt fehlt leider) und unter Schreyer Erbendorf gibt es mehrere Schreyer, aber keiner mit J.B. Aber vielleicht finde ich ja noch etwas mehr.


    (kursiv: Zitate von den Websites: https://www.bayreuther-tagblat…rgermeister-wider-willen/

    https://www.bayreuther-tagblat…-aichig-grunau-und-wunau/


    Luitpold



    WIKI - mit Grabstätte des Herrn Dilchert!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Carl_Dilchert

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

    4 Mal editiert, zuletzt von Luitpold ()

  • Lieber Werner,


    ich kenne nur Briefe an Dilchert in seiner Eigenschaft als Versicherungsagent, aber auch da gibt es m. E. nicht sooo viele.


    Schön, was du alles herausgefunden hast. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus