Eine schöne Ergänzung zu dem Thema liefert ein Brief aus der 232.Rauhut&Kruschel-Auktion (Los 3025).
Wiederum ein Brief aus Oldenburg in die Schweiz von April 1850. Die von Ralph aufgeführten Laufwege und Taxen werden mit diesem Brief nochmals bestätigt. Außerdem kann mit dem Brief der zusätzlich von Bremen kassierte „Groschen“ erklärt werden. Im Einzelnen:
- Strecke Oldenburg – Bremen ist mit 4 Grote (rote Tinte links oben) taxiert.
- Die 4 Grote wurden beim StPA/Preuss. PA in Bremen in 1 ¾ SGr umgerechnet (blaue Taxe daneben).
- Anders als beim vorherigen Brief sind jetzt weitere 3 Grote unter dem Bruchstrich in Blau notiert. Beim oberen Brief war es 1 Groschen, bzw. genauer gesagt 1 Gutegroschen (hannoversche Währung). Laut preußischem Circular Nr. 48,226 vom 28.09.1844 ist für den Transit über hannoversches Gebiet 1 Ggr. = 1 ¼ Sgr = 3 Grote zu berechnen.
- Die insgesamt 7 Grote entsprachen 10 Kreuzer.
- Der Transit durch die preußische Post bis Baden kostete 3 Sgr., die auf 10 Kreuzer reduziert wurden, was in Summe 20 Kreuzer machte. Diese sind in der Briefmitte ausgewiesen.
- Die beim ersten Brief falsch interpretierte Summe von 11 statt 21 Kreuzer wurde bei diesem Brief nun richtig gelesen. Mit dem Porto von Baden bis Basel = 12 Kreuzer kamen in Summe 32 Kreuzer heraus.
- Basel – Bern machte noch einmal 6 Kreuzer, so dass als Gesamtsumme 38 Kreuzer zu zahlen waren. Diese sind in Rot links unten notiert.
Danke nochmals an Ralph, der mit seiner Vorlage die Interpretation dieses Briefes ermöglichte.