Beiträge von Kleiner Schild

    Ich bin ab Donnerstag und bis Sonntag in Berlin und freue mich, den Beleg zu sehen. Und auch ich genieße die Zugfahrt.....

    Eine 14 aus dem November 1875 ist selten, ich habe bisher erst ein zwei so späte Verwendungen gesehen und bisher noch keine so spät verwendete NDP-Karte. Dazu der nicht häufige Stempel von ESSEN BEI WITTLAGE - es gibt mehrere Gründe, diesen Beleg mit einem ganz besonderen Platz in der Sammlung zu belohnen.


    Zum Einschreiben nach Berlin: Die Einschreibezettel mit bereits vorgedruckter Adresse kamen erst in der zweiten Jahreshälfte "auf den Markt" und sind entsprechend selten. Häufiger sind die rot eingerahmten Zettel, die noch handschriftlich ausgefüllt wurden. Aber ein Beleg mit vier passabel erhaltenen Groschenmarken, drei davon in einem waagerechten Streifen, sind in jedem Falle auch ein Hingucker.



    Den obigen Beleg hatte ich schon einmal gezeigt und es tut mir leid, dass ich keinen zweiten habe, um ein wenig Abwechslung zu bringen. Aber er zeigt ganz passabel die neues Einschreibezettel.

    Leider habe ich von den häufigeren Zetteln auch nicht viele und kann auf die Schnelle nur eine Briefvorderseite zeigen.


    Grüße


    Alexander

    Natürlich kann man nun schreiben, dass die vorliegende Kombination zu den häufigen der Mischfrankaturen gehört, aber das trifft nicht des Pudels Kern. Erst einmal sind die Briefe dann immer noch keine Massenware. Darüber hinaus ist die Kombination mit den damals in der zweiten Jahreshälfte neu heausgegebenen Einschreibezetteln sicherlich ein Hingucker. Mir persönlich wäre bei solchen Briefen fast egal, ob der Brieföffner oder der dicke Daumen des Empfängers am Umschlag gearbeitet hat, ich halte den Zustand für sehr gut erträglich, Briefe an so prominente Adressen sind doch etwas Schönes.

    Zur Reihenfolge: Es ist ja nicht so, dass wir uns in der ARGE einfach mal auf ein Bier zusammengesetzt haben und die Reihenfolge ausgewürfelt haben. Auch wenn ich an den Recherchen als "Neuling" in der ARGE nicht beteiligt war - die ersten Arbeiten liefen ja schon vor über dreißig Jahren - kann ich zumindest sagen, dass sowohl diverse Archivrecherchen erfolgt sind als auch das Postmuseum in Berlin mit einbezogen worden ist. Schwierig ist nach wie vor die recht dünne Datenlage, die einen auf Indizien festlegt. Und das ist ein schwieriges Feld - wie man schon an anderer Stelle gesehen hat.


    Mein persönliches Fazit: Die Logik legt eine Reihenfolge nahe, die aber per se nicht beweisbar ist. Die Tatsache, dass Papier und Material teuer gewesen ist, wird aber auch dazu geführt haben, dass die Reichsdruckerei auch Abweichungen von der Reihenfolge versucht hat zu korrigieren. Wenn wir daran denken, dass Doppelprägungen wohl der Versuch waren, stark abweichende Positionierungen der Prägung zu korrigieren und Doppelprägungen wesentlich häufiger sind als Marken mit starkem Prägeversatz, könnte das für solch eine Korrektur sprechen. Und dann könnte es durchaus sein, dass man auch Bögen in einer anderen als der naheliegendsden Abfolge bearbeitet hat.


    Nix muss und viel kann....aber spannend bleibt es allemalen.

    Um das ganze noch ein wenig anzuheizen: Von Streifbändern gibt es Exemplare, bei denen die Farbe nicht gedruckt wurde und die nur geprägt wurden.

    Und vielleicht schafft es der Admin, diese Beiträge vielleicht in einem neuen Thema "Herstellungsabfolge bei den Brustschildmarken" einzustellen, damit hier weiterhin mehrfach verwendete Briefe gezeigt werden können. Aber vielleicht interessiert das eigentliche Thema auch überhaupt nicht, dann bitte benennt dieses Thema einfach um und löscht einfach die lästigen Doppelverwendungen. Tut mir leid für die Verwirrung.

    ein spannender Satz ist drin: Die Zähnungsnadeln brechen bei den bedruckten Rändern viermal schneller ab, also: Erst drucken, dann zähnen.....

    Leider ist die entscheidende Passage etwas unklar formuliert.


    Aber wir haben nun mehrfach geschrieben, dass vor der Prägung der Druck kommt. Im Regelfall. Man muss mir das aber nicht glauben.


    Schöner Zeitungsausschnitt, danke fürs Zeigen.

    Gehen wir zurück zu den mehrfach verwendeten Briefen......



    Ein Brief von Lüneburg nach Rostock vom 3.7.1873.



    Einen Tag später ging es wieder zurück nach Lüneburg.



    Etwas schwierig zu erkennen ist der Plattenfehler Ib: Beule im Innenkreis, hier noch dazu mit ausgeprägtem Druckausfall und dem für diesen Plattenfehler typischen Prägeausfällen. Ich habe den Brief schon sehr lange und daher nur ein Foto und keinen Scan....ich hoffe, man erkennt dennoch, was mich an dem Brief immer noch fasziniert.

    Moinsen,


    auch wenn das Buch von Peter Beutin schon einige Jahre auf dem Markt ist, kann ich nur bestätigen, dass es schön zu lesen ist und vor allem auch weiterhilft bei dem Auffinden von SKAs.

    Zum Thema "was kam zuerst":

    In einem anderen Forum gab es da schon seitenweise Diskussionen. Ich sehe die Antwort pragmatisch. Für mich ist logisch, dass im Regelfall erst der Druck, dann die Prägung und dann die Zähnung kam. Immerhin gab es auf jedem Bogen zwei Anlegemarken: Eine für die Einlage in die "Prägemaschine" und eine für die Einlage in die Zähnungsmaschinerie. Das schließt nicht aus, dass die Reihenfolge im Einzelfall auch davon abweichen kann, aber Regelbetrieb sah sicher anders aus. Böse gesagt: Sinnvoll ist sicherlich auch, erst die Unterhose anzzuziehen und dann die Jeans....


    Das Papier, die Druckfarbe waren teuer und auch die Prägestempel waren nicht billig - aus diesem Grund war es der sichere und wirtschaftliche Weg, die Bögen mit Bild und Anlegemarke zu bedrucken und anschließend zu zähnen und zu prägen.


    Grüße


    Alexander

    Moin,


    Schraubenkopfabdrücke kommen nur an bestimmten Positionen im Markenbogen vor. Brustschildmarken wurden in Bögen zu 150 Marken mit 15 Reihen und 10 Spalten gedruckt und u.a. an den Ecken wurden die Druckplatten an der Unterlage verschraubt - wie Dieter beschrieben hat. Und es war schon eine recht pragmatische Lösung, die Druckplatte an der Stelle festzutackern, an der eine druckfreie Stelle - die Adlerprägung - war.


    Grüße


    Alexander

    Hallo Will,


    die Jahreszahl des Stempelabschlages ist sicherlich etwas schwach erkennbar, aber deutlich eine 73. Darüber hinaus sind bei den Stempeln die Zahlen gesteckt, nicht geschraubt.

    Mir geht es auch nicht um die etwas unglücklich aufgesetzte Jahreszahl, sondern um den einen längeren und den etwas kürzeren, konvergent dazu verlaufenen schwach erkennbaren roten Farbstrich schräg über der Jahreszahl. Eine bessere Abbildung des typischen SKA ist im Plattenfehlerhandbuch bei dem 19 XII abgebildet.


    Grüße


    Alexander

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich den letzten Brief nicht schonmal gezeigt habe, daher zur Sicherheit noch ein anderer: Der Brief ging von Alsfeld nach Neustadt Reg.Bez. Cassel. Das Besondere ist hier auch das Hin und Her zwischen Kreuzer- und Groschenbereich, allerdings entlockt das dem Thurn&Taxis-Spezialisten nur ein müdes Lächeln: In und um Cassel sind die Grenzen nahe beinander.....


    Ein Blick auf die Kreuzermarke offenbart dann allerdings den Plattenfehler 25 III (Innenkreisbruch unter "OST" von POST)....auch wenn die Marke einen Bug hat, habe ich mich über den Plattenfehler sehr gefreut.

    Dann wollen wir mal wieder zu weniger spektakulären Doppelverwendungen zurückkehren....



    Am 15 September 1873) zwischen 8 und 10 Uhr vormittags wurde der Brief in Allensbach an das Bürgermeisteramt in Reichenau aufgegeben.


    Der Brief wurde in Reichenau gewendet und am 24.9.1873 wieder zurück nach Allensbach geschickt. Allensbach ist lt. den Amtsblättern der deutschen Reichspost im Oktober 1872 zur Agentur zurückgestuft worden. Reichenau ist im Anhang des Amtsblattes Nr. 7/1872 als Agentur aufgeführt. Für mich ist es besonders erstrebenswert, einen Brief von einer badischen Agentur zu einer anderen zu finden, aber eine Doppelverwendung ist das Sahnehäubchen.



    Die Schokostreusel auf dem Sahnehäubchen sind der seltene Plattenfehler I in Kombination mit einem deutlichen Schraubenkopfabdruck.....

    Hallo MIchael,


    die Marke mit dem Stempel STETTIN ist im Kleinformat L15. Sie hat einen Schraubenkopfabdruck im Prägefeld und den Plattenfehler XII "Gebrochenes "H" in GROSCHEN" sowie das Nebenmerkmal "Außenkreisbruch über "R" in Groschen". Der Schraubenkopfabdruck ist typisch für diesen Plattenfehler. Dazu kommt eine kleiner Prägeausfall am Schwanz des Adlers. Nicht nur deswegen zeigst Du einen schönen Brief. Gratuliere zu diesem Stück.


    Grüße


    Alexander

    Einen weiteren interessanten Brief kann ich noch zeigen:



    Das Schreiben geht vom Bürgermeisteramt in Rulfingen an das wohllöbliche Bürgermeisteramt in Berenthal, abgeschickt am 22.12.1871 und abgestempelt in KRAUCHENWIES. Der Inhalt ist mir nicht bekannt, der Brief wurde wohl per Boten wieder zurück nach Krauchenwies geschickt, um von dort erneut gewendet zu werden und den Weg wieder zurück nach Berenthal zu finden:



    Der Brief wurde in Krauchenwies am 5.1.1872 abgestempelt und diesmal korrekt mit einer Marke mit kleinem Brustschild frankiert. Bisher kenne ich nur eine weitere Doppelverwendung über den Jahreswechsel 1871/72 aus dem Groschengebiet, der ebenfalls mit einer NDP- und einer Brustschildmarke frankiert ist.

    Man muss der Ehrlichkeit halber sagen, dass ich den Brief ohne Wissen um den Plattenfehler ersteigert habe - war in der letzten Klüttermann-Auktion und den Platenfehler habe ich erst nach dem Einscannen und Bearbeiten gesehen.....das sind aber dann die angenehmen Überraschungen.


    Ein kleines Abschweifen sei mir erlaubt:



    Den obigen Brief habe ich gekauft, weil der Stempel HAMBURG P.E.8. UHLENHORST nicht zu den häufigen gehört.

    Erst nach dem Einscannen habe ich gesehen, dass die 14 den Plattenfehler IV "Kringel unter "H" von REICHS" hatte.....


    Eine weitere Doppelverwendung möchte ich heute vorstellen:



    Ein Brief der zweiten Gewichtsstufe aus Königstein nach Vilbel....



    Der Brief wurde in Vilbel gewendet und wieder zurück nach Königstein geschickt. Diesmal ist der Brief leicht genug für die erste Gewichtsstufe.



    Ein genauer Blick zeigt auf der MiNr. 9 den Plattenfehler XVI: Heller Strich im Rahmen unten bis "K" in KREUZER. Mir hatte der Brief schon gefallen, weil es sich um eine Verwendung einer Marke mit kleinem und einer mit großem Schild handelt, dazu der Wechsel von der zweiten in die erste Gewichtsstufe (Es handelt sich um einen Brief von einem Gericht zum anderen - wird wohl um die Versendung von Akten/Bescheiden gegangen sein, die entsprechend auch quittiert werden musste). Da war der Plattenfehler das Sahenhäubchen.

    Danke fürs Zeigen - ich kenne den Stempel nicht. Und ich bin gespannt, ob so ein Stempel mal auf Brustschilden auftaucht und ob der Stempel so lange verwendet worden ist. Schon als Ankunftsstempel wäre das schon etwas sehr Besonderes....