Beiträge von vals59

    Hallo Massimo,

    In Frankreich musste ein Chargé-Brief mit mindestens zwei Wachssiegeln hermetisch verschlossen werden. Der Abdruck dieser Siegel musste identisch sein. Die älteste Quelle, die ich gefunden habe, stammt aus dem Jahr 1792 (Artikel X der Allgemeinen Post-Dienst-Anweisung).

    Ein Chargé-Brief musste am Schalter der Post abgegeben werden, damit ein Beamter die Frankierung und den Verschluss kontrollieren konnte. Bei einem Auslandsbrief konnte die Post jederzeit von sich aus ihren eigenen Dienstsiegel anbringen, um einen Brief zu verschließen, der nicht ausreichend verschlossen schien.

    Hier stammen die Stempelabdrücke von der Generaldirektion der Post (Direction Générale des Postes) in Paris.

    Anbei ein Beispiel aus der Allgemeinen Post-Dienst-Anweisung von 1832.

    Viele Grüsse.

    Emmanuel

    Lieber Ralph,

    Der Inhalt des Briefes trägt nichts zur Erklärung dieses Briefes bei. Es handelt sich um einen Brief eines Weinhändlers (Maire et fils) aus Beaune, der einem Restaurantbesitzer aus Leipzig, Herrn Aeckerlin, vorschlägt, wieder Kontakt aufzunehmen. Seit 1821 haben Maire et fils nämlich nichts mehr von Aeckerlin gehört.

    Viele Grüsse.

    Emmanuel.

    Hallo Hermann,

    „Offener Brief“, weil seit dem drohenden Kriegszustand oder der Mobilmachung die Post aus Elsass-Lothringen, einem Teil Badens, dem Regierungsbezirk Trier und dem Herzogtum Birkenfeld offen befördert werden musste (um die Postkontrolle zu erleichtern).

    Es sei angemerkt, dass diese Verordnung vom 27. März 1914* stammt, während die Ermordung des österreichischen Erzherzogs erst im Juni und der Kriegsausbruch erst im August stattfanden.

    Viele Grüße

    Emmanuel

    *Quelle: Leitfaden für den Postüberwachungsdienst. März1916.

    Hallo Jørgen,

    Ein einfacher Brief mit CPR5-gestempelt kostet bis zur französischen Grenze 13 Décimes. Von Givet nach Reims kostet er 4 Décimes (150 km, Tarif von 1806). Insgesamt also 17 Décimes.
    Oben links ist angegeben, dass der Brief 11 g wiegt, was 17 x 2 = 34 Décimes ergibt.

    Viele Grüße

    Emmanuel

    Hello Sumit,

    Da ich leider kein Experte für Postverbindungen zwischen Frankreich und Thurn&Taxis bin, kann ich diese Frage nicht mit Sicherheit beantworten.

    Ich kann jedoch sagen, dass seit dem 1. Januar 1849 der französische Inlandsposttarif nicht mehr die Entfernung, sondern nur noch das Gewicht berücksichtigt, sodass ein einfacher Brief innerhalb Frankreichs nur 20 Centimes kostet. Dies hat Auswirkungen auf die kosten für Briefe aus dem Ausland. Das Zirkular Nr. 14 vom 23. Juli 1849 legt fest, dass ein Portobrief aus Hamburg, der über die Post von Thurn&Taxis befördert wird, 6 Décimes kostet.

    Wenn man den französischen Tarif berücksichtigt, geht die erste Stufe bis einschließlich 7,5 g, die zweite Stufe mehr als 7,5 g bis einschließlich 15 g. Wenn der Postvertrag FR-TT dieselben Stufen berücksichtigt, fällt dein Brief in die zweite Stufe.
    Wenn jedoch Folgendes gilt:
    1. Stufe: bis zu 7,5 g exklusiv
    2. Stufe: von 7,5 g bis 15 g exklusiv
    3. Stufe: von 15 g bis ...
    gehört dein Brief zur dritten Stufe, also 3 x 6 = 18 Centimes.

    Viele Grüße.

    Emmanuel.

    Hello Sumit,

    Ab dem 1. Januar 1819 kostete ein einfacher TTR 3 Brief bis Straßburg 8 Decimes. Bis Reims kamen noch 6 Decimes hinzu (Inlandstarif vom 1. Januar 1828), also insgesamt 14 Decimes.

    Die 8 (Decimes) steht für den Anteil des Portos, der an die Postverwaltung von Thurn et Tassis abgeführt werden muss. Seit dem 2. April 1829 sind die französischen Grenzpostämter verpflichtet, diese Taxstempel auf jeden Brief aus dem Ausland anzubringen.

    Viele Grüße.

    Emmanuel.

    Hallo Sumit,

    Es ist nicht sicher, ob auf diesem Brief eine Gewichtsangabe steht, vielleicht lässt der durchscheinende Text der Korrespondenz dies vermuten.

    Auf jeden Fall handelt es sich um einen Brief mit einem Gewicht zwischen 15 und 20 g. Das Porto für einen einfachen TTR 4 Brief nach Givet beträgt 9 Decimes und das Porto von Givet nach Bordeaux 10 Decimes. Um den Preis für einen Brief von 15 bis 20 g zu erhalten, muss man das Porto mit 2,5 multiplizieren.

    Man kann hinzufügen, dass dieser Brief in Paris und nicht in Givet taxiert wurde, da für die Angabe des Portos blaue Tinte verwendet wurde. https://postalstories.org/de/eintragung-der-portoziffern

    Der Stempel „Allemagne P. Givet” wurde übrigens in Paris verwendet.

    Viele Grüße

    Emmanuel.

    Hallo Bavarian Hunter,

    Dieser Brief wurde nicht in Spanien aufgegeben, sondern vielmehr in einem der Pariser Filialpostämter (Stempel 60 P.P. J.).
    P.P. bedeutet "Port Payé" (Franko Brief).

    Ab dem 1. August 1829 war es möglich, einen Brief nach England schneller per Estafette zwischen Paris und Calais zu befördern, gegen einen Zuschlag von 3 Decimes.
    Auf dem Brief musste dabei der Vermerk ‚Par Estafette‘ angebracht sein.

    Hallo Gerd,

    Eine kleine Ergänzung zu Deiner Wiedergabe des französischen Textes:

    Transmis à M. le Commissaire central
    de police avec Invitation de nous fournir
    les renseignements demandés. Mr Alexandre
    Plankofski n'est pas inscrit dans les registres de
    population.
    Strasbourg le 11 mars 1856

    Pour le Maire

    L'adjoint délégué.

    An den Herrn Zentralpolizeikommissar weitergeleitet mit der Aufforderung, uns die verlangten Auskünfte zu erteilen.
    Herr Alexandre Plankofski ist in den Bevölkerungsregistern nicht eingetragen.

    Straßburg, den 11. März 1856

    Im Namen des Bürgermeisters

    Der beigeordnete Stellvertreter.


    Viele Grüße

    Emmanuel.

    Hallo Bernd,

    Die im Tagesstempel "PRUSSE 3 VALENCIENNES 3" vorhandenen "3" beziehen sich nicht auf einen Rayon. Sie dienen lediglich dazu, das Postamt zu identifizieren, in dem der preußische Kartenschluss geöffnet wurde.

    Diese Kartenschlüsse, die über Valenciennes nach Frankreich gelangten, wurden nicht unbedingt vom Postamt Valenciennes bearbeitet.

    Sie konnten bearbeitet werden:

    • in Valenciennes ("PRUSSE 1 VALENCIENNES 1"),
    • in Saint-Quentin ("PRUSSE 2 VALENCIENNES 2")
    • oder in Paris ("PRUSSE 3 VALENCIENNES 3").

    Viele Grüße.

    Emmanuel.

    Hallo Dieter,

    Van der Linden gibt dies nicht an, weil es sich nicht um einen Grenzübergangsstempel handelt. Es ist vielmehr ein Stempel, der vom Personal der Direktionen der Bahnpostämter verwendet wurde. Seine relative Seltenheit beruht hier auf der Tatsache, dass er auf der Vorderseite abgeschlagen wurde. Üblicherweise findet man ihn auf der Rückseite der Briefe.

    Man kennt:

    BUR. AMBULANT SUD-OUEST

    BUR. AMBULANT NORD

    BUR. AMBULANT EST

    BUR. AMBULANT LYON

    BUR. AMBULANT CENTRE

    BUR. AMBULANT NORD-OUEST

    BUR. AMBULANT OUEST

    BUR. AMBULANT PYRENNEES

    BUR. AMBULANT MEDITERRANEE


    Viele Grüsse

    Emmanuel.