Beiträge von Postarchiv

    Hallo Michael,


    Laut Edwin Müller (Grosses Handbuch der Abstempelungen von Altösterreich und Lombardei-Venetien von 1925) wurden die ersten Bahnposten (Fahrende Postämter) am 1. August 1850 errichtet und waren zur Annahme nichtrekommandierter Briefschaften ermächtigt. Müller listet 15 verschiedene Stempel auf, dazu noch 2 Postambulancen.


    Gruß

    Postarchiv

    Auch bei der Freimachung von Paketkarten mittels Maschinenstempel müssen die Frankatursammler nicht auf ungewöhnliche Portostufen verzichten, steht der Betrag meist sauber unten links. Dabei kommen seltene Verwendungen zum Einsatz, die man bei Privatpaketen selten oder nie zu sehen bekommt. So zum Beispiel Nachnahmen und Postgut.



    Selbstbucher-Paketkarte Nachnahme, mit Maschinenstempel "Gebühr bezahlt" von Berlin SW 77, 26.2.41 nach Wasselheim (Elsass)



    Postgutkarte, mit Maschinenstempel "Gebühr bezahlt" von Berlin SW 77, 10.1.41, nach Wasselnheim (Elsass)


    Das Interessante sind hierbei nicht nur die beiden unterschiedlichen Versandverfahren, sondern auch die jeweils eingedruckten Paketnummernzettel, die nur bei einem Selbstbucher vorkommen können. In den gezeigten Fällen von der Firma Zeiler A.-G., Berlin SO 16.


    Viele Grüße

    Postarchiv

    Da hat sich offensichtlich noch kein Experte an die Deutung der Bezeichnung "MÜNCHEN 3 A-ABT" herangewagt. Ich bin aber zuversichtlich, daß sich noch jemand findet.


    Eine interessante Paketkarte wurde in Bremen 5 hergestellt. Hier wurde die Paketkarte zweimal durch die Maschine abgestempelt, davon einmal kopfstehend, so daß man auch den linken Tagesstempel (üblicherweise auf dem Absenderabschnitt abgeschlagen) auf dem Stammteil erkennen kann.



    Paketkarte für ein Wertpaket von Bremen 5, 16.11.43, nach Glauchau. Im Paketnummernzettel wurde der Selbstbucher nicht namentlich benannt, sondern als Selbstbucher 2 dargestellt.

    Das Interessante an diesem Stempel ist, wie auch bei einigen anderen Orten auch, daß er nach dem Krieg aptiert und auch auf Briefen zu finden ist, allerdings ohne den linken Tagesstempel.



    Brief der AOK Bremen vom 4.7.45 nach Rastede.


    Mit freundlichen Grüßen

    Postarchiv

    Ein weiteres Paketpostamt verwendete zur Freimachung von Paketkarten Postfreistempel, das Postamt München 3.



    Paketkarte eines Selbstbuchers von München 15, freigemacht mit Postfreistempel vom Postamt MÜNCHEN 3 A-ABT vom 15.1.42 nach Wangenburg-Engenthal, Unt.-Els.


    Man sieht der Paketkarte die Verwendung eines Maschinenstempels nicht an, ist aber an anderen Paketkarten eindeutig zu identifizieren. Die in einem meiner o.a. Posts erwähnte Aufgabe bei anderen Postämtern ist hier sehr gut nachvollziehbar. Eingeliefert beim Postamt München 15, freigemacht beim Paketpostamt München 3.


    Der Postfreistempel für Paketkarten ist weder in der Stempeldatenbank von stampx.de, noch bei der von philaseiten.de zur Zeit registriert. Daher kann ich, da ich die Stempel von München nicht explizit sammle, nichts zur der Bezeichnung "A-ABT" hinter der Postamtsbezeichnung "MÜNCHEN 3" sagen. Bin aber optimistisch, daß es hier Sammler der Stempel Münchens gibt, die diese Bezeichnung näher erläutern können. Vielleicht auch, ob die Pakete mit der unterirdischen Bahn befördert wurden.


    Mit freundlichen Grüßen

    Postarchiv

    Hier eine Paketkarte mit dem angesprochenen Stempelbild, "Gebühr Bezahlt"-Stempel auf dem Stammteil der Paketkarte und Tagesstempel auf dem Absenderabschnitt, den der Empfänger für seine Unterlagen abtrennen konnte.



    Freistempel der Fa. Klüssendorf für Paketkarten für ein Paket mit Postgewicht von 9 kg, Freigebühr 0,65 RM, von Berlin SW77 vom 12.8.1944 auf kompletter Paketkarte


    Die obige Paketkarte zeigt die Zielgruppe der Entwertung durch Postfreistempel: Selbstbucher, die unter bestimmten Bedingungen Pakete zur Freimachung durch Postfreistempel aufgeben konnten. Die unter Anschreibung der aufgelieferten Pakete mit dem Gewicht und der ausgewiesenen Gebühr wurde meist monatlich abgerechnet und der Gesamtbetrag in bar, durch Scheck oder durch Abbuchung vom Postscheckkonto beglichen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Postarchiv

    Die Paketkarten mit dem Maschinenstempel "Bezahlt" oder "Gebühr bezahlt" sind erkennbar an dem Poststempel der gleichzeitig auf dem Absenderabschnitt angebracht wurde. Abschnitt V Abt. 2 Anlage 7 der Allgemeinen Dienstanweisung für Post und Telegraphie zeigt das Muster:



    Den Abschlag von Leipzig in meinem ersten Post gibt es übrigens auch mit dem "Bezahlt"-Stempel in Oval.


    Gruß

    Postarchiv

    Über die Freimachung von Paketkarten mittels Postfreistempel ist bisher wenig berichtet worden. Ich möchte daher die Freimachung der Paketkarten mittels Postfreistempel etwas näher beleuchten, zumal diese unter anderem für Paketkarten entwickelt wurden.


    Eine führende Rolle bei der Herstellung kam hierbei der Firma Heinrich H. Klüssendorf, Berlin zu, die eine umfangreiche Produktpalette offerierte. Ein Teil des Warensortiments lässt sich aus einer Werbeanzeige im Taschenbuch für Post und Telegraphie 1940 entnehmen.



    Beginnen möchte ich mit der Darstellung eines Postfreistempels der Firma Klüssendorf von Leipzig N 18 mit der Angabe (Gebühr) "Bezahlt".



    Das Postamt Leipzig N 18 hatte auch einen Postfreistempel in Oval mit der Angabe "Gebühr bezahlt" in Gebrauch. Maschinenstempel mit der Angabe "Bezahlt" oder "Gebühr bezahlt" wurden nur von einer geringen Zahl der Paketpostämter im Deutschen Reich verwendet.



    Gruß

    Postarchiv

    Nachstehende Ansichtskarte von Tolmezzo zeigt durch die Ortsbezeichnung an, daß das Postamt sowohl für den Feldpost- als auch für den Privatpostverkehr zugelassen war.




    Ansichtskarte von Tolmezzo, als Feldpostkarte vom K.u.k. Infanterieregiment "Kronprinz" Nr. 17 / Ersatzbataillon / Proviantur, nach Judenburg in der Steiermark. Der Stempel des K.u.K. ETAPPENPOSTAMT / TOLMEZZO (Unterscheidungsbuchstabe b) 17.7.18.


    Gruß
    Postarchiv

    Das kleinste, kurzlebigste und seltenste von K.u.K. Truppen besetzte und für den Postverkehr der Privatbevölkerung zugelassene Gebiet ist ITALIEN. Bekannter ist das Gebiet wegen der zahlreichen Schlachten am Isonzo, deren seit 1915 immer wieder aufflammenden Kampfhandlungen. Diese wurden erst nach einem vereinbarten Waffenstillstand am 3.11.1918 (Österreich), bzw. 4.11.1918 (Italien) beendet.


    Für das östlich des Isonzo von den K.u.K. Truppen besetzte Gebiet Italiens, wurde eine K.u.K. Etappen-Post- und Telegraphendirektion errichtet, die gemäß Verordnung vom 15.4.1918 den Privatpostverkehr für das besetzte Gebiet ermöglichte. Die danach eröffneten Etappenpost- und Telegraphenämter im Okkupationsgebiet fungierten
    1. als Feldpostanstalten
    2. als Anstalten für den Privatverkehr der Bevölkerung.
    Für letztere waren zugelassen: Korrespondenzkarten, offene Briefe, Drucksachen (Zeitungen) und Warenproben. Das für den Privatpostverkehr ausgewiesene Porto war nach dieser Verordnung in der österreichischen Währung (Heller) angegeben. Der Privattelegrammverkehr war nicht zugelassen.


    Die Eröffnung von Etappenpostämtern für den Privatpostverkehr erfolgte mit Kundmachung vom 16.4.1918 für die Orte:
    Udine, Cividale del Fiuli, San Pietro al Natisone, San Giorgio di Nogaro, Codroipe, Latisana, Palmanova, Auronzo, Ampezzo in Venetien, Tolmezzo, Longarone, Pieve die Cadore, Maniago, Spilimbergo, San Daniele del Friuli, Gemona, Tarcento und Moggio Udinese.
    Der Eröffnungstag war der 25.4.1918. Es handelte sich bei allen Postämtern um Postämter I. Klasse.


    Mit Kundmachung vom 15.9.1918 wurden mit Wirkung vom 20.9.1918 in den Orten San Vito al Tagliamente, Portogruaro, Agordo und Casarsa della Delizia ebenfalls Postämter I. Klasse für den Privatpostverkehr eröffnet.
    Die Zensur der Postsendungen erfolgte durch die Zensurstelle in Udine.



    Gruß
    Postarchiv

    Hallo Postarchiv,
    bitte bitte :) Ich lese gern die Inhalte/1 und 2 WK hin und wieder.. aber die Postgeschichte ist für mich die Nebensache also helfe dir großartig nicht..


    Hallo Laurent,


    ich bin froh, wenn sich jemand an den von mir eingestellten Themen beteiligt. Anbei weiteres.



    Auch wenn die K.u.K. Etappenpostämter für den Privatverkehr zugelassen waren, ist die Zuständigkeit für die Feldpost nicht erloschen, wie die folgende Ansichtskarte zeigt.



    Ansichtskarte, abgestempelt von dem K.u.K. ETAPPENPOSTAMT BELGRAD 12.III.18 nach Královské Vinohrady, deutsch: Königliche Weinberge. Mit Stempel der Rechnungsgruppe der kl.u.k. Intandanz des Militär Generalgouvernements in Serbien - Zensurabteilung.


    Gruß
    Postarchiv

    eine Postkarte, 8 h. mit 5 h. als Zusatzfrankatur vom 30.8.1917 von MIONICA nach Nizza, Frankreich wirft Fragen auf.


    Mit Kundmachung des Armeeoberkommandos vom 18.12.1916 wurde die Eröffnung des Etappenpostamt II. Kl. in Mionica verkündet. So weit so gut. Doch von einem für Privatpersonen zulässigen Auslandspostverkehr mit Frankreich ist mir nichts bekannt (Kriegsgefangenenpost?). Wer kann mir diese belegen oder eine plausible Erkärung für den Postverkehr geben? Die Beschriftung der Karte scheint zeitgerecht.





    Mit freundlichem Gruß
    Postarchiv

    Bitte :thumbup:


    Hallo Filigrana,


    habe erst jetzt gesehen, daß es sich um meinen Beitrag handelt. Daher jetzt mein :thumbsup:


    Gruß
    Postarchiv

    [b]Krieg 1870/71[/b]




    Der Krieg gegen Frankreich 1870-71 und die Einigung Deutschlands.


    Zur 25jährigen Wiederkehr der Gedenktage von 1870/71. Mit 20 Vollbildern, zahlr. Abb. im Text und fünf herausklappbare Karten-Tafeln, Th Lindner,
    Verlag von A. Asher, Berlin, 1895, bestoßen, Deckblatt beschädigt, einige Flecken.