Beiträge von Elch

    Hallo Ralph,

    vielen Dank für Deinen Eintrag. Ich kann noch zwei interessante Briefe zeigen.

    Einschreibebrief vom 6.12.1911, innerstädtisch in Harar verschickt. Handschriftlich Exprès und Urgent. Soweit bekannt ist, existierte keine gesonderte Portostufe für Lokalbriefe, und die Post bot keine Eilzustellung an. Das Inlandsporto betrug 1 Guerche bis 20 Gramm (2 Guerche bis 40 Gramm), und die Einschreibgebühr war 2 Guerche. Das Porto von 5 Guerche und die Vermerke oben links sind also nicht zu erklären.


    Mit diesem portogerechten Inlandsbrief vom 15.2.1913 wäre ich ohne KI nicht weitergekommen, da ich niemanden kenne, der Amharisch lesen kann. Die Anschrift lautet:

    An (wörtlich möge es erreichen) Herrn Gebre Yohannes, Arada Telefon- und Telegrafenamt (wörtlich Drahthaus)

    Heute ist Arada Stadtteil von Addis Abeba.


    Viele Grüße

    David

    Liebe Sammlerfreunde,

    im Jahr 1913, nach langer Krankheit, verstarb Kaiser Menelik. Sein Nachfolger war sein Enkel Lij Iyasu, der aber keine große Beliebtheit genoss. Beliebter war Ras Tafari Makonnen, den wir später als Kaiser Haile Selassie kannten. Im September 1916 wurde Lia Iyasu abgesetzt, und als Nachfolgerin wählten Adel and Kirche Meneliks Tochter Zauditu, die bis 1930 als Kaiserin regierte. Kronprinz war Ras Tafari Makonnen, der das Land verwaltete und nach Zauditus Tod 1930 den Thron bestieg.

    1917 wurden die Marken von 1909 mit zwei Aufdrucken zur Krönung der Kaiserin versehen. Die erste Ausgabe erschien am 30.3. (Michel 47-52), die zweite von April bis Oktober (Michel 53-59). Die niedrigen Wertstufen zeigten den Namen von Ras Tafari Makonnen, die hohen den von Zauditu.

    Am 28.5.1917 erschien eine dritte Aufdruckausgabe (Michel 60-63). Wegen eines Mangels an niedrigen Wertstufen wurden die kaum verwendeten Michel-Nummern 58 (8 Guerche) and 59 (16 Guerche) mit 1/4, 1/2, 1 oder 2 Guerche überdruckt.

    Briefe mit diesen Aufdruckausgaben sind selten. Ich kann nur einen mit der ersten Aufdruckausgabe (s. unten, mit Rechteck) zeigen, und der ist wahrscheinlich ein Sammlerbrief. Zensurbrief von Addis "Abbeba" in die Schweiz vom 21.3.1919, Mischfrankatur mit der zweiten Aufdruckausgabe, mit 8 Guerche richtig frankiert nur wenn er 80 bis 99 Gramm wog:


    Einfacher Auslandsbrief vom 10.5.1918 mit der zweiten Aufdruckausgabe, sehr seltene Destination, mit 2 Guerche portogerecht:


    Inlandsbrief von Harrar nach Dire Dawa vom 9.5.1919, mit 2 Guerche frankiert, portogerecht wenn er ein Doppelbrief war:


    Ganz toller Auslandsbrief vom 16.8.1917 von "Adis" Abeba in die Schweiz mit der dritten Aufdruckausgabe, mit 2 Guerches portogerecht:


    Viele Grüße

    David

    Liebe Sammlerfreunde,

    ich zeige hier diese ganz normale Ansichtskarte in die Schweiz aus dem Jahr 1907 hauptsächlich wegen des Fotos und des humorvollen Textes.

    Viele Grüße

    David

    Bevor ich das Thema Karten verlasse und zu den Überdrucksmarken von 1917 gehe, möchte ich eine Einschreibpostkarte von Addis Abeba nach Italien zeigen. Die Karte mit einem Wertstempel von 1/4 Gersch wurde im Jahr 1902 herausgegeben, war jedoch ab 1908 nicht mehr gültig. Mit einer Frankatur von 2 1/2 Gersch ist die Karte portogerecht. Sie war drei Wochen unterwegs.

    Viele Grüße

    David

    Liebe Sammlerfreunde,

    von kleinen flachen äthiopischen Springpferden im Brief möchte ich nun zum Thema Postkarten und Ansichtskarten gehen. Vom Anfang November 1908 bis Ende Juli 1921 betrug das Porto für eine Karte ins Ausland 1/2 Gersch, im Inland 1/4 Gersch. Inlandskarten habe ich nicht, aber ich kann eine Postkarte und eine Ansichtskarte vom 13.8.1910 und 27.4.1914 zeigen. Die Karte von Harar nach Belgien war 21 Tage unterwegs. Die Karte mit dem touristischen Foto zeigt Stempel, die den Leitweg von Addis Abeba nach Ungarn über Port Taufiq und Port Said dokumentieren. Der Empfänger hat den 14.5.1914 als Ankunftsdatum vermerkt, also war die Karte 17 Tage unterwegs.