Beiträge von Germania

    Auslandbrief von ERBACH im Odenwald aus der alliierten Besatzungszone vom 3.9.1948 nach Brig. Trotz der vor 2 Tagen vorgenommenen Tarifänderung von 50 Pf. auf 30 Pf. für einen Auslandbrief (Tarifperiode 1.9.1948 bis 30.6.1954), wurde der Brief weiterhin nach altem Tarif mit einer 50 Pf. Marke aus der Arbeiterserie mit «Posthörnchen» Aufdruck frankiert. Damit um 20 Pf. überfrankiert.


    Sammlergurss


    Martin


    Hallo Martin,


    Man könnte auch in Erwägung ziehen, dass es sich um einen Doppelbrief handelt. Bei einem Brief > 20gr. wärden jeweils für weitere 20gr. 20Pfg hinzuzurechnen.

    Also wäre die Gebühr für einen Brief von 21-40 gr 50Pfg.

    Somit wäre dein Beleg eventuell doch nicht überfrankiert.


    Bester Gruß.


    Fred

    Hallo Uli, hallo Dieter,


    Zuerst einmal vielen Dank für eure Einwende.


    Den Gedankengang mit dem Landweg hatte ich auch. Davon bin ich aber nach Kontrolle aller anderen Paketkarten mit eindeutigen Landwegen wieder abgekommen. All diese tragen generell (zumindest alle meine, und das sind nicht wenige) den Stempel (der Grenzabfertigung) von Eydtkuhnen/ Kybartai.


    Die in anderen Jahren über den direkten Weg via Lübeck beförderten Sendungen haben die Stempel der Landungs- oder Transithäfen Turku/ Abø oder/ und Helsingfors/ Helsinki.

    Da diese Hafenstempel fehlen, hatte ich die Gedanken zu einem "Zwischenstop" in Åland.


    Beim Thema Laufzeit müssen wir natürlich den Unterschied zwischen gregorianischem und julianischem Kalender berücksichtigen, das Paket wurde also nach in Deutschland gängigen Kalender am 05.01.1909 dem Empfänger zugestellt.

    Heute wende ich mich mit der Bitte um Hilfe zum Leitweg eines Paketes nach Finnland an euch.


    Das Paket wurde am 12.12.1908 in Lübeck aufgegeben, der Empfänger war beheimatet in Österbygge, eines kleinen Ortes auf Köckar (Kökar), einer Insel der Verwaltungsgemeinschaft Aländer Schären.

    Eine zusätzliche Angabe findet sich mit Degerby - Aland auf der Anschriftenseite der Paketkarte, einer weiteren kleinen Insel der Aland-Inseln, auch der Hauptinsel (mit heutiger Hauptstadt Mariehamn) vorgelagert.


    Leider finden sich keinerlei Durchgangs- oder Ankunftsstempel. Die Sendung wurde in Kökar am 23.12.1908 dem Empfänger zugestellt.


    Meine Fragen:

    Gibt es jemanden unter uns, der über die (Post-)Schiff-Listen der Ostsee aus dieser Zeit verfügt?

    Ich gehe von einem Schiff in Richtung Turku oder Helsingfors aus, da es der direkte Seeweg ab Lübeck war..

    Hat dieses betreffende Schiff eventuell Mariehamn, Degerby oder Kökar angelaufen? Ich bin über jeden Hinweis dankbar.


    Danke. Beste Grüße. Bleibt alle schön gesund.


    Fred




    Oder welchen Grund hatte diese Fristverlängerungsmöglichkeit sonst noch haben können ?

    Zu dieser Zeit gab es oftmals dieses Verlangen nach der Frist oder dem "abermaligen Vorzeigen", Ursachen können sein, dass eventuell das Geld gerade nicht in bar in der Kasse war, man sich wirklich nicht sicher war ob und warum der Betrag per Nachnahme erhoben werden sollte.

    Häufig habe ich diesen Vorgang bei den Nachnahmekarten gesehen, also "Postkarten" die dem Zweck dienten einen Rechnungsbetrag oder ähnliches einzuziehen, aber nicht mit der Warenlieferung verbunden waren. Hier konnte es natürlich bei Fristverlangen oder Verweigerung den Hintergrund haben, dass die Summe bereits durch Versenden eines Schecks oder der Überweisung des Betrages ausgeglichen war und es nur eine zeitliche Überschneidung gab.

    bei deiner Paketkarte müssten es aber andere Ursachen sein, da ja die Ware sicherlich im Paket befindlich war. Aber über die hier vorliegende Ursache können wir wohl nur spekulieren, den triftigen Grund werden wir schwer herausfinden.


    :)

    Guten Morgen allerseits,


    die Firma Julius Steinmann / Kaiserslautern ist keine große gewesen, sie hatte sich auf die Herstellung von Füllfederhaltern und Tintenlöscher spezialisiert. Insofern sehr erfreulich einen Beleg zumindest ..........................................

    Hallo Pälzer,


    ich hoffe, dass meine Gedanken zur wunderbaren Paketkarte korrekt sind.


    Das Paket wurde am 29.11.1914 in Kaiserslautern aufgegeben, die Firma war Selbstbucher, klebte daher den Nummernzettel und errechnete auch die erforderliche Gebühr und verklebte diese auch mit im eigenen Bestand befindlichen Briefmarken.

    Hierbei erfolgte der erste Fehler:

    Die Paketgebühr betrug für ein 6kg schweres Paket von Kaiserslautern nach Düsseldorf (Entfernung ~210km) 0,70 Mark,

    hinzu kam die Prokuragebühr für die Nachnahme in Höhe von 0,10 Mark.


    Das Paket erreichte Düsseldorf erst am 10.12.1914 und wurde am darauffolgenden Tag, dem 11.12.1914 dem Empfänger vorgezeigt, dieser verlangte jedoch (wohl wegen des Nachnahmebetrages von 10,00 Mark) eine Frist zur erneuten Vorlage. Für dieses Begehren wurde die Gebühr für das erneute Vorzeigen fällig, diese Gebühr von 0,20 Mark ist rückseitig durch die rote "20" ausgewiesen. -so zumindest meine Annahme-

    Nach Ablauf der Frist am 18.12.1914 verweigerte der Empfänger die Annahme des Paketes.


    Das Paket ging dann auf seine Rückreise in Richtung Kaiserslautern, für den Rücktransport wurde die normale Gebühr in Höhe von 0,70 Mark fällig, welche auch vorderseitig in blau ausgeworfen wurde.


    Ich hoffe alles korrekt beschrieben zu haben.

    Liebe Grüße.


    Fred


    edit

    ich habe noch einmal nachgelesen, die Gebühr für das erneute Vorzeigen wurde erst einige Zeit später eingeführt, somit muss die Angabe der roten "20" rückseitig einen anderen Grund haben. Normalerweise wurden in rot auf der Rückseite der jeweiligen Postsendung immer eine zu erhebende Ergänzungsgebühr bei Eilboten o.ä. angegeben.

    Hallo zusammen,

    ich glaube Jürgen bekam von seinem Onkel Adi als er nach 1 Woche zu ihm reiste die Ohren langezogen.

    Was war hier eigentlich nicht regelkonform?

    Wenn ich mich recht erinnere, gab es eine bestimmte Zeit Bundespost und Bundespost Berlin, in der die Verwendung von Ganzsachenausschnitten nicht erlaubt war. Vielleicht liegt dein Beleg genau in diesem Zeitraum?

    Bei den Firmenbriefen taucht neben der Adresse noch ein Kürzel auf. Ein Absendervermerk (Namenskürzel) oder eher ein Gebietsvermerk?


    Ich hätte einen weiteren Vorschlag.




    Eventuell das Namenskürzel des jeweiligen Handelsreisenden des Absenders für die jeweilige Region.

    Hallo Dieter.


    Bei allen mir im Original vorliegenden Paketkarten (alle aus 1912, 1913, 1914 und immer Monate April bis August) ist der Zeitraum zwischen dem Transit von Kopenhagen und der Ankunft in Reykjavik etwa drei bis vier Wochen.

    Die Pakete wurden immer mit Handelsschiffen ab Dänemark weitertransportiert. Ich glaube irgendwo einmal gelesen zu haben, das es auch einen großen Unterschied in der Laufzeit zwischen Sommer- und Winterszeit gab.


    Ein Gedanke:

    Hinzu kommt eventuell auch die bereits kriegsbedingt durch England vollzogen Seeblockade der Nordsee.

    Vorab, die angehängten Bilder habe ich einem Angebot eines Auktionshauses (4.Auktion Kletterwand, Köln) entnommen. Mich hätte das Objekt schon interessiert, da mir bislang aus dieser Periode noch nie ein Angebot in Erinnerung war. Der endgültige Zuschlag brachte mich aber schon ein wenig zum überlegen, im Endeffekt wollte ich es mir nicht leisten.


    Laut den umfassenden Interpretationen zu den Paketkarten nach Dänemark (incl. Färöer + Grönland) und nach Island von Wolf Becker sollen Frachtsendungen nach Island ab dem 24.09.1915 über den Transitweg Norwegen befördert worden sein.

    Die hier beschriebene Karte, respektive das zugehörige Paket, wurde am 29.10.1915 in Hamburg 11 aufgegeben.

    Am 30.10.1915 wurde es dem Leitweg entsprechend in Hamburg 7 bearbeitet.

    Rückseitig befindet sich der Transitstempel von Kopenhagen bereits vom 31.10.1915. Der Ankunftsstempel von Reykjavik datiert auf den 30.12.1915.


    Auf dem gesamten Beleg kann ich keinerlei Vermerke oder Hinweise finden, die auf eine Transitbehandlung von Norwegen hinweisen. Die Frankatur weicht von der normalen Frankatur bei Leitweg über Dänemark insofern ab, dass bei Leitweg Dänemark 0,80 Mark Gebühr angefallen ist, laut den Tabellen in der Abhandlung von Wolf Becker im Falle der Leitung via Norwegen ab dem 24.09.1915 fallen die in diesem Falle frankierten und durch Rötel ausgewiesenen 1,40 Mark an.


    Hat jemand eine Idee. Augenscheinlich doch über den herkömmlichen Transit Dänemark gelaufen?


    Beste Grüße an alle. Bleibt schön gesund.




    Hallo Uli.


    Vielen Dank, sowohl für die Glückwünsche als auch die Erklärung des Sachverhaltes, der dahinter steckt. Wird sicher eine schöne neue Seite im Sammlungskapitel "Besonderes im postalische Ablauf", die ich nach Fertigstellung hier gerne auch zeigen würde.


    Immer wieder schön, dass es hier in diesem so tolle Antworten und Informationen zu Fragen gibt. Auch Anregungen und Korrekturen sind hier immer toll und nicht (wie mittlerweile in anderen Foren) schulmeisterisch und egoman geprägt.


    Also nochmal vielen Dank.

    Bleibt oder werdet alle schnell wieder gesund.

    Hallo liebe Mitstreiter,


    mir sind die nachfolgend abgebildeten beiden Wertpaketkarten aus dem Februar 1919, Beide haben keinen Ankunftsstempel, vermutlich erreichten die Pakete nicht zusammen mit den Paketkarten den Empfänger. Kann mir eventuell jemand mit einer (Er-)Klärung helfen, vor allem auch mit dem vorderseitigem großen Gummistempel "F".


    Schon vorab Danke. Bleibt oder werdet alle schnell gesund.



    Hallo in die Runde.


    Eigentlich sicher etwas recht banales.

    Eine (Auslands-)Paketkarte mit Nachnahme zum Inlandstarif im Wechselverkehr mit Österreich-Ungarn und Luxemburg.

    Allerdings hier in das eigenständige Liechtenstein, welches bis 1920 seine postalische Belange durch Österreich verwalten und abwickeln ließ. In diesem Falle erfolgte die (zollamtliche) Abwicklung durch das österreichische Grenzpostamt Feldkirch

    Ich habe recht lange danach gesucht.

    Hallo Ulrich.


    Ich denke die linke Phrase neben der 40er Germania wird "abs" bedeuten, also der Vermerk des abnehmenden Postbeamten für "Absender"-frankierte Sendungen. Den zweiten Vermerk kann ich nicht deuten.


    Zu den zuviel frankierten 30Pfg habe ich folgende Interpretation:

    Der Versender ging bei seiner Portoberechnung davon aus, dass der Sperrgutzuschlag auf den gesamten Tarif zu berücksichtigen ist und nicht nur auf den deutschen Anteil, dies würde der 30Pfg entsprechen.


    Kann sein, muss nicht. Vielleicht hat jemand noch andere Ideen.


    Alles Gute für das Neue Jahr.

    Bleibt oder werdet alle schön gesund.

    Ich zeige euch heute eine Inlandspaketkarte vom 1.10.1907 von Berlin nach München.


    Das Postamt Berlin C 111, eine Zweigstelle des Postamtes Berlin S.W.19 war als innerdienstliche Einrichtung ausschließlich für die Abwicklung und den Transport der
    postalischen Sendungen der Reichs(haupt)bank zuständig.


    Der Tarif des Paketes mit einem Gewicht von nur 1kg (dementsprechend klein und als Beutelstück, kenntlich am blauen "B", befördert).


    Aufgegeben am 1.10.1907 zwischen 18:00 und 19:00 Uhr erreichte es die Wertpost-Zustellung in München bereits am 2.Oktober um 11:00 bis 12:00 Uhr.
    Heute wohl eher nur nur separaten Kurier möglich!


    Paket bis 5kg (über 10 geogr. Meilen) 50 Pfg
    Einschreiben 20 Pfg
    Eilboten 40 Pfg


    Gesamttarif 1 Mark 10 Pfg


    Schön ist auch der "Aufbrauch" der 2 Pfennig auf der Rückseite.


    Eventuell könnte mir jemand den Unterschied von Einschreiben und Wert bei Paketen erklären. Haftungsgrenze bei Einschreiben zum Beispiel.

    Hallo Bernd.


    Ich habe dir den kompletten Tarif für Frankreich per Email gesendet. Hättest du aber eigentlich schon haben müssen. Hatze ich als Printversion schon vor geraumer Zeit einmal geschickt.


    LG.
    Germania