Beiträge von Altsax

    Ich suche den Ort Ober-Horb bei Sagan Schlesien

    Wer kann mir sagen wo das ist respektive wie der Ort heute heisst. (Sagan heute Zagan Polen)

    Hallo ST.G.,


    kannst Du bitte den Brief vollständig (Front und Rückseite) zeigen. Mich interessiert der gesamte Leitweg. Er ist immerhin durch Sachsen gelaufen.


    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo zusammen,


    zwei nicht ganz in diese Rubrik passende sächsische, aber über Preußen gelaufene Briefe kann ich noch zeigen:



    Doppelbrief (oben links "2"), Francotaxe 2 x 2 Ngr. für Sachsen, 2 x 2 1/2 Ngr. für Frankreich.

    Das Leipziger Oberpostamt hatte ursprünglich die Differenz zum Eigenanteil von 1/2 (Ngr.) als Weiterfranco notiert.

    Das wurde bei der Taxkontrolle in Leipzig gestrichen, weil der teilfrankierte Brief als Portobrief unter Anrechnung des Francos zu behandeln war. Letzteres wurde der französischen Post gutgeschrieben (Vermerk li.ob. "4 1/2 fra.").

    Das Gesamtporto für den Doppelbrief betrug 120 Centimes, worauf die 4 1/2 Sgr. entsprechend 56,25 Centimes) anzurechnen waren. Die verbleibenden 63,75 Centimes wurden auf 7 Decimes aufgerundet vom Empfänger erhoben. Der preußischen resp. der sächsischen Post standen 50 Centimes zu, es war also seitens der französischen Post noch die Differenz von 6,25 Centimes entsprechend 0,5 Sgr. (Ngr.) gutzuschreiben.


    Der folgende Brief war ebenfalls doppelt schwer, aber nur für das einfache Gewicht frankiert:



    Er wurde seitens des Leipziger Postamtes als "fr(anco) Grz. (Grenze)" taxiert, was nachfolgend unberücksichtigt blieb und wegen des abgeschlagenen "PD"-Stempels zu keiner Portoforderung beim Empfänger führte.


    Beste Grüße

    Jürgen

    ein schöner Beleg. :thumbup: Der würde auch gut in meine „Briefkasten“-Sammlung passen. :)

    Lieber Erwin,


    da wäre ich mir gar nicht so sicher. Bei kleinen Postanstalten kommen Fehlfrankaturen durchaus auch bei Schalteraufgabe vor. Ohne einen entsprechenden Vermerk würde ich nicht zwingend von Briefkasteneinwurf ausgehen.


    Beste Grüße

    Jürgen

    Lieber Ralph,


    der Schreibfehler Decimes statt Centimes ist korrigiert, der Rest entspricht dem Postvertrag Preußen-Frankreich von 1858.

    Daß Preußen nur 1,3 Sgr. erhielt, ist der Tatsache geschuldet, daß der Brief aus den 1 Rayon stammte. Von einem Francobrief wäre Preußen auch nur rd. 1,2 Sgr. geblieben.


    Liebe Grüße

    Jürgen

    Aha, wieder was dazu gelernt. Als Einfaltspinsel dachte ich dass sich die Bestimmungen entsprechen (sollten )

    LG Andreas

    Lieber Andreas,


    tröste Dich, meine Annahme, daß sich alle deutschen Juroren bei deutschen Ausstellungen an das hier gültige Reglement halten würden, ist ebenso einfältig.


    Liebe Grüße

    Jürgen

    Hallo zusammen,


    nachfolgend ein unterfrankierter Brief von Neunkirchen nach Ars sur Moselle vom 31.12.1866:


    Aus dem Bezirk Trier stammend hätte er als einfach schwerer Brief mit 3 1/2 Sgr. frankiert werden müssen. Er war deshalb unterfrankiert als Portobrief zu behandeln, was eine Taxe von 50 Centimes erforderte. Die Frankatur war anzurechnen, folglich schrieb die preußische Post der französischen 3 Sgr. (umgerechnet 37,5 Centimes) gut. Vom Empfänger waren also noch 12,5 Centimes zu erheben, die die französische Post auf 2 Decimes aufrundete. Davon waren vertragsgemäß 16 2/3 Centimes (entspr. 1,31 Sgr.) der preußischen Post gutzuschreiben.


    Beste Grüße

    Jürgen

    Hallo Guy,


    Igstadt hatte zur NDP-Zeit keine eigene Postanstalt, wurde also mit Sicherheit von einem Landbriefträger bedient.

    Die von Dir ermittelte Entfernung war in solchen Fällen nicht ungewöhnlich.


    Der zweite Brief ist als Ortsbrief richtig taxiert.


    Beste Grüße

    Jürgen

    Auch wenn sich gewiss nicht der Wertung der Jury durch das Forum vorgreifen lässt, würde mich interessieren, wie die allgemeine Erwartung hinsichtlich der zu verteilenden Punkte ausschaut. Spannend ist das auf jeden Fall.

    Hallo Bavarian Hunter,


    aus meiner Sicht ist die entscheidende Frage, ob sich die Jury vorwiegend am gezeigten Material oder eher an der Bearbeitung des Exponates im Hinblick auf die Vorgaben des Reglementes orientiert.


    Es läßt sich zunehmend auch in Deutschland beobachten, wohl geprägt von den internationalen Gepflogenheiten, daß Exponate überwiegend nach dem darin enthaltenen Material bewertet werden.

    Dabei wird das Kriterium "Seltenheit und Beschaffenheit" vorwiegend so ausgelegt, daß darunter Stücke verstanden werden, die auch hohe Marktpreise erzielen, also in irgend einer Form spektakulär sind.

    Es gilt also nach wie vor die alte Empfehlung von Herrn Jaretzky, daß man nur Stücke zeigen solle, deren Bedeutung auch der unerfahrenste (er benutzte einen anderen Ausdruck) Juror erkenne.


    Nach meiner Überzeugung gehört das Exponat in die Kategorie "Traditionell". Sie hat ihre Stärke im Material. Der Aufbau sollte sich mehr an der Erfordernissen der traditionellen Sammlungen orientieren. Bei der Beschreibung von Marken und Stempeln wäre mehr "Tiefgang" wünschenswert. Das Potential des Materials wurde m.E. nicht ausgeschöpft.


    Beste Grüße

    Altsax

    Ich sehe eine Einordnung unter der Gruppe 2B der neuen FIP Guidelines for PO Exponate...

    Hallo Andreas,


    es handelt sich hier aber um keine FIP-Ausstellung. Es gilt das Reglement des BDPh, und danach ist alles, was nicht eindeutig postgeschichtlichen Bestimmungen entspricht, der Gruppe "Traditionell" zuzuordnen.


    Beste Grüße

    Jürgen

    Eine strikte Grenzziehung ist da schwer, weil Teile beider Konzepte ineinandergreifen (können) und es auf den Blickwinkel ankommt.

    Lieber Ralph,


    ein Sammler, der sich auf nur einen (altdeutschen) Staat konzentriert, wird sowohl sich sowohl mit der Markenkunde als auch der Postgeschichte zu beschäftigen haben. Das halte ich für zwingend.


    Bei Wettbewerbsausstellungen geht es aber immer auch um Reglementsfragen. Wenn also eine einteilung in Länder- und postgeschichtliche Sammlungen besteht. muß auch eine eideutige Grenzziehung erfolgen, damit ein Aussteller nicht der Willkür der Juroren ausgeliefert ist.


    Als das derzeitige Reglement neu eingeführt wurde, hat man strikt darauf geachtet, daß eine Ländersammlung an den marken orientiert blieb und keine postgeschichtlichen Elemente enthielt. Das mag inzwischen etwas toleranter gehandhabt werden, hat aber nach wie vor Gültigkeit.


    Konsequenterweise müßte das auch für den umgekehrten Fall gelten. Wir sind uns darüber einig, daß eine "gute" Sammlung beide Elemente enthalten sollte, ja muß. Solange sich diese Überzeugung aber nicht im Reglement wiederfindet, muß es eine eindeutige Grenzziehung enthalten, an die sich auch Juroren zu halten haben. Genau das vermisse ich.


    Liebe Grüße

    Jürgen

    Hallo zusammen,


    bei dieser Sammlung

    Bayern-Tiger
    Königreich Bayern - Die Quadratausgaben 1849 bis 1862, Marken, Entwertungen,Verwendungen

    stellt sich mir die Frage nach der richtigen Zuordnung unter "Postgeschichte". Da es sich um eine Ausstellung im Rang 1 handelt, wurde das mit Sicherheit bereits verbindlich geklärt. Gleichwohl sind die typischen Merkmale einer Ländersammlung, nämlich die markenspezifischen Darstellungen, sehr ausgeprägt enthalten.


    Es gab vor Jahren einmal in Sindelfingen eine ähnlich aufgebaute Bayern Sammlung, die dort sogar ein Goldenes Posthorn erhielt. Im umgekehrten Falle, wenn also eine Ländersammlung zu viele postgeschichtliche Elemente enthält, wird das nach meiner Erfahrung von der Jury moniert.


    Kennt jemand die Kriterien, die für die Zuordnung solcher "Hybrid-Sammlungen" offiziell gelten?


    Beste Grüße

    Altsax






    Ich würde den Brief so interpretieren: Einwurf ohne Frankatur in einen Schiffsbriefkasten eines Schiffes auf der Route von Helgoland nach Hamburg. Auflieferung des Briefes beim Postamt in Hamburg (s.h. Langstempel 1"HELGOLAND" mit Schlußpunkt - ab Mitte 1852 bis Ende 1873 in Gebrauch). Hier wurde dann auch die "4" (4 Shilling) für das Franco angebracht. Ob das 4 1/2 bedeuten soll - glaube ich eher nicht.

    Hallo DSBerlin,


    wie soll denn bei Einwurf in den Schiffsbriefkasten ein FRANCO dargestellt worden sein? Mit angeklebter Münze?


    Die "4 1/2" (Sgr.) stellten die Taxe für Helgoland-Briefe in den Postverein dar, zusammengesetzt aus 1 1/2 Sgr. Seeporto und 3 Sgr. für den Postverein. Einen Portozuschlag für unfrankierte Briefe gab es nicht, weil Helgoland Postvereinsausland war.


    Einige Beispiele mögen das belegen:





    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo zusammen,


    Im Helgoland-Exponat auf der virtuellen NAPOSTA 2022 befindet sich auf dem 2. Blatt im ersten Rahmen ein angeblich mit 4 Schilling barfrankierter Brief. Die Beschreibung ist möglicherweise einem Buch der Edition d`Or von Köhler übernommen worden, was nicht zwingend für Richtigkeit spricht.


    Kann jemand sagen, ob es belastbare Gründe für die Einstufung der blauen "4" nebst Krakelei als 4 Schilling spricht? Ohne Francovermerk scheint mir das eher eine Portobelastung von 4 1/2 Sgr. zu sein.


    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo Siegfried,


    mich würde interessieren, was die Juroren zu dem dominanten Helgoland-Kopf auf jedem Blatt und den häufigen Vergrößerungen gesagt haben.

    Ich habe oft beobachtet, daß beides moniert wird.


    Beste Grüße

    Jürgen

    ein feines Stück. Schade, dass der Stempel nicht vollständig abgeschlagen wurde.

    Lieber Erwin,


    üblicherweise ist der hier fehlende Stern fest graviert, sein Fehlen müßte also am Abschlag liegen.


    Wenn das so ist, müßte es (mindestens?) zwei Stempelgeräte gegben haben, einen mit fünfzackigem und einen mit sechszackigem Stern. Weißt Du darüber genaueres?


    Liebe Grüße

    Jürgen



    Was die Freimachung anbelangt, bräuchte ich Hilfe: In einer anderen Handschrift wurde "Franco" hinzugefügt, zudem trägt der Umschlag den Vermerk "2 1/4...(?)". Was genau bedeutet das? Und gab es Privilegien in Mecklenburg-Strelitz für solche Adelspost?

    Hallo,


    der Vermerk "2 1/4" stellt den Inlandsanteil, "2 3/4" den Auslandsanteil in Silbergroschen dar. Der PD-Stempel bedeutet, daß die Taxe vollständig, in diesem Falle bar, bezahlt worden ist.


    Der Brief war also weder im Postverein noch in Großbritannien portofrei.


    Nachfolgend die Vorderseite eines Briefes, der in Sachsen incl. der Recommandation portofrei war (vermutlich von einem Mitglied des Herrscherhauses stammend) und nur für den Auslandsanteil frankiert war.



    Beste Grüße

    Altsax