Beiträge von nitram

    Hallo zusammen,


    meines Erachtens hat Nils vollkommen Recht. Tabelle A (= Briefe nach/aus der Schweiz) und Tabelle B (= Drucksachen nach/aus der Schweiz) sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Im Gegensatz zu bayern klassisch denke ich nicht, dass damit ist alles klar ist, weil ansonsten Äpfel mit Birnen verglichen würden.


    Viele Grüße

    Martin

    Lieber Ralph,


    zwei letzte Anmerkungen von mir:


    (1) Der zweite Satz mit den Verrechnungen ist in der von Dir formulierten Allgemeingültigkeit schlicht und ergreifend nicht korrekt. Aus dem Vereinigten Königreich kann ich Dir genügend Gegenbeispiele liefern.

    (2) Selbst die größten Experten sind nicht unfehlbar. Das habe in der FgGB mehr als einmal feststellen dürfen. Wie gesagt, es kann so gewesen sein wie beschrieben, es hört sich ja auch plausibel an, eine dies stützende (Primär-)Quelle fehlt aber. Das kann man doch so stehen lassen, oder?


    Viele Grüße

    Martin

    Lieber Ralph,


    nun ja, dafür sieht die "5" auf meiner Drucksache eindeutig französisch aus. ;)


    Wie auch immer, wir können uns darauf einigen, dass es so wie von Dir vermutet gewesen sein kann. Ein Beweis steht aber noch aus. By the way - Haben wir nicht in jüngerer Vergangenheit im Forum viel Zuwachs aus der Schweiz bekommen? Vielleicht kann ja aus dieser Ecke jemand helfen? :)


    Viele Grüße,

    Martin

    Lieber Ralph,


    vielen Dank für Deine umfangreiche Antwort. Die von Dir gezeigte Primärquelle ist die, die ich ebenfalls gezeigt hatte, nämlich Tabelle B (relevant in Verbindung mit Artikel 17 des PV FR/CH 1849). Dort steht, dass die Schweiz an Frankreich 5 Centimes je Drucksache abzuführen hatte. Mehr nicht.


    Es kann ja durchaus sein, dass vom Empfänger 5 Rappen erhoben wurden (die vollständig an Frankreich abgeführt wurden). Ich will das gar nicht abstreiten. Nur, wo steht das außer in der Beschreibung der Drucksache Deines Freundes ? Wo ist die Primärquelle, die das belegt?


    Viele Grüße,

    Martin

    Lieber Ralph,


    auch wenn ich Deinen Einwand berechtigt finde, sind die Fakten (Postvertrag FR/CH 1849, Artikel 17 in Verbindung mit Tabelle B) meines Erachtens eindeutig. Warum sich die Schweiz darauf eingelassen hat, vermag ich nicht sagen.


    Viele Grüße,

    Martin

    Lieber Ralph,


    vielen Dank. Das Schlimme ist, dass ich jetzt schon den zweiten Flüchtigkeitsfehler in der Beschreibung entdeckt habe. Dort ist zwar grundsätzlich alles richtig beschrieben, aber die 5 Centimes musste nicht der Empfänger bezahlen, dann wären es ja in der Tat 5 Rappen gewesen, sondern die Schweiz hat intern an Frankreich 5 Centimes vergütet (siehe Dateianhang). Ergo: Ab und an sollte man seine eigenen Briefbeschreibungen kritisch gegenlesen, zumal wenn diese wie in diesem Fall schon vor einigen Jahren erstellt wurde.


    Viele Grüße,

    Martin

    Der Wunsch des Absenders mit einem Leitweg durch Frankreich (im geschlossenen Paket?) ist hier sicher oder wäre der Seeweg ab Cadiz eine Alternative?

    Das ist hier sicher, würde ich behaupten. Theoretisch war der Seeweg zwar eine Alternative, aber ab dem PV UK/ES von 1858 wurde im Normallfall alles über Frankreich (closed mail) geleitet, zumal bei dieser eindeutigen Angabe des Leitweges.


    Viele Grüße,

    Martin

    Hallo Rob,


    In the Treaty 1802 between the UK and France the internal accounting between the two countries were negotiated for letters coming from or going to Spain in article 9 as follows:


    "The Post-Office of Great Britain shall pay or cause to be paid to the Post-Office of France for the transit service at the following rates calculating according to the present intrinsic value of francs, decimes and centimes in the french Republic; viz: [...]

    2. For the conveyance of all such letters as shall or may be sent from the United Kingdom for Spain or Portugal at the rate of three francs six decimes per british once from Calais to Bayonne and Perpignan; and at the same rate per thirty french grammes for those from Spain or Portugal for the United Kingdom from Bayonne or Perpignan to Dover."


    This bulk rate combined with the sending of letters through France in closed mail is the reason why there are no french markings on such letters.


    Viele Grüße,

    Martin

    Hallo zusammen,


    meines Erachtens stehen auf dem Brief 96 déc bzw. 9 fr. 6 déc. (ab 5 fr. war ja die Notation in Franc). Gemäß dem PV US/FR von 1857 bekommt daneben die USA von Frankreich für solche mit Britischem Dampfer spedierten Briefe 3 Cents je 1/4 Unze bzw. 7 1/2 g. Das bedeutet, dass der hier vorliegende Brief einer der 12. (!) Gesichtsstufe war:


    12 x 3 Cents = 36 Cents => passt!

    12 x 8 déc = 96 déc bzw. 9 fr. 6 déc. => passt!

    12. Gewichtsstufe 82 1/2 g bis 90 g => passt ebenfalls, da oben links 83 g notiert sind.


    Mit einem Wort: Hammerbrief! Herzlichen Glückwunsch!


    Viele Grüße,

    Martin

    Hallo Jürgen,


    das kann man pauschal so nicht sagen. Ich empfehle Dir dringend, beide Bände "Understanding Transatlantic Mail" von Richard Winter zu kaufen. Bei Deinen aufgeführten Sammelgebieten absolute Pflichtlektüre. Diese beiden Bände gehören für mich zum Nonplusultra postgeschichtlicher Literatur.


    Viele Grüße,

    Martin

    Hallo Jürgen,


    der französische Stempel müsste der "ETATS-UNIS PAQ.AM.A./ LE HAVRE" sein. Dieser wurde für Briefe aus den Vereinigten Staaten über England abgeschlagen, die mit amerikanischem Packet versendet wurden. Von daher also alles in Ordnung mit der Ocean Line.


    Relevant waren die Postverträge USA/UK und UK/FR. Erst 1857 hatten USA/FR den ersten eigenen Postvertrag abgeschlossen.


    Viele Grüße,

    Martin

    Hallo zusammen,


    belgischerriese: Gab es hier eventuell eine sogenannte "combined rate"? War also die Gewichtsprogression im Vereinigten Königreich und Schweden unterschiedlich? Wenn dem so war, dann war man beim zweiten Brief in Schweden (im Gegensatz zum Vereinigten Königreich) eventuell schon in der zweiten Gewichtsstufe, was dann folglich eine höhere Taxierung nach sich zog.


    Nils: Unter nachfolgendem Link findest Du weitere Informationen:

    http://www.fggb.de/index.php/publikationeni/buecher


    Viele Grüße,

    Martin

    Hallo Klesammler,


    das ist ein Teilfrankobrief. Der Absender zahlte bis zum Kanal 6 Silbergroschen und der Empfänger in London wurde mit einem Porto in Höhe von 8d (bis 1/2 Unze) belastet. Die belgische Transitgebühr beträgt 20 Centimes. Ich schließe mich nordlicht an, dass der belgische (Bahnpost-)Stempel "ALLEMAGNE/ CHEMIN-DE-FER" ist.


    Viele Grüße,

    Martin

    Muss mich nun auf die Suche nach Regeln, Portotabellen etc für diesen Brief machen. Möglich dass ich da zu genau nehme, aber ich habe es halt gerne detailliert was Porto. Laufwege und Regeln angeht.

    Hallo Rainer,


    da Du es ja - wie Du schreibst - genau nimmst: Die 7 déc. sind gemäß des französischen Inlandtarifes von 1806 die Taxe für einen Brief der 1. Gewichtsstufe (bis 6 g exklusiv) mit der 6. Entfernungsstufe (401 bis 500 km).


    Viele Grüße,

    Martin

    Viele Grüße,

    nitram

    Hallo belgischerriese,


    bei diesem seltenen unterfrankierten Brief gab es keine Strafgebühr in Höhe von 2d. Die Moubrays haben das in ihrem Buch in den Gebührentabellen für solche Briefe zwar so aufgeführt, allerdings wurde diese nicht fix, sondern gewichtsabhängig erhoben. Das stimmt zwar rechnerisch, steht aber so nicht in den Primärquellen.


    Zum Zeitpunkt des Briefes (1870) galt Franko 6d und Porto 8d (Differenz 2d!) und es wurde gerechnet:

    Unterfrankiert = Unfrankiert - Wert der verklebten Marken

    Das bedeutet also bei diesem Brief: 2 x 8d - 8d = 8d (bzw. 60 Öre bzw. 29 rbs).


    Bei der internen Aufteilung bin ich mir nicht sicher, aber ich meine, dass GB im Portofall 4d je Brief bzw. Gewichtsstufe erhalten haben muss (analog 3d bei Franko). Wenn dem so ist, dann hatte GB ja seinen Anteil am Brief schon durch die verklebten Marken erhalten.


    Zu Deinen offenen Fragen könnte ich nur spekulieren.


    Viele Grüße,

    nitram