Und bei dieser Durchsicht fand ich dann doch die schon angesprochenen Stempel, wobei ich davon ausgehe, das es sich um einen Stempel handelt.
Postkarte vom 17.09.1914 aus GLASOW (Gebiet Wjatka) nach Kramsach in Tirol.
Bei der Unterschrift kam mir der Gedanke, ob es sich um den zuvor schon genannten Zensor handelt. Also fragte ich unseren schlauen Freund, ob er das Gekritzel lesen kann. Als Hinweis gab ich "Wjatka 1914" an. Zuerst war er sich unsicher und wollte keinen konkreten Namen nennen. Außerdem meckerte er über den violetten Stempel und fragte, ob er den freilegen darf. Und im zweiten Anlauf nannte er mit hoher Wahrscheinlichkeit den Namen Alexander Iwanowitsch Masalitinow und verwies zudem auf die Webseite "ВЕСТНИК АРХИВИСТА" = Archivisten-Bulletin. Eine, wie ich finde, sehr interessante Seite zur Zensur in Wjatka. Leider habe ich auf einige russische Archivseiten keinen Zugriff.
Beiträge von Schlacki
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Ich habe nun im Archiv noch einmal nachgesehen. Es gibt einen ähnlichen Stempel, bei dem beide Zeilen parallel und die etwas versetzt sind. Eventuell hatte der Zensor soviel zu tun, das er zwischenzeitlich einen neuen Stempel bekam oder der eine sich durch den vielen Gebrauch stark änderte. Zu dem hatte er mindestens zwei weitere Stempel (hier Abbildung aus dem Handbuch) und es ist mir ein "В.Ц." (W.Z.)-Stempel bekannt, der möglicherweise auch von ihm verwendet wurde.
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Bei der Durchsicht habe ich einen weiteren Brief mit diesen Stempeln gefunden. Im Handbuch werden die von mir als zwei Stempel bezeichneten als ein Typ angegeben. Dort sind beide Zeilen aber genau parallel und etwas versetzter abgebildet. Wer bei meinen beiden Belegen genau hinschaut, wird eine exakte Übereinstimmung feststellen. Somit wird es dann doch ein Stempel sein, das, obwohl wie im Handbuch der Verwendungsmonat Dezember 1914 bei meinen beiden Briefen passt, der Stempel inzwischen arg abgenutzt ist.
Brief vom 17.12.1914 aus Wjatka nach Stockholm. -
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Wjatka war Gouvernementhauptstadt und mit ca. 45.000 Einwohnern recht groß. Das hier die Zensur tätig war, und zwar von Begin des Krieges an, steht daher außer Frage.
Die frühesten Stempel vom August 1914 sind sehr selten und fehlen in meiner Sammlung. Hier habe ich einen Beleg vom September.
Brief aus Wjatka, aufgegeben am 5.9.1914 und nach erfolgter Zensur nach Dänemark weitergesendet. Hier war der Zensor A.I. Masalitinow (Ovalstempel) tätig. Dieser Stempel ist im Handbuch nicht erwähnt, weitere Stücke kenne ich auch nicht. -
Kasan war einer der wenigen Orte, die Verschlussstreifen hatten, wenn auch wohl nur einen. Im Handbuch steht "Schwarzer Text auf braunem Papier". Hier ist die Papierfarbe klar rosa. Dieser Verschlussstreifen ist der seltenste von allen. Mir sind bisher keine weiteren Belege bekannt.
Am 23. Oktober 1916 in Kasan aufgegebener Brief. Nach erfolgter Prüfung kam dort ein Zensurstempel auf den Brief und er wurde mit dem Verschlussstreifen zugemacht, anschließend wurde dann nach Moskau weitergeleitet und ein zweites Mal geprüft. Auch hier kam ein Zensustempel auf den Brief und auch ein Verschlussstreifen. Danach wurde er dann zum Zielort Lausanne in der Schweiz gesendet. -
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Im Handbuch werden alle Initialenstempel einzeln ausgewiesen. Jedoch sind einige mit dem Rahmenstempel kombiniert. Dabei kommt es mehrfach vor, das mit der gleichen Zensornummer verschiedene Initialenstempel kombiniert sind, was einigermaßen verwirrend ist.
Postkarte vom 20.12.16 aus Kasan nach Graz. Nr. 13 / Initialen G.K.G.. Mit dieser Nr. kenne ich auch die Initialen W.N.Sch.. -
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Neben dem "Geöffnet ..."-Stempel für Briefe besaßen die Zensoren auch einen "Geprüft ..."-Stempel.
Postkarte vom 13.07.1915 nach Zürich, aufgegeben auf einem Flussdampfer (genaueres kann ich nicht sagen) der Linie Perm - Rybinsk über die Kama und die Wolga. Südlich von Kasan fließt die Kama in die Wolga. Vermutlich ist die Karte in Kasan von Bord gegangen und über Land weiter transportiert worden. -
Brief aus TSCHEBOKSARI (Gebiet Kasan) nach Wjasniki / Wladimir (Ankunft 3. Oktober 1862, frankiert mit einer Nr. 5, die Marke mit dem rechteckigen Nummernstempel "149". Die Erhaltung des Briefes ist wegen der ausgeblichenen Schrift nicht so toll, jedoch ist es der einzige mit bekannte überhaupt. Die Marke weist diverse Mängel auf, die vor dem Aufkleben entstanden sind.
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Kasan hatte fast 200.000 Einwohner, eine Zensurstelle war unerlässlich. Wie vielerorts hatten die Zensoren persönliche Stempel mit ihrem Namen und manchmal auch dem Rang.
Postkarte mit Maschinenstempel 'KASAN' vom 10.10.1914 nach Deutschland an einen gefangenen russischen Offizier. Der Zensor N.G. MARININ hatte eine Art Zahnradstempel und verwendete zudem den Einzeiler "Geprüft Militärzensur". Marinin behielt diesen Stempel mindestens bis Dezember gleichen Jahres. Wie lange er danach in Kasan noch tätig war, ist mir nicht bekannt. -
Vor 4 Wochen wollte ich ein Bild einer bestimmten Briefmarke präsentiert bekommen, da ich im Web selber nichts fand. Sieben mal bekam ich immer wieder die gleichen Antworten, immer schön um den heißen Brei - nur kein Bild. Beim achten Mal habe ich dann gefragt, ob er zu dumm ist, mir ein Bild zu zeigen. Antwort: Kann schon sein, aber zur Zeit gibt es kein Bild. Okay, hätt er ja gleich sagen können, anstatt meine Zeit zu verschwenden!
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Großformatiger Einschreibebrief aus Jelisawetsgrad nach Petrograd, aufgegeben am 1.5.1915. Der Zensurstempel ist, hier mit Unterschrift des Prüfers, dem Odessaer Typ gleich und zeigt somit die Zugehörigkeit zu diesem Militärbezirk. Verschlossen ist der Brief mit dem Siegel des Post- und Telegrafenamtes, ein Siegel der Zensur gab es nicht.
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Aber Sperrgut aus dem Briefkasten ist doch was geiles!
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