Beiträge von Don Stefano

    Ein freundliches Hallo in die Runde,


    vielen Dank für die durchweg positiven Kommentare zu meinem ersten Brief. Es freut mich, dass er so gut ankam.


    Ich muss zugeben, dass die Recherche nach Herrn von Pachner gar nicht so kompliziert gewesen ist, da das Dorf Münchshofen seine Geschichte (hierzu zählen auch sämtliche Geschehnisse hinter den Schlossmauern) ordentlich aufbereitet und frei verfügbar gemacht hat.


    Nicht immer werde ich so viel Hintergrundinformationen zu den einzelnen Briefen liefern können.


    bayern klassisch, da liegt du richtig. Auf den mir bereits vorliegenden Brief folgte die Recherche. :)


    Kreuzerjäger, besten Dank für deine Unterstützung. Teilweise habe ich das gleiche Wort wie du lesen können, wie bspw. "gefreulet".
    Mit dem Begriff kann ich aber leider gar nichts anfangen. Ich finde es dann schwierig zu entscheiden, ob man das Wort korrekt entziffert hat.


    Ich werde meine Ausgangstranskiptionen regelmäßig aktualisieren und auch eure entzifferten Worte dort eintragen, damit wir schlussendlich für jeden Brief eine (fast) komplette Transkription vorliegen zu haben. :thumbup:

    Wir befinden uns in Münchshofen, einem kleinen bayerischen Dorf in der Oberpfalz mit 800 Einwohnern.


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    Idyllisch umgeben von einem 343 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet und dem Münchshofener Berg, scheinen auf den ersten Blick keine Besonderheiten aufzufallen.


    Sieht man jedoch etwas genauer hin, springen dem Betrachter unterhalb des dichten Waldbestandes ein großer Renaissancebau sowie eine unmittelbar daneben stehende Kirche ins Auge.
    Hierbei handelt es sich um das Münchshofener Schloss samt Schlosskirche.


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    Das Schloss in seiner heutigen Form hatte mindestens einen mittelalterlichen Vorgängerbau, über der Tür des westlichen Flügels wurde die Jahreszahl 1597 eingemeißelt. Nach Beschädigungen während des Dreißigjährigen Kriegs erfolgte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Umbau.

    Im Jahre 1753 erwarb Josef zu Pachner von Eggensdorf Hofmark und Schloss Münchshofen.


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    Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Münchshofen keine Kirche. Lediglich ein Schlossoratorium scheint vorhanden gewesen zu sein, in dem für die 50 Haushaltungen des Ortes auswärtige Geistliche Gottesdienste feierten und Predigten abhielten, denn „es wäre nicht zu verantworten gewesen, solch Leut allzeit ohne Predigt und Christenlehr aufwachsen und in ihrer seelenschändlichen Unwissenheit fortleben zu lassen“.


    Als Josef zu Pachner, der Gutsherr, verschiedene Baumaterialien zusammenführen ließ, wurde am 4. Mai 1772 der Pfarrer zu einem Bericht aufgefordert, ob diese wohl zu einer Kirche gehören sollten. Herr Pachner sei zu verständigen, dass er zuvor um den Ordinatskonsens nachsuchen und Pläne vorlegen müsse.


    In einer Antwort an den Pfarrer gab der Schlossherr an, er führe für sein eigenes Geld den Kirchenbau; mithin halte er es nicht für nötig, einigen Konsens dafür zu erholen. Der Bischof von Worms werde schon Anordnung und Befehl zur Weihung des Gotteshauses tun.


    In einem Schreiben an das Ordinariat, von dem eine Abschrift bei den Pfarrakten ohne Unterschrift liegt, spricht Herr von Pachner von einer früheren Kirche in Münchshofen, die 90 Meter lang und 30 Meter breit gewesen und während des deutschen Krieges zerstört worden sei. Bei der Wegnahme des Rasens in seinem Garten haben sich die Maße gefunden. Er habe sich zum Bau einer Kirche entschlossen, die 70 Meter lang und 40 Meter breit werde, zu Ehren des am Kreuze sterbenden Heilandes.


    Der damalige Pfarrer berichtete an das Ordinariat: "Es liegt sonnenklar am Tage, dass der Herr eine Filialkirche errichten will und dass er darin die Gottesdienste an allen Sonn- und Feiertagen durch einen ordinären Gesellpriester der Pfarrei Wiefelsdorf aufbürden will. Weder bei dem kurfürstlichen Kastenamt Burglengenfeld, noch bei dem Landrichteramt, noch in den Grundbüchern, noch in den lutherischen Visitationsberichten findet sich eine Hindeutung auf eine Kirche. Es lässt sich vermuten, dass er die Gemäuer bei der Entrasung seines Gartens allererst errichtet habe (!). Ich habe mich nicht von dem angeblichen Vorhandensein der alten Gemäuer überzeugen können; alles scheint mir mit Hinterlist erdichtet zu sein; seine Dokumente sind nie in meiner Gegenwart zum Vorschein gekommen; von einer gefundenen Schelle oder Klingel und einem mit dem Heiligen Kreuz gezeichneten Stücklein Stein könne man noch nicht auf eine Kirche schließen. Wenn eine solche erst konsekriert sei, dann beginne der Streit wegen der Gottesdienste und die Reparaturen würden dem Domkapitel aufgebürdet. Und obschon die anscheinenden Schwierigkeiten bei der erforderlichen Einweihung vielleicht zur Vorspiegelung seiner großen Autorität durch die Anrufung des Bischofs von Worms gehoben werden sollten, so ist anzunehmen, dass seine hochtrabende Gesinnung eine solche Submission nicht gestattet hat."


    Die bloße Erdichtung der aufgefunden Grundmauern ist einem angesehenen und gelehrten Manne doch nicht zuzutrauen; vielmehr drängt sich die Vermutung auf, der Schlossherr habe die Überreste des alten Klosterbaues ausgegraben; die Funde einer Klingel und eines mit dem Kreuze bezeichneten Steines bestätigten die Wahrscheinlichkeit der Annahme.


    Die Kirche wurde 1772 vollendet und durch den Domdechant Ernst Bernklau eingeweiht.


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    Pachner starb 1781 und ist in einer Gruft beigesetzt.
    Die Tochter und Erbin des Herrn von Pachner heiratete den Grafen von Arnsdorf, sie starb aber bald.


    Das Gut kam an Max Graf von Leyden. Angaben über diese Zeit und die näheren Umstände fehlen.


    Alle 100 Jahre ist es in Münchshofen so weit, dass Joseph von Pachner zu Eggensdorf nachschaut, ob noch alles in diesem Dorf beim Rechten ist. Im Tiroler Trachtenanzug und Hut erscheint er im Münchshofener Schloss als Gespenst und bringt Rügen und auch Lob über die Münchshofer mit ihrem Schloss vor. Diese Sage erzählt man sich im Dorfe, doch bisher hat diesen Mann noch niemand gesehen.


    Allgemeine Informationen zu Joseph von Pachner:

    • geboren: wohl 1706 in Wien
    • gestorben: 17. Januar 1781 in Münchshofen
    • 1738 erwarb er die Hofmarken Pfraundorf, Schrotzhofen und Wischenhofen
    • Mai 1745 – November 1752 kurpfälzischer Gesandter am Reichstag in Regensburg
    • 1753 Erwerb von Hofmark und Schloss Münchshofen


    Seit 1740 gab Pachner eine Quellensammlung aller von 1633 bis 1740 am Reichstag abgefassten Reichsschlüsse heraus, die bis heute die wichtigste Quelle für die Geschichte des Immerwährenden Reichstags bildet.


    Heutzutage steht es leider nicht mehr so gut um das Schloss Münchshofen. Es ist vom Verfall bedroht, eine Versteigerung Ende letzten Jahres ist laut Zeitungsberichten geplatzt.


    Der dreiflügelige Schlosskomplex stand mit mindestens 423 000 Euro im Katalog. Doch echtes Interesse daran war nicht vorhanden. Die Sanierung der Anlage würde Millionen kosten. Außerdem hätte ein neuer Eigentümer den Denkmalschutz als ständigen Partner.


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    Im Folgenden möchte ich euch einen an Herrn Pachner adressierten Brief präsentieren, weitere Briefe an ihn werden folgen.

    Der Brief wurde am 24.12.1755 verfasst und erreichte Herrn Pachner nach vorhandenem Vermerk am 29. Dezember.



    Bei der Transkription haben Kreuzerjäger und bayern klassisch mitgewirkt.

    Transkription:


    Dem Hochwohlgebohrnen Herrn
    Josef von Bachner p. Ihro Churfrtl: Rath:
    zu Pfalz p. p. Geheimben Rath und Landsassen zu
    Münchshofen, Wischenhof, unter und ober Pfraundorf
    von Schrozhofen. Meinen (?) insonders hochge =
    ehrtesten Herrn.


    Münchshofen


    Hochwohlgebohrner,
    insonders hochgeehrtester Herr Geheimbr Rath!


    Euer Hochwohlgebohrn belieben sich annoch zuwiederen, welcher
    gestalten dero Hofmarcksunterthan Paulus Obermayr bereiths schon
    a: 1751. mitls Einhirbtung in meiner sogenanten Holz Wachß der
    ______, von Nauburg der abgepfändeten Ochsen aus meinen
    dorthigen Pfand Stall gefreulet, nachmahls aber durch boshafftes Laugnen
    freunntlicher Weiß Wille untersuchungen und Kosten verursachet
    habe, welche nur meiner seitß, ohne die zu protendiren wohl be =
    fugte Dioten und Bestraftung zu rechnen lauth beygelegten Ex =
    pensare
    (?) sich auf 24 f : 18 Kr : 6 Pfennig (?) : belauften.


    Deroselben ist auch ohne Zweifel bekant, daß er durch förmlich_ Gezeigen =
    schaftt coram Commissione zu Burglengenfeld den 22.
    ____ : 1753. jurato
    überzeigt worehn seye: Weillen nun den Vernehmmen nach
    gedachten Freulens Vermögen nicht sonderlich wohl bestellt, volgsamb
    (?)
    dieselbe bey fürdaurenden Auslaagen in unvermögenden Stand
    gesezt werden dürftte, dahero nicht hoffen will, daß er den Churfrtl:
    Hochlobl: Regierungs Pruch
    (?) abwarthen werde, ___ ergehet
    an Euer Hochwohlgebohrn mein ergebnistes requiriren, dieselbe
    belieben ernanten Paulus Obermayr zu alsbaldigen Entrichtung
    dere specificirten 24 f : 18 Kr: 6 Pfennig
    (?) : , Womit ich mich dermassen, in
    Ansehung seiner erarmeten Umstände begnügen lassen will,
    anhero Verschaften, oder aber sothannen Betrag ohnbeschwerd hirher
    lifernn zu lassen: in welcher __________ unter Erbierthung anderwerttiger
    Reciprocation nebst meiner höflichsten Empfehlung erharre.
    Euer Hochwohlgebohrn. p.


    Schmidtmühlen
    den 24. Xbris 1755


    Ergebenster deiner (?)
    Ferdinand Hector von
    Vischpach

    Über Kommentare, Hinweise und Unterstützung beim Vervollständigen der Transliteration freue ich mich sehr.

    Besten Dank für die Glückwünsche und die netten Willkommensworte! :)


    Von meiner einstigen Sammlung habe ich mich inzwischen getrennt, in Zukunft erwerbe ich nur noch für mich wirklich interessante Belege, Stichwort Social Philately.


    Einen neues Thema habe ich bereits eröffnet, in Kürze folgt hier mehr.


    Verlernt habe ich das Lesen von Kurrentschriften nicht, aber außer Übungen bin ich schon etwas... 8o

    Nun denn, ich versuche mich bereits an einem ersten Brief nach meinem "Wiedereinstieg" und freue mich ihn schon bald präsentieren zu können.

    Im Folgenden wird der Aufbau einer Social Philately Sammlung dokumentiert.
    Der erste Beleg befindet sich bereits in der Transkriptionsphase und wird in Kürze vorgestellt.


    Bis dahin, ein paar schöne Worte...

    "Briefe gehören unter die wichtigsten Denkmäler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann. Der Brief ist eine Art Selbstgespräch."


    Johann Wolfgang von Goethe
    (1749 - 1832)
    Deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

    [Blockierte Grafik: http://www2.pic-upload.de/thumb/29553467/01.jpg]


    "Ein Brief ist eine Seele. Er ist ein so treues Abbild der geliebten Stimme, die spricht, dass empfindsame Seelen ihn zu den köstlichsten Schätzen der Liebe zählen."


    Honoré de Balzac
    (1799 - 1850)
    Französischer Philosoph und Romanautor

    [Blockierte Grafik: http://www2.pic-upload.de/thumb/29553472/02.jpg]

    "Der Brief ist und bleibt ein unvergleichliches Mittel, auf ein junges Mädchen Eindruck zu machen; der tote Buchstabe wirkt oft stärker als das lebendige Wort."

    Søren Aabye Kierkegaard
    (1813 - 1855)
    Dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

    Hallo miteinander,


    da ich mich dem Abschluss meines BWL-Studiums nähere und der Einstieg in das Berufsleben bevorsteht, bin ich derzeit mit meiner Studienabschlussarbeit und Bewerbungen beschäftigt. Ich werde in Zukunft hier leider etwas weniger aktiv sein. Dennoch schaue ich natürlich regelmäßig vorbei und helfe weiterhin gerne bei unleserlichen Schriften aus!


    Zudem plane ich gerade meinen einmonatigen Urlaub - New York, Los Angeles, Miami, Bahamas, Saint Thomas sowie Puerto Rico und Gran Turk stehen auf dem Reiseplan! :thumbup:


    Nach einer fast zweijährigen "Pause" melde ich mich wieder zurück, inzwischen fest im Berufsleben stehend, mit dem ein oder anderen Euro für einen interessanten Beleg! ;)

    Hallo miteinander,


    da ich mich dem Abschluss meines BWL-Studiums nähere und der Einstieg in das Berufsleben bevorsteht, bin ich derzeit mit meiner Studienabschlussarbeit und Bewerbungen beschäftigt. Ich werde in Zukunft hier leider etwas weniger aktiv sein. Dennoch schaue ich natürlich regelmäßig vorbei und helfe weiterhin gerne bei unleserlichen Schriften aus!


    Zudem plane ich gerade meinen einmonatigen Urlaub - New York, Los Angeles, Miami, Bahamas, Saint Thomas sowie Puerto Rico und Gran Turk stehen auf dem Reiseplan! :thumbup:

    Ein portofreier Brief mit dem handschriftlichen Vermerk "herrsch. Kirchen S." von Altdöbern (Regierungsbezirk Frankfurt a. d. Oder) nach Lübben (gleicher RB) aus dem Jahre 1835.


    Aufgabestempel ALTDÖBERN (Feuser 57-1)
    Oben links eine Gewichtsnotation, ich lese 1 L(oth).


    Empfänger ist ein Wohllöbliches Patrimonial Gericht (= Gerichte der adeligen Grundherren) über Reddern ad manus (= zu Händen) Herrn Hofrichter Neider Wohlgeboren in Lübben.



    Decret
    auf den Bericht vom 10n Juny das niedrige Pacht_____ für den Kirchenacker in Reddern betr:


    Die _____ ________ zu treffen damit der Kirchenacker in Reddern den Pächtern gekündigt und demnächst durch das Patrimonial-Gericht anderweitig meistbietend _________ werde. Daß dieses geschehen darüber erwarten wir binnen 6 Wochen _______, so auch, jedoch in einem Separat Bericht Auskunft, welchn Erfolg die gerichtliche Erziehung der _________________________, die Sie nicht aus den Augen verlieren dürfen gehabt hat?
    Frankfurth a/O den 18n Juny 1835.
    Königl: Regierung. Abtheilung für die Kirchenverwaltung und das Schulwesen.

    Teilfrankobrief (Vermerk "frGrz") von Regensburg, siegelseitig 6 Kr. rh. bayerische Frankotaxe sowie eine vorderseitige Portotaxe in Höhe von 10 Kr. C.M. aus dem Jahre 1828.


    Aufgabestempel REGENSBURG (Feuser 2889-9 eher als 2889-10, seht ihr das auch so?)



    Herrn J. J. Voith in Steyr.
    Regensburg 18. Juny 1828.

    In ergebener Erwiederung Ihrer beyden schäzbarn vom 29. April & 30. May habe ich Ihnen die Versicherung zu geben daß sämtliche damit avisirte Waaren s.Z. glüklich angekommen u: nach Vorschrift besorgt worden sind, bis auf den Zentner Blech den H. G. A. Grell (?) in Bayreuth in der Hoffnung, daß solcher hier zu verkaufen seyn möchte nicht kommen lassen will, ich fürchte aber, daß es nicht so leicht gehen werde, da unsre hiesigen Eisenhändler u: gute Spengler nur sehr billig kaufen wollen u: der Meinung zu seyn scheinen, bey dergleichen Waaren _______ drüken zu können.
    für nebige Spesen (?) auf das franco Nürnberg an H. Landmann in Neustadt beförderte
    ___ 1 Kistel No 284
    belieben Sie mir meinige
    20f 37x gutschreiben zu lassen u: nun Ihr Guthaben bey der ersten _______ an mich nachzunehmen, da es bey der (?) _______ Schiffs Expedition immer gar schnell geht u: dabey auf ältern (?) Sachen leicht vergessen wird. H. Landmann behauptet, daß da er di Waar (?) franco fracht bis Nürnberg zu empfangen hätte, er auch gar keine Spesen bis dahin tragen können.
    Unsren gestern früh abgefahrnen ___ Schiffer Jacob Hoerndt habe ich franco an H. Alois Kapler in Linz ___ 1 (?) / s. (?) versiegelt Paquet _____ f235 10x _______ für Sie mitgegeben u: Sie belieben also für dessen guten Empfang zu sorgen u: dH. G. A. Grell in Bayreuth dafür zu erkennen. Ihren neuen gütigen Geschäftszuwendungen entgegen sehend empfehle ich mich Ihnen ganz ergebenst

    Hammerschnidts ______ (Cidam?)

    Wenn ich am Wochenende etwas Zeit finde, helfe ich gerne beim Transkribieren des Briefes.


    In Kempten findet übrigens diesen Sonntag, am 02. Februar, ein Vortrag über die Familie Zumstein und ihr Haus im Kempten statt.


    Eine Anfrage bei der Stadt Kempten kann bei der Recherche auch helfen.

    Super, Deine Antwort hat mir wirklich weitergeholfen! Bei solch komplexen und komplizierten Themengebieten wie der Währungsgeschichte, vertraue ich in der Tat nicht blindlings jedem Internet-Artikel. Hier sind die Aussagen von Leuten vom Fach auf jeden Fall vertrauenswürdiger. :thumbup:

    In Wikipedia habe ich soeben folgendes finden können:


    Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Bremen waren dem Deutschen Münzverein nicht beigetreten. Praktisch aber hatte Hannover bereits 1834 den preußischen Münzfuß angenommen und seitdem Taler zu 14 Stück aus der feinen Mark geprägt, ab 1854 dann auch 2-Taler Vereinsmünzen. Man blieb aber bei der alten Einteilung des Talers in 24 Groschen zu je 12 Pfennig. Braunschweig folgte dem Beispiel Hannovers 1837 mit Talern nach dem 14-Talerfuß und prägte seit 1842 auch die Vereinsmünze zu 2 Talern.


    Im Herzogtum Braunschweig war am 1. Oktober 1855 das Zollpfund zu 30 Lot eingeführt worden. - Gemeinsam mit den Regierungen in Hannover, Oldenburg, Schaumburg-Lippe, Bremen und Hamburg wurde die Einführung des Zollpfundes zu 500 g als allgemeine Gewichtseinheit zum 1. Juli 1858 beschlossen.


    Anstelle des bisherigen 14-Taler-Fuß trat der 30-
    Taler-Fuß, 30 Taler aus dem Pfund Silber (Landesmünze in Norddeutschland) oderder 45-Gulden-Fuß zu 45 Gulden aus dem Pfund Silber (in Österreich, Liechtenstein) oder,anstelle des bisherigen 24½-Gulden-Fuß, der 52½ Gulden-Fuß zu 52½ Gulden aus dem Pfund Silber (in Süddeutschland) .


    Somit handelt es sich bei der Portoangabe definitiv um Ggr.?

    Hallo Don Stefano,


    Accreditise ist richtig - es waren 1690 Reichsthaler (rt) und die Währung in Braunschweig waren Gutegroschen, keine Silbergroschen. Ich lese vorne eine 12. Kann man die ganze Siegelseite sehen?


    Bezugnehmend auf den Brief von Beitrag 6 stellt sich mir die Frage, ob es wirklich 1,5 Ggr. Porto waren oder nicht doch 1,5 Sgr.? Laut Helbig Band 1 Seite 92 führten Hannover und Braunschweig im Jahr 1834 (der Brief ist von August 1834) den Silbergroschen ein.

    Erste staatliche Nachrichtenstafetten im deutschsprachigen Raum gab es ab März 1490. Maximilian, einziger Sohn Kaiser Friedrichs III., war im Jahre 1486 mit Hilfe seines Vaters zum deutschen König gewählt worden und hatte im Frühjahr 1490 von seinem Onkel Siegmund, der keine legitimen Erben hatte, die Herrschaft über das Land Tirol übernommen. Maximilian machte Innsbruck zu seiner Hauptresidenz und ließ von dort aus erste Stafetten mit Felleisen, verbunden mit einem Reiter- und Pferdewechsel in die Burgundischen Niederlande reiten, weil sein minderjähriger Sohn Philipp in Mecheln erzogen wurde. Zwei weitere Kurierlinien mit Pferdewechselstationen führten nach Rom und an den französischen Königshof, wo seine minderjährige Tochter Margarethe lebte. Die erste Kriegsstafette ritt kurzfristig ab August 1490.


    Da Maximilian die finanziellen Mittel für ein eigenes Postnetz fehlten, verpflichtete er für die Organisation und Betreibung der Stafetten den Italiener Janetto de Tassis. Dieser entstammte einer bekannten Kurierfamilie aus Cornello bei Bergamo. Nach Übernahme des Amtes zog Janetto seinen Bruder Francesco (Franz von Taxis) und seinen Neffen Johann Baptista von Taxis hinzu.


    In Innsbruck wurde der Familienname zunächst in „Dachs“ eingedeutscht, wenig später in „Taxis“ umgewandelt und im Jahre 1512 nach Erhalt des einfachen Adelsbriefs in „von Taxis“ geändert. Den Reichsfreiherrentitel erhielt der Brüsseler Familienzweig 1608, den Reichsgrafentitel 1624 und den Reichsfürstentitel 1696, nach einer vom Kaiser genehmigten Namenserweiterung in „von Thurn und Taxis“ Im Ausland trat die Familie weiter unter dem Namen „de Tassis“ auf.


    Quelle: Wikipedia


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    Zusammenfassung: Hier