TB - Transit Bavarios

  • Hallo Freunde


    Ich zeige jetzt ein schöner Brief wo ich schon eine oder vielleicht zwei ragen habe.


    Es ist einen Brief der aus Pesth nach Rheims in 1824 abgeschickt war. Der Stempel war eigentlich für Briefe von Böhmen über Bayern nach Frankreich gedacht. Wie Helbig in "Bayerische Postbeziehungen" schreibt:


    "Erst in dem Postvertrag zwischen Bayern und Frankreich 1822 gelang es ein Kompromiss für böhmische Briefe, die gestempelt mit TB durch Bayern transitierten. Später durften auch Briefe aus Wien etc. wenn besonders Eile geboten war, über Böhmen und Bayern nach Frankreich befördert werden"


    Helbig zeigt im Buch Seite 23 auch ein sehr schöner Brief aus Brody nach Rheims.


    Mein Brief ist wie Helbigs für Österreich mit 14 Kreuzer Franko Grenze belegt. Anders ist die Reise durch Bayern und Frankreich taxiert. Wenn Helbigs Brief mit 10 Decimen taxiert ist, ist dieser hier gezeigten Brief mit 12 Decimen taxiert. Beiden waren nach Rheims geschickt. Und beiden sind unter gleiche Vertrage taxiert geworden.


    Oben rechts ist es 15 geschrieben, wenn Gewicht ist es interessant. Aber die Taxen wird dadurch nicht einfacher zu verstehen.
    Vertraglich war es 7 Decimen für die Transport von Böhmen nach Grenzpunkt Forbach und 3 Decimen in Frankreich für den einfachen Brief. Wenn 15 Gram, dann war es wohl 3. Gewichtsstufe oder mehr welche das doppelte bedeuten sollte, also mindestens 20 Decimen.


    Eine andere Möglichkeit ist dass die 15 nicht Gram ist. Eine Möglichkeit ist dass der Brief nicht über Böhmen lief, sondern über Schärding-Regensburg und somit teuerer bayerischseits war. Aber ohne einen Taxstempel wäre das Sinnlos, weil Bayern das extra Geld nie sehen wollte. Und warum sollte der Brief dann über Forbach statt Strassbourg laufen?


    Eine Frage ist also wie man zu 12 Decimen kommt?
    Eine andere Frage ist ob der Laufweg über Böhmen notwendig war? Der Stempel ist laut Feuser im Hof, Nürnberg und Regensburg im Gebrauch.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    dein Brief ist eindeutig richtig taxiert. Zu den 7 Decimen aus dem Vertrag Bayern - Frankreich kamen noch 5 Decimen französisches Inlandsporto hinzu, da Rheims über 200 km von Forbach entfernt war. Nach dem französischen Tarif von 1806 betrug das Porto über 200 bis 300 km 5 Decimen.


    Nach meiner Meinung wurde der Brief von Joachim Helbig falsch taxiert.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball


    Du hast recht. Die Taxierung bei meinem Brief ist korrekt. Man soll am liebsten alles nachprüfen, was ich hier nicht gemacht habe.
    Danke für deine Aufklärung :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.