• Hallo Freunde


    Ziemlich ähnlich, aber doch ein Unterschied.


    Ich habe gewählt die ein d`autriche Thread zu machen obwohl es schon ein D`austriche schon gibt. Es ist so gemacht weil die Zeitlich von einander etwas getrennt sind. Dazu weil man so die Übersicht besser halten kann.


    Dieser Stempel ist schon in 1788 belegt. Mein Beleg mit diesem Stempel ist so spät wie 1814 benutzt, und späteren habe ich auch gesehen. Der Stempel war also relativ lange im gebrauch. Und nicht nur in ein Stadt, sondern mehreren. Mein vorläufig einzige Quelle zu diese Stempeln ist das Kapitel im Münchener Briefmarkenclubs Buch "Postbeziehungen Bayern-Österreich".


    Dieser Brief ist in Wien geschrieben und 8. August nach Paris geschickt. Für die Strecke in Österreich hat der Absender 16 Kreuzer Wiener Währung bezahlt. Für Bayern, Württemberg, Baden und Frankreich hat der Empfänger 12 Decimes bezahlen müssen. Wie viel Bayern und die anderen Staaten davon bekommen hat kann ich nicht sagen.


    Eine Frage an euch. Wo ist der Stempel abgeschlagen? In Augsburg?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    da er den Stempel von Strasbourg hat, müsste er über Augsburg gelaufen sein. Er hätte auch über Nürnberg laufen können und dann den d´Autriche von dort bekommen können, wäre aber dann über Forbach spediert worden.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Besten Dank für die Antwort. :)
    Den von dir genannte Laufweg fand ich auch am wahrscheinlichsten.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    1814 war der Postvertrag zwischen Frankreich und Reichspost von 1801 maßgebend. Dieser Vertrag wurde zunächst stillschweigend und 1811 rechtsverbindlich von Bayern übernommen.


    Danach erhielt Bayern für Briefe aus Österreich von Frankreich 46 Kr. pro 30 Gramm (Art. 47). Bayern musste seinerseits hiervon die Transite durch Württemberg und Baden bezahlen.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball


    Danke für die Antwort. Dieser Vertrag galt dann bis 1822?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo,


    die meisten Briefe mit diesem Stempel liefen nach Frankreich. Hier ist er auf einem Brief abgeschlagen, der am 6.7.1808 von der Landesregierung in Wien in das von Bayern besetzte Vorarlberg gesandt wurde, wobei kein Ort angegeben wurde, sondern nur Vorarlberg. Spediert wurde er mit dem direkten Paketschluss Wien-Augsburg. Dort wurde auch der d'autriche-Stempel gestempelt.


    In Österreich lief der Brief gebührenfrei. In Bayern wurden 1 fl. 48 Kr. für diesen schweren Brief fällig.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    gut, dass mein Fernsehsessel Lehnen hat, sonst wäre ich jetzt von ihm gefallen - Donnerwetter, was ist denn das für ein Schmuckstück!


    1 Gulden 48 ist dir höchste mir derzeit bekannte Portostufe - Rekord. :P


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo liball


    Ein interessanter Brief, aus ein interessanten Zeit.


    Wie war der Brief eigentlich taxiert? Kennst du die Gewichtsstufe hier?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    Der beigelegte Brief stammt aus dem Jahre 1786 und hat ein "AUSTRICHE" Stempel. Ich vermute dass diese Stempel ist richtig "D'AUSTRICHE" nur die erste Buchstabe verschwindet. Es wurde mit 6 kr in Österreich-Ungarn frankiert (hinten) und 10 kr rh in Reichspost. Was ist diese '1' mit Rötel in der rechte oberen Ecke? Kann jemand das Adressat lesen? Wohin ging es, nach Polltringen?


    Liebe Grüsse aus


    Ungarn

  • Lieber Ungarn,


    ich sammle ja erst ab 1806 Bayern, von daher bin ich nicht kompetent - ich könnte mir aber vorstellen, dass er bis Ulm 8x rheinisch kostete und von da bis Rottenburg 2 weitere Keuzer = 10x. Oben rechts steht 1 X für 1 Kreuzer - das müsste der Bote gewesen sein, der nicht addierte, sondern nur sein Bestellgeld vermerkte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klasisch,


    Ich hoffe dass deine Augen sind noch gut, in dem 18-te Jh. habe ich noch 3 Briefe wo kann ich das Adresse nicht vollständig lesen.


    1.Tokay. Adressat kann ich nicht lesen


    2. Tyrnau: Was steht unten Güglingen?


    3. Zombor: Was steht zwischen "Haigerloch" und "Ex Offo"? Warum ging es zurück?


    Langsam komme ich schon in die 19-ten Jh , wo hast Du schon vielleicht mehr Interesse.:)


    Liebe Grüsse aus


    Ungarn

  • Lieber Ungarn,


    was mache ich nicht alles für dich ... :)


    1. Brief


    An des Herrn Ritter Rath Freyherrn von Gemmingen Hochwohlgeboren zu Bonfeld (heute: Bonnfeld)


    2. Brief


    Im Zaubergau (heute: Zaubergäu)


    3. Brief


    In Schwaben im Fürstenthum Hohenzollern am Fluß Eyach


    Schöne Briefe hast du da - und viele! Toll!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    zu diesem Brief vom Dezember 1808 hätte ich einige Fragen.


    1. Kann jemand den Absendeort erkennen? Der Vorbesitzer meinte er wäre von Prag.


    2. Zunächst wurde in Österreich der ex offo Brief mit dem stilisierten P gekennzeichnet. Dies bedeutete der Brief wurde gebührenfrei befördert. Dann wurde er jedoch trotzdem mit 24 Kr. bis zur bayerischen Grenze frankiert (Tarif v. 1.11.1806). Was bedeuten oben rechts die angeschriebenen 57?


    Über Nürnberg (Stempel d'autriche) dürfte der Brief nach Straßburg gelangt sein. Aufgrund des Portos von 14 Decimes muss der Brief zwischen 8 und 10 g schwer gewesen sein.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    sehr schöner Brief, wie immer und ausnahmslos bei deinen interessanten Stücken.


    1. Kann jemand den Absendeort erkennen? Der Vorbesitzer meinte er wäre von Prag.


    "Vom Prager Magistrat" steht als Absendervermerk oben rechts.


    2. Zunächst wurde in Österreich der ex offo Brief mit dem stilisierten P gekennzeichnet. Dies bedeutete der Brief wurde gebührenfrei befördert. Dann wurde er jedoch trotzdem mit 24 Kr. bis zur bayerischen Grenze frankiert (Tarif v. 1.11.1806). Was bedeuten oben rechts die angeschriebenen 57?


    Ob es das stilisierte "P" war, oder eine verschlungene "6" kann ich nicht sicher beurteilen. 57x können es nicht gewesen sein, weil Frankreich 14 Decimes vom Empfänger forderte und die entsprachen postalisch 42x rheinisch bzw. 40x rheinisch paritätisch.


    Oben links lese ich 11g? Demnach wäre er in Österreich auch "schwer" gewesen und hätte mit 48x CM frankiert werden müssen, wenn man glaubte, ihn frankieren zu müssen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    vielen Dank für deine Anmerkungen.


    Du hast recht, oben links steht die 11. Nachdem einfache Briefe mit dem d'autiche-Stempel in Straßburg mit 7 Decimes belastet wurden, errechnet sich bei 11 g 14 Decimes.


    Österreich hätte in diesem Fall auch 48 Kr. bezahlen müssen. Ob Österreich für diesen ex-offo-Brief jedoch überhaupt etwas bezahlte, wird sich nie klären lassen.


    Grüsse von liball