Sachsen - Postscheine

  • Hallo Bernd,


    jetzt noch den "fetten" Brief dazu finden in der Bucht oder bei einer Auktion und du bist der King. :P:)


    4. Gewichtsstufen im Postverein dürften auch von Sachsen keine Massenware sein, schon gar nicht recommandirt. Bei Bayern wäre das eine Bombe.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Bernd,


    15 und 17 1/2 Groschen sind wahrlich kein Pappenstiel.


    Von Bayern kenne ich einen Postschein aus 1852 für einen über 7 Loth (!) schweren Brief nach Schweden gegen Rückschein. Den könnte man in guter Erhaltung schon für wenige Zehntausend Euro bekommen, wenn es ihn heute noch gäbe. ^^;) So ein paar Gulden auf einem Brief in 4er und 6er Blocks der 5a hätten die meisten gerne im Album.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Postschein zu einem Wertpaket von Penig nach Leipzig von 1835.
    Sehr
    selten auf Postscheinen zu finden, der Begleitbrief war über einem Lot schwer. Da das Wertpaket nur 19 Lot wog und wohl nur 11 Gute Groschen Wertangabe hatte,kostete Wertpaket und Begleitbrief je 2 Gute Groschen.
    Plus Scheingebühr zahlte der Absender 4 Groschen 6 Pfennige.
    Gruß Bernd

  • Liebe Sammlerfreunde,


    in Sachsen wurden mit der Postordnung vom 27. Juli 1713 dem gestiegenen Versand von Paket- und Wertsendungen Rechnung getragen. Bei einem Wert ab einem Taler wurde zum Nachweis der Einlieferung ein Schein als Postquittung ausgestellt. Auf dem Schein wurde der Empfänger, der Wert und später auch das Gewicht und teilweise auch die Taxe notiert. Dieser hatte bis zum Erlass des Postgesetzes vom 07. Juni 1859 eine Gültigkeit von einem Jahr. Ab dem 07.Juni 1859 belief sich die Gültigkeit "nur noch" auf sechs Monate. Bis 1831 war die Ausstellung eines Postscheins auch gebührenfrei. Danach fielen sogenannte Nebenerhebungen an.
    Die Scheine waren für bestimmte Postorte komplett für den Schalterbetrieb vorbereitet. Insbesondere für Dresden (Hof-Post-Amt), Budisin (Ober-Postamt für die Oberlausitz), Leipzig (Ober-Postamt, Bothen-Amt), Dipoldiswalde, Chemnitz, Langensalza, Plauen, Zittau, Zwickau. Ansonsten wurden die entsprechenden Postorte in der Regel handschriftlich an der entsprechenden Stelle im Schein vermerkt.
    Es wurden unterschiedliche Papierarten verwendet, angefangen von handgeschöpften Papieren mit und ohne Wasserzeichen bis zu sogenannten Maschinenpapier. Die Scheine wurden zu mehreren auf Bögen gedruckt und ohne vorhandene Trennungskennzeichen im Schalterbetrieb aus dem Bogen geschnitten. Dadurch entstanden gerade zum Anfang unterschiedliche Abmessungen. Die Scheine hatten natürlich durch den Lauf der Zeit unterschiedliche Ausführungen erhalten. Ein wesentliches Merkmal ist das verwendete Wappen. Auch einzelne Textpassagen wurden immer wieder überarbeitet und angepasst.
    Ich selbst habe bisher leider noch keinen Postschein (insbesondere aus Leipzig) aus der Zeit vor 1800 erwerben können. Mein erster Schein wurde im Churfürstlich-Sächsischen Bothen-Amt zu Leipzig am 17. Februar 1801 ausgestellt. Soweit ich es lesen konnte, wurden für das 5 Pfund und 28 Loth schwere Paket ein Wert von 128 Talern, 3 Groschen und 9 Pfennige angegeben. An welches Amt in Merseburg das Paket geschickt wurde, konnte ich bisher nicht entziffern. Auf dem Schein befindet sich die mittlerweile sechste Wappenform. Es ist das letzte auf sächsischen Postscheinen gedruckte churfürstliche Wappen.


    Mit lieben Sammlergrüßen


    Totalo-Flauti

  • Liebe Sammlerfreunde,


    ich zeige Euch wieder ein Postschein vom Leipziger Botenamt vom 4.Oktober 1805 für ein 6 Pfund und 16 Loth schweres Paket nach Dresden. Es wurde ein Wert von 97 Taler und 14 Groschen angegeben. Auf dem Schein wurden 6 Groschen vermerkt. Bei einer Entfernung von 13 Meilen zwischen Leipzig und Dresden betrug die Taxe bei einer Wertangabe bis Hundert Taler 6 Groschen.
    Ich kann allerdings nicht sagen, ob durch die Angabe der Nachweis vorliegt, dass der Absender das Paket franko versendet hat.


    Mit lieben Sammlergrüßen


    Totalo-Flauti


    PS Danke Magdeburger

  • Liebe Sammlerfreunde,

    hier habe ich einen Postschein aus Leipzig. Es ist mein derzeit ältestes amtliches Dokument der sächsischen Postbehörde in Leipzig. Beim Datum schwanke ich zwischen dem 24. Februar oder aber eher zum September 1729. Bescheinigt wurde ein Brief nach Magdeburg. Wenn ich es richtig deute, ist hier keine Wertangabe gemacht worden. Vielmehr denke ich, dass der Brief ein Gewicht von 30 Pfund besaß.
    Der Schein stammt aus der Zeit der Personalunion Sachsen Polen 1713-1763. Bei der Unterscheidung nach Milde sind hier die Behördenbezeichnung, die Vorgabe der Jahreszahlen 172. 173. u.s.w., das Wappen, der Ort und das Anfangswort "Ein" maßgeblich. In "Die alten Sachsenpost" ist dieser Schein so nicht gelistet.

    Mit lieben Sammlergrüßen

    Totalo-Flauti

  • Hallo Totalo-Flauti,


    dein Beleg stammt vom 24. Novembris 1729 und der Wert im Brief betrug 30 Thaler. Schönes Stück!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Lieber Ralph,


    vielen Dank für Deine Hilfe. Ich hab mich eigentlich schon über einen so schweren Brief gewundert. Andererseits wurden die Scheine ja auch nur für Wertsendungen ausgegeben. Ich war mir aber bei der vermeintlichen Gewichtsangabe am Ende doch so sicher ;( . Auf Thaler wäre ich gar nicht gekommen. Schade auch das der Schein nun noch ein Monat jünger geworden ist.


    Mit lieben Sammlergrüßen


    Totalo-Flauti.

  • Liebe Sammelfreunde


    bei meiner Jagd auf Sachen in Bezug auf Mosigkau, fand ich den nachfolgenden Postschein aus Plauen vom 16.11.1865.
    Meine Fragen sind nun folgende, wie heißt der Empfänger Gustav Zabel? und lief er tatsächlich nach Mosigkau?
    Auch paßt das Franco nicht - ich lese 2 1/2 Ngr. - nach Mosigkau hätte ein einfacher Brief 2 Ngr. + 2 Ngr. Rekommation gekostet, also insgesamt 4 Ngr.


    Viele Fragen....


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Es ist schon interessant zu sehen, wie weit damals die Geschäftsbeziehungen gepflegt wurden. Hier ist ein Postschein vom 17.4.1854 über die Abgabe eines rekommandierten Briefes von Dresden nach Rochefort bei Clermont in Frankreich,




    Viele Grüße

    Ingo


    PS: Den Beitrag bitte zu den "Postscheinen" verschieben.

    Einmal editiert, zuletzt von Cantus ()

  • Hallo Ingo,


    auch im Jahr 1854 gab es schon viele europaweite Geschäftsbeziehungen. Aus der Zeit habe ich einige Briefe aus St. Petersburg und Odessa an bekannte Adressen in R(h)eims. In hochgestellten Kreisen hatte man viel Durst. ;)


    beste Grüße

    Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler ()

  • Hallo Dieter,


    ich habe irgendwo auch Briefe, die Mitte des 19.Jahrhunderts nach Reims gelaufen sind, ich weiß im Moment nur nicht, wo ich suchen soll. Clermont dagegen, im Zentralmassiv gelegen, erschien mir doch schon etwas abseits.


    Viele Grüße

    Ingo

  • Lieber Ingo,


    viel seltener, als Orte mit sächschischer Korrespondenz ist wohl die Tatsache, dass Briefe unter Reco das Doppelte Franko kosteten, wie normale Briefe - das hielt die Masse der Schreiber damals ab, überhaupt unter Reco zu schreiben und bei deinem Schein waren die Kosten mit 15 Neugroschen ja auch sehr hoch für einen sicher nicht schweren Brief (das waren damals 10 Mittagessen).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Auf der Suche nach siebenbeinigen Schafen gefunden:




    regulär sah der Schein so aus:



    Der Vordruck mit der Scheingebühr fehlte beim oberen Schein. Der Postler wußte sich mit Verklebung einer Briefmarke zu behelfen.


    Interessant wäre zu erfahren, wie er die Abrechnung dieser Gebühr gestaltete.