Briefe von Briefsammlungen

  • Hallo VorphilaBayern


    Danke fürs Zeigen :)
    Ob ich was ähniches habe, bezweifle ich.
    Aufbau von Postverwaltungen und welche Dienste man dort geben konnte finde ich sehr interessant, wie auch Beispiele darauf. :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Vorphila Bayern,


    steht in der 2. Auflage des Feuser ein neues Eröffnungsdatum bei Schönberg? Die erste Auflage gibt noch "Poststall seit 1817" an. Ich frage deshalb, weil Briefsammlungen für mich ein neues Interessengebiet sind und mir aufgefallen ist, dass die Angaben bei Münzbergs Poststationskatalog und Münzberg/Feuser schon teilweise voneinander abweichen, es wäre also kein Wunder, wenn sich bei der Neuauflage wieder einiges getan hätte.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Hallo Erdinger,


    in der zweiten Auflage "Feuser/Münzberg Deutsche Vorphilatelie steht:
    Schönberg in Niederbayern
    1.7.1816 Briefsammlung (BS)
    1.8.1845 Postexpedition (PE)
    Bei Grafenau steht das gleiche.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Vorphila Bayern,


    danke für die Information – dann muss ich mir beim nächsten Besuch im Münchner Gasteig glatt einmal die neuere Feuser-Auflage ausleihen. Jetzt müsste man nur noch in Erfahrung bringen, woher die sehr genauen Angaben stammen.


    Im "Bayerischen Geschichtsatlas" von 1969 gibt es eine Karte, die "Postrouten und Poststationen 1831" zeigt (und auf älteres Kartenmaterial aus der Frühzeit des Archivs für Postgeschichte in Bayern zurückgeht). Hier ist eine Postbotenverbindung von Schönberg über Grafenau nach Freyung eingezeichnet, das wohl die übergeordnete Expedition darstellte. Wenn diese Information tragfähig ist, dann dürfte es in Bayern nicht sehr viele Konstellationen dieser Art gegeben haben.


    Dein Brief ist damit ein außergewöhnliches Stück Postgeschichte, offensichtlich bei einem Botengang angenommen und zugestellt. So etwas fällt nur jemandem auf, der über ausgezeichnete Kenntnisse verfügt! Gratulation!



    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Lieber Erdinger,


    herzlichen Dank für Ihre Anmerkungern.
    Aus meinen Heimatsammlungen zwei Briefe aus Waldsassen. Winkler schreibt: ab 1755 Tax. Briefsammlung; 1808 als solche von der k.b.Post übernommen. 1844 zur Exp. erhoben. Im Feuser: ab 1.7.1808 Landespostanstalt, BS (Briefsammlung), ab 1842 Postexpedition. Der Brief nach Eschenbach ist von 1809, der nach Pressath von 1810.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Einen schönen Vormittag in die Runde!



    @Vorphila Bayern: Wieder schöne Briefe, danke fürs Zeigen!


    Der Grund, warum ich mich näher mit Briefsammlungen beschäftige, ist die Tatsache, dass in Erding eine solche bestand.
    Bei einem meiner Streifzüge durch Google Books stieß ich auf das Addressbuch der Königl. Haupt- und Residenz-Stadt München von 1835, das im Anhang ab S. 252 eine interessante Ortsliste mit Taxen für den einfachen Brief ab München beinhaltet.
    Bei Erding - wie auch bei einer Reihe von anderen Orten - findet sich statt einer Taxe nur ein Strich. Die so gekennzeichneten Orte waren zu diesem Zeitpunkt überwiegend Posthaltereien, Relaisstationen oder Briefsammlungen. Das ergibt ein Abgleich mit Winkler, Münzberg und Feuser.
    Es existierten aber auch Posteinrichtungen auf dieser untersten Ebene, für die die Liste sehr wohl Taxangaben macht. Diese liegen üblicherweise an Poststraßen oder sind über eine Postexpedition, die die Briefsammlung als Ableger unterhielt, an diese angebunden.
    Dies trifft für Erding definitiv nicht zu. Hier wurde die Briefsammlung vom Freisinger Boten betrieben und die Post in die Domstadt gebracht.
    Dass es aber nicht möglich gewesen sein soll, wenigstens eine Taxe bis Freising anzugeben, wundert mich dann doch - oder wurde dieses Wissen einfach stillschweigend vorausgesetzt?
    Leider gibt es von oder nach Erding nur wenig Material mit Franco- oder Portovermerken, das belegbar über die Briefsammlung gelaufen ist. Portofreie Dienstbriefe gibt es mehr als genug.


    Jetzt versuche ich, die Angaben in der Liste einmal anhand der vorhandenen Literatur abzugleichen und ein System in die unterschiedliche Handhabung der Taxangaben zu bringen. Vielleicht stelle ich ja auch fest, dass es keines gibt - aber man lernt eine ganze Menge über einen wenig erforschten Teilbereich der bayerischen Post.


    Selbst wenn mit der Übernahme in bayerische Staatsregie eine Reihe von neuen Briefsammlungen erst geschaffen wurde, so stammt das Prinzip dieser Einrichtung doch wohl aus der Taxis-Zeit. Hat jemand hierzu einen Literatur-Tipp?


    Viele Grüße von der Sempt!


    P.S. Einen Brief der Briefsammlung Friedberg nach Dorfen hätte ich noch zu zeigen (in der Hoffnung, dass im jüngsten Feuser die Umwandlung in eine Expedition nicht radikal nach vorne verlegt wurde ...):

  • Hallo Erdinger,


    ebenfalls ein schöner Brief von Friedberg.
    Im Feuser steht bei Friedberg in Bayern folgendes:
    22.5.1805 PE (Postexpedition)
    ab 14.2.1806 TT-Lehenspostanstalt;
    ab 1.7.1808 Landespostanstalt;
    BS (Briefsammlung)
    zwischen 1841 und 1844 PE (Postexpedition).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Erlaube mir, einen Brief aus der mehrmals angesprochenen Briefablage Erding zu zeigen. Der entsprechende Artikel zum Zusammenhang Erding ist nachzulesen in APB Dez. 1928 S. 97 ff. Der Brief trägt handschriftlich den vermerk "v. Erding" datiert 1. Mai 1806 geht an die Adresse Castell in Schwitz. Gestempelt mit Routenstempel St.Gallen. Über die Taxierungen habe ich noch keine brauchbare Idee, aber Erdinger wird sich trotzdem dafür interessieren, denke ich. Im Text ist übrigens von Zahlungen die Rede, die über München eingehen - nur angefügt, damit es keine Missverständnisse gibt, dass tatsächlich Erding gemeint ist.

  • Hallo Helbig


    Ein sehr interessanter Brief der nicht nur der Heimatsammler gern sieht :)


    Die Taxierung kann ich auch nicht deuten. Leider keine Ahnung über die schweizer Taxen.
    Es sieht aber aus als ob man für die Strecke Erding nach Augsburg 4 Kreuzer bezahlt hat, oder dass ein Privatbote der Brief nach Augsburg gebracht hat und hier der Bote nach St. Gallen 4 Kreuzer bezahlt hat. Die Röteln ist wohl rein Taxierungen für Schweiz?


    Viel habe ich nicht geholfen ;)


    Aber danke fürs zeigen :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    oben rechts steht "p(er) Auslaag xr 4", also 4 Kr. Auslage. Zu den Taxen könnte ich etwas basteln, aber ob das dann korrekt wäre, steht auf einem anderen Blatt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • :D :D :D


    Hallo bayern klassisch


    Ich habe Heute Augsburg die ganze Zeit vor mich gesehen. :D


    Macht aber der Brief nicht schlechter. ;)


    Viele Grüsse
    Nils


    Nächstes mal versuche ich wenn ich nicht so müde bin.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo, johelbig ,


    schön, dass sich der Brief wieder gefunden hat (wir hatten uns darüber ja einmal unterhalten). Aus gleicher Korrespondenz kenne ich einen weiteren, der mit Hilfe des Handelshauses Bona über Augsburg (!) aufgegeben wurde.
    Den Artikel im APB besitze ich natürlich. Allerdings fiele dieser Brief von 1806 in die Zeit vor der "offiziellen" Entstehung der Briefsammlung, die dort auf 1808 (die bekannte Verlautbarung im Regierungsblatt) datiert wird. 1806 wäre demnach ein Transport nach Freising oder München durch einen der entsprechenden konzessionierten Boten denkbar. Vielleicht erklärt das ja auch die Auslage. Nichtsdestotrotz wüsste ich eine Sammlung, in die der Brief hineinpasste ...


    Mit den besten Sammlergrüßen aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Nichtsdestotrotz wüsste ich eine Sammlung, in die der Brief hineinpasste ...

    Hallo Erdinger


    Danke dass du an meine Sammlung denkt :D :D :D


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen.
    Barfrankierter, eingeschriebener Brief, gegen Recepisse (Vermerk "Frei" und 6 Kr Briefgebühr auf der Siegelseite vermerkt) von Grafenau (Briefsammlung vom 1.7.1816 bis 31.7.1845) nach Passau aus dem Jahr 1841. Der Absender bezahlte zur Briefgebühr die Einschreib - und Rückscheingebühr (Postschein vermerkt). Von Briefsammlungen dürfte es Briefe mit Einschreiben und Rückschein nur sehr wenige geben.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Verehrte Freunde,


    einen Chargé-Brief wie den von Grafenau habe ich von einer Briefsammlung auch noch nicht gesehen. Ein schönes Stück!


    Die Seltenheit solcher Belege ist eigentlich umso erstaunlicher, als sich gar nicht so wenige Briefsammlungen in Orten befanden, in denen mit einem Landgericht eine größere Behörde angesiedelt war, die aber das Unglück hatten, nicht unbedingt an einer Poststraße zu liegen. Au b. München spielt eine Sonderrolle, aber Beilngries, Dachau, Deggendorf, Erding, Friedberg, Kissingen, Königshofen, Kötzting, Lichtenfels, Lohr, Mühldorf und Neustadt an der Saale mussten sich auch als Verwaltungszentrum teilweise lange gedulden, bis sie in den Genuss einer Briefsammlung und dann einer Expedition kamen.
    In diese Reihe gehört auch Gräfenberg in Oberfranken, das von 1810 bis 1839 eine Briefsammlung hatte, die ab 1823 (der abgebildete Brief stammt aus diesem Jahr) einen Einzeiler in großer Antiqua führte.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    zu Neustadt an der Aisch steht im Feuser folgendes:
    8.8.1747 Briefsammlung; ab 1807 an die franz. Reservierte Provinz Bayreuth (Unterland); ab 30.6.1810 an Bayern, nun Landespostanstalt, Briefsammlung, ab 1.11.1810 kgl. bayer. Postexpedition. Somit in der bayerischen Zeit nur vom 30. Juni 1810 bis 31. Oktober 1810 Briefsammlung. Aus dieser Zeit einen Brief zu finden ist recht schwierig, kann aber einen zeigen:
    Königliche Dienstsache vom kgl. Bayer. Landgericht Neustadt an der Aisch nach Obernzenn vom 24. September 1810.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    herzlichen Dank für das zeigen dieser Rarität. Einen zweiten Brief wird man lange suchen müssen und dieser ist makellos schön.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus