• LIeber Rudolf,


    vlt. stehe ich auf dem Schlauch, aber woher weiß man, dass er über die CH lief? Der Milano - Stempel beweist das doch nicht, oder?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • Liebe Freunde,


    meiner Meinung nach lief der Brief über Österreich: Brenner - Verona - Mailand - Genua. Mailand und Lago Maggiore würden einander ausschließen.


    Beste Grüße

    Jürgen

  • Lieber Ralph,


    die Ausführungsbestimmungen zum Postvertrag mit Italien vom 1. April 1869 nennen die Briefkarten-

    schlüsse VERONA und MAILAND. Dort wurden die geschlossenen Briefpakete geöffnet und gestempelt.


    Da mein Brief den Durchgangsstempel von Mailand trägt, ist der Leitweg Schweiz naheliegend.


    Viele Grüße


    Rudolf

  • Lieber Rudolf,


    ich sehe kein Weiterfranko - wäre denn ein Brief via CH nicht teurer gewesen für den Transit durch die CH, auch wenn er geschlossen gewesen wäre, als ein Standardbrief über Österreich?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • Liebe Sammlerfreunde,


    der Brief ist korrekt mit 6 Gr. frankiert , denn der Absender schreibt:

    "Wir bitten die Einlagen für unsere Rechnung frankiert in Cours zu geben ..."


    Der Kartenschluß mit der "Beförderung durch Baden und die Schweiz" wird in den Aus-

    führungsbestimmungen genannt:


    5) Vom Eisenbahn-Postbüreau Nr. 19 Frankfurt a.M. - Heppenheim auf das ambulante

    Büreau Como-Mailand und auf das ambulante Schiffsbüreau auf dem Lago maggiore"


    Die Briefkartenschlüsse ad 5 sind zur Aufnahme der Correspondenz aus den westlichen

    Theil des Norddeutschen Postgebiets nach Italien excl. der Provinzen Belluno .... bestimmt,

    sofern jene Briefpostsendungen nach Abgang der Briefkartenschlüsse .... zur Absendung

    gelangen ...


    Gruß


    1870/71

  • Lieber Rudolf,


    aber eine Transitvergütung für die CH gab es nicht? Österreich bekam nichts für seinen Transit, aber die CH war da i. d. R. weniger kulant ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • Lieber Ralph,


    im Art. 3 des 1869er Postvertrages ist nachzulesen:


    "Die Kosten des Transits durch das Schweizerische Gebiet werden ausschließlich

    von der Italienischen Verwaltung getragen"


    Gruß


    Rudolf

  • Lieber Rudolf,


    vielen Dank - interessant! Bei Briefen von Italien über die CH in den NDB trug dann auch der NDB die Transitkosten und wenn ja, wie hoch waren die? So weit ich weiß, kostete es 1,5 Sgr. für das Aufgabeland und 1,5 Sgr. bzw. dem Äquivalent für das Abgabeland.

    1/2 Groschen könnte ich mir da schon vorstellen für den CH - Transit, wenn nicht über das Gewicht pauschal abgerechnet wurde.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • ... danke! Also hin wie her - generös. Vlt. kommen daher die Schulden heute? ;(;(

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • Lieber Ralph,


    die Kosten werden sich in Grenzen gehalten haben, da die Masse der Korrespondenz über VERONA lief.


    Mir ist kein weiterer Brief aus dem NDB mit Transit Schweiz bekannt.


    Beste Grüße


    Rudolf

  • Lieber Rudolf,


    wenn du das schreibst, ist es sicher sehr selten. Da Bayern ja andere Korrespondenzströme zu bedienen hatte, kann ich da nicht mitreden, werde aber zukünftig darauf achten, auf dass ich dir den Komplementärbrief dazu irgendwann schnappe.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • Liebe Freunde,


    man sollte aber auch die Beförderungszeit berücksichtigen: Der Brief wurde am 4.11.1870 in Remscheid aufgegeben und war am frühen Abend des nächsten Tages in Mailand. Das war doch nur bei durchgehender Beförderung mit der Eisenbahn möglich. Die Gotthardbahn gab es aber noch nicht. Bei Beförderung über die Schweiz hätte das Briefpaket von Lugano bis Flüelen mit dem Schiff und dann mit der Postkutsche (oder um die Jahreszeit gar schon teilweise mit dem Schlitten) über den Gotthardpass befördert werden müssen. Erst ab Como bestand wieder Eisenbahnverbindung.


    Beste Grüße

    Jürgen

  • Soweit ich es aus dem Ank.stempel ersehen kann, handelt es sich um den 8. November und wahrscheinlich nicht um den vermuteten 5. November.
    Wäre dieser Zeitansatz realistisch für den vermuteten Beförderungsweg?

    Beste Grüße
    Schorsch Kemser

  • Hallo zusammen,


    der Ankunftsstempel von Genua ist unleserlich, aber der Stempel vom Bahnhofspostamt Mailand zeigt deutlich den 8.11.1870 6 Uhr abends. Wegen der Laufzeit von 4 Tagen denke ich, daß der Brief durch die Schweiz befördert wurde.


    beste Grüße

    Dieter

  • Liebe Sammlerfreunde,


    anbei eine Vergrößerung des Durchgangsstempels von Mailand vom 8. November (18)70.

    Ohne Zweifel ist der Brief über die Schweiz gelaufen!



    Die Norddeutsche Post wählte vermutlich im konkreten Fall den Schweizer Transit, da das E.B.P.B. Nr. 10 den direkten Anschluss an den Kartenschluss VERONA nicht erreichte.


    Mir sind mehrere Brief nach Genua bekannt mit Kartenschluss VERONA: 18.7.68 Hamburg, 15.12.70 London, 10.10.71 Aachen und 21.9.71 Hamburg


    Besten Dank für die interessante Diskussion!


    Rudolf