Postvorschussbriefe gehörten aufgrund der mit den Zahlungen und ihrer Verwaltung verbundenen Prozesse ebenfalls zur Fahrpost. Postvorschüsse wurden dabei oft auch als "Postauslage" gekennzeichnet. Ich finde es an der Zeit, diese interessante Einzel- und oft auch Zusatzleistung der Post getrennt zu zeigen. Ich fange hier mal mit einem hübschen Dienstbrief mit Postvorschuss aus Gandersheim an:
Herzogliche Dienstsache mit Postvorschuss von 11 Ggr von Gandersheim “an den Herrn Kreisgerichtsactuar Culemann wohlgeboren zu Holzminden”. Der Abschlag des ersten Hammerstempels von Gandersheim erlaubt eine Datierung der Briefhülle auf den Zeitraum 1833-1850. Taxierung: Entfernung 5 ¼ Meilen, aber portofrei, Postvorschuss 11 Ggr plus 6 Pfg Procura-Gebühr (bis zu ½ Thaler). Der Empfänger hatte somit insgesamt 11 ½ Ggr zu zahlen.