Württemberg - Fahrpostscheine

  • Bei dem ersten Beleg handelt es sich um einen Aufgabeschein der königlich württembergischen Fahrpostexpedition aus Mainhardt vom 1. Juni 1859. Empfänger was das Pfarramt in Lagenbeutingen.
    Für die Sendung wurde kein Franco erhoben. Handelte es sich um DIenstpost? Mußte die Scheingebühr trotzdem entrichtet werden?


    Der zweite Schein stammt ebenfalls aus Mainhardt, abgestempelt am 28.August 1859. Die Sendung ging nach Stuttgart. Neben der Scheingebühr von 2 Kreuzern wurde noch ein Franco von 7 Kreuzern erhoben.


    Fortsetzung folgt ...

  • Hallo Christian,


    beim Ersten Beleg muß es sich nicht zwingend um Dienstpost gehandelt haben, möglich wäre auch dass der Empfänger die Bezahlung des Portos übernehmen durfte.


    Beim zweiten Beleg wurden 5 Kreuzer Gewicht + 2 Kreuzer Wertgebühr vom Absender bezahlt.


    Gruß
    Ulrich aus Bempflingen

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Dann wollen wir die Serie fortführen!


    Postschein vom 19 Oktober 1820 von Nürtingen nach Stuttgart, ausgefertigt vom Postbeamten Pfeiffer.
    Zur Versendung kam ein Paket mit 425 Gulden an die staatl. Schulden Zahlungs Caße in Stuttgart.


    Nürtingen - Stuttgart liegt nach dem Tarif vom 01 Julius 1814 in der 2 Entfernungsstufe, der Wert im Taxierungsbereich von 425 - 449 Gulden.


    Damit waren 45 Kreuzer Wertgebühr zu bezahlen, Gewichtsgebühr kam beim Ansatz des Werttarifes NICHT in Ansatz!


    Insgesamt bazahlte der Absender 45 Kreuzer Wertgebühr plus 4 Kreuzer Scheingebühr bei der Aufgabe der Sendung.


    Gruß aus Bempflingen


    Ulrich

  • Postschein vom 12 Dezember 1820 von Nürtingen nach Eßlingen, ausgefertigt vom Postbeamten Pfeiffer.
    Zur Versendung kam ein Paket mit 23 Gulden und 20 Kreuzer in baar, an den "H[och]l[öblichen] Secret[är] Grober in Eßlingen".


    Nürtingen - Eßlingen liegt nach dem Tarif vom 01 Julius 1814 in der 1 Entfernungsstufe, der Wert im Taxierungsbereich von 10 - 25 Gulden.


    Damit waren 5 Kreuzer Wertgebühr zu bezahlen, Gewichtsgebühr kam beim Ansatz des Werttarifes NICHT in Ansatz!


    Insgesamt bazahlte der Absender 5 Kreuzer Wertgebühr plus 2 Kreuzer Scheingebühr bei der Aufgabe der Sendung.


    Eventuell kann jemand den Empfänger "übersetzen".


    Vielen Dank und Gruß aus Bempflingen


    Ulrich

  • Danke @ Erdinger,
    ich habe es per copy - paste in die Beschreibung übernommen.


    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Postschein vom 03 November 1820 von Nürtingen nach Pfullingen, ausgefertigt vom Postbeamten Pfeiffer.


    Zur Versendung kam ein Paket mit 1.500 Gulden in baar, an das K. Cameralamt in Pfullingen.


    Nürtingen - Pfullingen liegt nach dem Tarif vom 01 Julius 1814 in der 2 Entfernungsstufe,
    der Wert im Taxierungsbereich von 1.475 - 1.500 Gulden.


    Damit waren 1 Gulden 42 Kreuzer Wertgebühr zu bezahlen, Gewichtsgebühr kam beim Ansatz des Werttarifes NICHT in Ansatz!


    Insgesamt bazahlte der Absender 1 Gulden 42 Kreuzer Wertgebühr plus 4 Kreuzer Scheingebühr bei der Aufgabe der Sendung.


    Schönen Abend aus Bempflingen


    Ulrich

  • Postschein vom 2 Januar 1817 von Nürtingen nach Küzelsau, ausgefertigt vom Postverwalter Schlayer.


    Zur Versendung kam ein Paket mit 100 Gulden in baar, an den Stadt - Schreiber Schmid in Künzelsau.


    Nürtingen - Künzelsau liegt nach dem Tarif vom 01 Julius 1814 in der 5 Entfernungsstufe des Werttarifes,
    der Wert im Taxierungsbereich von 76 - 100 Gulden.


    Damit waren 20 Kreuzer Wertgebühr zu bezahlen.


    Gewichtsgebühr kam beim Ansatz des Werttarifes NICHT in Ansatz, wenn der Werttarif höher war als der Gewichtstarif!


    Insgesamt bazahlte der Absender 20 Kreuzer Wertgebühr plus 4 Kreuzer Scheingebühr bei der Aufgabe der Sendung.



    Eventuell kann einer aus dem Auditorium der Schriftgelehrten den Monat und den Unterschriftsbeamten für mich entziffern.


    Schönen Abend aus Bempflingen


    Ulrich

  • Hallo Minimarke,


    Postverwalter Schlayer lese ich - für den Monat ist der Scan zu klein.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Hallo bayern klassisch,


    sehr gute Augen!


    Mittlerweile kann ich den Namen zumindest für 1815 bestätigen.


    Wenn du jetzt noch eine Idee für den ersten Vornamen hättest, oder ist das eine Amtsbezeichnung?


    Der Scan ist mit 300 DPI gemacht, glaubst du eine höhere Auflösung bringt neue Erkenntnisse?


    Gruß
    Ulrich aus Bempflingen

  • Hallo Minimarke,


    der Empfänger war der Stadt - Schreiber Schmied in Künzelsaus, der Monat sollte der Januar sein und den Titel des Schlayer habe ich mit Postverwalter schon genannt.


    Wenn du mit 300 dpi einen Postschein scannst, dann sollte der ca. 300 kb haben. Vlt. stimmt die Kompression der Daten nicht.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • bayern klassisch,
    vielen herzlichen Dank!
    Ich habe die Beschreibung entsprechend angepasst.


    Schönen Sonnntag, mit möglichst wenig Regen
    Ulrich aus Bempflingen

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Einer der wenigen Fälle bei dem der Gewichtstarif gleich dem Wertarif war.


    - Gewichtstarif 3-4 Meilen und 2 bis 3 Pfund = 7 Kreuzer
    - Wertarif 3 bis 5 Meilen, und 10 bis 25 Gulden = 7 Kreuzer


    so dass es in diesem Fall egal war wie der Postler gerechnet hat!


    Gruß
    Ulrich

  • Postschein von Nürtingen nach Roßwälden
    Wertpaket über 30 Gulden
    Entfernung 1-2 Meilen
    Wertstufe 26-50 Gulden


    Entspricht 6 Kreuzer Gebühr + plus 2 Kreuzer Scheingebühr
    Diese 8 Kreuzer wurden bei der Auflieferung vom Absender bar bezahlt.


  • Postschein von Nürtingen nach Kirchheim
    Wertpaket über 1.220 Gulden
    Entfernung 1-2 Meilen
    Wertstufe 1.201-1.224 Gulden


    Entspricht 1 Gulden und 5 Kreuzer Gebühr + plus 4 Kreuzer Scheingebühr
    Diese 1 GUlden und 9 Kreuzer wurden bei der Auflieferung vom Absender bar bezahlt.

  • Postschein von Nürtingen nach Gaildorf
    Wertpaket über 5 Gulden und 19 Kreuzer
    Entfernung 9-10 Meilen
    Wertstufe 1-9 Gulden


    Entspricht einer Gebühr von 10 Kreuzern, plus 2 Kreuzer Scheingebühr.
    Diese wurde bei der Auflieferung vom Absender bar bezahlt.
    Aufgrund des eher kleinen Wertes fand hier der Gewichtstarif Anwendung.
    Das Paket hatte dann ein Gewicht zwischen 16 Loth und 2 Pfund.

  • Hallo Minimarke,


    gab es auch bei der Fahrpost sog. Mindestgewichte?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Hallo @bk,
    Mindestgewichte wären mir jetzt nicht bekannt.
    Die kleinste Gewichtsstufe war bis 16 Loth.
    Bedeutet dass es sich bei dem gezeigten Beleg um die zweite Stufe im Gewicht handelt.
    So leichte Fahrpoststücke sind nicht so häufig.
    Ich werde nach Abschluß der Bearbeitung die Belege erfassen und auswerten.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Hallo Minimarke,


    danke für deine Antwort. Bei Bayern waren alle gewöhnlichen Briefe ab 4 Loth von Privaten automatisch der Fahrpost zuzuleiten, es sei denn, der Absender drückt den Wunsch nach Versendung mit der Briefpost durch Frankatur mit den entsprechenden Marken aus.


    Umgekehrt, also nur über das reine Gewicht, nicht Postsonderdienste, dürfte es logischerweise keine Fahrpostbriefe unter 4 Loth geben.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Postschein von Nürtingen nach Stuttgart
    Wertpaket über 40 Gulden und 40 Kreuzer
    2 Entfernungsstufe 3,5 Meilen
    4 Wertstufe 26-50 Gulden


    Entspricht einer Gebühr nach Wertrarif von 8 Kreuzern, plus 2 Kreuzer Scheingebühr.
    Diese wurde bei der Auflieferung vom Absender bar bezahlt.