Hallo,
hier ein Brief, der einer "genaueren Betrachtung" bedarf. Ich hoffe ich habe eine halbwegs verständliche Beschreibung dazu angefertigt.
Brief aus Oldesloe im Herzogtum Holstein nach Braunschweig im gleichnamigen Herzogtum. Der Brief ist für ein Gesamtgewicht bis 1 Loth mit 3 3/4 Schilling (3x MiNr.: 7), gemäß dem Postvertrag zwischen Preußen und Dänemark vom 1.2. 1854 über die Beförderung von Briefen in die Gebiete des DÖPV, portogerecht frankiert. Die Vertragswährung war hier der preußische Silbergroschen. Die Marken zu 1 1/4 Schilling werteten als 1 preußischer Silbergroschen, weil es noch keine passenden Marken zu 1 1/3 Schilling gab! Somit betrug das Gesamtporto 3 Silbergroschen, dass sich in 1 Silbergroschen für Schleswig – Holstein und 2 Silbergroschen für Braunschweig (2. Entfernungsstufe ab Hamburg) aufteilt. Der ausländische/braunschweigische Portoanteil wurde mit einer roten „2“ ordnungsgemäß vermerkt, jedoch wieder gestrichen um Verwechslungen mit einem noch einzuziehenden Nachporto zu vermeiden. Die Marken wurden entwertet mit dem dänischen 3 - Ring Nummernstempel „128“, zusätzlich wurde der Stempel „OLDESLOE 8/1“ für das Aufgabepostamt angebracht. Die Beförderung erfolgte über Hamburg mit Übergabe an das dortige hannoversche Postamt, dass die weitere Beförderung nach Braunschweig übernahm. Rückseitig Eingangsstempel des hamburgischen Postamtes „St.P.A. HAMBURG 8/1 6-7V“, Eingangsstempel des hannoverschen Postamtes „HAMBURG 8/1 9-10“, Ausgabestempel „5 1/2 – 7 Nm 8/1“ und Briefträgerstempel (?) „16“.
Beste Grüße
DSBerlin