• Hallo zusammen,

    Hier nun ein Brief der für mich voller Fragen ist .

    Kurze Beschreibung von mir:

    Auslandsbrief von Endersbach über Frankfurt, Bremen nach Ohio Nordamerika (USA),frankiert mit 1-Kreuzer, 3-Kreuzer,2 x 9-Kreuzer. Erste Gewichtsstufe bis wie fiel Gramm oder Lot ging es bei derartigen Briefen???. Auch wurde das sogenannte weiterfrako mit roter Tinte vermerkt (wfr. 16),dieses wurde aber gestrichen und 4 1\2 ersetzt von wem und wo ???. Auch wurde ein roter P.D. Stempel gestempelt (Porto bezahlt bis zum Empfänger),vermutlich vom Absenderpostamt???. Des weiteren ein roter Einkreisstempel New York 10 Bremen Paid Mar 15 (15 März) wer Stempelte diesen ??? Gebühr für was ??? ( evtl. See Porto ???), roter Achteckrahmenstempel Paid.10 evtl. Inlandsporto USA ???. Rückseite des Briefs: Dreikreisstempel vom Zug ,Einkreisstempel von Frankfurt (Durchgangsstempel ???), Einkreisstempel Bremen TX&TX 26.2.1864 10-12 V (Ankunftsstempel Bremen ???) und ein Rahmenstempel Bremen 26 2 * 6-7 ist das der Schiffsstempel ????

    Ich hoffe Ihr Könnt mir Helfen , für eure Hilfe wäre ich euch Dankbar!!

    Viele Grüße

    Adwin

  • Hallo Adwin,

    damit es übersichtlicher wird, solltest die einzelnen Fragen mit einer neuen Zeile beginnen. Ich habe mal gebastelt:
    Auslandsbrief von Endersbach über Frankfurt, Bremen nach Ohio Nordamerika (USA),frankiert mit 1-Kreuzer, 3-Kreuzer,2 x 9-Kreuzer. Erste Gewichtsstufe bis wie fiel Gramm oder Lot ging es bei derartigen Briefen???.
    Auch wurde das sogenannte weiterfrako mit roter Tinte vermerkt (wfr. 16),dieses wurde aber gestrichen und 4 1\2 ersetzt von wem und wo ???.
    Auch wurde ein roter P.D. Stempel gestempelt (Porto bezahlt bis zum Empfänger),vermutlich vom Absenderpostamt???.
    Des weiteren ein roter Einkreisstempel New York 10 Bremen Paid Mar 15 (15 März) wer Stempelte diesen ??? Gebühr für was ??? ( evtl. See Porto ???),
    roter Achteckrahmenstempel Paid.10 evtl. Inlandsporto USA ???.
    Rückseite des Briefs:
    Dreikreisstempel vom Zug ,
    Einkreisstempel von Frankfurt (Durchgangsstempel ???),
    Einkreisstempel Bremen TX&TX 26.2.1864 10-12 V (Ankunftsstempel Bremen ???) und ein Rahmenstempel Bremen 26 2 * 6-7 ist das der Schiffsstempel ????

    Der rote K1 von New York wurde bei der Ankunft gestempelt. Bei Hubbard/Winter ist es die Nr. 63
    Der PAID 10 ist bei van der Linden die Nr. 2123 und wurde danach in Bremen auf Post in die USA angebracht.

  • Hallo Adwin,

    dann versuche ich mich mal, ehe der echte Kenner ( Cameo ) mir noch zuvor kommt. 8)

    Auslandsbrief von Endersbach über Frankfurt, Bremen nach Ohio Nordamerika (USA),frankiert mit 1-Kreuzer, 3-Kreuzer,2 x 9-Kreuzer. Erste Gewichtsstufe bis wie fiel Gramm oder Lot ging es bei derartigen Briefen???.

    Gewichtsstufe war 1 Loth inklusive, also bis 15,625g. Weitere Gewichtsstufen progressierten von Loth zu Loth.


    Auch wurde das sogenannte weiterfrako mit roter Tinte vermerkt (wfr. 16),dieses wurde aber gestrichen und 4 1\2 ersetzt von wem und wo ???.

    Das Weiterfranko hatte die Aufgabepost zu notieren: 6 Kr. für Württemberg bis Bremen und 16 Kr. für fremde Postverwaltungen. Da alle Postverwaltungen bei Briefen nach Nordamerika in ihrer eigenen Währung rechneten (Groschen), war das Weiterfranko in diese zu reduzieren und in den mitfolgenden Briefkarten zu notieren (summarisch). Da im Postverein der Groschen nur 3 Kr. rheinisch wert war, bei der Vergütung von Auslandsfranki jedoch paritätisch nach den jeweils gültigen Postverträgen abzurechnen war, kostete hier ein Groschen 3,5 Kr.. Somit 16 : 3,5 = 4 1/2 Groschen. Dies dürfte in Bremen von Thurn und Taxis reduziert worden sein.

    Auch wurde ein roter P.D. Stempel gestempelt (Porto bezahlt bis zum Empfänger),vermutlich vom Absenderpostamt???.

    Ich bezweifle stark, dass Endersbach einen P.D.-Stempel führte - dieses Privileg, den wichtigsten Stempel einer ganzen Postverwaltung führen zu dürfen, stand nur ganz wenigen Beamten zu - hier denke ich, dass TT in Bremen den Brief hinsichtlich seiner Frankatur prüfte und dann P.D. stempelte.

    Des weiteren ein roter Einkreisstempel New York 10 Bremen Paid Mar 15 (15 März) wer Stempelte diesen ??? Gebühr für was ??? ( evtl. See Porto ???),

    Dieter hat die Stempel schon hinsichtlich ihrer lokalen Zugehörigkeit erklärt. 10 entsprachen 10 US Cents, dem Äquivalent von 16 Kr. bzw. 4 1/2 Groschen, wie oben bereits besprochen. Es war ein Gebührenverrechnungsstempel, der der Gegenpartei die Verrechnung in seiner eigenen Währung erleichtern sollte. Inkludiert waren hier die Kosten von Bremen bis zum Empfänger.

    Rückseite des Briefs:
    Dreikreisstempel vom Zug , Richtig, von der württ. Bahnpost, die ihn von der Aufgabepost zukartiert bekam.

    Einkreisstempel von Frankfurt (Durchgangsstempel ???), Richtig, Transitstempel, weil in Frankfurt am Main das Briefepaket aus Württemberg zu öffnen und die Post unterschieden wurde nach Osten, Westen und, wie hier, weiter nach Norden.

    Einkreisstempel Bremen TX&TX 26.2.1864 10-12 V (Ankunftsstempel Bremen ???) und ein Rahmenstempel Bremen 26 2 * 6-7 ist das der Schiffsstempel ????

    Bremen Rahmenstempel 26/7 um 6-7 Uhr war der preussische Stempel von dort und ein Ankunftsstempel bzw. Transitstempel, wie man will. Dasselbe galt für Bremen Thurn und Taxis vom selben Tag um 10 - 11 Uhr Vormittags. Eine "Schiffsstempel" gibt/gab es nicht.

    Für die Zukunft vlt. sinnvoll: Am besten schreiben, was du weiß, bzw. zu wissen glaubst. Wenn du merkst, dass es da viele Lücken gibt, einfach in einem letzten Satz die Schwarmintelligenz bitten, die Beschreibung zu optimieren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • Ein sehr schöner Brief, Adwin. Wenn ich mich recht erinnere, war der vor gar nicht so langer Zeit in einer Auktion, denn ich hätte fast mitgeboten. Alles Marken aus einer Ausgabe (MiNr. 25, 26, 28), wobei die 26 eine schönere Farbe hat als die typische 26a.

    Noch eine Frage an bayern klassischhätte ich: die Entfernung von Württemberg nach Bremen beträgt ja mehr als 20 Meilen. Doch statt 9 Kreuzer waren ab dem 1.1.1854 im DÖPV nur 6 Kreuzer fällig für Briefe nach USA. Hatte das damit zu tun, dass Preussen (oder T&T im Auftrag von Preussen) die Auslandspost als "Closed Mail" übernahm, also in diesem Fall wahrscheinlich ab Frankfurt?

    Einmal editiert, zuletzt von Papiertiger (11. Januar 2026 um 17:31)

  • Nein - der US-Inlandsanteil war sehr gering und das für Strecken, die so lang waren, dass man sich das in Deutschland gar nicht vorstellen konnte. Daher wurde der DÖPV-Anteil auf 6 Kr. auch über 20 Meilen verhandelt, um nicht völlig abgehoben dazustehen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Hallo Papiertiger, Hallo Ralph,

    Zu den Mi. Nr.: 1-Kreuzer (25a), 3-Keuzer (26a), 9-Kreuzer (28d), dies soll laut Attest eine sehr seltene Darstellung der 22 Kr. Taxe sein (weil keine 18 Kreuzer verwendet wurde). Ja Du hast recht das du diesen Brief schon mal gesehen hast, er war bei der Lenz Auktion im Nov. 2024.

    Vielen Dank für eure großartige Hilfe!!!!!:):):)

    Viele Grüße Adwin

  • Nein - der US-Inlandsanteil war sehr gering und das für Strecken, die so lang waren, dass man sich das in Deutschland gar nicht vorstellen konnte. Daher wurde der DÖPV-Anteil auf 6 Kr. auch über 20 Meilen verhandelt, um nicht völlig abgehoben dazustehen.

    Hallo Ralph!

    Ich habe auf der Postvertrags-Webseite den Vertrag zwischen Bremen und den USA finden können, der die 10 Cent festlegt. Aber zu den 6 Kreuzern DÖPV-Anteil habe ich nichts finden können. Weisst Du vielleicht, wo das geregelt wurde? Hat das jeder altdeutsche Staat separat mit Preussen vereinbart?

    VG,

    Papiertiger

  • Nein - das wurde vertraglich festgelegt und galt damit automatisch für alle DÖPV-Mitglieder (außer für die, die sehr nahe an Bremen lagen).

    Liebe Grüsse vom Ralph


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