Preußen - Bayern

  • Hallo Karl,


    Glückwunsch zu der Rosine - ich kenne ca. 10 unterfrankierte Briefe aus dieser Korrespondenz, die unerkannt blieben. :thumbup::thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Liebe Freunde,


    hier eine Briefhülle, vermutlich 1820er Jahre aber leider nicht genau datierbar, von Saarlouis nach Blieskastel an den Oberbürgermeister Hoffmann.

    Der Brief war zunächst mit G(?).D(ienst).S(ache). und rückseitigem Dienstsiegel als portofrei qualifiziert. Anscheinend gab es aber ein Umdenken (Widerspruch des Postlers??), so dass der Franchise-Vermerk gestrichen und 1 Gr. Porto notiert wurde. Dabei sieht es so aus, dass Taxe und Streichung der Franchise mit gleicher Tinte durchgeführt wurden, also von der Post!


    Der 1 Gr. wurde in 4 Kr. reduziert und ein Gesamtporto von 6 Kr. notiert. Kann mir jemand diesen Tarif erklären?


    Der Empfänger Oberbürgermeister Peter Hoffmann (1770-1842) war neben seinem Bürgermeisteramt Gutsbesitzer und langjähriger Landtagsabgeordneter.

    1823 veranlasste er die Aufstellung einer Maximiliansäule (6 t schwer, >6 m hoch), als Dank für die bayerische Verfassung und für den Bau einer Straße nach Biesingen.



    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    schön, dass du ihn bekommen hast.


    Ich vermute, kann es aber nicht beweisen, dass für grenznahe Orts Bayerns zu Preussen in der Pfalz ein Sonderporto von nur 2x (statt dem sonstigen Minimum von 3x) gewährt wurde (so war es auch bei Lindau - Schweiz).


    In jedem Fall ein sehr seltener Brief und allein schon die Nicht-Anerkennung der Franchise ist für mich eine Rarität - das Sonderporto von 2x käme dann noch als Sahnehäubchen dazu. :P:P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • lieber Michael,

    hier hatten wir schon mal einen Brief mit der Franchise G:D:S. Könnte es wohl Gemeinde Dienst Sache heißen?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die Angaben.

    Eine Gemeinde Dienst Sache wäre passend zum Adressaten, aber für wahrscheinlicher halte ich auch Geistliche Dienst Sache. Die zuletzt genannte Deutung würde auch die Streichung der Franchise plausibel machen, da ein Oberbürgermeister damit wohl nichts zu tun hatte.

    Schade, dass ein möglicher grenznaher Tarif nicht belegt werden kann.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Freunde,


    ein Portobrief aus Elberfeld vom 18.9.1830 an Firma Zumstein in Kempten kostete 2 1/2 Silbergroschen für Preussen in roter Tinte. Da Bayern in Gutengroschen rechnete, entsprachen diese 10x. Für den Transit durch Thurn und Taxos setzte man in Augsburg weitere 10x an = 20x, die auch so im Auslagenstempel stehen.

    Bayerns Inlandsporto von 14x ab Aschaffenburg bis Kempten kam dazu, so dass Zumstein total 34x zu zahlen hatte.

    Absender der wunderbar vorgedruckten Rechnung war die Firma Metzger & de Bary schon am 14.9.1830. Warum der Brief erst 4 Tage später der Post aufgegeben wurde, weiß ich nicht, aber es gibt zahlreiche Postbetrügereien aus dem Raum Wuppertal nach Kempten - vlt. wartete man noch ab, ob sich weitere Briefe finden ließen, die man dann zusammen verschicken konnte?

    Interessant auch die Fakturierung in rheinischen Gulden über 795 Gulden und 30 Kreuzer, wobei 18% Rabatt und Sconto gewährt wurden, immerhin 143 Gulden und 11 Kreuzer weniger. Gerne würden heutige Geschäftsleute solche Einkäufe tätigen ...

    Interessant ist auch der Inhalt (2. Seite), in dem man Zumstein mitteilte, dass dieser in der Warensendung auch bunte und schwarze Tücher finden werde, in der Hoffnung auf weitere Bestellungen.

    Bilder

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Frankobrief vom "Ober Direktorium des Apotheker Vereins von Nordeutschland" aus Bernburg (Herzogtum Anhalt - Bernburg / Preußisches Postamt) vom 13. April 1848 nach Nürnberg (Bayern). Ankunftsstempel vom 16. April 1848. Zur Taxierung müssen sich die Experten äußern.


    Beste Grüße,

    Hermann

  • Lieber Hermann,


    für mich sieht es so aus, dass der Absender total 4 3/4 Groschen bezahlten, wovon 1 3/4 Groschen das Weiterfranko für Bayern war.

    Diese 1 3/4 Groschen wurden siegelseitig in 6x rheinisch reduziert.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Liebe Sammelfreunde


    ich habe hier einen Brief, welcher am 28.10.1816 in Magdeburg geschrieben und an den "Herrn Matthias Ansberger und Consorter? (in) Dörfles by Redwitz" adressiert wurde.

    Wenn ich es richtig lese war er frei Leipzig und möglicherweise ist schwach eine rote 3 oder 2 lesbar. Oben dürfte ein Stempel von Eisenach sein.

    M.E. wurde in Hof 14 Kreuzer in Auslage genommen und weitere 3 Kreuzer innerhalb Bayerns erhoben - in Summe 17 Kreuzer vom Empfänger einzuziehen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Dieter,


    in Hof gestempelt wurde K. SACHSEN für Königreich Sachsen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.